Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1913-12-05 · 49 (5.12.1913) · page 13

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
30 (1913)
Issue
49 (5.12.1913)
Date
1913-12-05
Page
– (sequence 13)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3020846-3022035-3022085--22705-3047864
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

6 entity mentions

Nr. 49 Dr. Vkochs Wochenschrift. Seite 901 10. Jahrh. Lage uich Mutmaßung röm., ja vorchristl. Zeit), reichlich Echiriahnsung getan. Der Verfasser will daher über die Geschichte der Juden in Regensburg wahrend des Mittelalters nur einen Ueberblick geben. Wiewohl eine diesbezügliche ausführlichere, in streng wissenschaftlicher Form gehaltene Darstellung auf Grund alles vorhandenen und noch zu verwertenden Materials, insbesondere auch mit Hinzuziehung der gerade für Regensburg sehr reichhaltigen, leider noch immer nicht genügend benützten hebräischen Responsen-Literatur eine lohnende und dankenswerte Arbeit wäre, kann die Unterlassung dennoch dem Verfasser einer „Gedenkschrift", der noch dazu kein Historiker von Berus ist, nicht zum Vorwurf gemacht werden. Unter diesem Gesichtspunkte mutz man seinen Ueberblick sogar als außerordentlich gelungen bezeichnen. In populärer, klarer und übersichtlicher Weise wird, mit vielleicht allzustrenger Vermeidung jedes Eelehrtenapparats (nähere Quellenangaben!), kurz und bündig das Wichtigste, . freilich zumeist bekannte doch nicht ohne manch neue Variante erzählt, und zwar von der Ansiedlung bis zur schließlichen Vertreibung der Juden im Jahre 1519 und der Ansiedlung mancher der Verjagten, (die sich fortan zumeist „Regensburger" nannten und auch heute noch Nachkommen mit diesem Familiennamen haben) in Stadtamhof bei Regensburg und Saliern. Wertvoller, weil vorwiegend nach handschriftlichen Quellen bearbeitet, ist der zweite Teil in drei Zeiträume geteilt: 1. Die Gemeinde unter der Regierung der Reichserbmarschalle Grafen von Pappenheim (1669 1805), 2. unter der Herrschaft des Fürstprimas Karl von Dalberg (1805- 1810) und 3. unter der königl. bayrischen Regierung (1810 1912). Verfasser verdient für die fleißige und verständnisvolle Verwertung der bisher gänzlich unbearbeiteten umfangreichen Manualakten und Matrikenbücher der in ihren Anfängen auf die zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts zurückgehenden Kultusgemeinde und der einschlägigen Archivalien des Kreisarchivs zu Amberg umso eher ehrlichen Dank, als wir im allgemeinen über die Wcrdezpit der Wiederansiedlung der Juden in Deutschland bez'w. über die Geschichte der jüdischen Gemeinden im 17., 18. und teilweise 19. Jahrhundert, Verhältnis-- mäßig nur spärlich unterrichtet sind. Zu bedauern ist nur, daß es Meyer nicht möglich war, auch noch andere bayrische Archive zu benützen und insbesondere aus dem Friedhofe zu Pappenheim, wo die Regensburger Juden bis 1882 ihre Toten bestatteten, gründliche Nachforschungen anzustellen. Der Beginn der Neuansiedlungen der Juden in Regensburg geschah unter sehr schweren Auspizien und gleicht mehr einem Sichhineinschleichen, als einer Niederlassung. Als Derpflegsfaktoren für den Reichstag erlangten erst einzelne unter dem Schutze des Reichserbmarschalls für die Dauer des Reichstages Zutritt. Stetigeren Schutzaufenthalt konnten manche Juden erst nach Beginn des „immerwährenden Reichstages" im Jahre 1663 einigermaßen erlangen. Gegen fortwährende Anfeindungen von Seite der auf ihr Privilegium »de