Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1913-12-19 · 51 (19.12.1913) · page 9

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
30 (1913)
Issue
51 (19.12.1913)
Date
1913-12-19
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3020846-3022035-3022087--22735-3047896
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

5 entity mentions

Nr. Bl Dr. Blochs Wochenschrift. eite 939 vergessene Namen der Dichter und Denker Israels aus dem vielhundertjährigem Schlummer zu neuem Leben zu erwecken. Hier müßte man Leopold Dukes, Zalman Stern, Ber Goldberg, Chaim Horovitz und noch viele andere nenn'en, deren Namen in keiner Literaturgeschichte der Juden fehlen darf und kann, weil dieselbe zum Teile mit dem Material dieser Männer aufgebaut werden wird. Man braucht nur Ber Goldbergs Korrespondenz durchzulesen, dann wird man sich eine Vorstellung vom Martyrium eines dieser Männer bilden können. Last war auch einer dieser stillen, Märtyrer und Dulder, die wenig Lohn und noch weniger Anerkennung für ihre hingebungsvolle und aufopfernde Arbeit ernteten, Last scheint auch der letzte dieser Männer gewesen zu sein, denn selbst im Osten Europas ist der Nachwuchs spärlicher und die Jünger der Tora sind viel praktischer und weniger ideal gestimmt, um sich einem Leben der Entbehrungen hinzugeben. I s a k Last kam aus dem Osten Oesterreichs, von wo er seltene Liebe zur jüdischen Literatur nach dem Westen mit sich gebracht hat. Er entstammte einer angesehenen, reichen Familie in Stanislau, wo er 1847 das Licht der Welt erblickte. Bis vor dreizehn Jahren widmete er sich seinem Studien und seinem Geschäfte. Das seltene Beispiel eines Salomon Halberstamm, eines Salomon Buber schwebte ihm schon in seiner östlichen Heimat als nachahmenswertes Ideal vor, jedoch erst ^ach dem Verluste seines Vermögens konnte er die Ideale seiner Jugend verwirklichen. In den Bibliotheken zu Berlin, München, Paris; im British Museum zu London und in der Bodleyana zu Oxford war Last zu Hause, wo er erst Kopien für verschiedene Gelehrte des Kontinents anfertigte, später an eigene selbständige Arbeit denken konnte. Josef Kaspi, einer der originellsten und geistreichsten Schriftsteller des Mittelalters, aus den schon frühere Literaturhistoriker und Bibliographen die Aufmerksamkeit lenkten, der aber trotzdem beinahe wie unbekannt war, war Lasts Liebling. Kaspi gebührt als Sprachforscher, als Religionsphilosoph und als Schrifterklärer eine hervorragende Stelle in unserer Literatur. Seine Werke sind nebstdem eine wahre Fundgrube für die Kulturgeschichte. Durch Lasts Veröffentlichungen kennen wir diesen Gelehrten des dreizehnten Jahrhunderts näher. Wir verdanken Last die Kommentare Kaspis zum Büche Mischte, zu Hiob, zu den Meqillotb Assara tmi Kessef, Preßburg, 1903, zu den anderen Büchern der heil. Schrift Adne Kessef London 1911 und Mischne Kessef Preßburg 1905). Im letzten Jahre veröffentlichte Last Kaspis Tractat, der mit Recht in Gelehrtenkreisen Aufsehen erregt hat 1s m ha Kessef London 1913). Proben aus Kaspis Lexikon gab der Verewigte uns in der Jewish Ouarterly Review 1907 p. 051 ff.( Shorstoth Keseph). Von der Wichtigkeit dieser Schriften kann sich jeder überzeugen, der Bacher's lehrreiche Abhandlung in den Jahrgängen 1912 und 1913 der Monatsschrift vergleicht. Nebst Kaspi hat Last die jüdische Wissenschaft mit dem Magen Abot des Meiri, Menachem ben Salomo bereichert. Diese Schrift war bis dahin nur dem Titel nach bekannt und beabsichtigte die alten Gebräuche, die von den Schülern des Nachmanides verachtet wurden, zu verteidigen. Meiri ist ein typisches Beispiel des klaxischen Talmudstudiums im dreizehnten Jahrhundert und liefert zur Geschichte des Minchag ausgiebiges Material. Kaspi und Meiri sind von nun an mit Jsak Lasts Namen für immer und ewig verbunden und spätere Generationen werden seine Arbeiten erst richtig werten und zu würdigen wissen. London, den 20ten Nov. 1913. Dr. A. Marmorstein. Vermischtes. Kranzablösungsspenden zugunsten der Chewra Kadischa in Wien I., Settenstettengaffe 4 für arme kranke Glaubensgeuoffen. Anläßlich des Ablebens des sel. Ignaz Steininger: Ignaz Simon Kr. 5.—, Franz Steininger 5.—, Anton und Jda Beck 20.—, zusammen Kr. 30.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Heinrich Jass: S. Löwenberg Kr. 10.—/ Henny Rosenbaum 20.—, Dawid Kunke 10—, Sigmund Kunke 10.