Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 30 (1913)
- Issue
- 42 (17.10.1913)
- Date
- 1913-10-17
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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£cttt 774 Dr. Blochs Wochenschrift Nr. 42 Wien. Der Vorstand deS jüdischen Vereines ^Einheit", rituelle mensa academica judaica und Volksspeisehalle, ladet hiemit sämtliche Mitglieder, Gönner und Freunde zur Besichtigung der im Hause II., Malzgafse 12, errichteten Sukkoh höfl-chst ein. „Beth Haam" (Jüdisches Volks heim) XVI., Wursitzergasse 11. Das jüdische Voltsheim hat sich seit einer Reihe von Jahren die Ausgabe gestellt — und auch erfüllt —, durch Abhaltung von Vorträgen, Konzerten und Kursen die Volksbildung und Voltserziehung der sozial gedrückten jüdischen Bevölkerung der westlichen Bezirke Wiens zu fördern und das Zusammengehörigkeitsgefühl aller Juden dieser Bezirke neu zu beleben. — In dem neuerbauten Hause des Ausspeisungsvereines steht ein über 200 Personen fassender Konzertsaal dieser gottgefälligen Institution zur Verfügung. Um seinen hehren Aufgaben und Zielen gerecht zu werden, erlaubt sich der Vorstand obgenannten Vereines, an jene Persönlichkeiten, die diesem Unternehmen sympathisch gegenüberstehen, mit der dringenden Bitte heranzutreten, ihn durch Anmeldungen von Vorträgen oder Mitwirkungen bei Konzerten zu unterstützen und sich dadurch den aufrichtigen Dank aller Hallenbesucher zu sichern. — Anmeldungen von Vorträgen und Konzerten wolle man gef. an den Präsidenten Dr. M. Förster, XVf., Thaliastraße 22, gelangen lassen. Wie«. (Jüdischer Handlungsgehilfen - Verband Ortsgruppe Wien, II., Taborstr. 11b.) Dienstag, den 21. d. M., findet im Verbandslokale ein Vortrag des Herrn Dr. Leop. Goldhammer statt. Thema: Statistisches über die Juden in Oesterreich. Beginn 8 Uhr abends. Gäste willkommen. Samstag, den 25. d. M., findet anläßlich des Simchasthorafestes in den Saallokalitäten des „I n d u st r u i e l l e n- C a f 6 s", I., Salzgries 21, um 9 Uhr abends eine Akademie mit anschließendem Tanzkränzchen statt. Regiebeitrag Kr. —.30. Eintrittskarten sind im Vereinslokale jeden Abend von 8—9 Uhr erhältlich. Wien. (Todesfall.) Am 11. d. starb im 46. Lebensjahre Frau Wilhelmine Serebrenik, die . Gattin des Ersten Kantors am Währing« Tempel, Herrn Leopold Serebrenik. Das Leichenbegängnis fand am 13. d. vom Trauerhause, XVIII., Schopenhauerstraße 39, unter großer Teilnahme statt. Unter den Anwesenden bemerkte man den Kultusvorsteher Emanuel Hofsmann, ferner die Bethausvorsteher Dr. Ign. Winter. Direktor Glücksthal, Rich. Bergmann, Jacques Karpeles, Jakob Grotte und Josef Nofsig, die Vorstände der Chewra Kadischa Leopold i Geiger und Leopold Kreüisheim,'den Sekretär-Stellvertreter der Wiener Kultusgemeinde Herrn Emil Engel, die Amtsleiter Herrn Wilh. Freistadt und Herrn S. Rochans, den Bibliothekar Dr. Bernh. Münz, die Präsidentinnen des Fräuen-Vereines vom 18. Bezirk, Frau Hoffman«, Frau Rabbiner Dr. Fenchtwang, die Schriftführerin Frau Dr. Winter mit allen