Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 31 (1914)
- Issue
- 1 (2.1.1914)
- Date
- 1914-01-02
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 1 Dr. Vlochs Wochenschrift. 12. Jahrhundert schrieb Moses Maimonides seinen Cominentar zur Milchna in arabischer Sprache. Wir besitzen et UM» ft> i' « U Mi" " >?Roh <1760i; I. Heinemann (1831); Jost (1832); Smuter (1836); (fortgesetzt von Barn 1h) H. L. Strack (Pirke Aboth 1882). Ueöersetzung einzelner Tract-ate der Gemara habi'u geliefert. Pinner (1842); Samter (1876); Navicz (1883): Straichun (1883u. Am. Nebst diesen gibt es eine große Anzahl von Monographien über verschiedene Tbemeu aus dem Talmud. Ten palästinensischen Talmud hat Moses Schwor (llnterbibliothekar au der „Bibliotbe.ue nationale" zu Paris, geb. 18. 9. 1839) vollständig übersetzt, während Tr. August Wünsche „den jerusalemischeu Talmud in seine.', tagaadischeu Bestandteilen" zum ersten Male ins Tentfchc übertragen hat. (Zürich 1880)- Natürlich hatte Wünsche zahlreiche jüdische Mitarbeiter. Christliche Talmudisten, die ehrlich in der jiidischeu Wissenschaft Unterweisung suchten. haben jederzeit bei Juoei' bereitwilligst Unterricht erhalten. Ter spätere Frankfurter Professor Joh. Chr. Beckmann ging mit 22 Jahren 0063) zu Jacob Abeudana in die Lehre, Theodor Tassov zu Jsaac Abeudana, ebenso Joh. Wülfer, der vorher schon Us Fünfzehnjähriger zu Fürth „unter Anweisung eines wohlgeübten Rabbi täglich fünf Stunden Bibel, Cvmmentare und Mischna gelesen". (Zedler, Univerfal-Lexikou, Band 49, 789); zu Fürth besuchte . auch Adam Andreas Cnollen drei Jahre lang die jüdischen Talmudvorträge (Schiur; Wolf 2, 718), Leusden, Coccejus, Surenhuysen u. A. nahmen ebenfalls, zum Teile schon in sehr jungen Jahren, jüdischen Unterricht, die beiden elfteren m Amsterdam. Auch hielten sich Surenhuysen und Wülfer später ebenso wie Bnxtorf, Wagenseil uiid Andere einen oder mehrere Hausjuden, die ihnen bei ihren talmudischen Studien und Werken k'ii'lflnoen1) U die Resultate dieser mit eisernem Fleitze betriebenen talmudistischen Arbeit, denen wir in Monumentalwerken, wie dem Lexikon oer Buxtorfe, den clmav i.ol-i><>>>,,ii>I e eines Lightfoot und Schöttgen, sowie vielen hunderten von Abhandluure 2, ,l Uebersetzungen auf diesem Gebiete begegnen, sie dienten in erster Linie und fast ausschließlich oer tieferen Erforschung der Bibel, insonderheit der biblischen Theologie und der biblischen Altertümer Mit der Verflachung der Theologie ging auch das Talmudstuoium zurück, die seichte Aufklärung (bei Christen übrigens und Buden) vertrug sich mit dem „Meeredes Talmud" nicht. Wo sind heute die Special-Professuren für „Litteratura Talmudica?" Ganze drei deutsche Universitäts-Professoren lesen heute noch ab und zu über den oder jenen Mischnahtractat, aber doch nur sozusagen im Nebenamte. A Surenhuysen nennt als Hausfreunde den Sa'omo Juda Leo. den Jsaac de Mattatja Abuai. de! R. ZM Ccen ads (Praef. zu Vol. I seiner ,.Mi ch ia", pug. 8). dr danU ih en zwar hauptsächlich für A: Zeichnungen uns Suche zr 'einem Werke; aber diese w:i n anderen Stauen als Z ichiur l nd Stecher auf! Außerdem zeigt hin roar irr Nachrn, an N. Z'a. Cocnrads, Praef. V. pag. 38, daß d ie e' ihn meh' war a.s bloßer Zeichner oder Stecher. - Wü f:r hatte fei; 1639 zu Christian de Pomis, mit dem er prioa'.i tue dse Gemn.a 'echt Altdorf als Spiritus familinris dcn geta nie i portugie i cken I iden las und einen ziemtichen Teil davon mit Wnn'ch ab'ol iert." - Burtorf d. Ae (15. Dezember 1561, 13. Sestemocr 1331» ..hickt längere Zeit auf feine Kosten vrrschi.dene I den eine Z.it taug in seinem Hause", wo sogar eine Be'chnu >ung g f irrt w roe, und stand gleich Wagen'eit mit viele, gel h.ten I «den in Briefwechsel — Burtorf der Enkel (1615 -1704) hatte neben ‘eifern Vater (Burtors d. Z. 1599—1661) den Hansge ose.i R. Ab ah.am als hebr. Lehrer. 