Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 31 (1914)
- Issue
- 2 (9.1.1914)
- Date
- 1914-01-09
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 21 Nr. 2 DL. Bkochs Wochenschrift. »Korrespondenzen. Aus der öffentlichen Plenarsitzung des Wiener israelitischen Kultusvorstandes vom Montag den 29. Dezember 1913, 6V2 Uhr abends unter dem Borfitz des Ersten Vizepräsidenten Dr. Gustav Kohn Die öffentliche Plenarsitzung war diesmal der Budgetdebatte gewidmet, welche auf der Tagesordnung stand, die Diskussion entwickelte sich äußerst interessant und die dabei vernommenen Reden standen auf voller Höhe der Aufgabe.' Hatte schon das lichtvolle und sachkundige, großzügig angelegte Referat des Berichterstatters, Dr. Leopold Kohn die vollste Aufmerksamkeit erregt, so wußten auch die geschulten und gewandten Redner, die sich aus dem fast vollständig erschienen Kollegium an der Diskussion beteiligten, die Versammlung in hohem Grade zu fesseln. Sie brachten eine Fülle wichtiger Anregungen, die sich auf sämtliche Zweige der vielseitigen Gebahrung erstreckte, und. wie es in der Natur der Sache gelegen ist, vornehmlich den Fragen des Rabbinates, des Unterrichtes und der Wohlfahrtspflege, aber auch den großen, neuen Projekten, wie neuer Friedhof, neues Kinderspital, u. s.w. gewidmet waren. Gegenüber dem von den beiden zionistischen Parieimandataren unleugbar wi k.'am vorgrbrachten Plaidoyer, welches zu einem ablehnenden Votum sich verdichtete, wußten sich inbesondere die Herren Dr. M Spitzer, Salo Cohn, Vizepräsident Dr. Gustav Kohn und Dr. Heinrich Schreiber mit ihrer geistvollen. energischen Abwehr zu dem Erfolg Geltung zu verschaffen, daß die Abstimmung zu einem solennen Vertrauensvotum für die Verwaltung der Gemeinde und den Beamtenkörper sich gestaltete. Nachstehend der Bericht. Vizepräsident Dr. Gustav Kohn konstatierte die Beschlußfähigkeit der öffentlichen Plenarsitzung und macht die Mitteilung, daß Präsident Dr. Alfred Stern wegen der Trauer infolge Ablebens seiner Schwester an der heutigen Sitzung nicht teilnehme. Erster Sekretär, Dr. Theodor Lieben, verliest den Einlauf und berichtet, daß das Präsidium anläßlich des Ablebens des Nestors des Vudapester Landesrabbinerseminars, Professor Dr. Wilhelm Bacher, an die genannte Anstalt namens des Vorstandes ein in herzlichen Worten abgefaßtes Kondolenztelegramm gesandt hat. Zur Tagesordung: „Voranschlag für die Einnahmen und Ausgaben der Kultusgemeinde für das Jahr 1914" erstattet Kultus-Vorsteher Dr. Leopold Kohn das Referat. dem wir nachstehende Daten entnehmen: Nach dem Voranschläge stellen sich die budgetierten Gesamteinnahmen für das Jahr 1914 mit dem Betrage von 3,564.532.37 Kronen, die Gesamtausgaben mit 3,595713.14 Kronen. Es resultiert hienach ein Defizit im Betrage von 31.180.77 Kronen, um 93.715.44 Kronen geringer als im Vorjahre. Im Abschnitt A, welcher die Bethäuser, Kultus- und sonstige rituelle Angelegenheiten behandelt, stellen sich die budgetierten Gesamteinnahmen auf 252173.— Kronen: die Gesamtausgaben betragen 626301.— Kronen. Der Zuschuß beträgt 374329.— Kronen, daher um 30198.— Kronen weniger als im Jahre 1913, hauptsächlich herbeigeführt durch den Ausfall der Post per 70.000.