Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 30 (1913)
- Issue
- 44 (31.10.1913)
- Date
- 1913-10-31
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 814 Dr.. Blochs Wochenschrift. Nr. 44 statt gekaufte Bücher lesen. Ich fürchte,- sie werden für die „Monumenta“, da sie den Talmud zum Gegenstände haben, nicht einmal so viel übrig haben, um sie auch nur aus einem ausgeliehenen Exemplare zu lesen. Der Talmud ist das populärste Buch — für die Antisemiten. Es ist nun höchste Zeit, dah auch die Juden beginnen, sich mit dem Inhalte dieses Werkes zu befteunden. Möge nun angesichts dessen, dah die Unwissenheit, mit Bosheit gepaart, neuerdings das Haupt erhoben und die Verfolgung alles Jüdischen aufgenommen' hat, für das Judentum die Erwägung „ma res agitur“ maßgebend sein, um dem Unternehmen zu einem gedeihlichen Fortgange und wohlverdienten Erfolge zu verhelfen. Dr. N. E. Pohprilles. Einen genußreichen Abend bereitete uns Homunkulus (Doktor R. Weil) an seinem letzten Abend im Beethovensaale. Dr. Weil ist nicht nur einer unserer geistvollsten Humoristen, sondern auch ein glänzender Interpret seiner Sachen. Das neue Programm fand begeisterte Aufnahme, insbesonders wurde eine neue „Poldi Huber"- Nummer mit Jubel ausgenommen. Zwei Vortragsstücke „Der schöne Gnil" und die „Skiläufer", von E. Sternseld humorvoll illustriert, unterhielten das Publikum aufs beste. Um das Gelingen des Abends machte sich auch ein Trio und Fräulein Sanders von der Hölle verdient. ' Die eigentlichen Festkonzerte im neuen Konzerthaus sind schon vorüber, doch das Konzert Hubermann war ein großes Fest für alle Anwesenden. Selten ist das Beethoven-Violinkonzert so edel, so klastisch gespielt worden wie an diesem Abend. Auch ein Violin-Konzert von Bach und Mendelssohn spielte Hubermann und das überaus elegante, zahlreiche Publikum lohnte es ihm mit stürmischen Applaus. _ „Mu tz i." Otto Ludwigs Werke. Mit Biographie und Einleitung versehen von Dr. Arthur Eloesser. Goldene Klassiker- Bibliothek. Deutsches Verlagshaus Bong & C 0., Berlin. Was uns an reifen Werken von diesem Poetenleben geblieben ist, wird uns in der zweibändigen vortrefflichen Ausgabe der Goldenen Klassiker-Bibliothek dargeboten. Die interessanten Beziehungen Ludwigs zu einzelnen Juden, so schon in seiner Kindheit, später zu Auerbach, sowie zum Judentum als solchem (vgl. s. Makkabäer-) "machen dieses Werk jüdischen Lesern besonders empfehlenswert. Daß sich hier wieder alle Vorzüge der Goldenen Klassiker-Bibliothek: großer Druck, holzfreies Papier, geschmackvoller Einband vereinigen, braucht nicht besonders betont zu werden. Die zweibändige Ausgabe, mit dem Bildnis des Dichters geschmückt, ist Ai dem ungewöhnlich billigen Preis von M. 1.75 für den Leinenband zu haben. Unsere Leser werden mit uns dem Verlag für diese schöne Gabe dankbar sein. Die Freistatt. Altjüdische Revue. Jahrgang 1913 Oktober- Heft Maxim An in: Sozialistischer Jude und jüdischer Sozialismus. — Dr. K. Farnberg: Die jüdische Farmerbewegufng in Nordamerika. — Benzion Rub stein: Der Untergang jüdischer Gemeinden. —. Mathias Acher: Noch einmal Ost- und Westjudentum. — Arnold Zweig: Zum Problem des jüdischen Dichters in Deutschand. — I. A. Loubetzky: Zwei Epochen jüdischer Literatur. — S. Niger: Morris Rosenfeld. — Paul Mayer, Ludwig Strauss: Verse. — M. Rosenfeld: Jiddische Dichtung VI. - Büchereinlauf. — Bücherbesprechung. — Vom jüdischen Leben und Schaffen. — Verlag der Freistatt: Esch weder. Hans Landsberg. Henriette Herz. Ihr Leben und ihre Zeit. Weimar 1913. Gustav Kiepenheuer Verlag. Jung-Juda. Illustrierte Zeitschrift für unsere Jugend. XIV. Jahrgang, Kr. 20. Prag, den 24. Oktober 1913 (23. Tischri 5674). Inhalt: Ferdinand Freiligrath: Nebo. — Ben Jehuida: Kap. 11, V. 31. — Prof. Dr. Nathan Grün: Die Prager israelitische Gemeinde im 18. Jahrhundert. — El. Lädier: Sukotabend. — Ida Böck: Tante Esthers Sukke. ■— Ploni Almoni: Die drei Brüder. — Josef Hart: Ferien; (Fortsetzung.) —- Guck in die Welt. — Siegm. Werner: Schule. — Uebersetzungsaufgabe und Rätsel. — Frage und Antwort. — Redaktion und Administration: Prag, II., Stefansgasse 629. Dr. Adolf Lohnt. Gekrönte und ungekrönte Judenfreunde. Verlag Dr. Basch & Co. G. m. b. H., Berlin. Le Traducfceur, Thle Translator, II Tradutfcore, drei Halbmonatsschriften zum Studium der französischen, englischen, italienischen und deutschen Sprache. Gar manche haben in der Schule französisch, englisch oder italienisch gelernt und lassen die erworbenen Kenntnisse ajus Mangel an Uebung wieder zerfallen, anstatt sie zu erweitern und zu vervollkommnen. Diesem Uebelstande wird durch die oben genannten Publikationen auf möglichst einfache und unterhaltende Weise durch Darbietung reichhaltigen Lese- und Uebungsstoffes abgeholfen, mit ganz besonderer Berücksichtigung der alltäglichen Sprache, für die man leider in den Schulen so wenig Zeit findet. •— Probenummern für Französisch, Englisch oder Italienisch kostenfrei durch den Verlag des „Traducteur“ in La Chauxde-Fonds (Schweiz). Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden. Herausgegeben vom Bureau für Statistik der Juden. Berlin C. 2, An der Spandauerbrücke 15. Schriftleitung: Dr. Bruno Blau. 9. Jahrgang. Heft Nr. 10. Oktober 1913. Inhalt: I. Abhandlungen: Dr. oec. Jacob Sc g all, Berlin: Die Berufszählung in München im Jahre 1907. (Fortsetzung.) — R. E. M a y, Hamburg: Die Zahl der Israeliten am Sinai und ihre Fruchtbarkeit in Aegypten. — II. Statistisches Archiv: Religion der Schüler in den mittleren Unterrichtsanstalten in Berlin im Jahre 1911. — Eheschließungen in Amsterdam im Jahre 1911 und 1912. — Die Ergebnisse der Volkszählung in Irland im Jahre 1911. — Die Ergebnisse der, Volkszählung in Britisch-Indien im Jahre 1911. — Stand der jüdischen Kolonien in Argentinien im Jahre 1912. Bericht der Augenklinik Lemaan - Zion in Jerusalem von Chefarzt Dr. A. Ticho früher 1. Assistent des Professor Bergmeister in Wien. Jerusalem 1913. Zur Geschichte der Juden in Regensburg. Gedenkschrift zum Jahrestage der Einweihung der neuen Synagoge. Nach handschriftlichen und gedruckten Quellen bearbeitet von Rechtspraktikant Isaak Meyer in Regensburg. Mit 24 Illustrationen. Berlin 1913. Verlag Louis Lamm. Kriefkaste«. Sch. Nach dem Reglement erhalten Beamte der Wiener Kultusgemeinde nur im Alter bis zu 50 Jahren die Erlaubnis der Verehelichung. Die Frau erhält Pensionsanspruch, wenn die Ehe länger als drei Jahre gedauert hat. Jakob Theumann, Baden. 'Der 14. Oktober 1842 war der 10. Marcheschwan 5603. K. L. Es ist richtig, daß am Leichenbegängnis des sei. Herrn Schnapik in Lemberg tatsächlich Rabbiner Dr. Guttmann gleich dem orthodoxen Rabbiner Babad teilgenommen habe. Von einem Fungieren des Rabbiners Dr. Guttmann war in der Notiz vom 17. d. M. nicht die Rede. „Nichtantifemitischer Christ." Sie meinen, die Deutschen haben solche Kundgebungen nicht nötig, weil ihr Gewissen nicht belastet ist. Sie haben unrecht. An der Bluthetze gegen H i l s n e r haben /deutsche Antisemiten aller Sekten ihren redlichen Anteil gehabt. Deutsche Agitatoren hatten damals mit tschechischen ein Bündnis geschlossen und es ist nur hoch anzuerkennen, daß die tschechische Intelligenz das Bedürfnis empfindet, das Vergehen der Volksgenossen zu sühnen. Ein Leser. Ein Artikel über den talentierten Komponisten Wolfsthal wäre uns willkommen und würden wir denselben gerne abdrucken. _ Notizen. M. Grunwald, „ZurEeschichte und Psychologie der Blutlüge, mit besonderer Berücksichtigung der Prozesse Simons von Trient und Leopold H i l s n e r s" ist 1906 erschienen und durch I. Kaussmann, Frankfurt a. M. zu beziehen. Jüdische Bühne. Direktion: M. Siegler, Hotel Stefanie, II., Taborstraße 12. Freitag den 31. Oktober, Samstag den 1. November, Sonntag den 2. November und Montag den 3. November, zum ersten Male die Novität „Die Neschume von Jsruel", Operette von Seifert. — Samstag den 1. November, halb 4 Uhr nachmittags, bei halben Preisen „Die Amerikanerin", komische Operette von A. Schorr. — Sonntag den 2. November, halb 4 Uhr nachmittags, bei halben Preisen „Sulamith", Operette von A. Goldfaden. — Dienstag den 4. November „Jehuda und Israel" (Die zwei Sergenten). — Mittwoch den 5. und Donnerstag den 6. November „Die drei Matunes", Operette von CH. Molfsthal, Libretto von -I. L. Peretz. — Donnerstag, den 20. November ^Literarischer Elite-Abend mit jüdischen Bildern und Volksliedern". Jüdisches Theater-Varietee im neuerbauten Saale S. Bondi (Zum König David), II., Untere Augartenstraße 8 (nächst der Augartenbrücke). Leiter der Gesellschaft H. Weinberg. Gastspiel des Ehepaares Melzer. Täglich 8 Uhr abends Vorstellung. Wochenrepertoire: Freitag, 31. Oktober, „Das Leben in New-Pork; Samstag, 1. November, „Das Leben in New-York"; Sonntag, 2. November, Anfang */,4 Uhr, bei halben Preisen „Gabriel"; Sonntag, 2. November, „Rabi Ioselmann"; Montag, 3. November, „Davids Geige"; Dienstag, 4. November, „Mirale Efros v. Gordin"; Mittwoch, 5. November, „Chanele, die Näherin"; Donnerstag, 6. November, „Jüdale, *ber Blinde".