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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1913-12-19 · 51 (19.12.1913) · page 8

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
30 (1913)
Issue
51 (19.12.1913)
Date
1913-12-19
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Sette 928 Dr> Blochs Wochenschrift. Nr. 51 rants öie peinlichste Reinlichkeit herrschen und ausschließlich öie polnische in keinem Falle aber öie jüdische Sprache (Jargon) als Umgangssprache gebraucht weröe. Dieser Beschluß erweckte auch öaöurch Interesse, weil öer Referent, von öem öer Antrag gestellt wuröe, öer jüöische Gemeinöerat C h a s e s war. Russischer Einfluß in Palästina. „Jewish Chronicle" veröffentlicht einen Brief aus Jaffa, in welchem berichtet wird, daß der russische Konsul in Jaffa mit echt russischem Terrorismus die in Jaffa lebenden russischen Juden unter verschiedenartigen Drohungen gezwungen habe, von der Protestversammlung gegen den Beilis-Prozeß fernzubleiben. Bedauerlich sei bloß, daß die türkischen Behörden das russische Konsulat nicht nur hierin unterstützten, sondern über dessen Wunsch den Versuch gemacht haben, auch auf den sephardischen Oberrabbiner Uziel einzuwirken, daß er von dieser Protestversanrmlung fernbleibe und auf solche Weise die Aktion unmöglich mache. Dies sei, wie der Briefschreiber bemerkt, ein trauriger Beweis dafür, daß die Juden auch in Palästina unter dem russischen Joche zu leiden haben. Verfolgung jüdischer Konservatoristen. Da öie Direktionen öer verschieöenen Konservatorien in Rußland öem Versuche öer russischen Regierung auch in öiesen Kunstinstituten die berüchtigte Perzentnorm für jüöische Schüler einzuführen, mit Erfolg Widerstand geleistet haben, wendet öie Regierung jetzt ein anderes Mittel zur Verfolgung öer jüdischen Konservatoristen an. Wie aus Petersburg berichtet wird, hat der Minister des Innern Maklakow einen Erlaß herausgegeben, in welchem erklärt wirö, daß öie jüdischen Hörer öer Konservatorien kein Wohnrecht außerhalb des jüdischen Ansiedlungsgebietes besitzen. Die russische Gesellschaft zur Förderung der Musik hat beschlossen, gegen diese Verfügung, welche gegen die von der Regierung sanktionierten Statuten der Konservatorien verstößt, alle möglichen Mittel anzuwenden. Die Musikakademien in Rußland besitzen nämlich auf Grund ihrer Satzungen das Recht, ohne jede Einschränkung jüdische Schüler auszunehmen, die durch diese Aufnahme das Wohnrecht in öer betreffenden Stadt erlangen. Inzwischen hat der Saratower Gouverneur in aller Eile auf Grund des neuen Erlasses 70 Schüler des Saratower Konservatoriums aus der Stadt ausgewiesen. Die jüdische Abteilung auf der allrussische« landwirtschaftliche« Ausstellung. Am 1. Dezember d. I. wuröe in Petersburg die allrussische landwirtschaftliche Ausstellung geschlossen, auf welcher auch eine hübsche Anzahl jüdischer Aussteller vertreten war. Sowohl die russische Zentralstelle öer Jca, als auch die russische Gesellschaft zur Verbreitung der Handwerke und des Ackerbaues unter den Juden haben eigene Kollektivausstellungen gehabt, unter welchen auch öie Ausstellung öer jüdischen Kolonien von Vessarabien Platz gefunden haben. Diese jüdische Ausstellung im Rahmen der allrussischen hat auf alle Besucher einen sehr starken Eindruck gemacht, unö man war erstaunt zu sehen, welche Forffchritte diese jüdischen Bauern trotz der mißlichen politischen und sozialen Verhältnisse unter denen sie leben, auf agrikulturellem Gebiete aufwiesen. Besonders hervorragend sind die Leistungen der jüdischen Gärtner, unö die statistisch wissenschaftlichen Arbeiten der oben genannten Vereine. Von den jüdischen Ausstellern wurden 26 mit verschiedenen Prämien ausgezeichet, darunter einer mit der goldenen Medaille, 8 mit silbernen Medaillen etc. Das