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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1913-12-19 · 51 (19.12.1913) · page 5

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
30 (1913)
Issue
51 (19.12.1913)
Date
1913-12-19
Page
– (sequence 5)
Language
German
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iJ lUmmnrrrrnriTTintriiii im h Nr. 51 Dr. Blochs Wochenschrift. Seite »25 Bankinstitute beschäftigten. Die Enquete befaßte sich mit der zu unternehmenden Hilfsaktion zugunsten der kleinen Bankinstitute, welche infolge der Stagnation in eine kritische Lage verfielen. In den Letzten Monaten wurden diesen Instituten 55 Millionen Kronen entzogen, sodaß viele bankerottierten und ein kleinerer Teil seine Geschäft liquidieren mußte. Bon 800 jüdischen Bankgenosfenschaften konnten kaum 250 sich erhalten und auch diese haben einen sehr beschränkten Umsatz. Nicht besser geht es der jüdischen Kaufmannschaft. Nach einer längeren Diskussion wurde folgender Beschluß gefaßt: „Der Lemberger Israelitischen Kultusgemeinde wird zur Pflicht gemacht, sich an die Jca in Paris zu wenden, daß sie in Ansehung der schrecklichen Lage der Juden in Galizien erstens mehrere Kassen in Galizien gründe, zweitens die bereits stehenden Kreditinstitute mit größeren Kapitalien fundiere und drittens den soliden jüdischen Institutionen größere Kredite zu einem kleinen Zinsfuß erteile. Es will uns scheinen, daß mit dieser Resolution nicht viel erreicht wird. Vielmehr sollten die reichen Juden in Galizien mit den Landsleuten in Wien und im Ausland zu einer großen Hilfsaktion zusammentreten, na chdem Plane, wie ihn Dr. Bloch vor den galizischen Organisationen in Newyork in mehreren Reden entwickelt hat. Erst dann, wenn die Selbsthilfe wirksam in Erscheinung gelangt, wird auch die Jca mit ihren Mitteln beispringen. Die „Jüdischen Germanen von Duisburg". Die „Welt am Montag" schrieb am 1. Dezember unter der Spitzmarke „Jüdischer Liberalismus": „Bekanntlich haben die deutschen Juden sich fast gänzlich unter das Zepter des politischen Liberalismus begeben und bilden eigentlich nur einen konfessionellen Wahlverein der „Fortschrittlichen Bolkspartei". Wie dieser „Liberalismus" aber in Wahrheit aussieht, zeigen Vorgänge, wie sie kürzlich Duisburg erlebt hat. Dort muß zunächst die liberale Mehrheit der Gemeinöerepräsentanz infolge der Neuwahlen abtreten. Sie benutzten aber die letzten Tage ihrer Amtstätigkeit noch schnell, um den nicht naturalisierten Juden das Wahlrecht zu rauben, — weil diese nicht für sie gestimmt hatten. „Und willst du nicht mein Bruder sein, so schlagt ich dir den Schädel ein." Aber die Rache war zu gering. Die „Liberalen" machten eine Eingabe an die Statsanwaltschaft, in der sie — ohne den Schatten eines Beweises zu erbringen — den Kandidaten der „Ausländer" wegen Stimmkaufes denunzierten. In dieser Denunziation wie in einer Eingabe an den Oberpräsidenten sprechen diese „jüdischen Liberalen" von „galizischen Juden, die der ketzerischen Sekte der Chassidim angehören". Genau dieselben Worte fast stehen im Plaidoyer des russischen Staatsanwaltes Wipper, der den Prozeß gegen Beilis führte. „Liberale Juden" als Eideshelfer der „echt russischen Leute", das Bild ist nett." Es ist in der Tat haarsträubend, daß im Jahre 1918 in einer jüdischen Gemeinde Deutschlands solches geschehen konnte, und die Sache wird noch schlimmer, wenn man hört, daß es sogenannte „Notabeln". Vorstandsmitglieder