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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1913-11-14 · 46 (14.11.1913) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
30 (1913)
Issue
46 (14.11.1913)
Date
1913-11-14
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 46. Dr. Bkochs Wochenschrift. Seite 84g Korrespondenzen. Professor Dr. Herzberg-Fmnkel. Es ist ein Komitee in der Bildung begriffen, welches, aus Fachgelehrten der Wiener, Prager und Czernowitzer Universität bestehend, die nachgelassenen, noch nicht edierten historischen Arbeiten des früh verstorbenen Professors Dr. Sigmund H e r zb er g - F r ä n k el herausgeben soll. D azu gehören vorzugsweise die zum Teil in der „Monumenta Germania", in den „Kaiserurkunden" im Feuilleton der „Wiener Zeitung" mit g.-l. erschienenen Studien und Quellenforschungen. Der Prorektor der Prager deutschen Universität Herr Dr. Redlich wird die Einleitung und den Nachruf schreiben. D'.e Lehrkanzel Herzberg-Fränkels bleibt dem Wintersemester über unbesetzt. Am 21. November wird in Czernowitz und in allen größern Städten der Bukowina'eine Trauerandacht nach dem verstorbenen, so allgemein geachteten und beliebten Hochschullehrer veranstaltet. Rührend ist ein Beweis der Treue und Dankbarkeit seitens eines altern, begabten Hörers des Verstorbenen, stud. phil. H-, der gelobt hat, wiewohl er die Czernowitzer Universität verlädt und nach Wien übersiedelt, das ganze Trauerjahr lang Kadisch für den seligen Lehrer zu sagen. Handarbeitenausstelluag des Kaiser Franz Joseph- Ferienheim. In der Universitätsstraße Nr. 4 wurde Donnerstag die Handarbeitenausstellung, die das Damenkomitee des „Kaiser Franz Joseph-Ferienheim" jedes zweite Jahr veranstaltet, eröffnet. Baronin Anka B i e n e r t h. die in den letzten Jahren die feierliche Eröffnung vorgenommen hatte, war gestern bereits abgereist: aber vor ihrer Abreise sah sie sich noch die zur Ausstellung gelangenden Handarbeiten im Komiteelokale an und machte beträchtliche Einkäufe von Brokatarbeiten, von Deckchen aus Hausindustriearbeiten und echten Spitzen, die aber in der Ausstellung wegen ihrer Schönheit bis zum Schlüsse belassen wurden. Die Ausstellung enthält eine Fülle von herrlichen Weißstickereien in den schwierigsten Techniken, die durchwegs von den Damen des Komitees gearbeitet und dem wohltätigen Zwecke — es handelt sich nämlich um eine Verkaufsausstellung, deren Reinertrag den armen Schützlingen des Kaiser Franz Joseph- Ferienheim zufließt — zur Verfügung gestellt wurden. Neben den schönsten Milieus, Gedecken, Serviertischdecken, Eis- und Teedeckchen. neben herrlichen Tüllstickereien findet man auch kunstvoll erdachte Gegenstände der Kleinkunst,, die der Erfindungsgabe und der Geschicklichkeit der Damen sehr viel Ehre machen und auch von keiner Berufsarbeiterin besser ausgeführt werden können. Herrliche Divanpolster in allen modernen Techniken, Reisenecessaires aller Genres, gestrickte und gehäkelte Kleider. Mützchen und Jäckchen, aber auch die feinsten Nadelmalereien, Bilder, Kunststickereien sind nicht vergessen worden. Eine ganze Kollektion von sehr nützlichen Dingen, wie sie nur geistreiche Frauenköpfe ersinnen und sehr geschickte Hände ausführen können, reizen die Kauflust der Besucherinnen, und es wird wohl keine Dame das Herz haben, wegzugehen, ohne einen Einkauf zu machen, umsomehr, als die Sachen, da sie ja durchwegs Spenden sind, außerordentlich billig sind und sich zu Geschenken sehr gut eignen. Die Ausstellungen der letzten Jahre brachten fast immer über achttausend Kronen Reingewinn, und es ist zu hoffen und fast als sicher anzunehmen, daß die heurige Ausstellung ihre