mm r* cipic dis .Iminei'« pochenden Stadt und ' der „Kramerbruderschaft" sich wehrend, bestand die kleine Gemeinde noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts aus bloß etwa 110 Personen. Bis zu Anfang des 18. Jahrhunderts mußte der Gottesdienst in einem Vororte Regensburgs abgehalten werden, da er in Regensburg selbst strenge verboten war, um die genannte Zeit erst richtete man in einem Privathause eine Synagoge ein. Errichtet wurde eine solche wirkliche erst 1822, und zwar bemerkenswerterweise durch Umbau einer christlichen Hauskapelle. Einen eigenen Friedhof hat die Gemeinde erst seit 1822, eine Schule seit 1832. Der erste Rabbiner war der hochgebildete Rabbi Isaak Alexander, der noch vor Mendelssohn philosophische Schriften in deutscher Sprache verfaßte. Meyer ergänzt die Berichte über Alexander bei Kohut mit kulturhistorisch sehr interessanten neuen Daten. Eine bedeutende Persönlichkeit war auch der langjährige Vorsteher der Gemeinde, der vielfach dekorierte, einflußreiche Hossaktor Philipp Reichenberger, besonders um die Aushebung des Seilzolles und die Emanzipationsbestrebungen der Regensburger Juden hoch verdient. Die teilweise Emanzipation erreichten die Regensburger Juden jedoch erst, nachdem Regensburg 1810 bayerisch geworden war und 1813 für alle Juden Bayerns das „Judenedikt" erlassen wurde. Sie seufzten abev von da ab, wie überall, unter der abscheulichen Maßregel der „Judeninatrkkel", die jede Ausdehnung und Erweiterung der Gemeinde unmöglich machte. Erst 1661 fiel bekanntlich diese Schmach und erst jetzt nahm die eigentliche Entwicklung der Gemeinde auf allen Gebieten zu. 1871 zählte man bereits 430 jüdische Einwohner zu Regensburg gegen 150 im Jahre 1861. Nachdem, die Gemeinde seit 1860 dem Rabbinate Salzburg angehörte, wurde 1881 wiederum ein eigener Rabbiner gewählt, und zwar der noch heute fungierende hochverdiente Dr. S. Meyer. Mit dem Bau des großartigen neuen Tempels, dessen Einweihung unter ehrender Beteiligung der interkonfessionellen Oeffentlichkeit am 29. August 1912 mit feierlichem Gepränge vor sich ging, hat sich die Gemeinde ein Ehrenzeugnis ausgestellt, würdig des alten Ruhmes dieser jüdisch-historischen Kulturstätte. Die Illustrationen sind Zumeist interessant, «wertvoll das Bild von der ältesten Synagoge (13. Jahrh.) nach einer Radierung von Albrecht Altdo^er, die Ausstattung befriedigend, alles in allem ein Buch, das Verbreitung verdient. Salzburg, im November 1913. Rabbiner Dr. Altmayn. Jang-Juda. Illustrierte Zeitschrift für unsere Jugend. XIV. Jahrgang Nr. 22. Prag, den 21. November 19!3 (21. Marcheschwan 5674). Henriette Ottenbeimer: Davids Seitenspiel. — Ben Jehuda: Kapitel 24. - Prof. Dr. Na han Grün: Die Prager israelitische Gemeinde im 18. Jahrhundert. - Rosa F.: Lass’ doch los, Kind. — Nach um Gold mann: Am Tiberiassee. — Ibn Jahud der Aeltere (Ein Märchen). — Moriz A.: Dr. Adolf Schmiedl. — M. Ehrentheil: Eldad der Danite. — M. Scherlag: Sabbalhabend. — LTebersetzunpsaufgabe. — Rätsel. — Frage und Antwort. — Preisv< rteilung. — Redaktion und Administration: Prag, II., Stefansgasse 629. Samson Rothschild, Lei rer an der Stadtschule zu Worms a. Rh. Aus Vergangenheit und Gegenwart der israelitischen Gemeinde Worms. Fünfte, vermehrte und verbesserte Auflage mit sechs Phototypien. Frankfurt a. M. 1913. Verlag J. Kauffmann. M. Weissmann-Ghaies in Wien, II., Herminengasse 21. Sinnsprüche und Betrachtungen. Veilag von Jos. Schlesingers Buchhandlung