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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-01-09 · 2 (9.1.1914) · page 8

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
2 (9.1.1914)
Date
1914-01-09
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Dr. Vkochs Wochenschrift. Nr. 2 Seite 24 in Zuschriften an den Hilfsverein, den österreich-ungarischen Konsul in Jerusalem und an den Direktor Ephraim Cohn um authentische Darstellung und Aufklärungen ersuchte, um auf Grund derselben dem Vorstande entsprechende Vorschläge zu erstatten. Zum Schluß bemerkte I Dice-Präsident Dr. Gustav Kohn, daß wenn für die selbständige Erhaltung der Lämelschule gesorgt werden könnte, auch seiner Meinung nach alles aufgeboten werden müßte, um die Schule selbst in die Hand zu bekommen. Kultus-Vorsteher Dr. Heinrich Schreiber wendet sich zunächst gegen die Ausführungen des Dr. Ehrlich. Wer hie Rede desselben gehört hat, muh glauben, daß alle Vorsteher nichts anderes als die Mameluken des Präsidiums oder Vertreterkollegiums seien, und daß bloß die zwei Herren ^Vertreter der zionistischen Partei die einzigen sind, die Initiative haben, daß sie mit neuen Ideen aüftreten. Man kann sich eine solche Herabsetzung des Ee'amivor stank es nicht wo t os gefallen laßen. Redner hat erwartet, daß bie Herren Zionisten, nachdem sie dem Kultus-Vorstand, in dessen Mitte sie sitzen, Initiative und Ansehen abgebrochen haben, nun selbst mit neuen wichtigen noch nicht behandelten Initiativanträgen kommen werden. Gespannt harrte ich der neuen Ideen, die uns große Probleme bringen sollen. Anstatt de sen haben s'e auch keinen einzigen Antrag eingebracht und keine einzige Anregung gemacht, die den Vorstand nicht schon zu wiederhcltech-Malen eingehend beschäftigt hatten. So dürfe man nicht Vorgehen und er habe es als seine Pflicht angesehen, darauf nachrücklichst hinzuweisen. Redner teile aber auch nicht die Befürchtungen des Budgetreferenten, dessen ausgezeichnetes Elaborat er anerkenne. Er sei durchaus kein Pessimist. Während heute fast alle öffentlichen Gemeinwesen tref -verschuldet sind, ist es die Wiener Kultusgemeinde nicht. Unser Budget hat eine große Elastizität. Er glaube aLch,' daß das bewahrte' indische'' Herz auch jetzt sich keinem Appelle verschließt und erinnert hierbei an das Verhalten unserer Glaubensgenossen anläßlich der Brandkatästrophy in IZreßburg. Das Kinderspital, befürchte er, werde mit einem bedenklichen Geburtsfehler in die Welt gesetzt werden, wie ihn manche von Wohltätern begründete und dann auf die Kultusgems'nde übertragene Wohlfahrtseinrichtung bereits anfwe'st. Aus der Errichtung des Kinderfpitäles dürfen der Gemeinde keine ständigen, großen Lasten erwachsen und er gibt der Ueberzeügung Ausdruck, daß die G.ünder und Wohl' tätet, beziehungsweise deren Nachkommen, auch dafür sorgen werden, daß das Kinderspital nicht nur gegründet werde, sondern sich auch erhalten könne. Kaiserl. Rat Jonas Weil stellt fest, daß die Frage der Lämelschule noch nicht geklärt ist und stellt deshalb denAntrag. daß der Vorstand insolange keine Zählungen für bie Lämelschule leiste, als die Angelegenheit nicht rollständig geklärt ist. Redner polemisiert dann gegen die Herren Dr. Ehrlich und Stricker und erklärt, daß die durch die Kurie der Höchstbesteuerten gewählten Vorsteher ebensoviel für die Gemeinde arbeiten, wie die aus der allgemeinen Wahlkurie Hervorgegangenen. Das Ansehen der Gemeinde sei auch nicht gefallen, wie die Herrenbehaupten. Zum Schlüsse stellt er den Antrag, auf Erhöhung der Subvention für Kinderhorte von 6 030.— Kronen auf 10 070.