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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1913-12-19 · 51 (19.12.1913) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
30 (1913)
Issue
51 (19.12.1913)
Date
1913-12-19
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 51 Dr. Vkochs Wochenschrift. Seite 927 ministrätionsgebäuöes erfordern neue große Mittel. Es sei darum wünschenswert, vor allem die Anträge des Vertreterkollegiums zu erledigen, die übrigen Fragen einer Statutreforrn im Laufe des kommenden Verwaltungsjahres der Beratung und Beschlußfassung zu überweisen. Schon jetzt besteht die fakultative Steuer von 10 Kronen jährlich und wer diese entrichtet. ist wahlberechtigtes Gemeindemitglied. Beim Antrag Ehrlich handle es sich bloß darum, die fakultative Steuer in eine exequierbare Steuer zu verwandeln. Nun hat man bereits einige tausend Steuerexekutionen jährlich, von welchen ein Drittel resultatlos verlaufen. Deswegen beantragt er, die Beratung über diesen Gegenstand zunächst zu vertagen. Kultusvorsteher Oberingenieur Stricker unterstützt den Antrag des Dr. Ehrlich. Kultusvorsteher Dr. Jakob Engel verkennt nicht, daß die Scheu vor der Schaffung der 10 Kronen- Steuer ihre tieferen Gründe in der Gefahr haben einen großen Ausfall der Einnahmen ans der letzten Steuerkategorie herbeizuführen. Es ist ein Sprung ins Ungewisse. Redner stellt den Antrag, nach Ablauf eines Jahres, wenn die Steuererhöhungen der obersten Steuerstufen die Mehreinnahmen gesichert haben, dann die Mehrerträgnisse zur Herabsetzung des Steuerminimums zu verwenden. Kais. Rat K a u ö e r s meint, wenn man demokratische Tendenzen bei der Aenderung des Statutes berücksichtigen wolle, so müßte man zu dem allgemeinen Wahlrecht greifen. Kultusvorsteher Dr. Heinrich Schreiber bemerkt, daß das was heute aus der Tagesordnung zur Beratung und Beschlußfassung steht, ist das Problem eines Finanzplanes zur Steigerung der Einnahmen, wie z. B. bei einer Aktien-Gesellschaft die Vermehrung des Aktienkapitals; das kann unmöglich mit einer Reform verbunden werden, welche die Gefahr eines Ausfalls und Verringerung der Einnahmen in sich schließt. Dieser grundlegende Antrag kann überdies nicht so nebenbei als ein Ausschnitt erledigt werden, sondern im Zusammenhang mit einer gründlichen Reform des Statutes, bei welcher auch die Stellung der Kurien, die Erweiterung der Befugnisse der Vezirkskommissionen ihre befriedigende Erledigung findet. Persönlich würde er für die Erweiterung des Wahlrechtes eintreten, allein aus rein technischen Gründen ist er dafür, heute den Finanzplan zu erledigen und die Reform des Statutes auf die Tagesordnung einer der nächsten Sitzungen zu stellen. Kultusvorsteher Dr. S a m u e l y unterstützt die Ausführungen des Vizepräsidenten Dr. Gustav Kohn. Kultusvorsteber Carl Lemberger spricht gegen den Antrag Dr. Ehrlich. Kultusvorsteher Prof. Dr. E h r m a n n hält die Frage der 10 Kronen-Steuer noch nicht für spruchreif und befürwortet entsprechend den Ausführungen des Vicepräsidenten, die Anträge Dr. Ehrlichs im Laufe des Verwaltungsjah'-es 1914 zur Diskussion und Erledigung zu bringen. Präsident Dr. Alfred Stern ergreift das Mort für die Anträge des Bertreterkollegiums: Wer Einsicht nimmt in die Zahl der Kultussteuererekutionen, wird vielleicht Bedenken tragen, die Aermsten mit einer Steuer zu belasten. Eine Stuer muß exiquiert werden und wegen 10 Kronen mehrere tausend Exekutionen