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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1913-11-07 · 45 (7.11.1913) · page 17

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
30 (1913)
Issue
45 (7.11.1913)
Date
1913-11-07
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Nr. 45 Seite 833 Dr. Bkochs Wochenschrift. gehen sich die Wagschale halten und so kann denn diese Seelo nicht Einlaß finden, fes wird ihr; aber empfohlen, auf die Erde zurstchukehren und. drei Matunes (Geschenke) für' die Frommen in Gan-Eden mitzubringen, so dätz sie zur Ueberreichung dieser Ger schenke Einlatz wird finden müssen. Die Seele wandert lange herum. Es ist eine schwere Sachen in der heutigen Zeit derlei vollwertige Geschenke ' aufzutreiben. Endlich. erreicht sie das Ziel: I. Ein Jude sitzt in Mitternacht und verrichtet, das Mitten nachtgebet. Er wird von Räubern überfallen, sie nehmen ihm alles Hab und Gut, und er üb erlätzt alles der Uebermacht. Nur ein kleines Säckchen hält. er in der zitternden' Hand, verteidigt es mit den letzten Kräften.' Die Räuber vermuten darin Kostbarkeiten, machen dem Alten den Garaus und öffnen das Säckchen und finden darin — Erde! Dieses bischen Erde aus Palästina hat der Greis sich aufbewahrt, um es* ins Grab mitzunehmen, — däs allein hat er verteidigt'bis zuM letzten Atemzug'. Ein Atom dieser Erde nimmt die Seele, mitals Geschenk für die Frommen im Himmel. II. Dir Inquisition verurteilt ein jüdisches Mädchen, mit ihrem Zopf an ein Pferd angebunden und durch die Stratzen der Stadt geschleift zu werden. Vor der Prozedur äußert sie als letzte Bitte einer Sterbenden, man möge - ihr einige Stecknadeln schenken. Den,- Tod fürchtet sie nicht, aber der Gedanke erschreckt sie, datz beim Schleifen durch die Stratzen ihr Körper entblößt würde. Sie benützt diese Stecknadeln,-um ihr Kleid fest an den Körper anzuhesten, Eine dieser Stecknadeln nimmt die Seele' als zweites Geschenk mit. III. Ein jüdischer Hausierer wird überfallen, man schlägt ihn von' allen Seiten, seine Waren werden geraubt, er verteidigt sich nicht, sondern beMüht sich bloß, mit den Händen den Hut auf dem Kopf festzuhalten, damit er nicht, Gott behüte, aus der Straße ohne'Kopfbedeckung bleibt. Diese Mütze dieses ermordeten Hausierers bildet die dritte Matune. Die Bearbeitung zeigt nicht gerade großes literarisches Geschick, allein die Musik von Wolfsthal verleiht dem Stück eine autzerodentliche Anmut, man steht gebannt unter der Gewalt dieser künstlerischen Leistung des Komponisten. Wolssthal ist ein ausgezeichnetes musikalisches Talent, bei ihm hört man breite, kräftige, urjüdische Melodien, die sich dem Ohr einschmeicheln und speziell das jüdische Gemüt fesseln und erfreuen. Herr Wolfs- 1h a l ist ein Typ der alten jüdischen Komponisten, und zwar der besten einer. Die jüdische Intelligenz in Wien sollte es nicht verschmähen, einmal die Wolfsthal sch e Musik zu genießen und auf sich wirken zu lassen. — Die Aufführung war, nach den Verhällnissen dieser Bühne, vorzüglich, Regie und Schauspieler zeigten sich von der besten Seite. Herr Direktor M. Siegt er verdient vollen Dank, die „drei Matunes" waren eine schöne Matune für sein jüdisches Publikum. Henriette Herz. .-Herausgegeben’: von Hans L an d s b e r g-'! Weimar, 1913/ Gustav Kiepenheüeiv Preis Mark 6.—. •' Diese 'zusammenfassende Darstellung einer in weitem;Kreise, auch in dem Wiener, vor hundert Jahren fruchtbringend wirksamen Frauengestalt, bedeutet eine dankenswerte Bereicherung unserer biographischen Literatur, insbesondere der des Judentums. Der Einblick in den intimen ■Zirkel eines Moses Mendelssohn, einer Fanny von Arnstein, ■die hier gesammelten Briefwechsel der beiden Humboldts, Schleiermachers, Börnes usw., die Milieuschilderungen aus dem Berlin des großen Preußenkönigs und seines Nachfolgers verleihen dem Buch einen hohen Wert. Die populäre Behandlung des Gegenstandes läßt es als Geschenkswerk warm empfehlen. . Bibliothek wertvoller Novellen. Bd. XIII—XV. Heraus - gegeben von 0. Hellinghaus, Freiburg i. Breisgau, . Herder. Preis geb. je K 3.