Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 30 (1913)
- Issue
- 39 (26.9.1913)
- Date
- 1913-09-26
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Sette 704 Dr. Blochs Wochenschrift Nr. 39 Jude! Auch meine Frau ist Jüdin!" Dann gab Johnson auch die Aufklärung: Als kleiner Knabe wurde er von einer armen jüdischen Familie in Galveston ausgenommen und wie ein Kind des Hauses erzogen. Er nahm den jüdischen Glauben an und beschäftigte sich sogar viel mit dem Studium der Bibel. Ob ihn der Kampf Jakobs mit dem Engel oder jener Davids mit Goliath auf die Idee brachte, Borer zu werden, blieb leider unerortert. Korrespondenzen. Einweihung des Kaiser Franz Joseph I Huldigungstempels, II., Pazmanitcngaffe 6. Mit Verständigung der?. T Polizeidirektion in Wien vom vom 24. Dezember 1910 wurde der israelitische Beihausverein „Am Volkert" in Kenntnis gesetzt, daß auf Grund Allerhöchster Ermächtigung das Ministerium für Kultus und Unterricht bewilligt hat, daß der aus Anlaß des Allerhöchsten achtzigsten Geburtsfestes im II. Bezirke, Pazmanitengasse Nr. 6^ zu erbauende Tempel den Namen „Kaiser Franz Joseph I. Huldigungstempel" führen und im Siegel tragen dürfe. Dieser Tempel Ist nunmehr gemäß den Plänen des Architekten Ignaz Reiser in stattlicher Pracht sertiggestellt und wird allgemein als Wiener Sehenswürdigkeit gehalten. Abgesehen davon, daß die Türme die angrenzenden, mehrere Stock hohen Häusergruppen überragen und auch im Innern die prachtvollen Ealerieanlagen und Säulengänge den schmucken Bau zieren, weist dieser Synagogenbau, der mit allem Komfort ausgestattet ist, eine besondere, bis nun noch nie zur Ausführung gelangte Anlage auf. Ueber ein helles, breites Stiegenhaus gelangt man zu einer, schön angelegten Terrasse, die rings um den Tempel führt. Eine seltene, sehenswürdige Anlage im Gotteshause, die an den Feiertagen den Besuchern einen Erholungsort bietet, zumal dieselbe mit Blumen und Rasen bepflanzt werden wird. Die innere Ausstattung, was die Malerei, die Beleuchtungskörper und die gesamte Gruppierung betrifft, wurde ebenfalls ganz nach dem Entwürfe des Architekten Ignaz Reiser ausgeführt und wird die Altaranlage, die einen selbständigen freistehenden Teil bildet, von allen Besuchern allgemein angestaunt. Der Bethausverein hat hiemit mit Unterstützung der israelitischen Kultusgemeinde, durch deren Munijizenz dieser großartiges dem allgemeinen Bedürfnisse in diesem Bezirkssprengel dienende Bau ermöglicht wurde, eine seltene Rührigkeit an den Tag gelegt. Liefert ja dieser Bau den bedeutenden Wendepunkt in dem Werdegange dieses im Mai 1875 als äußerst kleiner Minjanoerein ins Leben gerufenen Bethausvereines. Schon im 5. Jahre seines Bestandes wurde der derzeitige, in verdienstvoller Weise wirkende Präsident, Herr Adolf Schramek, zum ersten Obmanne des Vereines gewählt, der durch seine zielbewußte, umsichtige Leitung und seine -unermüdliche Tätigkeit den Verein zu einer achtunggebietenden Körperschaft in der Wiener Kultusgemeinde und in der Wiener Judenschaft emporgehoben hat. Die feierliche Schlußsteinlegung und Einweihung findet am 28. September d. I., vormittags 11 Uhr, statt. Mit Rücksicht darauf, daß an den Stufen des Allerhöchsten Thrones die Bitte um Teilnahme niedergelegt wurde und ein Vertreter des Kaisers erscheint, werden hiezu auch die Spitzen der politischen und autonomen Behörden Wiens erscheinen und sind bereits die Vorarbeiten zur besonders feierlichen Gestaltung dieses Einweihungsfestes getroffen. Programm: I. JHa Towu durch Obcrkantor Josef Giblichmaun mit Chor. 2 Ansprache des Obmannes Adolf Schramek. 