Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 30 (1913)
- Issue
- 51 (19.12.1913)
- Date
- 1913-12-19
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/3020846-3022035-3022087--22737-3047898- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Dr. Blochs Wochenschrift. Nr. bl Bethausverein, II., Patzmanitengasse 6. Freitag den 26. d. M., 4 Uhr nachmittags (Erew Schabbos Cyanukah) findet im Vereinsbühause eine Predigt Sr. Ehrwürden des Herrn Rabbiners Dr. Max Grunwald statt. Wien.(Bibelschule II., Ausstellungsstraße 53) Donnerstag den 25. d. M., 4 Uhr nach nittags. findet im Bet« hause der Lese- und Bibelschule des Vereines „TfillatJeschurun", II., Ausstellungsstraße 53, eine Chanukafeier statt. Jüdische Toynbeehalle. (XX., Othmargaffe 46.) Freitag den 19. Dezember: Bibelvortrag. Herr Dr. Gottfried Frepdmaun. — Samstag den 20. Dezember: Konzert. — Sonntag den 21. Dezember: „Acsthetik der modernen Krrph'k" (mit Lichtbilder) Robert Rosenbaum. — Monraa den 22 Dezember: Deutscher Lue-atu--Zyklus —Dienstag den 23. Dezember: „Die Sinlflutmae" Phil. Dr N. E Pohorilles. — Mlttwoch den 24. Dezember: Geschlossen. — Don> erskao ren 2h. Dezember: „Menaffe den Israel". Rabbiner Dr. I M. Bach - Freitag den 26.. Dezember: Bibelvoitrag. Lehrer H. Löw-Vog l. — Samstag den 27. Dezember: Chanukafeier. FettvoiNag Rabbiner Dr. M. Bauer. Besinn der Borträge: An Wochentagen */,8 Uhr, SamStag, sowie an Sonn- und Feiertagen 7 Uhr abends. — Eintritt frei für jeden E-wachsenen. Anmeldungen von Vorträgen und Mitwirkungen bei Konzerten wolle man an den Obm-inn Herrn Dr. I. Samuely, Wien, I., Fischerstiege 6, gelangen lassen Ter nach'te der von Obmann-Stellvertreter Karl Freund in der Toylbeehalle arrangierten Kindernachmittage findet als Chanuka-Festjause Sonntag den 28. Dezember 1913, */,3 Uhr nachmittags, statt. Beginn der Kinderaufführungen präzise 3 Uhr. „Beth Haam" (Jüdisches Vokksheim). Wien, XVI., Wurlitzergaffe 11. Samstag den 20. Dezember 1913 Konzert, Arranpamenl: Gesanasmeisterin F.äu ein A iee Goldberg. Mitwirkende, die Damen: Hnndt, v. Katises. Moldauer. Polaesek, Stejskal, Weiner und Wolf, die H rren: Obeikanlor Neumann 1'ordes und SaSka. Mit Rücksicht auf das reichhaltige Programm wird der Tee schon um 7 Uhr v rabreicht. Beginn des Konzertes präzise bald 6 Uhr abends. Eintritt frei für jeden Erwachsenen. Mittwoch 24. Dezember., halb 8 Uhr abends; Vortrag des Hern Wilhelm Förster: «Mendelssohn und Lesfing." Anmeldungen von Vorträgen und Mitwirkungen bei Konzerten wolle man an, den Präsidenten Dr Martin Förster, XVI., Thaliastratze 22, gelangen lassen. Austritte aus dem Judentum. Vom 7. Dezember bis inklusive 13. Dezember 1913. Kolm Karl, geb. 20. September 1837, Wien, VI., Bruckeng. 16 Käs Halonie, Schneidergehilfe, geb. 23. Februar 1878, Wien, VIII. , Blindengaasse 38 Krott Julias, Schauspieler, geb. 16.| Februar 1892, Wien, IV., Margarethen straße 7 Löbl Katharina, Private, geb. 31. März 1887 in Malatzka, IX., Rothe Löwengasse 2 Weiß Margarethe, Gesangsschülerin, geb. 3. Juni 1890 in Neupest, IX. , Währingerstraße 24 Auszeichnung des Chefarztes am Pariser Rothschildspitale. Wie uns aus Paris berichtet wird, wurde der Chefarzt am Pariser Rothschild-Spital Dr. Josef Adler zum Offizier der Akademie ernannt. Linz. Am Sonntag den 14. Dezember hielt in unserem Verein „UnitaS" Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Adolf Schächter ans St. Pölten einen überaus fesselnden und belehrend"» Vortrag unter dem Titel: „P. pulär-w>ffenschastliche Studie über jüdische Geschichte und Literatur/ Herr A. Schächter sprach eine ganze Stunde und erntete