— Kronen. Kultus-Vorsteher Architekt Jükrb Gärtner bespricht sodann das Ergebnis der Konkurrenz für die Kinderspitalspläne. . Nachdem Kommerzialrat Leopold Simon nah. eingehender Begründung einen Resolutionsantrag verliest, in welchem das Präsidium aufgefordert wird mit aller Beschleunigung die erforderlichen Schritte zu unternehmen, um die Errichtung eines neuen Amis g eb ä u d e s in kürzester Zeit zu ermöglichen, erhielt Referent, Kultus-Vorsteher Dr. Gustav Kohn das Schlußwort. Er dankt allen, die an der Debatte teilnahmen für die sachliche Behandlung oes Referates und macht die Bemerkung, daß die Herren Zionisten nicht recht daran taten, sich als Opposition von Haus aus zu e.W.en, da sa ihre Anregungen c eprüft, wenn auch nicht alle angenommen wurden. Bezüglich der Lämelschule weist er darauf hin, daß man von einem Eigentum der Kultusgemeinde nicht gut reden könne, denn die Gemeinde sei bloß die Verwalterin einer..Stiftung, habe aber in Jerusalem niemals Immobilien besessen. Zum Schlüsse drückt er dem Bureau den Dank für die Mühe der Beistellung des Materials jaus. Die Antragsteller Dr. Ehrlich und Stricker akkomcdieren sich dem Anträge des kais. Raies Jonas Weil, wonach-die Auszahlungen für die Lämelschule bis zur Klärung der Angelegenheit zurückgestellt werden sollen. Dieser Antrag wird angenommen. Ebenso wird der Revlutionsantrag des Kommerz'alrates Simon angenommen. Ueber den Antrag Salo Cohn wegen Einführung einer dreijährigen Wahlperiode wird, da seine Annahme eine Statutenänderung involvieren würde, nicht abgestimmt und ist auf die Tagesordnung einer der nächsten Sitzungen zu setzen. Bei der h'erauf vorgenommenen Abstimmung wurde das Budget mit der vom kais. Rat Jonas Weil bean-. tragten Erhöhung der Subvention für die Kinderhorte im Allgemeinen und im Detail angenommen. Nachdem der Vorsitzende unter allgemeiner Zustimmung den Referenten, Herrn Dr. Leopold Kohn, für das ausgezeichneie Referat und die besondere Muße, die er hiebei aufgewendei hat, den Dank des Vorstandes aussprach, wurde die Sitzung um ein Viertel nach 10 Uhr nachts geschlossen. Die 40. ordentliche Generalversammlung des israel. Tempelvereine^.für> die westlichen-Bezirke in Wie«. Montag, den 29. Dezember 1913 fand im Vereinslokal, 6. Bezirk, Schmalzhofgasse 3 die 40. ordentliche Generalversammlung des isr. Tempelvereines' für Mariahilf und Neubau, der wiederum einen Beweis bildete für das rege' geistige Leben innerhalb der jüdischen Bevölkerung von Mariahilf und Neubau. Der Präsident. Kultusvorsteher, Hof- und Gerichtsaövokat Dr. Jakob Engel eröffnete die Generalversammlung, begrüßte die erschienenen Vereinsmitglieder insbesondere die Vertretung des Frauenvereines Präsidentin Frau Strauß, Vizepräsidentin Frau Dr. Engel, Kassierin Frau Dr. Taglicht, Schriftführerin Frau Wolf, ferner H. Dr. Taglicht, Oberkantor Dünnmann, den Präsidenten des Human. Vereins Herrn Dr. Carl Löwy und entschuldigt die Abwesenheit des Herrn Kultusvertreters Salo Cohn, der infolge einer dringenden Sitzung des Kultusvorstanöes verhindert ist, bei der Versammlung zu erscheinen. Nach Verlesung des Protokolles durch den Schriftführer Herrn August Fischel erstattet der Vorsitzende den Jahresbericht, dem wir nachstehende Daten entnemen: „Der Mitglied erstand ist ziemlich sta'imär ae blieben,' wir zählten am Schluffe' des Vorjahres 288 Mitglieder. Hievon sind leider 9 mit Tod abgegangen, 5 ausgetreten, hingegen 10 neue Mitglieder zugewachsen. Redner erwähnt den frühzeitigen Heimgang des Herrn Ignatz Wolf, der seiner Familie, seinem Berufe und unserm Vereine jäh entrissen wurde, der die Interessen des Vereines in hochherziger Weise gefördert bat. Ferner den Verlust der langjährigen treuen Mitglieder, wie des Herrn Friedrich Haas, der seine Treue zum Vereine durch regelmäßige Spenden in rühmenswerter Weise betätigte und des Herrn Karl Kö'rmendi von dessen gutem Herzen die unterhalb der

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