Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 30 (1913)
- Issue
- 42 (17.10.1913)
- Date
- 1913-10-17
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Nr. 42 Dr. Blochs Wochenschrift Sette 768 4 Hat er nuu seine Probe ausflestanden, so kann man, nach genügsamen Unterricht, die Heil. Taufe im Namen Gottes vornehmen, und dann ihne die Wohlthaten geniessen lasten, und die allgemeine Menschliche und die besondere Christliche Bruder-Liebe von uns forderet, welche der getreue Gott und reiche Vergelter» einer solchen Stadt und Obrigkeit, wie auch einer jeden Part'cularen, nicht unbelobnt lassen, sondern, was mau diesen seinen armen Gliedern getban, annehmen, als wenn es Ihme geschehen wäre, und der liebe Heyland nach seiner Verheiffung dereinst öffentlich vor seinem Himmlischen Vater, allen Engeln und auserwehlten rühmen wird. Albert Löw. . Eine jüdische Inschrift aus dem zweiten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung. Wie die „Revue Jsr. d'Egypte" in einer sehr interessanten Notiz mitteilt, hat es schon im zweiten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung in der niederegyptischen Stadt Tenephyris eine blühende jüdische Gemeinde gegeben. Dies geht zumindest aus einer Inschrift hervor, welche der bekannte Archäologe Breccia in der genannten Zeitschrift mitteilt. Diese Inschrift besagt: „Zu Ehren des Königs Ptolomäus und seiner Schwester der Königin Kleopatra und seiner Frau der Königin Kleopatra haben die Juden von Tenephyris das Vestibül der Synagoge geweiht. Die Präsidentin Theodorus und Achilles." Es handelt sich hier um Ptolomäus VII. (143—116 v. u. 3-). Im übrigen haben, wie wir aus einer im Jahre 1902 in Alexandrien gefundenen Inschrift wissen, schon ein Jahrhundert früher, d. h. im dritten Jahrhundert v. u. Z . die Juden von Schedia die Synagoge dem König Ptolomäus III. und der Königin Berenica gewidmet. Die ffufcett tut statistischen I als »buche der Stadt Wien Me das Jahr 1911. Von kais. Rat Dr. Arnold Ascher. (Schluß ) Der letzte Abschnitt (XX) des Jahrbuches enthält auf 56 Seiten die Daten der kommunalen Armenpflege: während im Laufe der letzten 10 Jahre fast alle Abschnitte eine namhafte Bereicherung erfuhren und neue statistische Ermittlungen brachten, sind seit dieser Zeit die in früheren Berichten erwähnten Daten über die Anzahl der mit Armengeldern beteilten Juden u. ähnl. nicht mehr veröffentlicht worden: es ist deshalb nicht mehr ersichtlich, wie viel Juden unter den 2527 männlichen und 113 weiblichen Armenräten sich befinden, wie viel von den Fonds für Zwecke der öffentlichen Armenpflege per K 50,616.473 07 Juden zugute kommt, wie viel von den 25.899 Personen, die bei den Armeninstituten mit K 383.638 und außerdem aus Legaten, Geschenken k. mit K 72.090 beteilt wurden, auch unseren Glaubensgenossen zukam. Nur einmal finden wir das Glaubensbekenntnis anaeführt: bei den im städtischen Asylhaus aufgenommsnen Personen, und hier finden wir gegenüber den Vorjahren eine bedauerliche Steigerung: 1907 31 Juden, 5 Jüdinnen 1908 24 — 1909 79 4 1910 '77 9 1911 129 „ 23 7, Als Lichtpunkt finden wir auch in diesem Abschnitte eine Reihe Ziffern über die unentgeltliche Verpflegung, bezw. Befmndlung armer Personen im Spitale der Wiener israelitischen Kultusgemeinde:. es werden die bereits angeführten Ziffern wiederholt, wonach 1179 männliche und 1288 weibliche Personen im Spitale unentgeltlich verpflegt, überdies aber 15.546 Personen ambulatorisch behandelt wurden: die Zahl der Verpflegstage betrug 60.372, die' Auslagen (ohne die Auslagen für Vermögenserwerbung und -Verwaltung) 418.715 40 Kronen. Die Bedeutung dieser Ausgabenpost wird wohl am deutlichsten aus der Tatsache erhellen, daß das Jahrbuch 15 Krankenhäuser anführt, in welchen unentgeltliche Verpflegung, bezw. Behandlung armer Personen aus Mitteln der Privatwohltätigkeit erfolgt und Ziffern anführt, wonach alle anderen 14 Institutionen zusammengenommen nur K 983.551 35 verausgabten, darunter das Spital der Barmherzigen Brüder K 344.670 09. Nur unentgeltliche ambulatorische Behandlung armer Kranker aus Mitteln der Privatwohltätigkeit erfolgte überdies noch in 4 Instituten, darunter dem Frauen- Krankeninstitute „Charite", welches zwar keinen konfessionellen Charakter besitzt, aber ob seiner unter der außerordentlich hingebungsvollen und opferwilligen Leitung des Gynäkologen Dr. Isidor Fischer entfalteten humanen Fürsorge für arme kranke Frauen dankbarst erwähnt werden soll: für die Behandlung von 925 Personen, von welchen 80 außerhalb Wien wohnten, wurden für den Anstaltszweck K 4603 75 verausgabt. Die Zahl der jüdischen Pfleglinge in den städtischen Versorgungshäusern betrug: es waren 1907 unter 3115 männl. Pflegl. 21 Juden 1908 „ 3187 27 „ 1909 „ 3037 .. 26 „ 1910 „ 3209 24 „ ,, ,, 1911 „ 3371 „ 36 .. weiters waren 1907 unter 3371 weibl. Pflegl. 28 Jüd. „ 1908 .. 3194 „ ' 19 .. „ 1909 „ 3338 „ 31 .. „ 1910 ., 3645 . ,. .24. „ „ 1911 „ 3745 „ .. ' 26 Gerade angesicht s dieser Ziffern wird man ermessen können, welchen Segen die israelitische Kultusgemeinde durch die Errichtung und Erhaltung ihrer Versorgungsanstalt (Obmann der Kommission V des Vorstandes der israelitischen Kultusgemeinde für die Versorgungsanstalt: Salo Cohn) verbreitet und wie vielen Unglücklichen und Bedauernswerten sie einen ruhigen und glücklichen Lebensabend bereitet: die Zahl der von ihr unentgeltlich beherbergten und verpflegten Personen betrug 402 (172 männliche und 230 weibliche) und verursachte einen Kostenaufwand von K 206.982 15. Schließlich ist zu erwähnen, daß im Franziska Ieitelesschen Stiftungshause, III., Steingasse 18. 11 männliche und 17 weibliche Personen unentgeltlich verpflegt wurden. -i- * •' Damit sind die dem statistischen Jahrbuche der Stadt Wien für das Jahr 1911 zu.entnehmenden Ziffern zu Ende. Gewiß geben sie oft gerade in solchen Punkten keine Aufklärung, wo eine solche dringend wünschenswert wäre: wer ihnen aber auftnerksam folgt, auf ihre Ursachen und Folgen näher eingeht, wird manchen wichtigen Fingerzeig finden. Kuig» Em Porträt. Daß die Pariser Akademie der Wissenschaften im Februar 1899 den Professor Luigi' Luzzatti zu ihrem auswärtigen Mitglied ernannte, und zwar an Stelle des früheren englischen Premierministers Gladst.one, das beweist am besten, - was Luzzattis Name im . Ausland bedeutet. Was aber bei der Schmähsucht der Italiener