von dem zahlreichen distinguierten Auditorium stürmischen Beifall. Neuern (Böhmen.) Die israelitische Kultusgemeinde Neuern hat in ihrer am 30. November d. I. stattgefundenen Protestversammlung folgende Resolution einstimmig beschlossen: In der Satzung des Abgeordnetenhauses am 22. Oktober 1913 hat der Reichsratsabgeordnete Teufel zwei in der Zeitschrift „Znaimer Deutscher Mahnruf" erschienene, von der Staatsanwaltschaft konfiszierte Artikel unter dem Titel „Neue, verbesserte «eite 881 Geschichte der Juden" durch eine Interpellation imuuifiert. Diese Interpellation ist auch vom RcjchSratSabgeorduete» der Stadt Neuern, Dr. Michl, unterschrieben. Die Artikel enthalte» eine Verspottung und Verhöhnung des a'ten Testaments und der 10 Gebote. Die israelitische Kultusgemeinde Neuern gibt ihrer tiefsten Entrüstung und E npöcung darob Ausdruck, daß Herr Reichsratsabgeordneter Dr. Mtchl hiezu seine Zustimmung gegeben hat. Feuilleton. Indisch sopate Frauenarbeit. Bortrag, geha'ten über Einladung der Z.ntralstelle für das Mische Armenwesen in Wien am 10. Dezember 1813 im Frstsaale des Ingenieur- und Arch tekten-VereineS von Frau Stefanie Forchheimer-Fialla aus Frankfurt am Main. Sehr geehrte Versammlung! Die in der Diaspora ihrer Bodenständigkeit beraubt lebenden Inden haben seit altersher ohne eigenen Staat und eigene politische Rechte, ohne Abgrenzung von den anderen Völkern, das eiserne Festhalten an ihrer Tradition bewahrt, sich aber als Kulturvolk an allen großen Aufgaben der Länder, die sie bewohnen, beteiligt. Innerhalb des Staatslebens, der Wissenschaft, Kunst und Industrie — vor allem auf dem Gebiete der sozialen Frage und der sozialen Hilfsarbeit ist ihre Mitarbeit erkennbar. Ein guter Teil jüdischen geistigen und materiellen Kapitals kursiert innerhalb des allgemeinen Volkslebens. Es würden empfindliche Lücken und Stockungen entstehen, wenn man diesen Teil aus dem Kulturgut der Völker ausscheiden wollte. So verschieden sich nun auch die Inden in den einzelnen Ländern, abhängig von den Widerständen, die ihnen begegneten, entwickelten, ein einigendes Band umschlang sie durch die Jahrhunderte und alle Generationen: die E i n g o t t i d e e der jüdischen Religion und das in ihr enthaltene Gebot der Nächstenliebe: „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst!" Diese Aufforderung zu sittlichem Verhalten war »nd ist für die Juden Richtschnur des täglichen Lebens. (Lebhafte Zustimmung.) Hinter den Ghettomauern, als die Juden noch keine planmäßigen Einrichtungen und festen Organisationen schaffen konnten und durften, halsen sie einander in freier Liebestätigkeit. Sie pflegten die Kranken, sie speisten die Hungernden, sie schützten die Frauen und Kinder und reichten sich in unsichtbarer Kette die Hand, den Unterdrückten und Verfolgten Hilfe zu leisten. Mit ihrer politischen Befreiung und zunehmenden Seßhaftigkeit begannen die Juden Krankenhäuser zu bauen und Stiftungen zu errichten. In die persönliche individualisierte Hilfe kamen langsam Planmäßigkeit und Organisation und so brachten es die Entwicklung und Freiheit der Betätigung mit sich, daß aus der freien, religiös geübten Liebestätigkeit soziale Arbeit wurde. Die jüdische Geschichte des 19. Jahrhunderts zeigt uns das Entstehen großer philantropischer Organisationen. In dieser Zeit entstanden die Institutionen, die eine innere Verbindung zwischen den Juden aller Länder bilden. Die „Alliance Jsraelite universelle", die großen Stiftungen des Baron Hirsch (das Schulwesen wie die Kolonisation betreffend), der Hilfsverein der deutschen Juden und die weit verbreitete charitative Berbin-