Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 30 (1913)
- Issue
- 47 (21.11.1913)
- Date
- 1913-11-21
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 47 Dr. Blochs Wochenschrift. Seite 863 Spenden im Gemeindebethause Stadt im ersten Halbjahr 1913. Dr. Alfred Stern Kronen 200.—, Oberrabbiner Dr. Güdemann 30.—, Mar Zerner 60.—, Oskar Tonello 40.—, Doktor Alexander Kohn 30.—, Edmund Löwy 20.—, S. Simon 30.—, Dr. Adolf Kapralik 50.—, Jacques Weiß 50.—, Michael Lichtenstern 60.—, Direktor Ernst Pollak 20.—, Ignaz Rosner 10.—, Hugo Träger 10.—, Mar" Obernbreit 10.—, Salomon Bloch 20.—, Alexander Pollak 10.—, Eduard Jonas Schachtitz 30.—, Doktor Alexander Kohn 30.—, Hvfrat Dr. Josef Löwner 50.—, Jacques Feitler 300.—, Salo Cohn 100.—, Gabor Lederer 10.—, Alexander Kohn 60.—, Moriz Schur 1000.—, Dr. A. Luftig in Franzensbad 20.—, Arnold Friedmann 100.—, Armin Pollak 10.—, Sandvr Kestlsr 100—, Kommerzialrat Ad. Wellisch 250.—, Philipp Spira 20.—, Markus Feuer 10.—, Dr. Heinrich Benies 10.—, Gustav Stiaßny 20.—, David Scher 20.—, Simon Horwitz 20.—, Friedrich Karbach 50.—, S. Simon 25.—, Prof. Dr. Heinrich Pollak 10.—, Alexander Goldberger 10.—, Julius Kohn 600.—, Jacques Weiß 50.—, Dr. Georg Landauer 1000.—, Ing. Alois Grauaug 100.—, Isidor und Gisela Weiß 50.—, Frau I. Goldwasser 10.—, Eduard Ellbogen 100.—, Adolf Boiko 30.—, Felix Epstein 20.—, Hermann Ochs 20.—, Hersch Rosenbaum 20.—, Markus Ochs 20.—, Dr. Sigmund Strach 20.—, Josef Reschossky 50.—. Von 54 Personell zusammen Kronen 4995.—. Spenden im Eemeindebethause Leopoldstadt bis September und Rosch-Haschonoh. Heinrich Ausländer Kronen 60.—, Michael Samek 20.—, Jakob Klarmann 20.—, Wilhelm Fried 20.—, Josef Kohn 10.—, David Kohn, Budapest, 30.—, Moritz Goldschmied, London. 30.—, Jakob Moser, iBradford, 100.—, M.'Wolfs, Frankfurt a. M.. 30.—, Prof. Hermann Strnek, Berlin, 20.—, Abr. Podlacewsky, Warschau, 50.—, E. Torczyner 120.—, Ko item 5.—, Emil Haas 20.—:, Rudolf Kohn 250.—, Sigmund Subak 70.—, Dr. Adolf Schmied! 10.—, Dr. D. Feuchtwang 10.—, Josef B. Böhm 120.—, Salomon Herzl 200.—, Franz Katz 30.—, Wilh. Herzog 40.—, Rektor Dr. A. Schwarz 10.—, Zacharias Korner 140.—, Samuel Pifk 250.—, Carl Lemberger 350.—. Bon 26 Personen zusammen Kronen 2015.—. Eine Interpellation über die Wiener Krankenhäuser. Wien, 11. Nov. In der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses brachten die Abg. Breiter und Genossen eine Interpellation an den Minister des Innern, betreffend die durch die antisemitische Strömung an den Wiener Krankenhäusern verursachte Gefährdung der freien Lehre und die dadurch gezeitigte Gefahr für das diesen Krankenhäusern ,anvertraute Krankenmaterial, sowie auch betreffend die Benachteiligung und planmäßige Verdrängung der jüdischen Aerzte aus den Krankenhäusern Wiens und besonders aus dem Kaiser Franz-Ioseph- Spital, ein. In der Interpellation wird u. a. folgendes ausgeführt: An den Spitälern Wiens spielen die Iuden seit Jahrzehnten gewiß keine untergeordnete Rolle. Viele weltberühmte Namen stehen an der Spitze der Abteilungen, viele jüdische Hilfsärzte waren und sind zum Wohle der leidenden Menschheit tätig. Seit einiger Zeit gibt es nunmehr in Wien Spitäler, in welchen feit Iahren überhaupt kein Jude mehr angestellt wird. So im Sofien- und Elisabethspital. Bezeichnend ist, daß dem letztgenannten Spital eine jüdische Abteilung, die Bettina-Abteilung, eine Rothschild-Stiftung, angegliedert ist. In den anderen Spitälern sind zwar noch jüdische Hilfsärzte angestellt, doch trachtet man diese hinauszudrängen. Besonders charakteristisch ist dieser Entjudungsprozeß im Kaiser Franz-Ioseph- Spital, an dessen Spitze Dir. Dr. Karl Friedin g e r steht. Auch diesem Spital ist eine jüdische Millionen-Stiftung, die Kinder-Abteilung des Bernhard und der Regina Pollak v. Parnegg, angegliedert. In diesem Spital geht der Antisemitismus so weit, daß sich