Vorstandsdamen. Der 16./17. Bezirk war vertreten durch den Obmann des Ottakringer Tempels Herrn Hof- und Kammerphotographen S. Weitzmann. In Vertretung des Kantorenvereines Präsident Oberkantor Bauer, 1. Kantor M. B. Kaufmann und Kantor I. Smotritzky, ferner Oberkantor Don Fuchs, 1. Kantor Mathias. Die kantoralen Funktionen versah in «hebender Weise Oberkantor Jos. Morgenstern mit dem Chore. Am Zentralfriedhofe, woselbst Herr Oberrabbiner Dr. Güdemann anwesend war, sprach Rabbiner Dr. Fenchtwang einen ergreifenden Nachruf und schillerte die großen geistigen Vorzüge, die hohe Intelligenz der Verblichenen und richtete tiefempfundene Worte des Trostes an den Gatten und die Kinder der Verklärten. Hierauf sprach Professor Nafchär tiefempfundene Worte des Abschiedes, worauf der Sarg unter Trauergesängen zu Grabe getragen wurde. Dr. Schttlowsky m Oesterreich! Ein« der bedeutendsten jüdischen Schriftsteller und Redner, Dr. Chaim Schttlowsky, hält sich gegenwärtig in Wien auf. iAus Rußland gebürtig, blickt Dr. Schttlowsky auf eine langjährige Schrfftstellertätigkeit zurück. Dieses Jahr wurde in zahlreichen Städten verschiedener Länder sein 25jähriges Schriftstellerjubiläum gefeiert. Dr. Schttlowsky lebt seit vielen Jahren in den Vereinigten Staaten von Nordamerika, wo er sich eines großen Rufes in trllen Kreisen der jüdischen Bevölkerung, besonders aber der Arbeiter, «freut. Dr. SchülolwSky hat sich große Verdienste erworben als Erzieh« 'der jüdisch-radikalen Intelligenz und als Verfechter d« jüdischen Auflebungsbewegung. In Wien hat sich ein Komitee gebildet, für ihn eine Vortragstournee in Galizien und der Bukowina zu veranstalten. Den Abschluß dieser Tournee wird ein Vortrag in Wien bilden. Das Schttlowsky-Komitee. Wien. (Spende.) Für die Jemeniten sind uns von Frau Eugenie Bondy aus Dobrisch K. 3.— zugekommen. Aufruf! Wir erhalten folgenden Ausruf für die Jemeniten: Die infolge unerträglichen Druckes aus Jemen entflohenen Juden, einige lausend Familien, sind sehr würdige, strebsame und fleißige Menschen, die in Palästina, dem heiligen Laude unserer Väter. Zuflucht, Arbeit und Betätigung suchen, was der Pa,cha von Jerusalem, der Oest.-ung Konsul, das deutsche Konsulat, der Chacham-Baschi und die hervorragendst:« jüdischen Persönlichkeiten bestätigen. Jedoch gänzlich mittellos, finden sie dort nicht die erhoffte Arbeitsgelegenheit und darben in bitterster Not. llsovirn wegam zemeim Nafschi bohem tisatof. Ich möchte hiemit den Hilferuf und Notschrei tausender Arbeiter und talmide Chachonim, sekenim im neorim Darbender und Hungernder zu allgemeinem Gehör bringen, um Rachamim und unterstützende Teilnahme bitten Rabbiner S. FLr st, II, Gr. Schiffgaffe 8. Gaben erbeten an den gefertigten Rabb. I Baumgarten Wien, H., Hermineugaffe 13. für die Jemeniten. Auch ich schließe mich den Ea pfehlungen der chrw. Herrn Rabbiner an. Rabbiner H. Schenk, II., Hermincngaffe 6- Aus Jerusalem. Einem Privatbriefe der am Schare-Zedek-Hojpital wirkenden, seinerzeit am Wiener israelitischen Kaiserin