— Kronen, welcher Betrag im Jahre 1913 für den Tempel in der Pazmanitengasse zur Zahlung gelangt ist, wogegen eine Reihe von Mehrausgaben von ca. 35000 Kronen gegenüberstehen. Von den einzelnen Kapiteln:: __ i .! _L : Der Abschnitt B „Unterrichtsangelegenheilen weist gegenüber Einnahmen von 62.784.60 Kronen. Ausgaben von 419040.60 Kronen aus: der Zuschuß beträgt daher 356.156.— Kronen, um 16302.— Kronen mehr als im Jahre 1913. Das Plus der Einnahmen resultiert wesentlich aus Erlös der Refundierung der Gemeinde Wien um 1.840 — Kronen gegenüber 1913, höher. Aus den einzelnen Kapiteln ist zu entnehmen: Abschnitt C. Friedhofs- und Beerdigungsangelegenheiten. Im Kapitel XVIII. Beerdigungswes en weisen die Einnahmen eine Erhöhung von 20.000.— Kronen, dagegen die Mehrausgaben 21.170.—, Kronen, daher einen Ueberschuß von 149.702.— Kronen aus. Kapitel XIX., C Friedhof. Kapitel XIX., C Friedhof, weist aus: Einnahmen 443.240.— Kronen, gegenüber 404540.— Kronen im Jahre 1913, daher plus 26309.— Kronen, herbeigeführt durch Erhöhung der Einnahmeposten 1 bis 6 um 38.700.— Kronen: anderseits sind als Folge dieser Erhöhungen wieder Mehrauslagen eingesetzt, u. z. Post 13, Beilragsleistung an die Kommune. 2.600.— Kronen. Post 30, Herstellung von Grüften, um 6000.— Kronen, Post 38, Enffernung von Grabsteinen um 600.— Kronen. Post 39, Oeffnund und Schließung von Grüften, um 700.— Kronen. Post 41. Unvorhergesehnq, um 1.000. Kronen. Der l/eberschuß beträgt 335.806.— Kronen, um 26.306. Kronen mehr als im Jahre 1013. Im Abschnitte E Israelitische Versorgungsanstalt erscheinen die Einnahmen per im Betrage von 136.362.92 Kronen um nicht ganz 6.300.— Kronen höher als im Jahre 1913, dagegen sind die Ausgaben per 239.432 — Kronen um 16.000 Kronen höher als im Vorjahre, herbeigeführt durch die Post 57 per 16.000. Kronen, weil die Heizanlage rekonstruiert und das Stiegenhaus ausgebessert werden muß. Der Zuschuß beträgt im Ganzen 103.069 08 Kronen, ein Betrag, welcher dafür spricht, in wie umsichtiger und fürsorglicher Weise das Institut dank der Fürsorge des geehrten Damenkomitees und unseres geehrten Herrn Vicepräsidenten, Hofrat Dr. Rapaport geleitet wird. Abschnitt F Wohltätigkeitamt, Kapitel XXV, Armen- und Wohltätigkeilsangelegenheilen, weist einen Mehrbedarf von 1.065.— Kronen aus. Im Abschnitte D „Spital" betragen die Einnahmen 262.708.03 Kronen, um nahezu 14.000 Kronen, die Ausgaben um 20.267. Kronen mehr als im Jahre 1913 Der Zuschuß beträgt 214.861.97 Kronen: die Mehreinnahmen resultieren aus höheren Erträgnissen der Stiftungen und Widmungen per 1.774 — Kronen und erhöhten Verpflegsgebühren per 10.000.— Kronen. Im Abschnitte C, Kapitel XXX, Kultussteuer ist mit Rücksicht auf die Eingänge im heurigen Jahre und im Vorjahre eine Erhöhung um 100.000.— Kronen vorgenommen worden; hauptsächlich aus dem Grunde, weil bei Inkrafttreten Aenderungen des Statuts und der Kultussteuerregulierung auch auf höhere Eingänge aus die'en Einnahmequellen gerechnet wurde. Im Kapitel XXXI stellen sich dieGesamtau-lagen auf 412.937.— Kronen, um 32.510.— Krone» höher höher als im Vorjahre, hauptsächlich herbeigeführt durch die Post Gehalte und die im nächsten Jahre stattfirndende Vorstandswahl, deren Kosten erfahrungsgemäß 30.000. Kronen betragen. Im Kapitel XXXVI befindet sich eine wesentliche Erhöhung in der Post allgemeine Reserve um 150.000.— Kronen,- mithin um 50.000.— Kronen mehr als im