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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1913-11-21 · 47 (21.11.1913) · page 6

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
30 (1913)
Issue
47 (21.11.1913)
Date
1913-11-21
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 863 Dr. Blochs Wochenschrift. Nr. 47 irorrespondenzen. Amtsantritt dcs Rabbiners Dr. Mar Grunwald. Samstag, den 15. d- M-, hat der neuerwählte Leopoldstädter Rabbiner, Dr. Grunwald, in Wien sein neues Amt angetreten. -Mit Rücksicht darauf, daß sein Vorgänger, Dr. Sch.miedl, erst vor wenigen Tagen zu Grabe getragen wurde, hat man von einer formellen feierlichen Einführung Abstand genommen. Das Präsidium hatte auch den Wunsch aus gedrückt, daß in der Antrittsrede eine besondere Kennzeichnung als „Einführung" oder „Amtsübernahme" unterbleiben möge, mit Rücksicht darauf, daß Herr Dr. Grunwald seit 10 Jahren amtierender Rabbiner in der Wiener Kultusgemeinde ist und im Laufe der letzten drei Jahre wiederholt im Tempel der Leopoldstadt die Funktionen des Rabbiners ausgeübt hat. Die Kantoren des Leopoldstädter Tempels, mit dem Herrn Oberkantor Morgenstern an der Spitze, begrüßten den Herrn Rabbiner im Zeremoniensaal, und Herr Oberkantor richtete an denselben eine herzliche Ansprache. Ihm schloß sich im Namen des Chorpersonals Herr Chordirigent H eimann an, worauf der Chor das Veethovensche „Die Himmel rühmen" anstimmte. Nach einigen . Dankesworten des Begrüßten wurde Herr Dr. Grunwald vom Beihausvorstand auf feinen Platz geleitet. Zur Thora aufgerufen, wurde er von Herrn Oberkantor Morgenstern mit einem von diesem eigens für den Zweck verfaßten prachtvollen Mischeberach in gewohnt meisterhafter Weise gefeiert. Der Sabbathgottesdienst trug insofecne auch äußerlich ein festliches Gepräge, als der Vorstand der Kultusgemeinde, die Vertreter zahlreicher Vereine des Bezirkes, sowie die angesehensten Mitglieder des Bezirkes Fünfhaus, der bisherigen Wirkungsstätte Dr. Grunwalds, im Leopoldstädter Tempel erschienen waren, um bei dem Amtsantritt des Herrn Rabbiners Dr. Grunwald anwesend zu sein. In seiner Predigt behandelte Herr Dr. Grunwald das Thema, auf welche Weise der jüdisch e Ehemann und die jüdische Ehefrau gleich dem Patriarchenehepaare Abraham und Sarah durch ihr eigenes Leben, durch ihre Taten die einzig richtige Mission für den jüdischen Glauben erfüllen sollen. Interessant und sicherlich wenigen bekannt war ein Hinweis daraus, daß die höchste Tugend Abrahams, die Gastfreundschaft, Jahrtausende später dem ersten Krankenhause, das überhaupt in der Welt errichtet wurde, einem Krankenhause in Rom. Titel und Motto gab, indem es nach dem „Eschel Abraham" genannt wurde. Die Predigt hat auf alle Anwesenden einen tiefen Eindruck geübt, so daß schon heute behauptet werden kann, daß es Herrn Dr. Grunwald gelingen wird, die verschiedenen Parteien, die vor der Wahl des Rabbiners naturgemäß bestanden haben, wieder zu einer einheitlichen, friedlichen Gemeinde zu vereinigen. Diese Zuversicht gab sich auch darin kund, bafe, Synagogenbesucher aller Richtungen nach dem Gottesdienste ihren neuen Rabbiner begrüßten und beglückwünschten. Spendenliste zur Plenarsitzung des Wiener israel. Kultusvorftandes vom 29. September 1913. An Spenden sind eingelaufen: Von Familie von B o i ch a n anläßlich des Ablebens des Herrn Ernst Ritter von Boschan für jüdische Arme zu Händen des Herrn Präsidenten Dr. Alfred Stern X 1000.