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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1913-10-17 · 42 (17.10.1913) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
30 (1913)
Issue
42 (17.10.1913)
Date
1913-10-17
Page
– (sequence 7)
Language
German
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i^BigMgiaftagKaiywagirffWiea^^ •jct. 42 Dr. Blochs erfolgreiche wird fein können, wenn die Ito mit einer Schiffahrtsgesellschaft ein entsprechendes Abkommen wird schließen können. Wie uns von kompetenter Seite mitgeteilt wird, wird die Ito auch diesen Teil ihrer Emigrationsregulierungstätigkeil nur durch eine solche Schifffahrtsgesellschaft besorgen lassen, die sowohl in bezug auf den Tarif, wie auch hinsichtlich der Behandlung der Emigranten und der Berücksichtigung ihrer religiösen Wünsche die weitestgehenden Garantien zu bieten in der Lage sein wird. Dr. Gaffer über seine Audienz beim König von Rumänien. Wie aus den Blättermeldungen bekannt ist, hat der Chacham der sephardischen Gemeinden in London, Dr. M. Gaffer, nach Schluß des Zionistenkongresses seiner Geburtsstadt Bukarest einen Besuch abgestattet. Dr. Gaffer, der mit seiner Tochter reiste, kann sich noch aus seiner Bukarester Zeit her der Freundschaft des rumänischen Königspaares rühmen. Auf seiner Rückfahrt nach London hielt sich Dr. Gaffer einen Tag lang in Berlin auf, wo er einem jüdischen Journalisten eine Unterredung gewährte und sich über seine Audienz beim König von Rumänien folgendermaßen äußerte: Die Audienz trug eigentlich privaten Charakter, denn ich wurde nicht als Abgesandter der Juden, sondern als Privatmann, als alter Bekannter und Freund empfangen, und es wäre nicht sehr taktvoll, wenn ich dieses Privatgespräch der Oeffentlichkeit preisgeben würde. Die Rede kam natürlich auch auf die rumänischen Juden. Und ich ermächtige Sie, in meinem Namen alle pessimistischen Zeitungsmeldungen über die Zukunft der rumänischen Juden als unrichtig zu dementieren. In spätestens zwei bis brei Monaten werden alle mobilisierten Juden, die bei der letzten militärischen Aktion Rumäniens unter die Waffen gerufen wurden, die volle Gleichberechtigung haben. Die Zahl dieser beträgt ungefähr 15.000. Bedenkt man nun, daß es in Rumänien gegenwärtig im ganzen 200.000 jüdische Seelen, also ungefähr 40.000 jüdische Familien gibt, so wird man begreifen, daß, wenn 40 Prozent dieser jüdischen Familien emanzipiert werden, ein großer Teil der Iudenftage in Rumänien gelöst erscheint. Auf die Frage, ob nun die übrigen Juden nicht gezwungen sein würden, auszuwandern, meinte der Chacham. daß die materielle Lage der Juden sich in Rumänien in den letzten Jahren gebessert habe und ein Anlaß zur Emigration nicht mehr gegeben sei. (?) Auf die berechtigte Frage des Journalisten, ob selbst diese jüdischen Soldaten nicht bis zur Eröffnung des Parlamentes eine große Enttäuschung erleben würden und ob Dr. Gaffer bi; feste Ueberzeugung und Sicherheit habe, daß die Gleichberechtigung wenigstens dieser 15.000 Juden auch wirklich werde durchgesührt werden, antwortete Dr. Gaffer mit Nachdruck: „Dessen bin ich sicher. Pie jüdischen Soldaten, die an. der Mobilisierung teikgenomtnen haben, werden emanzipiert werden. Der König hat es mir versprochen! Und ich kenne den rumänischen König, er sagt immer die Wahrheit. Es ist sein Wille, und er wird wissen, ihn durchzusetzen." Die Tochter Dr. Gaffers, ein Mädchen von 17 Jahren, wurde von der rumänischen Königin in besonderer Audienz empfangen, die gleichfalls sehr herzliche Formen annahm. Juden aus den Hawaia-Jnfeln. Auf den Hawaia-Inseln befindet sich jetzt eine große Zahl jüdischer Soldaten und Mitglieder der amerikanischen Marine. Sie haben, wie aus Newyork gemeldet wird, jüngst unter dem Namen „Hebrew Military Association of the Hawaian Territorry" sogar ein jü- Wochenschrist Deue 767 disches Gemeinwesen gegründet. Wenngleich diese sicherlich nicht alltägliche Iudengemeinde im großen und ganzen militärischen Charakter