Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 30 (1913)
- Issue
- 41 (10.10.1913)
- Date
- 1913-10-10
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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Nr. 41 Dr. Blochs Wochenschrift daß im Spitale zur Beteilung austretender armer Rekonvaleszenten eine eigene Aushilfskassa besieht, aus welcher verausgabt wurden: im Iahre 1907 K 14-787 53 „ „ 1908 „ 14.44840 „ „ 1909 „ 14.08084 „ ., 1910 „ 13.43870 „ .. 1911 .. 8.02616 Die Zahl der Veteilten ist nicht ersichtlich. Es wäre gewitz innigst zu wünschen, datz die Spitalsverwaltung, welche in den letzten 4 Jahren diese Ausgaben einschränken mutzte, in die Lage käme, über reichlichere Mittel zu verfügen, um gerade Rekonvaleszenten, die noch nicht ganz arbeitsfähig sind, zu unterstützen; hiezu sei bemerkt, datz in den f.: k. Krankenanstalten die Beteilung aus Mitteln der öffentlichen Armenpflege im Jahre 1899 aufgehört hat und nur aus Stiftungsinteressen an allen k. k. Krankenanstalten an 255O Personen ohne Unterschied der Konfession K 26.200 und aus Klingelbeutelgeldern und Honorare für ärztliche Befunde K 4581 "92 verteilt wurden. An gleicher Stelle finden wir das Rekonvaleszentenheim „Philanthropia" für arme israelitische Frauen und Kinder im XIII. Bezirke, Lainzerstratze 172, welches von dem israelitischen Wohltätigkeitsvereine Josefstadt unter dem hingebungsvollen Präsidium der Frau Amalie Beck begründet wurde. Anzahl der Betten .. 12 von 1910 verblieben. 3 1911 ausgenommen.v 179 entlassen.177 Durchschnittszahl der Verpflegstage für 1 Person 16 96. In diesem Abschnitte wird der von Jahr zu Jahr steigende Beitrag der israelitischen Kultusgemeinde zu den Kosten der ersten Anlage des Zentralfriedhofes unter den Einnahmen der städtischen Friedhöfe angeführt: 1907 .K 15.33633 1908 .„ 15.942 14 1909 .„ 15.83385 1910 .„ 18.04102 1911 ....... 16.92910 Im Abschnitte XVII, welcher die Vereine anführt, die sich mit der Arbeitsvermittlung befassen, finden wir auch den von der Vne Brith-Loge im Jahre 1899 begründeten Verein für unentgeltlichen Arbeitsnachweis (Präsident Kommerzialrat Eduard Wiener, Obmann des Exekutivkomitees Dr. Bela Taussig, Bürovorstand Josef Weitz), dessen glänzende Leistungen nicht hoch genug veranschlagt werden können, sowie den im Jahre 1906 gegründeten Verein für unentgeltliche Arbeitsvermittlung an jüdische Hochschüler (Obmann Dr. Hermann Wolf): dieser zählte 127 Stellenanbote, 216 Stellengesuche und 102 Stellenvermittlungen. Der Verein für unentgeltlichen Arbeitsnachweis zählte 1211 Mitglieder. Die rastlose, ununterbrochene Tätigkeit dieses eminent sozialpolitisch wichtigen Vereines zeigt sich am deutlichsten in den im Jahrbuche angeführten Ziffern über die in den einzelnen Monaten in Anspruch genommene Intervention, auf welche auch bei dieser Gelegenheit das wärmste Interesse aller Arbeitgeber gelenkt werden soll; es waren in der Zeit vom 16./11. 1910 bis 15./11. 