beim Magistrat anzumelöen, dürste vielleicht dem Prestige des Judentums schädlich sein Jedenfalls bedarf dieser Antrag ernstester Ueberlegung. Er empfiehlt deswegen die Annahme der Referentenanträge. Nach einem Schlußwort des Referenten Dr. Leopold K o h n werden die Anträge des Vertreterkollegiums mit der statutenmäßigen Majorität von 18 Stimmen zum Beschlüße erhoben. Ebenso werden die Anträge des Bertreterkollegiums betreffend die Neustilisierung von Paragraph 13 des Kultussteuerregulativs mit sprachlichen Verbesserungen nach den Anträgen des Kultusvorstehers Dr. Heinrich Schreiber zum Beschlüsse erhoben. Ein jüdischer Sektionsrat. Der Oberarchivar in der kaiserlich-königlichen Hvsbibliothek in Wien Dr. Artur Gold mann wurde vom Kaiser 5er Titel und Charakter eines Sektionsrates verliehen. Dr. Goldmann, der bereits mehrere ausgezeichnete Arbeiten jüdisch-geschichtlicher Natur geschrieben hat, ist unter Anderem auch Mitglied der von der israelitischen Kultusgemeinde eingesetzten historischen Kommission. Der Wiederaufbau der Preßburger Jeschiba. Das Preßburger Jeschibagebäude ist bekanntlich anläßlich der großen Brandkatastrophe ein Raub der Flammen geworden!. Aus Stadtregulirungsrücksichten wollte die Preßburger Stadtbehörde bislang nicht gestatten, das Jeschibahgebäude auf seinem bisherigen Platz wieder aufzubauen. Jetzt wird aber aus Preßburg berichtet, daß die Behörde endlich die Erlaubnis gab, das Gebäude auf der bisherigen Stätte zu errichten. Mit dem Bau wird aber erst im Frühling begonnen. Wahrscheinlich wird in dem eigentlichen Jeschiba Gebäude auch ein Bachurim-Jnternat errichtet werden. In dem Eröffnungsvortrage mit welchem Oberrabiner Schreiber die Vorlesungen am Beginne des Semesters eröffnete, hob er die Opferwilligkeit hervor, welche sich der Preßburger Jeschibah gegenüber anläßlich der Brandkatastrophe in allen Kreisen und in eben Lendern wo Juden wohnen, geäußert hat. und sprach hiefür von heiliger Stätte allen den wärmsten Dank aus. Israelitischer Patronagenkongretz in Ungar«. Aus Budapest wird uns geschrieben: Bor Kurzem hielt hier der israelitische Landespatronageverein unter Vorsitz des Hofrates Franz S z e k e l y eine Sitzung in welcher, aus Antrag des zweiten Präsldenten Rabbiner Dr. Simon H e v e s i beschlossen wurde, im nächsten Jahre einen israelitischen Landespatronagekongreß zu veranstalten. Auf diesem Kongresse sollen die Vertreter der einzelnen Komitatsvereine über ihre Erfahrungen auf dem Gebiete des indischen Patronagewesens bekannt geben, und Vorschläge zur Verbesserung ö'eser Arbeit erstatten. Die jüdische Patronagetätigkeit in Ungarn hat sich zu ihrem Borbilde die englische und amerikanische Fürsorgetätigkeit für verlassene ji'cksche Kinder gewählt. Mit den Vorarbeiten wurde das Zentralbureau betraut. Hofrat Szekely referierte fod-nn über eine durch den Patronagevere'n eingele'te e Akt'vn. welche die Errichtung einer sü'i'ch"n Möch'nkor ekEonsanstalt bezweckt. Auch diese Angelegenheit soll lus zum nächsten Kongreß bereits feste Formen angenommen haben. Verbot der Indischen Jargon) Sprache in de» Lemberger städtischen Lokalen. In der letzten Sitzung des Lemberger Gemeinöerates wurde beschlossen, die der Gemeinde gehörende Restauration im Stryier Park an die Brauereiaktiengesellschast zu verpcchten jedoch unter der ausdrücklichen Bedingung, daß in den Lokalitäten des Restart-

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