Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-01-09 · 2 (9.1.1914) · page 9

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
2 (9.1.1914)
Date
1914-01-09
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3020846-3022089-3022092--22793-3047957
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nr. 2 Dr. Bkochs Wochenschrift. Seite 25 Orgelgalerie befindliche Prunkuhr alle Zeit Zeugnis ablegt, sowie das Betrauern des Oberlandesgerichtsrat Dr. Bernhard Varber, der Herren Josef Fion, Ludwig Pisk, Maximilian Sachs, Samuel Silberstein und Wilhelm Ungar. Zum Zeichen der Teilnahme hat die Versammlung sich von den Sitzen erhoben und die Trauerkunögebung wurde dem Protokoll einverleibt. Die Agenden des Vereines wurden in 6 Plenarsitzungen und 14 Komitee- und Sektionssitzungen beraten. Eine wichtige Angelegenheit betraf die Pensionsversicherung unserer Angestellten. Wie bereits im Vorjahre berichtet wurde, ist dem Verein die Zahlung der Prämienbeiträge für 3 Angestellte vorgeschrieben und sind die dagegen erhobenen Rekurse abgewiesen worden. Wir haben deshalb an das Ministerium des Innern das Ansuchen gerichtet, unsere Angestellten statt bei der Allgemeinen Pensionsanstalt bei unserem Verein als Ersatz-Institut zu versichern und das hohe Ministerium hat nach langwierigen Verhandlungen unserem Ersuchen stattgegeben, sodaß diese große Last von uns genommen ist. Wie bedeutend diese Last war, ersehen Sie aus der Tatsache, daß wir bis zum Datum des Inkrafttretens der Ersatzversicherung einen Betrag von zirka 4,800 Kronen an die Pensionsanstalt zu zahlen gehabt hätten. Selbstredend hätten wir diese glückliche Aktion nicht durchführen können, wenn uns nicht durch die bewährte Munifizenz und das besondere Entgegenkommen unseres hochverherten Mitgliedes, Herrn Salo Cohn, die Möglichkeit geboten worden wäre die von der Behörde von uns beanspruchte bedeutende Kaution zu leisten. Wie Sie wissen, hat dieser hervorragende Philantrop zur Erinnerung an seinen 70. Geburtstag eine Stiftung im Betrage.von,1l)K00, Kronen. in.die., Verwaltung — des Tempelvereines gestellt und hat bei der Festsetzung der Stiftungsbestimmungen ein so weites Entgegenkommn gegen unseren Verein gezeigt, daß wir den Betrag dieser Stiftung als vinkulierte Kaution der Statasschuldenkasse übermitteln konnten. Wir statten dem freigebigen Mäcen des Mariahilfer Tempelvereines Herrn Salo Cohn, für seine Güte und Liebe zum Verein nochmals den herzlichsten und innigsten Dank ab. Die von uns ins Leben gerufenen und seit mehreren Jahren bestehenden Vethausfilialen haben auch im abgelaufenen Jahre ein erfreuliches, steigendes Erträgnis abgeworfen. Denn Heren Hugo Kadisch, Leopold Kanitz, Markus Lissau und Adolf Pollak, sowie den Heren Moritz Gottlieb und Karl Holzer, die so freundlich waren, uns bei der Leitung dieser Filialen in lobenswerter Weise zu unterstützen, sagen wir verbindlichsten Dank; ebenso gebührt herzlichster Dank den verehrten Mitgliedern unseres Bethausvorstanöes Siegmunü Gewitsch, Rudolf Klein, Jonas Lemberg, Moritz Mantler, Rudolf Weil und Sam. Weiß, die mit besonderem Eifer sich ihren Agenden unterzogen. Am 18. Mai d. I. wurde in gewohnt solenner Weise die Konfirmation von 20 Mädchen durch unseren ehrwürdigen Herrn Rabbiner Dr. Taglicht vorgenommen. In feierlicher Weise fand am 18. August ein Festgottesöienst anläßlich des Allerhöchsten Geburtsfestes statt. Die hochverehrte Gattin des so frühzeitig Heimgegangenen Mitgliedes, weiland Ignatz Wolf, Frau Jöa Wolf stiftete eine Maskier im Betrage von 2000 Kronen und so wird sein Name für alle Zeiten in dem Gedenkbuche unseres Tempels fortleben, wie nicht minder in unseren Herzen. An Widmungsspenden kamen dem Verein im Laufe des Jahres zu: von Herrn Dr. Jakob Engel 200 Kronen; von Herrn August Fische! 