zwei durch einen Strohsack getrennte Speisezimmer für die Aerzte befinden, ein arisches und ein jüdisches. Im Kaiser Franz-Ioseph-Spital existiert ein Tennisplatz mit einer separaten Stundeneinteiluna für die jüdischen und nichtjüdischen Aerzte. Es gibt eine arische Kegelbahn und ein jüdischesBillard. Bei Ernennungen und Verteilung von Supplierungen versuche man die jüdischen Aerzte zu übervorteilen. Die jüdischen Sekundarärzte werden systematisch umgangen. auch wenn sie noch so tüchtig sind. Als im Oktober 1913 die Stelle eines Assistenten an der ersten medizinischen Abteilung (Vorstand Dr. Drozda) besetzt wurde und die ältesten jüdischen Sekundarärzte einreichten. wurde der j ü n g st e von allen Bittstellern, ein N i ch t j u d e. ernannt. Unter den Uebergangenen befanden sich solche Aerzte. die ganze Abteilungen des «pitals selbständig geleitet haben. Auf die zweite medizinische Abteilung des Prof. Türk wird seit Iahren kein jüdischer Sekundararzt geschickt. So werden jüdische Aerzte von der einzigen medizinischen Ambulanz des Spitals ferngehalten. Der Assistent dieser Abteilung, Dr. S ch u st e r, ging soweit, daß er einem arischen Arzt, der sich auf Waffenübung befand, telegraphierte: ,. K o m m e s o f o r t, sonstbekommenwir Iuden!" In der Baracke der Stadt Wien in Zwischenbrücken für Scharlachkranke wird der Dienst von den Aerzten des Franz-Iosegh-Spitals besorgt. Die dort erponierten Aerzte haben einen verantwortungsvollen Posten und erhalten von der Stadt Wien eine monatliche Zugabe von 260 Kronen. Stehen der Direktion keine entsprechend qualifizierten arischen Sekundarärzte zur Verfügung. werden sogar ganz junge Aerzte hingeschickt, die noch keine Gelegenheit hatten, sich in den Infektionskrankheiten auszubilden, nur um keine jüdischen Aerzte hinsenden zu müssen. Die -Interpellation erklärt, daß Direktor Friedinger nur ein Ziel habe, den jüdischen Aerzten an dem ihm unterstehenden Kaiser Franz- Icseph-Spital die Lage zu verbittern und ihre Fortentwicklung nach Möglichkeit zu hindern, sowie sie zum Verlassen des Spitals zu zwingen. Die Interpellation schließt: Mit Rücksicht auf die Gefahr, welche diese Zustände für die freie Lehre nach sich ziehen, und mit Rücksicht auf die offenkundige Verletzung der Staatsgrundgesetze, welche diese planmäßige Verdrängung und Benachteiligung der jüdischen Aspiranten involviert, fragen die Interpellanten: Ist Seine Erzellenz geneigt, die in der Interpellation angeführten Ilmstände genauest prüfen zu lassen und geeignete Vorkehrungen zu treffen, um diesem hohnfprechenden Zustand ein Ende zu machen? Jüdisches Museum, ll., Magqane 16. Die 10. ordentliche Generalversammlung der Gesellschaft für Sammlung und Konservierung von Kunst- und historischen Denkmälern des Judentums (Jüdisches Mufeuml. die Mittwoch den 12. ds. stattfand, gestaltete sich zu einer erhebenden Feier. Die Elite der Wiener Iudenschaft hatte sich eingesunden. Unter den Anwesenden bemerkte man den Präsidenten der Wiener israel. Kultusgemeinde Dr. Alfred Stern, den 1. Vizepräsidenten Dr. Gustav Kohn. kais. Rat Dr. Th. Lieben. Oberrabbiner Dr. M- Güdemann, Rabbiner Dr. M. G r u n w a l d, den Begründer des Grammophoninstitutes der k. k. Akademie der Wissenschaften Hofrat Prof. Dr. Einer, den Präsidenten des Humanitätsvereines ..Eintracht" Dr.Fürth: ferner die Herren Salo Cohn. Prof. Dr. S. Kraus, Dr. Böla Taußig. Regierungsrat Dr. S. Frankfurter. Bankdirektor Dr. C. Lemberger. Univ.-Prof. Dr. S. Ehrmann, Abraham E p ft e i n. Dr. Wilhelm K n ö p f m a ch e r. Dr. Sigmund S t i a ß n y, Robert K o l i f ch, Dr. Ignaz Schwarz, Prof. Dr. Roth, Prof. Maler Isidor Kaufmann u. v. a. m. Der Präsident der Gesellschaft, Hofrat Prof. Dr. A. Politzer, begrüßte die erschienenen Gäste und Mitglieder und hob in seinem mit vielem Beifall aufgenommenen Tätigkeitsbericht den großen Aufschwung hervor, den das „Iüdifche Museum", dank der