Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 30 (1913)
- Issue
- 46 (14.11.1913)
- Date
- 1913-11-14
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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Nr. 46 Dr. Bkochs Wocheuschrist. Seite ^51 Verein zur Hebung deS Gewerbes. Wien, I., Wipplingerstraße 25. Mittwoch, den 19. ds., V28 Uhr abends, findet in Khuner's Restaurant, I., Adlergaffe 6, ein Diskuffionsabeub statt. Tagesordnung: „Wie kann der darniederliegenden Bautätigkeit in Wien ernstlich begegnet werden", eingeleitet von unserem Mitgliede Herrn Gemeinde rat und Stadtbaumeister Edmund Melcher. Gäste willkommen. Wien. Der Verein zur Ausspeisuug armer israelitischer Schulkinder im XII., XIII., XIV. und XV. Bezirk (Kaiser Franz Josrph-Kinderhort) veranstaltet am 23. November d. I. um 8 Uhr abends im großen Saale des „Neuen Wiener Konzerthauses" ein durchwegs erstklaffiges, von den Lieblingen des Konzerlpublikums bestrittenes Konzert unter Mitwirkung des Tonkünstlerorchesters unter persönlicher Leitung Felix von Weingartners, ferner von Alfred Grünfeld, Lucille Marcell-Weingariner, Henri M a r t e a u. Wie«. (Spende für die Aemeniten.) Bon Herrn Jakob Pr. aus Sziget erhalten wir K 1.— für die Jemeniten. Wien. (Kinderbekleidung.) Wie seit vielen Jahren werden auch heuer 70 arme Schulkinder vom „Israel. Frauen-Wohltätigkeitsvereiü für die Bezirke Wieden und Margarethen mit vollständiger Winterkleidung versorgt. — Die Bekleidung der Schulkinder, bei welcher die Mitglieder und Förderer des Vereines alljährlich anwesend find, findet Heuer Mittwoch den 19. November, 6 U h r abends, im V. Bez., Siebenbrunnengaffe 1 a statt Wien Der Bethausvorstand XII.—XV. veranstaltet für den gewesenen Obmann-Stellvertreter und Präses der Chewra- Kadischa Fünfhaus, Herrn Heinrich N e u f e l d, Montag den 17. November 1913, ^5 Uhr abends, im Tempel, XV. Bez., Turnergasse, eine Trauerandacht. Wien. Eine besonders ihn hocherfreuende Ehrung wurde dem Oberkantor und Schriftsteller Herrn Alois Kulka seitens des löbl. Vorstandes der israelitischen Kultusgemeinde Wien bereitet. Nachfolgendes Schreiben richtete der Vorstand an denselben: „Wien, 31. Oktober 1913. Sr. Wohlgeboren Herrn Alois Kulka, Schriftsteller, Besitzer hoher Orden rc. rc. Sehr geehrter Herr! Zum 30. Male haben Sie an den letztverflossenen hohen Feiertagen die ersten kantoralen Funktionen in dem von der Wiener israelitischen Kultnsgemeinde veranstalteten Gottesdienste im Musikvereinsfaale versehen. Wir gratulieren Ihnen und uns zu dieser verdienstlichen Leistung und gereicht es uns zum besonderen Vergnügen, Ihnen für die-hiebei mit Eifer und Pflichttreue geleistete wertvolle Tätigkeit im Namen des Kultusvorstandes Dank lind volle Anerkennung auszusprechen. Wir drücken gleichzeitig den Wunsch aus, der Allmächtige möge Ihre Gebete erhören und Sie geftlnd und frisch erhalten. Mit vorzüglichster Hochachtung Dr. Gustav K ohn, I. Vize-Präsident, Dr. Lieben, Erster Sekretär. Verein jüdischer Hochschüker „Mensa academica Judaica", Wien. Bei der am 25. Oktober l. I. stattgefundenen Plenarversammlung wurden folgende Herren in den Ausschutz gewählt: M. U. C. Markus Satzberger, Präses, M. U. <£. Siegmund Klein, I. Vizepräses, M. U. E. Moses Rabach, II. Vtzepräses. Mit den übrigen Funktionen wurden folgende Herren betraut : M. U. C-. Samuel Silherbusch, David Schajowicz, Leiser Drettler, Jsak Thaler, Liipa Schumer und Abraham Berger, cand. Phil. Srul Kohn, cand. für.. Moritz Ozmo, stud. med. Paul Schmer und Chaim Beutel und stud. ing. Samuel Reischer. Durch die stetig zunehmende Anzahl der in . der Mensa speisenden jüdischen Studenten sah sich die Vereinsleitung veranlaßt, neue geräumigere Lokalitäten zrl mieten, welche die Mensa am 29. Oktober l. I. im IX. Bezirk, Liechtensteinstratze 23, bezog. Dadurch wurde auch der Wunsch der Frequentanten erfüllt, nämlich die Verlegung der Mensa in ein in nächster Nähe der Universität und der meisten Universitätsinstitute gelegenes Lokal. Der Verein hat aber durch die