des „Zentralvereins", der „Vereinigung für das liberale Judentum" und der „Bnei- Brith Loge" sind, die solches getan haben. Alle moralischen Anstanösgebote, die elementarsten Pflichten der jüdischen Solidarität, alle Rücksichten auf die Würde der Duisburger Judenheit, ja nicht einmal die Angst davor, daß es doch „Risches" machen könnte — ein sonst bei liberalen Juden doch so wichtiges Motiv —. hat diese „Liberalen" davon abhalten können, in solcher Weise den jüdischen Namen zu beflecken. Und das Ganze erhält einen geradezu zynischen Charakter, wenn man im Proteste der Liberalen liest, daß sie zu ihrem Schritte, über den der Staatsanwalt seine höchste Verwunderung nachher ausgesprochen hat, sich veranlaßt sahen, „um die Würde der Synagogengemeinde Duisburg" zu wahren." Es ist bekannt, daß in Deutschland taufende jüdischer Ausländer leben, darunter viele — bei der rigorosen Handhabung der Naturalisation,- es ist bekannt, daß ohne den Zustrom aus dem Osten die deutschen Juden dem Untergange geweiht wären, und es ist ebenso bekannt, daß heute kaum ein Drittel allerdeutschen Juden sich mehrerer in Deutschland geborener Ahnen rühmen kann. Die Namen östlicher Herkunft, deren Trägern wir in der jüdischen Oeffentlichkeit, gerade an leitender Stelle so häufig begegnen, beweisen das zur Evidenz. Offener Brief des Akademikers Markow an Zamislowsky. Das hervorragende Mitglied der Akademie M a r k o w hat, wie -aus Petersburg berichtet wird, im „Den" folgendes offene Schreiben an Zamislowsky gerichtet: „Ungeachtet dessen, daß kein Gericht festgestellt hat, daß Juden an der Ermordung Inichts ch i n s k y s teilgenommen haben, besitzen Sie den traurigen Mut, öffentlich zu erklären, daß Juschtschinsky von Juden gepeinigt wurde. Ihre Dreistheit zwingt mich, Ihnen eine ganz andere Vermutung, betreffend die Ermordung Juschtschinskys hier öffentlich auszusprechen. Hiernach haben ihn nicht die Juden ermordet, wie Sie behaupten, er wurde vielmehr von einer Organisation oder auf den Befehl einer Organisation ermordet, die es wagt, sich „echt russisch" zu nennen. Ohne mich jetzt in die verschiedenen Verdachtmomente ausführlich einzulassen, will ich hier blos zwei Punkte hervorheben: 1.) haben die „Verbändler" sich bemüht, die Untersuchung sofort an sich zu reißen und sie entsprechend ihren Interessen öurchzuführen, indem sie alles, was gegen sie sprechen könnte, aus dem Wege schafften. 2 ) die Ermordung Justschinskys welche Sie den Juden zur Last legen, entspricht vollständig den Zwecken der „Verbändler" die in ihren Pogromreden ausgedrückt sind. Ich wage daher öffentlich zu erklären, daß Sie selbst meine Verdachtsmomente innerlich nicht unbegründet halten obgleich Sie selbstredend meinem Wunsche, daß die „Verbändler" ihrer „Tätigkeit" endlich ein Ziel setzen, nicht beipflichten werden." Die Cervantes-Jahrhundertfeier und die spamolischen Juden. In Spanien werden schon jetzt die Vorarbeiten für die im Jahre 1916 stattfindende Jahrhundertfeier zu Ehren des spanischen Dichters Cervantes in Angriff genommen. Aus diesem Anlässe schreibt die „Correspondencia de Rspana" in ihrer Nummer vom 25. November, daß man bei dem Entwürfe des Planes für dieses Fest, an welchem alle Völkerschaften spanischer Zunge beteiligt sein sollen, nicht an die sephardischen Juden im Orient vergess nedürfe. Es handelt sich um ein Volk, — so schreibt das Blatt, welches einst fpa--

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