Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 30 (1913)
- Issue
- 42 (17.10.1913)
- Date
- 1913-10-17
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 42 Dr. Blochs Wochenschrift Sette 773 Schlachten des russisch-japanischen Krieges verwundet und dafür mit dem Kavalierskreuz des Georgsordens ausgezeichnet wurde. Als er nach Petersburg kam, meldete er sich als Jude bei der Polizei, wies seine Dokumente, sowie seine Auszeichnung und den Orden vor, der ihm das Recht gibt, sich überall in Rußland ungehindert aufzuhallen. Trotz alledem wurde der jüdische Kriegsheld von der Polizei in Haft genommen und per Schub in seine Heimat geschickt, weil, wie die Polizei angab. unter den Dokumenten ein Zeugnis fehlte, durch welches seine Vorgesetzten im Kriege erklären, datz er ehrlich seinen Militärdienst versah. Vergebens erklärte der Soldat, datz seine Kompagnie damals vollständig aufgerieben wurde und sämtliche Offiziere den Tod fanden und nur einige Unteroffiziere und ein Teil der Mannschaft, darunter auch er, sehr verwundet ins Spital kamen, fo datz seine Offiziere gar nicht in die Lage kamen, ihm ein Wohlverhaltungszeuqnis auszustellen. datz aber seine Auszeichnung doch beweise, datz er einen Heldenmut an den Tag gelegt habe, die Polizei bestand auf den Schein und wies den jüdischen Soldaten mangels Wohnrechtes von Petersburg aus. Christliche Künstler für ihre jüdischen Kollegen. Die christlichen Künstler in Rutzland haben wiederholt den Versuch gemacht, die russische Regierung dazu zu bewegen, datz sie den jüdischen Schauspielern das unbeschränkte Wohnrecht für ganz Rutzland erteile. Da dies bisher nicht geschehen ist, fand vorige Woche eine Versammlung des Verbandes russischer Schauspieler statt, in welcher über Antrag des kaiserlichen Hofschauspielers Bogolugoff einstimmig eine Resolution angenommen wurde, in welcher die Regierung aufgefordert wird, den jüdischen Schauspielern genau so wie den christlichen in allen-Teilen Rutzlands das. Wohnrecht einzuräumen. Die Studienreise eines Rothschild. Aus Rewyork wird uns geschrieben: Dieser Tage langte hier Herr Erich von Goldsckmidt-Rothschild, der Erbe des 'Frankfurter Rothschild-Hauses, an. Journalisten, die ihn um eine Unterredung baten, gab er die kurze und bündige Antwort, datz er die wichtigsten Städte der Welt aufsuche, um daselbst die Armenfürsorge in den verschiedensten Zwe'gen z i studieren. Nach derselben Meldung habe Herr Erich von Goldschmidt- Rothschild nach Abschluß seiner Studienreise die Absicht. seine Erfahrungen in einem Buche weiteren Kreisen zugänglich zu machen und auch selbst praktisch zu verwerten. '? Vermischtes. Kranzablöfungsfpeude« zugunsten der Chewra Kadischa in Wien I.. Seiteustettengaffe 4 für arme kranke Klaubensgenossen. Anläßlich des Ablebens der sel. Johanna Deutsch: Dr. Josef Deutsch Kr. 30.—, Wilhelm Deutsch, Auerbach 10.— Brüder Reich 5.—; zusammen Kr. 45.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Mar Müller: Joses Orlik, Brür. Kr.. 10.—, R. Ernst Kr. 20.—; zusammen Kr. 30.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Adolf Lauscher: Victor Bechart Kr. 10.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Hedwig Neufeld: David Tänzer Kr. 10.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Josefine Lederer: Ignaz Barany Kr. 10.—, Julius und Olga Markstein 10.—, Egon und Hanna Weltsch 10.—, Philipp Popper 20.—, Weiler 30.—, Fr. Dr. Pleßner 10.—, F. Erabkowitcs 5.—; zusammen Kr. 95.