—, Jacques Kunke 10.—, zusammen Kr. 60.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Philipp Bergstein: Julie Thenen Kr. 50.—, Marie und Jakob Thenen 4,0.—, zusammen Kr. 90.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Marie Goldstern: Dr. Baruch Kr. 10.—, Dr. Samuel Goldstern 20.—, Dr. Philipp Goldstern 20.—, Dr. Leopold Werner, Louise Wodony 20.—, O. Goldstern 10.—, Wwe. Dr. Goldstern 20.—, Wwe. Flieg 10.—, Laura Flieg 10.—, zusammen Kr. 120.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Bernard Bruckner: Dr. Artur Pauer, Budapest Kr. 20.—, Fam. W. Doman, Budapest 20.—, Jakob Mohrberger 10.—, Jacques Kellermarn 10.—, Moriz Bruckner 10.—, zusammen Kr. 70.—. Wie«. (G astpredigt.) Herr Rabbiner Dr. Alois Schweiger aus Eger (Erlau) wird im Fünfhauser-Gemeinde-Tempel, XV., Turnergaffe 22, am Freitag, den IS. Dezember 1913 beim Abendgottesdienste eine Gastpredigt halten. Beth - Haidrasch, II, Ferdmandstraße SS. Montag den 22. Dezember 1913 präzise 6 Uhr abends, findet im Bortragssaale des Beth - Hamidrasch eine Trauerfeier für den verewigten Obmann, Rabbiner Doktor Adolf Abraham Schmied! statt. Den Hesped wird Herr Lektor Dr. S. Rubin hatte». Kaiserin Elisabeth-Lehrmädchen- und Arbeiterinne« Heim. Die von dem Kaiserin Elisabeth-Lehrmädchen- und Arbeiterinnen-Heim in der Zeit vom 6. bis 12. d. M. in den Räumen des Heimes veranstaltete Handarbeit s- und kunstgewerbliche Ausstellung war von außerordentlich gutem Erfolge begleitet. Das rege Jntereffe, welches dieser Ausstellung entgegengebracht wurde, äußerte fich in dem sehr zahlreichen Besuche, welches fich die Ausstellung aus den vornehmsten Kreisen der Bevölkerung erfreute. Die zur Ausstellung gelangten Gegenstände fanden allseitigen Beifall und waren bereits in den ersten Tagen der Ausstellung nahezu gänzlich abverkauft. Das Kaiserin Elisabeth-Lehrmädchen- und Arbeiterinnen-Heim hat fich durch diese Veranstaltung nicht allein eine große Anzahl neuer Gönner und Freunde erworben, sondern hat durch den Verkauf sämtlicher Ausstellungsgegenstände auch eine erhebliche Einnahme zu Gunsten seiner Schützlinge zu verzeichnen. Urrterstützrrugsvereirr jüdischer Hochschüler aus Galizien in Wien. Die Ausschußwahlen für das Bereinsjahr 1913/14 ergaben folgendes Resultat: jur. David Schutzmann, Präses; jur. Adolf Blumenfeld und med. Benedikt Frommer, deffen Stellvertreter; jur. Josef I n f e l d, Schriftführer; med. David G o l d s ch l a g. Kassierer. Seit 10 Jahren arbeitet unermüdlich unser Verein, um unseren Kollegen aus Galizien in ihrer Notlage Hilfe und Beistand zu leisten. Immer waren wir bestrebt, soweit es ging, unseren Zweck im vollsten Maße zu erMen. Fast keiner unserer Kollegen, die der Hilfe tatsächlich benötigen, wurde abgewiesen. Die Unterstützungen, die wir erteilt haben, belaufen auf Tausente von Kronen. Wenn diese Summe selbst für sich und für die vollauf berechtigte Existenz des Vereines spricht, so müffen wir dennoch bemerken, daß die letzte Krise in Galizien die Reihen unserer notleidenden Kollegen verzehnfacht hat. Wir können leider mit den bescheidenen Mitteln, die uns zur Verfügung stehen, nicht allen jetzt an uns gestellten Ansprüchen gerecht werden und daher müffen wir uns an alle unsere Gönner und alle diejenigen, denen das Wohl unserer Jugend am Herzen liegt, mit der Bitte wenden, Sie, mögen unseren armen Kollegen helfen und nicht zulaffen, daß so viele gesunde Keime für die jüdische Gemeinschaft verloren gehen. Die jüdische Opferwilligkeit hat nie versagt und wir hoffen zuversichtlich, daß Sie auch diesmal nicht versagen wird. Der Präsident: Der Schriftführer: DavidSchutzmann. JosefJnfeld. Wie«. Der Wohltätigkeitsverein „Fides" für den III. Wiener Gemeindebezirk (III. Löwengaffe 29) entfallet seit Jahren eine segensreiche Tätigkeit inmitten der um fich greifenden Armut des Bezirkes. Der Verein hat während der Jahre seines Bestandes seinen Zwrck vollauf erfüllt. Zahllos find die Unterstützungen, die an arme jüdische Wttwen und Waisen verabfolgt wurden. So manche alleinstehende alle kranke Frau hat durch die monatlichen Zuweisungen unseres Vereines einen Rettungsanker gefunden, der sie vor der äußersten Rot bewahrte, so mancher delogierten Familie wurden die Mittel geboten, um fich für die erste Zeit zu erhalten und nicht der

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.