damit verbundene bedeutende Erhöhung des Mietzinses und Neuanschaffungen von Mobilar neue grotze Verpflichtungen übernommen und wendet sich daher an die jüdische Öffentlichkeit mit der dringenden Bitte um Unterstützung in seiner humanen Tätigkeit. Geldsendungen wollen gefl. schon an die neue Adresse, IX., Liechtensternstratze 23, gerichtet werden. Indische Toynbeehalle. (XX., Othmargasse 46.) Samstag den 15. November: Konzert. Arrangement Fräulein Schwarz. — Sonntag den 16. November: „Rabbiner Dr. Adolf Schmied!" (Worte des Gedenkens). Prof. Dr. Moritz Roseufew. — Montag den 17. November: Deutscher Literatur-Zyklus (II. Abend). Dienstag den 18. November: Aus der jüdischen Geschichte. Professor Dr. K. Kupfer. — Mittwoch den 19. November: Bilder aus dem Rechtsleben der Vergangenheit. Lehrer D. Huschak. — Donnerstag den 20. November: Gesundheitspflege der Schuljugend. Dr. Karl Griiufew. — Freitag den 31. November: Bibelvortrag. Beginn der Vorträge: An Wochentagen 7,8 Uhr, Samstag, sowie an Sonn- und Feiertagen 7 Uhr abends. — Eintritt frei für jeden Erwachsenen. Anmeldungen von Vorträgen und Mitwirkungen bei Konzerten wolle man an den Obmann Herrn Dr. I. Saumely, Wien, I., Fischerstiege 6, gelangen lassen. Akademie .Beth Haam" (Jüdisches B-Usheim). (XVI., Wurlitzergasse Nr. 11.) Samstag den 8. November 1918 eröffnete dieses jüdische Volksheim, das seit seinem dreijährigen Bestände sich zu einer der segensreichsten Institutionen entwickelt hat, mit einem großangelegten Akademieabend feine diesjährige Saison. In dem überaus glänzend besuchten Festsaale hielt der Präsident Dr. Marti» Förster eine Begrüßuiigsansprache an die Erschienenen, worauf Frl. Irma Löwe« einige Lieder mit dem edlen Wohllaut einer klangvolle», prächtig geschulten Stimme und mit ausgezeichneter Interpretation zum Vortrag brachte. Daran schloffen sich Deklamationen der Frau Stefanie Schnitzer, die besonders in dem ergreifenden Gedicht Grnnwalds „Beruria" tiefe und wehmutsvolle Töne anzuschlagen wußte. Frau Regine Schwager, welche die musikalischen Darbietungen des Abends mit verständnisvoller Sicherheit am Klavier begleitete, spielte gemeinsam mit dem Orgelvirtuosen Herrn M.Menzer Schuberts Militärmärsche und fanden für ihre dem Publikum wohlbekannte Künstlerschast reichen Beifall. Knapp vorher hatte Herr M. Menzer sein reiches Können in einem Orgelvortrag bewiesen. Als Herr Oberkantor Kaufmann das Podium betrat und das »Haschkiwenu« mit tiefer Empfindung und musikalischem Verständnis ergreifend vortrug, war der ganze Saal feierlich still. Ein LisztfcheS Lied und die Arie deS Eavaradosfi aus „Tosca" gaben dem Sänger dann Gelegenheit, die süße Innigkeit seines helltönenden Tenors voll zur Geltung zu bringen. ' Aus der Fülle des Programmes müffen noch die Biolinvorträge deS Herrn Hugo. Gottesmann, der Kompositionen von Dvorak, Wieniawski und Händel mit tiefem Gefühl zum Vortrag brachte^ hervorgehoben werden. Dem Beifall folgend, spielte der junge Künstler das Kolnidre, das mächtigen Eindruck erzielte. Eine reizende Ueberraschung bildete das Erscheinen der Geschwister Kar«, Käthe. Edith und Knrt Schwager, die unter Leitung des Tanzmeister Rudolf Heiman» mit unendlich graziler Anmut und zweifellos echter Begabung Tänze ausführten. Die zwei lieblichen kleinen Kinderpaare tanzten die Skala der Gesellschaftstänze voin Menuett bis zum Two-Step (Musik von Heinrich Hermann) und erregten das Entzücken und den jubelndsten Beifall deS Publikums. Den Reigen der Vorträge beschloß ein humoristischer Bortrag, von Prof. Rasche, der aus dem unversiegbaren Jungbrunnen seines reichen Witzes und seiner sprudelnden Beredsamkeit einige Proben schöpfte. Zum Schluffe ergriff noch einmal Präsident Dr. Förster das Wort, um Herrn Max Schwager für sein opfervolles Bemühen als Arrangeur des Abends zu danken und an das Interesse der Erschienenen für Ziel und Zweck deS VolkSheimeS zu appellieren. Unter den Anwesenden bemerkte man die Vertreter zahlreicher Vereine und eine Reihe hervorragender Persönlichkeiten. Th. B.—M.