Vorgängerinnen, wie an künstlerischem Wert, so an Erträgnis, noch übertreffen wird. Unter den erschienenen Gästen bemerkte man bei der Eröffnung: Kammersängerin Frau Prof. H a l b a n - Kurz, Frau Professor Guido Adler, Frau Gräfin Sir ach witz-Makart, Frau Hofrat Mayer- L ü b k e, Frau Professor E h r m a n n. Frau Professor Roth. Frau Klara Borger. Frau kais. Rat Tritsch, Frau kais. Rat Fröhlich, Frau Oberbaurat Fröhl i ch. Fräulein Helene Richter, Frau Mar D u s ch n i tz, Frau Jda Heymann-Taussig, Frau Kommerzialrat Rothberger, Frau Dr. Bianca Bienenfeld u. v a. Die Ausstellung (IX., Universitätsstraße 4) dauert bis inkl. 13. Dezember. Zur Bluthetze in Satzbmg. Die „Salzburger Chronik", ein christlichsoziales Blatt, brachte vor zirka acht Tagen einen Artikel, worin nachgewiesen (!) werden sollte, daß es einen Ritualmord gibt usw. Da diese Zeitung nicht konfisziert wurde, so war die Kultusvorstehung bei der Staatsanwaltschaft vorstellig, ebenso suchte unser Herr Rabbiner den Kardinal, Dr. Katschthaler, auf. Der Erfolg dieser zwei Schritte steht noch aus. — Inzwischen erschien in der vorgestrigen Nummer des „Salzburger Volksblatt", das gelesenste Blatt hier, aus der Feder unseres Herrn Rabbiners ein Artikel an leitender Stelle, der hier sehr großes Aufsehen macht. König Ludwig von Bayern und die Juden von Sarvar. Aus Budapest wird uns geschrieben: Bekanntlich besitzt der neue König von Bayern Ludwig III. in der ungarischen Stadt Sarvar und ihrer Umgebung ausgedehnte Besitzungen. Aus Anlaß seiner Thronbesteigung hat die Bevölkerung von Sarvar eine Reihe von Huldigungsfestlichkeiten veranstaltet, an denen auch die dortige Iudenschaft lebhaften Anteil nahm. In den Synagogen der orthodoren sowohl, wie auch der neologen Gemeinde fanden aus diesem Anlasse Festgottesdienste statt, an denen sich die Gutsverwalter und die Domänendirektion König Ludwigs in dessen Vertretung beteiligten. In der Festrede wiesen die Rabbiner auf die vielen Wohltaten hin. welche der nunmehrige König Ludwig als Gutsherr den zwei jüdischen Gemeinden und ihren Wohlfahrtsanstalten erwiesen hat. Sie hegen die feste Zuversicht, daß er auch als König Ludwig dieser hohen edlen Gesinnung treu bleiben werde. In ehrlicher Dankbarkeit^ flehen auch die Juden den Segen Gottes für das künftige Schicksal des Königs der Bayern herab. Die anwesenden Vertreter des Königs waren von dieser Loyalitätskundgebung aufs tiefste gerührt, sprachen namens ihres königlichen Herrn den jüdischen Gemeinden den Dank aus und versprachen, hierüber an Seine Majestät genauen Bericht zu erstatten. Raufszenen zwischen jüdischnationalen Verbindungen. Aus Czernowitz wird die folgende wenig erbauliche Geschichte gemeldet: Der letzte Sonntag hatte wieder seine Studentenkeilerei, wenn auch diesmal eine in geringerem Umfange. Der Bahningenieur Eugen Buchbinder, der in Begleitung eines Herrn in der Herrengasse promenierte, wurde um die Mittagsstunde von mehreren Mitgliedern der „Hasmonea" angegriffen und samt seinem Begleiter mit Stöcken geschlagen. Mitglieder der Verbindung „Hebronia", die zufällig in der Nähe anwesend waren, nahmen sich der Bedrängten an und halfen ihnen aus der argen Situation heraus. Es entstand dabei ein Handgemenge zwischen den Mitgliedern der beiden Verbindungen, die jedoch durch das Einschreiten der Polizei ein rasches Ende fand. An einem der nächsten Nachmittage wurde Ingenieur Buchbinder von drei Mitgliedern der „Hasmonea" in der Rathausstraße abermals angegriffen und so geschlagen, daß er zusammenstürzte. Ingenieur Buchbinder trug einige leichte Verletzungen am Kopfe und den Händen davon und

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