trägt, so sind jüdische Zivilisten aus ihr nicht ausgeschlossen, denn es gibt in Honolulu eine ziemlich große Anzahl jüdischer Bewohner. Die erste öffentliche religiöse Veranstaltung dieser jüdischen Gemeinde bestand in einem öffentlichen Sederabend am vergangenen Pessachfeste. Uebrigens ist das nicht der erste Versuch, in dieser Provinz eine jüdische Gemeinde zu gründen. Schon vor mehreren Jahren hat ein damals in Honolulu lebender Kaufmann Lionel Mathews dort die erste jüdische Gemeinde (First Hebrew Congregation of Honolulu" gegründet und bei seinen Glaubensgenossen so viel Anklang gefunden, daß sie sich bereit erklärten, die Kosten für ein Vethaus und einen Gottesacker aufzubringen. In den letzten Jahren wurde jedoch der ganze Detailhandel von Honolulu durch Japaner und Chinesen monopolisiert, so daß die Juden, aus allen Handelszweigen verdrängt, sich gezwungen sahen, Honolulu zu verlassen. Gegenwärtig dienen bei den verschiedenen Waffengattungen auf den einzelnen Inseln Hawaia 350 jüdische Soldaten, die nun ein neues jüdisches Leben in dieser entfernten Gegend inauguriert haben. Frankreich. Wie wir erfahren, soll Professor Henri Bergson, der berühmte Philosoph, für den Sitz in der französischen Akademie kandidieren, der durch den Tod von Emile Ollivier frei wurde. Eine andere Bewerbung um den Sitz ist bisher nicht bekannt geworden. So ist es wahrscheinlich, daß Bergson. der noch nie als Kandidat ausgetreten ist, bei feiner ersten Bewerbung unter die „Unsterblichen" ausgenommen werden wird. In diesem Falle wird Bergson der erste Jude in der ftanzösischen Akademie sein. In kurzer Zeit soll auf einem Pariser Platze das Denkmal der Baronin Hirsch und der Madame Boucicaut (der Besitzerin des Warenhauses Bon marche und großen Wohltäterin) enthüllt werden. Der Stifter des Denkmals ist der verstorbene jüdische Philanthrop Osiris. Juden-Taufen. Auszug aus der Sammlung jüdischer Geschichten in der Schweitz. Bon Johann Caspar Ulrich, Pfarrers zum Frauen-Münster in Zürich. (P. 316—bl7.) Wie man bey den Jüdischen Proselyten zu verfahren habe, um von denenselben nicht leichter Dingen betrogen zu werden. 1. Halte man gleich Anfangs über einen solchen Juden ein Protocoll und frage ihn aus: Wie er, seine Eltern und Geschwistrige heißen? wenn und wo er das erstemal auf die Gedanken geraten ein Christ zu werden? was ihn dazu gebracht, was ihm an der christlichen Religion gefalle, und an der Jüdischen Religion mißfalle, wenn er von Hause weggegangen, und welchen Weg er genommen? Ob er zu Hause nichts verbrochen, daß er dadurch gedenke der Strafe bemyt zu werden? womit er sich wenn er getauft und in den Schooß der Christlichen Kirche ausgenommen worden, nähren wolle? Was einmal geschrieben bleibet, und kann nicht wieder zuruck gezogen werden. 3.. Dieses geführte Protocoll communicire man in geheim ein- und anderem Heren und guten Freund, im geistlichen und weltlichen Stand, dahin der Jude zu gehen Ursache hat, daß sie dadurch Gelegenheit bekommen, ihre von obigen in etwas veränderten Fragen und Umständen nach und nach zu vernehmen, damit man erfahre, ob er auf einerley Rede bleibe, oder nicht; findet sich das letztere, sonderlich in einem Haupt-Umstand, so siele freylich ein nicht geringer Verdacht auf ihn, daß er mit Unwahrheit uud Betrug schwanger gehe. 3. Bestelle man heimlich gewisie vertraute Leute, welche auf sein Thun und Laßen, Ein- und Ausgehen und Gesellschaften, so viel möglich acht haben, oder Nachfragen, vornehmlich seinen Haus und Kost-Herrn, (wozu man allerdings Fromme, redliche und gewissenhafte Leute zu erwehlen hat:) die man zu Zeiten zu sich rußen kan, um des Juden Aufführung gründlich zu erfahren und sie von einem und andern zu unterrichten. 4. Uibereile man sich nicht zu sehr mit der Tauft, sondern verlängere lieber seine Probe- und Informations-Zeit, bis man von seinem Ernst, Fleiffe, Treue, Wahrheit, Bekehrung und Frömmigkeit überzeuget wird.

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