— Von Herrn Adolf Saphir in Prag, Legat des in Wien verstorbenen sel. Herrn Siegfried Saphir zur Verteilung an arme alte Juden.K 865.— für das Rothschildspital.„ 462— K 1297.50 Von Herrn Simon Leopold R i e s z anläßlich der Vermählung seiner Tochter für die Armen-Anstalt. . X 200.— für den Waisenverein.. 200.— für das Blinden-Jnstitut . . . . „ 200.— für den Kindergarten XX. Bezirk ,» 200.— für den Frauenverein I. ■ V 100.— für das Versorgungshaus . . . . „ 100 — „ Herrn Dr. Karl Ritter von T a u s s i g anläßlich des Versohnungstages für das Israel. Blinden-Jnstitut . . K 300.— für wohltätige Zwecke.. 300.— „ 600.— „ Herrn k. k. Kommerzialrat Emanuel Grab anläßlich des Ablebens seiner Mutter, der Frau Katharina Grab, zur Verteilung an jüdische Arme am Begräbnistage . „ 500.— „ Herrn Dr. Wilhelm N e u m a n n als Erbenmachthaber nach dem sel. Herrn Friedrich Fanto, Armenlegat . „ 456.21 „ Herrn Leopold Waller anläßlich der Vermählung feines Sohnes Max Waller für das Siechenhaus.K 150.— für den Walsenverein.. „ 150.— „ 300.— „ Herrn Sandor Wolf zur Errichtung und Erhaltung von Kinderhorten... „ 300.— „ Herrn B Kroag, Legat seines verstorbenen Vaters, des sel. Herrn Siegmund Groag, für Arme . . „ 200.— „ Herrn Moritz Edler von K n f f n e r anläßlich der hohen Feiertage für die Armen des XVI. n. XVIl. Bezirkes. „ 200 — „ Herrn Leo S i l b e r st e i n, Charkow, durch die „Neue Freie Prisf" zur Verteilung an arme, in Wien weilende russische Juden. „ 200.— „ Herrn Dr. Victor Engelmann als Näckersatz für feiner seit von der Kultus Gemeinde, beziehungsweise dem Verein zur Unterstützung mittelloser israelit. Studierender erhaltene Rrgorosen-Beiträge ... „ 150.— „ Frau Gfela Hornik, New Io>k, zum Andenken an ihre sel. Mutter Frau Roia Hornik geb. Bratter für arme Kranke. „ 147.— „ Herrn Samuel Berglas für Arme. ..... „ 100.— „ Frau Louise Hechter in Bukarest anläßlich des Gedenktages ihres am 17. September 1894 in Wien verstorbenen Gatten, des sel. Herrn Salomon Hechter, aus Bukarest für das Altersversorgungshaus . . X 10.— für das Blindeninstitut.. 10.— für die Kinderbewahranstalt. „ 10.— für die Volksküche.. 10.— für den Waisen-Unterstütznngsverein „ 10.— für den Handlungs-Krankenverein . „ 10.— „ 60.— „ Herrn Heinrich Gr ätz er für den Waisenfond . . „ 50.— „ Herrn Alois Schwarz für den Wöchnerinnenverband . ,, 60.— „ Frau Julie Then en zum Andenken an Herrn Nathan Thenen und die sel. Frau Reisel Thenen zugunsten des Armenhauses, III., Stemgaffe 18 . „ 100.— „ Herrn Wilhelm Kohn für Arme. „ 50.— „ Frau Therese Knöpfelmache r, Erlös für die Ueberlassnng ihres Tempelsitzes für das israelitische Armenhaus, III., Steingasse 18. ,, 40.— „ Frau Karl Förster, Erlös für die Ueberlassnng des Tempelsitzes ihres sel. Gatten für das Altersversorgungsbans. „ 40.— „ Herrn Hugo Grünsfeld für Arme. ,, 38.— „ Herrn Oskar Herz für Arme. „ 20.— „ Herrn F. Ernst für Ferienheim und Brigittenauer Schulküche.je K 10.— „ 20. — „ Herrn kais. Rat Jonas Weil, Erlös für die Ueberlassnnr seines Tempelsitz^s für das israel. Armenhaus, III., Steingasse 18. „ 20.— „ Frau Louise G a l l i a für eine arme Witwe des israelitischen Armenhauses, III., Steingasse 18 . „ 10.— „ Herrn Otto Bester für das Siechenhaus ... „ 5.— „ Anonymus unter Chiffre „Gut gemeint" für arme jüdische Kinder X 2.60 und X 2.60. „ 5.30

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