3. Verlesung der Schlußsteinurkunde und Ansprache des Architekten Ignaz Reiser. 4. Anzünden des „Ewigen Lichtes" durch Ehrwürden Oberrabbiner Dr. Moriz Gndemann. 5. Einholung der Thorarollen. 6. Eröffnung der Bundeslade und Einstellung der Thorarollen mit Uwenuche jaumar. 7. Weihepredigt durch Ehrwürden Vereinsrabbiner I. L. Abeles. 8. Ansprache des Präsidenten der israelitischen Kultilsgemeinde Dr. Alfred Stern. 9. Psalm 24 Leu tsebeorirn rosebeebern durch Oberkantor Giblichmaun mit Chor. 10. Gebet für Seine Majestät durch Ehrwürden Oberrabbiner Dr. Moriz Güdemann. 11. Volkshymne. Eintritte in das Judentum. Wien, am 21. 'September 1913. An die geehrte Redaktion von. „Dr. Blochs Oefterreichifche Wochenschrift" Wien. Als. im Vorjahre in Ihrem geschätzten Blatte aus der Feder des Herrn kais. Rates Dr. Arnold Ascher ein Artikel erschien, der statistische Ziffern über das Judentum enthielt, die dem Jahrbuche der Stadt Wien entnommen waren, hat das gefertigte Amt sowohl Ihre geehrte Redaktion als auch den Autor des Artikels darauf aufmerksam gemacht, datz die darin gebrachten Ziffern über Eintritte in das Judentum unrichtig seien. Auch in der dieswöchentlichen Nummer Ihres Blattes erscheint ein Artikel des gleichen Inhaltes, der die gleichen Unrichtigkeiten aufweist. Ich ersuche daher, in Ihrem geschätzten Blatte die in untenstehender Tabelle verzeichnten Richtigstellungen veröffentlichen zu wollen. Dementsprechend sind auch die über die Eintritte in das Judentum gebrachten Aufstellungen nach Beruf, Stand und Alter unrichtig. In Ihrem Blatte angegeben Richtige Ziffern männlich " weiblich Summe männlich weiblich Summe 1907 20. , . 58 78 47 87 134 1908 20 66 86 56 68 124 1909 22 74 96 98 103 201 1910 19 73 92 61 129 190 1911 23 84 107 61 127 188 Mit vorzüglicher Hochachtung Der Matrikelführer: Michael Brösler. Nachschrift der Redaktion: Herr kais. Rat Dr. Arnold Ascher hat lediglich die Ziffern über „Die Juden im statistischen Jahrbuch der Stadt . Wien" geboten. Die Beschwerde des Herrn Einsenders richtet sich somit gegen das „Jahrbuch". Das statistische Jahrbuch enthält das Material des Magistratsamtes, bei welchem Austritte aus einer Konfession gesetzlich bekanntgegeben werden müssen. Die Eintritte änzumelden ist keine gesetzliche Pflicht. Ueber die Eintritte sind darum die statistischen Daten des konfessionellen Matrikelamtes vollständiger und genauer. Vortrag des Herrn Dr. Hermann Algyogyr über die Beulenpest der Philister. In seinem hochinteressanten Vortrag über Babylon hat Herr Dr. Feuchtwang es beklagt, datz die Bibel dadurch, datz sie unsere ständige Kindheitslektüre geworden ist, von uns nicht immer zu sehr als ein einfach Gegebenes hingenommen wird. Wenn die modernen Wissenschaften sie von allen Seilen beleuchten und durchdringen werden, wird neben dem unschätzbaren religiösethischen Kern auch ihre Bedeutung als, historische Quelle immer staunenswerter werden. Ebenso hat der berühmte deutsche nichtjüdische Historiker, der kürzlich in Wien an hervorragender Stelle über Thukydides sprach, betont,