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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1913-12-26 · 52 (26.12.1913) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
30 (1913)
Issue
52 (26.12.1913)
Date
1913-12-26
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Seite 943 Nr. 68 Dr. Bkochs Wochenschrift. „Ich. 'woll? Uie nicht beleih gen, nein: ich wollt^ Sie bloß' verteil gen." Nun kommt aber noch die Pointe dieser pointenreichen Geschichte, die in den vornehmen Kreisen Budapests kolportiert wird. Man fragt nämlich. wer.denn eigentlich der betreffende Minister sei, da das Ministerium Tisza nicht weniger als drei Mitglieder besitzt, deren Stammbäume im ältesten der Testamente wurzeln und die samt und sonders Mitglieder eines Klubs sind, in dem angeblich weder Juden noch „Judenstämmlinge" ausgenommen werden dürfen. Hausfrauen! Sparet Zeit und Mühe, sichtet Euere Kästen, räumet Eueren Boden! Wie viel Unnützes an Kleidern und altem Hausrat werdet Ihr da finden, das Euch nur Arbeit macht und Platz nimmt, während es bei so vielen Armen dringenden Bedürfnissen abhelfen würde! Selbst das älteste Bett, ein recht morscher Tisch tun gute Dienste, wenn in der Stube einer vielköpfigen Familie keine anderen Einrichtungsstücke vorhanden sind. Und selbst der unmodernste Rock kann einem Manne wieder Erwerbsmöglichkeit verschaffen, und schlechtes Schuhwerk wird, reparirt, noch manchem Schulkinde den Schulweg ermöglichen. In Leipzig hatte der Aufruf guten Erfolg. Möchte er auch ein Echo in den Herzen unserer Frauen finden! DieBrocke ns am mlung fürjüdische Arme läßt es. sich angelegen sein, die Brocken, die von der Wohlhabenden Tisch fallen, zu sammeln, sie den Aermften, die in der teueren Z it so viel entbehren müssen, zu übermitteln. Eine Karte genügt und die Gegenstände werden abgeholt; erwünscht find Kleidungsstücke, Wäsche, Möbel rc; gar Viele, die das Asyl.für Obdachlose verlassen, ohne auch nur ein Bett zu haben, bitten um Hilfe; und wie viel steht zwecklos als Bodenkram in den Häusern der Vermögenden herum, das diesen namenlos Unglücklichen zu gute kommen könnte! ' Deshalb die Bitte: Hausfrauen! Stellet, was in Euerem Hause zwecklos herumsteht der B r o ck e n s a m m l u n g fürjüdische Arme zur Verfügung. Anmeldungen für abzuholende Gegenstände eventuell Btitrittserklärungen zum Verein b.ttet man an dm Obmann des Vereines, Win VIII, Lerchenfelderstraße 71. zu senden. Die Liquidierung des Balkanlrieges in Serbien. Die offiziöse „Serbische Korrespondez" meldet: Bkanntlich haben die Israeliten in Serbien auch bisher volle Religionsfreiheit und bürgerliche Gleichberechtigung genossen, was nicht wenig zu ihrer seit jeher bewiesenen Anhänglichkeit zum serbischen Staate beigetragen hat. Die Opfer, welche die Israeliten in den letzten Kriegen durch tapferes Verhalten ihrer Söhne in denselben, wobei auch ihrer genug gefallen, für die serbische Sache brachten, ist ein neuer Beweis dieser Anhänglichkeit, die allseits Anerkennung findet. Als sichtliches Zeichen dieser Anerkennung will nun der Staat den von Israeliten bewohnten Ortschaften Neu-Serbiens auf Staatskosten Synagogen erbauen, vor allem aber für das ganze Land einen Oberrabbiner einsetzen, der neben seinem Gehalte eine ansehnliche Dotation aus Staatsmitteln erhalten wird. Äls Kandidat für diesen Posten ist der bekannte Belgrader Rabbiner Dr. Alcalay ausersehen. Auch wird der Staat wie bisher die Rabbiner staatlich besolden und/Unterstützungen für die Erhaltung der israelitischen Schulen gewahren. Dieses Entegegenkommen seitens des serbischen Staates haben die serbischen Juden als treue und. anhängliche