—. Wien. Herr Rabbiner Dr. I. M. Bach wird am Scheminiazerethfeste (Donnerstag, den 23. Oktober 1913) beim Morgey-Gottesdienste die Predigt halten im Leopoldstädter Tempel. Wien. (Protestversammluyg vom 6. Oktober 1913.) Unter den Zustimmungskundgebungen zur Resolution des Wiener isr. Kultusvorstandes gegen die Ritualmordbeschuldigung ist auch eine solche von der Kultusgemeinde Pilsen eingelaufen. Nachträglich haben ihre Zustimmung zu der Resolution auch gegeben: Kultusgemeinden Spalato, Brzezany und Budzanow. Wien. Die Einschreibungen in die hebräische Sprach- und Bibelschule, II., Pazmanitengasse 6. finden au jeden Sonntag von 10 bis 12 Uhr statt. Unterrichtsbeginn Sonntag den 19. Oktober, 9 Uhr vormittags. Für Freunde der hebräische» Sprache. Aufruf! Der letzte Zionistenkongreß hat uns Wienern deutlich die Notwendigkeit der Kenntnis der hebräischen Sprache vor Augen geführt. Die hebräische Sprache hat aufgehört, bloß als Berständigungsmittel mit Gott zu dienen, hat aber auch aufgehört, nur Sprache der palästinenfischen Juden zu sein. Wir haben es erlebt, daß man fich tagelang in unserer alten und doch verjüngten Sprache unterhielt, wir konnten beobachten, daß die schönsten Reden in Hebräisch gehalten wurden. Die moderne hebräische Literatur hat in den letzten Jahren an Umfang und Bedeutung außerordentlich viel zugenommen. Wer heute mit dem geistigen Leben unseres Volkes Schritt halten will, ist nolens volens gezwungen, Hebräisch zu können. Der „Hrrzl-Klub" hat deshalb beschlossen, Hebräischkurse ins Leben zu rufen, und lädt alle jene (Damen und Herren), die Hebräisch lernen oder fich in dieser Sprache vervollkommnen wollen, zur Beteiligung ein. Die Kurse, die abends abgehalten werden, beginnen nächste Woche und find eingeteilt: 1. in Kurse für Anfänger, 2. in Kurse für Vorgeschrittene und 3. in freie Konversationsabende (Konversation über verschiedene Themata, alte und neue Literatur rc.). Anmeldungen find zu richten an Herrn Josef Stein, Wien, VIII., Alserstraße 7, der auch nähere schriftliche Auskünfte erteilt. Wien, den 15. Oktober 1913. Das Präfidium des „Herzl-Klub". Generalversammlung des Jüdischen Wauderbundes „Blau-Weiß" in Wien. Samstag den 4. Oktober fand die Generalversammlung des Jüdischen Wanderbundes „Blau-Weiß" statt. Der Obmann Herr Dr. Ernst Skutetzky erstattete den Rechenschaftsbericht, aus dem die rapide Entwicklung der Organisation zu ersehen war. Hierauf wurde die Umwandlung des Bundes in eine Ortsgruppe des Oesterreichischen Bundes „Blau-Weiß" für jüdisches Jugendwandern vollzogen und die Vorstandsmitglieder Jur.-Dr. Ernst Skutetzky, M.-U.-C. Otto Gersuny, Jur. Jaftrb Landau, Cand. Chem. Rudolfine W a l t u ch als Delegierte zum ersten in wenigen Wochen stattfindenden Bundestag gewählt. Nach längerer Debatte, in der interne Organisation^ fragen besprochen wurden, fand die Generalversammlung in später Stunde ihf Ende. Jüdisch-akademischer Techniker-Berband. Montag den 20. Oktober, 7 Uhr abends, findet im Hörsaal 18, der k. k. techn. Hochschule in Wien die konstituierende Versammlung obigen Vereines statt. Wir laden auf diesem Wege alle jüd.-akad. Techniker, die akademisch graduierten jüdischen Ingenieure und Architekten, sowie die inkorporierte jüdische Studentenschaft dazu höflichst ein. - Wien. Der humanitäre Geselligkeilsverein „Zufammenhaltende Brüder" veranstaltet am 25. Oktober 1913, S Uhr abends in Keßler's Prachtsaallokälitäten, XX., Rauscherstraße 5, eine Wohltätigkeits-Akademie.