200 Kronen; von Herrn Wilhelm Meyer 100 Kronen; von Herrn Markus Mittler 50 Kronen; von Herrn Leopold Waller 300 Kronen und von einem Ungenannten 56 Kronen. Herr Markus Lissau widmete uns ein prachtvolles kostbares Tora-Behänge. Ihm, sowie allen hochgeschätzten Spendern sagen wir aus tiefstem Herzen unseren besten und wärmsten Dank! Sehr geehrte Versammlung! Mit dem heutigen Tage treten wir in das 40. Jahr des legalen Bestandes unseres Vereines! Während dieses langen Zeitraumes haben wir uns stets als treue Glieder unserer MuttergemAnüe gefühlt und uns allezeit der wahrhaft vorbildlichen, rühmenswerten Förderung unserer Mitglieder und Tempelbesucher zu erfreuen gehabt, deren hohe Opferwilligheit deren unentwegte Treue uns die Möglichkeit geboten unsere heilige Mission in gottgefälliger Weise zu erfüllen. Wir schließen mit dem Wunsche, daß uns alle des Himmels Güte erhalte, damit wir im nächsten Jahre den Abschluß unseres vierzigjährigen Bestehens festlich zu begehen vermögen. Das walte Gott! i Lebhafter Beifall.) Kassaverwalter kais. Rat Friedrich Pollak berichtet über den Rechnungsabschluß und die Bilanz, die er mit einigen instruktiven Bemerkungen beleuchtet und schließt mit einem Appell an die Vereinsgenossen in ihrer Opferwilligkeit nicht zu erkalten. Die Zugehörigkeit zum Judentum^ d^m ältesten Kulturvolk, war immer mit Opfern verbunden und wir müssen diese jederzeit bringen, um auf der Höhe zu bleiben. (Lebhafter Beifall.) Der Präsident des Human. Vereines Dr. Carl Löwy beglückwünscht zunächst den Verein zu dem vierzigjährigen Jubiläum, nachdem die heutige Generalversammlung des Vereines die 40. ist. Redner kann sich aber nicht versagen, darauf hinzuweisen, daß es heute 25 Jahre gerade sind, daß Herr Dr. Jakob Engel in den Ausschuß des Vereines eingetreten; er übermittelt dem Vorsitzenden die Glückwünsche der Vereinsmitglieber und versichert ihn der.Sympathie und der treuen Gefolgschaft mit dem Wunsche, es möge ihm vergönnt bleiben, weitere 25 Jahre an der Spitze dieses Vereines mit gleichem Erfolge tätig zu sein. Redner bringt sodann die Pensionsverhältnisse der Vereinsangestellten zur Sprache und richtet an den Vorsitzenden den Appell, dahin zu wirken, daß der Kultusvorstanü die Verpflichtung übernehme, für Pensionen und Ruhegenüsse der Vereinsangestellten Sorge zu tragen. Bereinsmitglied Herr Klein, ebenso wie Herr Mantler unterstützen die Anregungen des Herrn Dr. Löwy. Der Vorsitzende Herr Dr. Engel verweist darauf, daß der Verein selber mit Hilfe einer Assekuranz für die Pension der Angestellten Vorsorge trifft. Es war seit je der Stolz des Mariahilfer Tempelvereines finanziell unabhängig zu sein und von dem Kultusvorstand keine Subventionen und Geschenke entgegenzunehmen. Das hat uns das Ansehen gesichert und wir sollten diese Vorzugsstellung nicht so ohne weiteres preisgeben. Bereinsmitglied Gewitsch: Wir wollen nur die Versicherung erhalten, daß die Kultusgemeinüe unseren Beamten in gleicher Weise Pensionen bezahlt, wie den Angestellten der Kultusgemeinüe. Vorstandsmitglied Herr Heinrich Bäck: Wenn wir an die Gemeinde herantreten, sie möge für uns oder unsere Angestellten materielle Opfer bringen, verlieren wir unsere Selbständigkeit

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.