Maatsbürger vollauf verdient. Berlin. Der jüdische Frauenbund und der Deutsch- Israelitische Gemeindebund erlassen eine Einladung zur ersten Erziehungskonferenz am 4. Januar in Berlin. Es handelt sich darum, das Interesse der weitesten jüdischen Kreise, vor allem der Eltern und Erzieher, für die durch die veränderten Zeitverhältnsse notwendig gewordenen Maßnahmen auf dem Gebiete der Jugenderziehung zu wecken. Wenn die Konferenz die erhofften günstigen Ergebnisse zeitigt, wird beabsichtigt, in künftigen Jahren wertere folgen zu lassen, die sich mit dem Thema der Berufswahl für das männliche und weibliche Geschlecht, mit der Fürsorge für Kinder in anormalen Verhältnissen beschäftigen sollen. Alle Anstalten. Waisenhäuser, Kinderhorte Mädchen- und Lehrlingsheime. Haushaltungsschulen D eutschlands usw.. die nicht durch direkte Einladungen aufgefordert sind, werden gebeten, sich an die Geschäftsstelle. Berlin SW. 11. Königgrätzer Straße 97, um Einladungen zu wenden. Vierzigjähriges Amtsjubiläum des Rabb. Dr. M. Beck. Wie das „Bukarester Tagblatt" vom 9. Dezember schreibt, fand vormittags im großen Tempel in der Sir. Sf. Vineri eine religiöse Feier zum 40-jährigen Amtsjubiläum des Herrn Dr. Beck als Rabbiner und Direktor der Schulen der großen Tempelgemeinde statt. Der herrlich mit Blumen ausgeschmückte Tempel war bis zum letzten Plätzchen mit einer festlich gekleideten Menge erfüllt. Im Vorhofe hatten Schüler und Schülerinnen der verschiedenen Schulen mit ihren Fahnen Aufstellung genommen und begrüßten Herrn Dr. Beck, der von dem Vorstand der Gemeinde zu seinem gleichfalls prächtig geschmückten Platz geführt wurde. Herr Dr. Adolf Stern, der Präsident der Tempelgemeinde. hielt die Ansprache an den Jubilar. Er schilderte in schönen, warmempfundenen Worten das Wirken und Wesen des Mannes, der alle seine Kräfte der Tempelgemeinde, ihren Schulen und ihren gemeinnützigen Werken durch vierzig Jahre hindurch rastlos gewidmet hat und teilte dem Jubilar mit. daß S. M der König geruht habe. Herrn Dr. Beck das Kommandeurskreuz des rumänischen Kronenordens zu verleihen und freue es ihn. führte der Redner aus, daß ihm die Ehre zu teil geworden sei, dem Jubilar dieses Ehrenzeichen zu überreichen bei diesen Worten hängte Herr Dr. Stern diesen hohen Orden dem Jubilar um. Es sei, so fährt er fort, dies nicht nur eine Ehre für Herrn Dr. Beck, sondern für die ganze Gemeinde. In seiner Antwortrede betonte der Jubilar, daß es nicht nur sein Verdienst sei, wenn er der Gemeinde hätte dienen und nützen können, sondern deren eigenstes Verdienst und das Verdienst aller derer, die für das Wohl und Wehe derselben wirksam gewesen sind. Psalmen-Gesänge vom Kantor und Chor der Gemeinde wunderbar vorgetragen füllten diese herrliche Feier aus, die dem Jubilar gezeigt haben wird, welch allgemeine Achtung und Verehrung ersich in seiner vierzigjährigen mühereichen Amtstätigkeit erworben hat. Die Gründung des Gruppen-Verbandes der Agudas-Jisroel in Deutschland. Halberstadt. 15. Dezember 1913. Unter großer Beteiligung fand gestern hier der vom provisorischen Komitee einberufene Debgirtentag der deutschen Ortsgruppen der Agudas Jisroel-Organisation statt. Von den 60 angemeldeten Delegirten aus 35 Ortsgruppen sind fast alle erschienen. Außerdem fand sich eine nach Hunderten zählende Zuhörerschaar aus Halbem stadt und der nächsten Umgebung ein und folgte den Verhandlungen mit regem Interesse. Die Delegierten vertraten größere und kleinere Ortsgruppen aus allen Teilen des Deutschen Reiches und boten in ihrer Zusammensetzung, durch ihre Stellung im

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