Elisabeth- Krankenpslegerinnenheim ausgebildeten Krankenschwester, Fräulein Pauline Salamvn aus Wien, die schon ein Jahr ihrem edlen Berufe in der heiligen Stadt pflichlgetreu nachkommt, entnehmen wir nachfolgendes: „Das „Schare-Zedek-Hospital", die einzige moderne jüdische Heilanstalt mit Jsolier-Pavillons, hat für achtzig Patienten Platz, kann aber aus Geldmangel höchstens dreißig Patienten gratis derzeit ausnehmen. Es gibt ergreifende Szenen, wenn schwer erkrankte Patienten fortgeschickt werden müssen. Wasser haben wir, doch mußten wir auch schon solches kaufen, um unsere Zisternen frisch füllen zu können. Wir trinken nur gekochtes Wasser, aber trotzdem hatte ich schon einen starken Malaria-Ansall mit einer 40 Grad hohen Temperatur. Während unsere Oberschwester auf Urlaub war, arbeitete ich Tag und Nacht, das Wasser zum Trinken ist warm, Eis so teuer, daß nian es nur mit Mühe für Schwerkranke herbeischasfen kann. Das oben genannte Spital ist das beste und die' schwersten Fälle und Operationen kommen hieher." '—"'Arese Zeilen sprechen zur Genüge und indem wir unsere Bewunderung den Edlen zollen, die in der heiligen Stadt Kranke der Genesung zusühren, üben wir auch eines der menschenfreundlichsten Werke, eine solche Krankenanstalt materiell zu unterstützen. Moritz Antscherl. Austritte aus dem Judentum. Vom 5. Oktober bis inklusive 11. Oktober 1913. Bolek geb. Sticker Charlotte, geb. 5. Oktober 1891, Wien, XIII., Linzerstraße 123 a Bruckmann Hugo, Ingenieur, geb. 16. Jänner 1885, Wien, V., Zentagasse 1 Gotthilf von Miskolcz Stefan Eduard, Student, geb. 29. April 1884, Wien, IX., Maximilianplatz 6 Handowsky Dr. Hans, geb. 18. Mai 1888, Wien, IX., Bleicherg. 14 Landes Sigmund, geb. 10. Oktober 1881, Wien, XIX., Heiligenstädterstrasse 115 Michalup Charlotte, Private, geb. 9. August 1889, Wien, IX., Alserstrasse 10 Neumann Leopold, geb. 5. Jänner 1877, Tabor, Böhmen, II, Volkertplatz 7 Perko Deborah, Dienstmädchen, geb. 15. Jänner 1883, Wien, II., Praterstrasse 17 Reich Ernestine, Hilfsarbeiterin, geb. 14. März 1890, Wien, XX., Burgbardtgasse 21 Strauss Sigmund, Ingenieur, geb. 4. Jänner 1875, Znaim, XIX., Hartgasse 25 Taussig Franz, Schuhmacbergehilfe, gf*b. 8. Jänner 1889, Wien, XX , Bäuerlegnsse 8 St. Pölten. (Ehrung des Kultusvorstehers.) Herr Kultusvorsteher Albert Leicht wurde in der Sitzung des Gesamtausschusses am 4. September a. c. einstimmig zum Ehrenmitglied der Kultusgemeinde ernannt. Aus diesem Anlasse veranstaltete der Gesamtausschuß Mittwoch, den 8. d., eine Festversammlung im Sitzungssaal der Kultusgemeinde, wozu Herr Vorsteher Albert Leicht von zwei Herren, des Ausschusses abgsholt wurde. Bei seinem Eintritt in den Sitzungssaal begrüßte Herr Vorsteher-Stellvertreter Samuel Mendl Herrn Vorsteher Albert Leicht und überreichte demselben das vom Eesamtausfchuß gewidmete Tableau mit einer ehrenden Ansprache. Herr Vorsteher Albert Leicht dankte mit bewegten Worten für die ihm zuteil gewordene Ehrung, versicherte, auch ferner für die Interessen der Kultusgemeinde wie bisher zu wirken.