1911 ausgewiesen: Arbeits-- Stellen¬ Zu¬ Vermittanbote anbote weisungen lungen 2. Hälfte Rov. 271 259 594 177 Dezember 400 370 912 261 Jänner 545 429 1198 280 Februar 438 408 987 257 Seite 749 März Arbeitsanbote 495 Stellenanbote 505 Zuweisungen .1235 Vermittlungen 356 April 332 491 848 261 Mai 502 576 1184 370 Juni 333 391 956 210 Juli 450 529 1340 315 August 486 578 1226 377 September 542 607 1324 331 Oktober 650 567 1436 382 1. Hälfte Rov. 287 163 560 143 5731 5873 13800 3720 Von den 3720 Vermittelten waren 3054 männlich und 666 weiblich; Wiener waren 1564 angemeldete und 1143 vermittelte Arbeitnehmer; von den 5731 Angemeldeten waren 4083 männlich! 1257 verheiratet. Im Anschlüsse hieran sei auf die gleich segensreiche Tätigkeit des im Jahre 1840 begründeten Vereines zur Beförderung der Handwerke unter den inländischen Israeliten verwiesen (Präsident Dr. Leopold Simon, Sekretär Wilhelm Husserl, k. und k. Oberst i. P.). Die Zahl der vorgemerkten Lehrlinge betrug 311, die der angemeldeten Lehrplätze 669, der untergebrachten Lehrlinge 285. Ende 1911 standen 726 Lehrlinge unter Obhut des Vereines, welcher 1911: K 59.037 50 Einnahmen K 60.293 32 Ausgaben hatte; im Lehrlingsheime waren 14 Knaben untergebracht. Von dem israelitischen Waisenhause für Mädchen im XIX. Aezirke wurden 5 Mädchen in Gewerbebetrieben, 2 in eine Lehranstalt untergebracht. Das bereits oben erwähnte Rekonvaleszentenheim für arme israelitische Frauen und Kinder verausgabte K 15430. In dem Verzeichnisse der Waisenhäuser stehen natürlich obenan die k. k. Waisenhäuser in Wien und Judenau (631 Zöglinge, Ausgaben K 242.724) und die 8 städtischen Waisenhäuser (811 Zöglinge, Ausgaben K 575.927 58), Anzahl der jüdischen Waisen ist nicht ersichtlich. Unter den aus den Mitteln der Privatwohltätigkeit erhaltenen Anstalten finden wir das insbesondere durch die hochherzigen Widmungen der Brüder Wilhelm und David Ritter v. Gutmann begründete und speziell von der unausgesetzten, liebevollen Fürsorge des letzteren behütete israelitische Waisenhaus für Mädchen (70 Zöglinge. Auslagen K 27.250); der. gleichen opferwilligen Initiative verdankt das im Vorjahre eröffnete Knabenwaisenhaus im XIX. Bezirk seine Entstehung; die Begründung desselben war um so dankbarer zu begrützen. als bis dahin für israelitische männliche Waisen blotz das unter der ausgezeichneten Leitung des Direktors Alexander Hecht stehende Waisenhaus der Mar v. Springerfchen Waisenhaus-Stiftung für israelitische Knaben bestand (50 Zöglinge. Ausgaben K 29.381*19). Von den sonstigen Anstalten zur Pflege armer Kinder nimmt unstreitig den ersten Platz ein der „Kaiserin Elisabeth-Lehrmädchenhort", welcher von dem Leopoldslädier Frauenwohltätigkeitsverein unter dem Präsidium der leider allzu früh verschiedenen, unvergetzlichen Frau kais. Rat Dr. S. Krüger begründet wurde: die Zahl der im Jahre 1911 dort unentgeltlich verpflegten Mädchen betrug 71, der Kostenaufwand K 30.000; seither wurde dem Horte ein Arbeiterinnenheim angegliedert. Unter den jüdischen Kinderfürsorge-Institutionen, welche das statistische Jahrbuch ausweist, verzeichnet der im Jahre 1892 begründete, unter der unermüdlichen Fürsorge der Frau Sofie Grünfeld geleitete Verein „Kaiser Franz Josephs-Ferienheim" imposante Leistungen. Die Zahl der Schützlinge hat im Jahre 1911 526