—. Auch diese Bände zeigen, wie die früheren, sicheren;rCakt in der Auswahl und gute Ausstattung. Insbesondere sei auf Moritz Hartmanns „Schloß im Gebirge“ und Stifters „Kuß von Sentze“ hingewiesen.. Worte Mosis. Herausgegeben von H. Bergmann. J. C.; 0. Bruns Verlag, Minden (Westf.). Preis' M. 2;5Q. Mit diesem Büchlein hat der bekannte Verlag einen ‘Haupttreffer gemacht. Die Einleitung allein ist wert, daß Jeder Jude es seiner Bibliothek einverleibt. Er wird darin Gedanken finden, die ihm sein teuerstes Heiligtum in einem neuen Lichte zeigen und ihn ganz neue Wahrheiten daraus schöpfen lassen. Das Bnberlieft. Verlag der „Neuen Blätter“, Hellerau bei Dresden. Man bat . Martin Buber nicht mit Unrecht mit Heraklit 'verglichen. Es ist niÄit jedem Leser gegeben, ihm auf den dunklen Pfaden seiner Mystik bis ans Ende zu folgen. "Doch sind diese Sqhäcjhte so überreich an Gedanken, daß 'jeder* vorndem geschlagenen Erz unterwegs des Köstlichen die Fülle auflesen kann. , Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde. Herausgegeben voll Dr. M. 6ru-nwa l d; Rabbiner der israelitischem Kuftüs* gemeinde in Wien. 161 Jahrgang, 4. Heft. (Der ganzen Reihe 48. Heft.) Diese Mitteilungen erscheinen zugleich als Organ der Gesellschaft für jüdische Volkskunde in Hamburg. Wien 1913. Inhalt: A. M. Gonzer: Jüdische Redensarten und Parodien aus Litauen. — N. M. Gelber: Berl Broder. (Schluß.) ■—: Dr. Bamberger: Jüdisches Volkslied aus Galizien. — Sal. Goldschmidt — A. Marmor stein: Zeena ureena.. — Bücherschau. — Alle Sendungen werden an-die Adresse des Herausgebers, Wien, XV., MariahUferstraße '167, erbeten Rabbiner Dr. Sigmund. JampeF, Schwedt a. 0., Vorgeschichte Israels und seiner Religion. Nach der alt jüdischen Ueberlieferung und den zeitgenössischen Inschriften gemeinverständlich dargestellt. Nebst einer Anleitung zur Popularisierung derselben vermittelst des Religionsunterrichtes. Frankfurt a. M., 1913. Verlag J. Kauffmann. Hebrew Union College. Annual Report of the Librarian. Cincinnati, May 31., 1913. Premier eahier de la quinzifeme sörie. Edmond Fl eg. Ecoute, Israel. I. — Les peres du monde. La maison d’esclavage. La terre de promesse. Cahiers de la quinzaine periodique paraissant tous les deux dimanches Paris 8, rue de la Sorbonne, au rez-de-Chaussee. $vicfk«ß*it. Jahrzeit. In solchen Fällen liegt eine religiöse Verpflichtung wohl nicht vor; es wird jedoch als Akt der Pietät und Liebe trotzdem geübt. A- L. War Goethe wirklich im Sinne Chamberlains Antisemit? Wie Goethe als gereifter Mann über die Alben dachte, geht aus einem kleinen Werke hervor, das Dr. W. Bode 189S bei Mittler L Sohn in Berlin erscheinen liest unter dem Titel: „Meine Religion." Dort sagt Goethe, S. 39, wörtlich in einem angeführten vertraulichen Gespräche: „Was sich in Meiner früheren Jugend alS Abscheu gegen die Inden in mir regte, war mehr Scheu vor dem Rätselhafte», vor dem Unschönen. Meine Verachtung, die sich wohl zu regen pflegte, war mehr der Reflex der mich umgebenden christlichen Männer und Kauen. Erst später, älsich viele geistbegabte, feiMWge Männer dieses Stammes. kenne» lernte, gesellte sich Achtüngzu der Bewunderung, die ich für das bibelfchöpferische Volk hege und für den Dichter, der das Hohe Lied gesungen." Nolizerr. Jüdische Bühne. Direktion: M. Siegler, Hotel Stefanie, II., Tadorstraße 12. Freitag den 7., Samstag den 8., Sonntag den 9. und Montag den 19. November: Zum ersten Male: „Chase« Kale", komische Operette in 4 Aufzügen von I. L a t a i n e r. — Sonntag den 9. November, halb 4 Uhr nachmittags, bei halben Preisen: „Jehuda und Israel" (Die zwei Sergenten). — Dienstag den 11.November: „Die Neschu«e va» Israeli Operette von Seifert. — Mittwoch den 12. November: „Die weiße Sklavin", Drama in 4 Aufzügen von Z a l a t o r z s k i. — Donnerstag den 13. November: „Die dreiMatuneS", Operette von Eh. Wolfsthal, Liberetto von I. L. P e r e tz. Jüdisches Dheater-Barietee im neuerbauten Saale S. Boudi (Zum König David), II., Untere Augartenstraße 8 (nächst der Augartenbrücke). Direktion H. Weinberg Wochenprogramm: Freitag, den 7., und Samstag, den 8. November, „Die Jesojme" v. I. Gordin; Sonntag, den 9. November, nachmittags */94 Uhr, bei halben Preise» „Das wahre Glück"; Sonntag, den 9. November, abends 8 Uhr, „Schabes Kojdesch"; Montag, den 19. November, Die beiden Kuni Lemel"; Dienstag, den 11. November, „Eisches Chaik"; Mittwoch, den 12. November, auf allgemeines Verlangen „Kol Nidre; Donnerstag, den 13. November, „Chanele, die Näherin-. Glücksrad. Zu der ganzen heutigen Auflage ist ein P.ospekt des Geldinstitutes „Glücksrad" beigelegt. Sollte jemand Mfälltg diese Beilage nicht erhallen haben, dann wende er fich an die Adresse „Glücksrad", Brünn, Rudolfsgasse Nr. 12,, wohin auch sämtliche Bestellungen, Anfragen u. s. w. zu sende» find.

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