2) Wertvolle Sammlnngen solle: Abhan I nzei und Ue'.er'. z. B. in Ilgolinos „Thesaurus antiquitatum sacrarum" (Venedig, 1744—69; 34 Grotz-Foliobände). 3) Wie allgemein verbreitet damals das Talmudstudinm war. beweisen die Talmudica, die sich aus jener Züt selbst in ileinil Orten, z. B. Wernigerode a. H. (Filrstl. Bibi.), noch hiute fi-.den. Seite 3 Wer über ben Einfluß des Talmudstndinms out dos Christentum speziell im Rewriimtiouszeitolter lidi nnterrichten will, der lese einmal die interesfgute Schritt des Oberrobiners Tr. Güdennann: „Jüdisches im Christentum des Reforiuationszeitotters"l llnd nun soll es gerade Tr. Güdemonn verdammen daß der Inhalt des Talmud aller Welt bekannt gemacht wird. Wenn auch diese Lügen so offenkundig sind, daß sie einer Widerlegung kaum bedürfen; so halten wir uns doch \ ' d r C- :ir!> pst ,I.,I '; - j j,!>l>:" f h in* von den Antisemiten und Missionären auigetischte Mäichen als eine infame Lüge zu brandmarken. Die gollrifri^eu Männer der Mmioasg s ll'chaft schämen sich solcher Pritzbübereien nicht, sie honorl-rn sie. Der diese J.-famie erdichtete, ih > dünkt es, ein frommes, seinem Gott wohlgi-säll ges W i k v uübt zu haben Für F ommicheit eihält er b sondern Luyn. um welchen er eventuell bereit wäre. Bitzlip^tzli Prlesterd'.el ste zu keisteu. Die Galrzianer Wir erhallen folgende Zuschrift: Tie unter obigem Titel in Nr. 5.1 de» „Oesterreichischeu Wochenschrift" erschienenen Ausführungen des Herrn I. Grovtuch lesen sich wie ein Ruf zum Kampfe der Galiznner geg.n die nichtgnlizischen Juden. Ich kann und will eS hier nicht untersuchen, in welchem Maße die Behauptung des Herrn I. Grobtuch, daß die Galizianer in Wien nicht zur Geltung kommen können, den Tatsachen entspricht, nur gegen eine Bemerkung des Artikelschreibers muß ich Stellung nehmen, da sie durchaus nicht den Tatsachen entspricht und geeignet erscheint, dem Legendenkreise über Mißhandlungen der g.Aizischen Juden durch die nichtgalizifc^en eine neue Legende hinzuzufügen. Herr Grobtuch schreibt nämlich: „Bald ist es eine Berfammlung des Allgemeinen Testerreich.ischeu Israelitischen Bun.es, desten Behandlung der galtzischen Juden uns zur Abwehr herausfordert. . " Diese Behauptung nun ist unrichtig. Das Ge «.enteil von dem ist wahr. So oft in den letzten Jahren ein Bundestag stattgefnnden hat, waren die nichtgalizifchen Juden bestrebt, unter Gewährung der weitestgehenden Konzessionen, die galizischen KultuSgemeinden zum Anschlüsse an die Aktion zu gunsten einer autoritativen Gesamtorganisation der österreichischen Juüenschaft zu bewegen. Während nun die Delegierten der westlichen Kultnsgemeinden sich in der Ueberzeugung, daß eine solche Organisation für die gesamte Judenschaft schon geradezu unerläßlich geworden ist, gefunden haben, hat die Gruppe der galizischen Delegierten in diesen Bundestagen ein jämmerliches Bild geboten. In verschiedene Lager und Parteien g. spalten, machten sie den Bundestag zum Tummelplatz il rer leidenschaftlichen Gehässigkeit ge- <z n einander. ES gibt ke-ne Schmähung, die sie sich eicht all den Kopf geworfen hätte'.'. Es ist nur zu begrüflich. d'ß Tie nichtgalizifchen d elegierten sich gegen die Darbietung eines so wenig erbaulichen Schausp'el-s verwahrten und die galizijV.crr Inden gegen ihre eigenen Delegierten in Schutz u ahmen. Leider gelang c s nicht, k g Aich scheu Juden zur Vernunft zu bringen Dieser rücksichtslose Parteienkampf unter den Jeden G lichens der selb't vor den großen Interessen?e<- Gesamtheit nicht verstummen wollte, u^d in Protesten bei der Regierung ausartete ist eigentlich die Hanptursache. weshalb die Gesamtorganisation der Judenschasr Oesterreichs, die r" i" ■. f