Zentralkomitee der Jca erhielt die große golö. Medaille für seine nützliche Tätigkeit auf dem Gebiete öer Landwirtschaft und öie Gesellschaft zur Verbreitung der Handwerke und der Landwirtschaft unter den Juden, öie silberne Medaille für ihre wertvollen statistischen Arbeiten. Eine jüdische Kunstausstellung in Warschau. In Warschau wird demnächst eine jüdische Kunstausstellung eröffnet werden, die über Initiative des bekannten jüdischen Bildhauers Abraham Eisenberg und des bekannten jüdischen Bildhauers Moses Minkovsky zustande gebracht wurde. Unter den Ausstellungsobjekten befinden sich auch anerkannte große Kunstwerke, die schon bei früheren akademischen Ausstellungen ausgezeichnet wurden. Dr. Jahuda über seine Berufung an die Madrider Universität. In der „Hazefirah" gibt Professor Dr. Jahuda gegenüber verschiedenen falschen Meldungen eine Erklärung öer Gesichtspunkte, welche die spanische Regierung zur Errichtung einer Lehrkanzel für jüöische Geschichte unö Literatur an der Madrider Universität veranlaßt, und ihn, Dr. Jahuda zur Annahme dieser Professur bewogen haben. Die spanische Regierung hege für die marokkanischen Juden große Sympathien und sei bemüht, ihre ökonomische und kulturelle Lage selbst mit Opfern zu verbessern. Durch die Errichtung dieses neuen Lehrstuhles an öer Madrider Universität bezweckt die spanische Regierung den marokkanischen Juden Gelegenheit zu bieten an einer spanischen Universität die gesamte jüdische Wissenschaft und Literatur sich anzueignen, und hofft andererseits daß öie spanische Bevölkerung, wenn sie davon unterrichtet wird, wie viel die allgemeine Zivilisation öem Juöentume zu danken hat, ihre Beziehungen zu den Juden freundlich gestalten wird. Von diesem Gesichtspunkte geleitet, hat Dr. Jahuda öie Berufung angenommen, weil er es für eine heilige Pflicht jedes Juden hält, öie spanische Regierung in ihrem Bestreben zu unterstützen. Werden die Erwartungen öer Regierungskreise in Spanien in Erfüllung gehen, so weröe damit nicht nur den marokkanischen Juden, sondern auch jenen Juden, die in den letzten 10 Jahren sich in den größeren Städten Spaniens angesiedelt haben, ein großer Dienst geleistet werden. Jsak Last. Am dritten dieses Monats ist ein eifriger, treuer und begeisterter Arbeiter der jüdischen' Wissenschaft in der englischen Küstenstadt Ramsgate, wo einst Moses Montefiore gelebt und gewirkt hat sanft entschlafen. Menige nur folgten dem schlichten Sarge, der die irdischen Ueberreste Jsak Lasts barg; jedoch überall, in der alten, wie in der neuen Welt, wo jüdisches Wissen noch geachtet wird, jüdische Literatur eine Pflegestätte hat, wo der Sinn für die alten Denkmäler unserer Weisen und Denker, unserer Schrifterklärer und Sprachforscher wach und lebendig ist, dort wird die Nachricht vom Ableben dieses Mannes warme und tiefe Teilnahme erwecken. Mit Last ging, wenn auch nicht der letzte, jedenfalls einer der wenigen' Männer zu Grabe, die ganz von dem Geisteder H a s k ala durchdrungen, von der Liebe zur jüdischen Wissenschaft, zur hebräischen Sprache und Literatur beseelt, viele Jahre ihres Lebens aufopfernd und selbstlos der Wissenschaft gedient und gewidmet haben. Es ist ein Teil unserer Schuld, wenn wir bei der Todesnachricht eines solchen Mannes, wenn auch nur für wenige Minuten innehalten und das Leben und die Tätigkeit desselben betrachten. Last war einer in der langen Reihe jener Männer, die hier aufzuzählen wären, die unter Leiden und Entbehrungen, oft unter Geringschätzung und Engherzigkeit leidend, von Land zu Land zogen, von Bibliothek zu Bibliothek wanderten, mit geringen Mitteln von Parma bis Oxford, von Paris bis Petersburg reisten, um die Meisterwerke des jüdischest Mittelalters zu kopieren und zu veröffentlichen,

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