Wien, I., Seitenstettengasse 5. Budapest, Königsgasse 1. Preis 2 Kronen. Zeitschrift für Demographie and Statistik der Jaden. Herausgegeben vom Bureau iür Statistik der Juden. Berlin C. 2. An der Spandauer Brücke 15. Schriftleitung: Dr. Bruno Blau. 9. Jahrgang Heft Nr. 11. November 1913. Inhalt: I. Abhandlungen. Dr. Sara Rabinowitsch-Margolin: Zur Bildungsstatistik der jüdischen Arbeiter in Rußland. R. E. May, Hamburg: Die Zahl der Israeliten am Sinai und ihre Fruchtbarkeit in Aegypten. (Fortsetzung und Schluß). — II. Statistisches Archiv. Wohlfahrtspflege der Juden in Amsterdam in den Jahren 1908 bis 1910. — Ergebnis der Volkszählung in Australien im Jahre 1911. — Entwicklung der jüdischen Bevölkerung in Budapest von 1869—1910 Dr. I. J. Niemirower, Rabbiner der spaniolischen Gemeinde in Bukarest. Chassidimus und Zaddikismus. Druck und Verlag der Graphischen Anstalt Albert B a e r, Bukarest. Der Talmund in ungarischer Sprache. Eine Gruppe von ungariscü-jüdischen Notabilitäten hat es unternommen, den Talmud, der sooft von Unkundigen fälschlich zitiert und in Judenfeind ichem Sinne ausgebeutet wird, in ungarischer Uebersetzui g zu veröffentlichen, damit Jedermann sich von dem wahren Inhalte dieses großangelegten Werkes überzeugen könne. Die Herausgabe hat — wie »Egyenlöseg« meldet — die Verlagshandlung Ph. Wodianer und Sohn übernommen. An der Spitze des Herausgeber-Komitees stehen: Dr. Moriz Mezei, Franz Szekely, Baron Dr. Adolf Kohner, Manfred Weiß de Csepel und Baron Meriz Herzog; an der Spitze des Redaktionskomitees die Herren Professor Dr. Ludwig Blau, Professor Dr. Michael Guttmann, Rabbiner Dr. Simon Hevesi und Redakteur Max Szabolcsi. Das Werk, das zehn starke Bände umfassen wird, soll in 4—5 Jahren vollendet vorliegen. J. Herzberg, Bromberg. Ring nde G-walten. Ein Posener Ghettoroman aus der Zeit des siebenjährigen Krieges. Jena 1913. Hermann Costenoble. The Jewish Review. Edited by Norman Bent wich and Dr. Joseph Ho eh man. Vol. IV. Nr. 22. Nov. 1913. Contents: Editorial Notes: The Blood Accusation in Russia; The Emancipation of the Roumanian Jew; Palestine and Panama. — Israel Cohen: A General Survey of Modern Jewry — M. Simon: Nachman Krochmal. — Herbert Be nt wich: The Jewish Mission and the Hebrew University. — Isaiah Raffalovich: Lagal Devices. — Review of Books: Hellenism and Christianity, etc. — Geo. Routledge & Sons, London. Le Tradnctenr, The Translator, II Tradnttore, drei Halbmonatsschriften zum Studium der französischen, englischen, italienischen und deutschen Sprache. Diese Blätter sind so eingerichtet, dass dem französischen, englischen oder italienischen Original gute Uebersetzungen oder erklärende Fussnoten beigegeben sind, die dem Lernenden leicht über die Schwierigkeiten hinweghelfen und das Studium äusserst angenehm und fast mühelos machen. Ausserdem vermitteln sie die Korrespondenz in fremder Sprache, so dass mancher unserer Leser in ihnen ein ausgezeichnetes Mittel zu seiner Vervollkommnung finden wird. — Probenummern für Französisch, Englisch oder Italienisch kostenfrei durch den Verlag des »Traducteur« in La Chaux-de-Fonds (Schweiz). Edward Stilgebaner. Harry. Ein Roman aus der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts. Reuss & Itta, Verlagsanstalt, Konstanz (Baden). - Alfred Dessaner. Die Schicksale des Alfred Haupt. Ein Abenteuerroman. München-Leipzig 1913. Bayrische Verlangsanstalt Karl Theodor S e n g e r. _

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.