Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 30 (1913)
- Issue
- 46 (14.11.1913)
- Date
- 1913-11-14
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
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Seite 852 Nr. 46 Dr. Blochs Wochenschrift. Samstag, den 15. November cr., halb 8 Uhr abends, Vortrag des Herrn Rabbiners Dr. Bach: „Heber das Leben der Juden in Deutschland zur Zeit Karls des Großen". — Mittwoch, den 19. November, um halb 6 Uhr abends, Vortrag des Herrn Sabbatai Fröhmann: „Palästina in der Neuzeit". Die unentgeltlichen llnterrichtskurse für französische Sprache und Stenographie beginnen nächste Woche. Einschreibungen werden jeden Mittwoch und Samstag von 8—9 Uhr abends im Vortragssaale entgegengenommen. Anmeldungen von Vorträgen und Mitwirkungen bei Konzerten wolle man gefl. an Herrn Dr. M. Förster, XVI., Thaliastraße 22, gelangen lassen. Wien. (Gründung eines jüdischen Gesangsvereines.) Unter Leitung des Herrn Gesangsprofessors Artur Wolf hat sich ein jüdischer Gesangsverein konstituiert, welche Idee sich bereits zahlreiche Sympathien in der jüdischen Welt erworben hat. Da sich gerade unter uns Juden ein hoher Prozentsatz stimmfähiger Leute befindet und daran gedacht wird, diese Idee auch, und zwar möglichst großzügig, zu verwirklichen, so werden sangeslustige Herren eingeladen, sich zu beteiligen. Anmeldungen und llebungsabende jeden Dienstag 8 Uhr abends im „Industriellen-Cafe", I., Eoncordiaplatz. Schitlowsky-Abend. Der vom akademischen Verein „Jüdische Kultur" bereits angekündigte Vortragsabend, an dem der bekannte jüdische SchriftsteUer Dr. Chaim Schitlowsky (Newyork) über das interessante Thema: „Die jüdische Assimilation: Was hat sie uns genommen, und was gibt sie uns?" sprechen wird, findet Sonntag, den 16. d. M., um halb 9 Uhr abends ,im großen Festsaale des Hotel „Continental" (Taborstraße) statt. Dem Wiener Publikum ist damit Gelegenheit geboten, die Meinung einer der bedeutendsten Vertreter der jüdischen Kulturbewegung über das schon so oft besprochene Thema zu hören. Wie bekannt, kehrt Dr. Schitlowsky von einer Vortragsturnee aus Galizien und Bukowina zurück, wo seine Reden — die sich durch reiches Wissen, tiefes Denken, Klarheit und Schwung auszeichnen, großen Beifall gefunden haben. Karten ä 2 und 1 Kr. sind nur noch an der Abendkassa Erhältlich. Wien—Floridsdorf. Am 8. d. M. fand in den Saallokalitäten des Hotels „Zum goldenen Mgel" der erste Unterhaltungsabend des Wohltätigkeitsvereines „Chaunem Dal", Wien, XXI., statt, der überaus gut besucht war und einen namhaften Reingewinn brachte. Obmann Herr G. Dukes stellte dem Publikum das zu diesem Zwecke gewählte Komitee vor, wobei er Frau Therese Grünwald und Herrn Hugo Schwarz, die sich besonders für das Gelingen des Abends einsetzten, hervorhob und ihnen dankte. Nach beifällig aufgenommener Begrüßungsansprache des Obmanns, Herrn G. Dukes, nahm die Vortragsakademie ihren Anfang. Unter den Mitwirkenden brillierte besonders Herr Oberkantor Don Fuchs, der durch seinen wunderbaren Tenor die Zuhörer entzückte. Ebenso schön waren die Gesangsoorträge des Professors Arthur Wolf. Austritte aus dem Judentum. Vom 2. November bis inklusive 8. November 1913. Jokl Friedrich Gottlieb, Ingenieur, geb. 14. August 1888, Szekely Falu, VIIL, Wickenburggasse 17 Kraus David, k. u. k. Oberleutnant, geb. 31. Juli 1867, Steinamanger, III., lätrohgasse 4 Sacka Karl, Manipulant, geb. 9. Juni 1888, Wien, XIII., Linzerstrasse 14 Schlesinger Benjamin, Privatbeamter, geb. 27. September 1879, Neunkirchen, XV., Secbshauserstrasse 12 Steiner Siegmnnd, Buchhändler, geb. 10. Oktober 1868, Zala- Egerszeg, XIX., Kahlenberggasse 55 Wilner Dr. Moses Schaje, Advokaturs-Kandidat, geb. 3. April 1885 Jaslo, VIIL, Langegasse 50 1 St. Pötten. Dem im Juni 1913 erfolgten Ansuchen des Vorstehers Mbert Leicht, den Neubau der Synagoge mit dem Allerhöchsten Namen Sr. Majestät des Kaisers Franz Joseph I. in Verbindung bringen zu dürfen, wurde Ende vorigen .Monats folgender Bescheid zuteil: Z. 2331/A. St. Pölten, 29./X. 1913. An die geehrte Vorstehung der Israelitischen Kultusgemeinde in St. Pölten. Auf Grund Allerhöchster Ermächtigung hat das. Ministerium für Kultus und Unterricht mit dem Erlasse vom 15. Oktober 1913, Z. 39640, in Willfahrung des Gesuches der israelitischen Kultusgemeinde St. Pölten bewilligt, daß der neuerbaute Tempel in St. Pölten den Namen „Kaiser Franz Jo seph - Huldigungs- Synagoge" Hievon setze ich die geehrte Vorstehung der israelitischen Kultusgemeinde infolge Erlasses des k. k. n.-ö. Statthalterei- Präsidiums vom 27./X. 1913, Pr. Z. 2237/1 in Kenntnis. Der k. k. H o f r a t: Ritter v. Warnet. Klattau. (Silberne Hochzeit.) Der Chef der Getreidegroßhandlung Hermann Fleischer in Klattau, Herr Rudolf Fleischer, feierte mit seiner Gattin Therese, geb. Popper, dieser Tage das Fest der silbernen Hochzeit und war Gegenstand zahlreicher, wohlverdienter Ovationen. Herr Fleischer bekleidet viele Ehrenämter und ist bereits 34 Jahre Obmann des hiesigen israelitischen Chor- und Geselligkeilsvereines. Wohltätigleitskonrert zugunsten des Israelitischen Knaben- Freitisch-Vereines in Brünn. Dieser überaus Humanitär wirkende Verein veranstaltete am °8. November ein Konzert, das sich infolge der künstlerischen Leistungen der mikwirkenden Künstler zu einehr gesellschaftlichen Ereignisse in unserer Landeshauptstadt gestaltete. Fräulein Helene Lampl, Klaviervirtuosin aus Wien, begeisterte das die Räume des. städtischen Redoutensaals füllende distinguierte Publikum durch ihr' wahrhaft künstlerisches, die höchste technische Vollendung bekundendes, virtuoses Klavierspisl. Der als Schubertsänger bekannte Künstler Viktor Heim entzückte die Zuhörer durch seine Liedervorträge und der in hiesiger Stadt wohlbekannte Violinvirtuose Georg Steiner entlockte seiner Geige herrliche Töne. Es war ein genußreicher, nach der künstlerischen und materiellen Seite, gelungener Abend. Das Hauptverdienst um das Gelingen dieses Konzertes gebührt dem rührigen Komitee mit Herrn kais. Rat Emil Tandler und seiner Gemahlin an der Spitze. Dank sei auch den Damen Prof. Dr. Erünseld, Prof. Dr. Simon, Frau Alfred Pollak und Frau Schallinger gesagt, die sich um den Verkauf der Karten mühten. Eger Bei der am 9. d. M. stattgefundenen Konstituierung d.s KultuSgemeinde-Vorstandes wurden nachstehende Herren gewählt: Eduard Löwy, Kultusvorsteher; Mox Abeles zu dessen Stellvertreter; Ferdinand K o r e tz, Kassier; Wilh. Buchsbaum, Rechnungsführer; Edmund und Bernhard K o h n, Tempelvorsteher, Leopold H e l l e r und Dr. juris Viktor Kraus, Beiräte. Kaiser Wilhelm bei der Witwe des Kommerzienrates Goldberger. Kaiser Wilhelm stattete am 11. d. M. der Witwe des vor kurzem verstorbenen Geheimen Kommerzienrates Goldberger eine beinahe einstündige Kondolenzvisite ab. Danktelegramm Seiner Majestät des Königs von Bayern an Distrikts-Rabbiner Dr. Meyer in Regensburg. Auf das von Herrn Dr. M e y e r in Regensburg an Seine Majestät König Ludwig III. gerichtete Glückwunschtelegramm traf folgende telegraphische Antwort ein: „Für die Mir und der Königin. im Namen der Israeliten des Rabbinatsbezirkes Regensburg und Nieder- .bayern dargebrachten herzlichen Glück- und Segenswünsche, sowie für das Gelöbnis treuer Anhänglichkeit sage ich besten Dank. Ludwig." Feuilleton. Gin Gang durch das Indenviertel in Amsterdam.*) Von Stephanie. Fo r ch h e i m e r - F i a l l a. Zu den Sehenswürdigkeiten in Amsterdam, die im Baedecker mit einem Sternchen genannt werden, zählt auch das alte Iudenviertel. Es ist bezeichnend für den Wandel der Zeiten, daß ein Stadtgebiet, das durch Jahrhunderte das Leben und Weben eines Volksstammes in abgeschlossener Enge umfaßte, heute als kulturhistorisch *) Aus der letzten Nummer von „Ost und West". führe.