Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 30 (1913)
- Issue
- 38 (19.9.1913)
- Date
- 1913-09-19
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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Nr. 38 Dr. Blochs Wochenschrift Seite 889 welchem ein.Porträt Kaiser Josef II. von Josef Hickel aus dem Besitze der Herzogin von Berry, ein männliches Porträt von Moroni, ein ovales Bronzerelief Ludwig XV. und eine Marmorbüste der „Komtesse de Pange" von Houdon 1780 besonders schön sind. Im Parterre befinden sich zwei kleine und ein großer Salon sowie ein Speisezimmer, deren Wände mit grau in grau abgetönter Boiserie Louis XVI. bekleidet sind. Die Panneaur des ersten Entreesalons sind mit lichtgrüner Seide bespannt, auf welchen die Porträts der Madame und der Mademoiselle de Courcelles von Greuze, das der Herzogin von Orleans, Mutter König Louis Philippes von Lampi und „The laughinggirl“ von Reynolds, sowie zwei Superporten und ein Dessusde-Glace in Grisaille-Malerei von Prudhon besonders zur Geltung kommen. Auf dem weißen Marmorkamin stehen zwei herrliche Vasen aus dunkelblauem Sevres- Porzellan in reicher Goldbronzefassung von Tomir. Ein kleiner Louis XVI.-Schreibtisch aus Rosenholz in Marqueterie mit reichen Bronzen, auf welchen eine Schreibmappe aus .Kalbsleder mit dem fürstlichen Wappen Khevenhüller-Metsch in Goldpressung Ende des 17. Jahrhunderts liegt, ein kleiner ovaler Louis XVI.-Tisch mit Porphyrplatte von „Jacob" stammt aus dem Besitze der Königin Marie Antoinette und trägt ihr Monogramm mit Krone: eine hohe Louis XVI.-Standuhr aus Rosenholz mit reichen Bronzen von Lepaute und zwei Paar Louis XVI.-Wandleuchter aus vergoldeter Bronze Louis XVI. von ,;Feuchere" vervollständigen die Einrichtung dieses Raumes, von welchem man in den großen Mittelsalon tritt, die Vorhänge und der Bezug einzelner Möbel sind aus altem blaßroten, weiß ramagierten Damast, zwei Terrakotta-Gruppen von Clodion schmücken den Marmorkamin, zwei wundervolle Superporten von Fragonard die Türen, zwei Gobelins füllen die Panneaur neben dem Kamin, ein Aquarell von Eugene Lami, eine Ausfahrt Ludwig XIV. aus dem Schlosse Versailles darstellend, prangt auf einer Staffelei neben einer Marmorgruppe von Houdon, „1e baiser donne", ein Louis XVI.-Schrank für Musiknoten in Vernis-Martin, von Meuse gemalt, mit Bronzen verziert, ein kleiner Tisch aus Ahornholz für Strickerei, mit Bronzen, aus dem Besitz der Königin Marie Antoinette, mit ihrem Monogramm verziert, eine Markiertableite für Billard aus Sevres-Porzellan, 18. Jahrhundert, ist sehr interessant. Ein moderner Flügel füllt die eine Ecke des Salons aus. Der dritte Salon ist in gelb und blau ramagierten Velours de Gone dekoriert, die eine Wand schmückte das lebensgroße Porträt der Fürstin Christiane Lichnowsky, geborene Gräfin Thun, von Grassi gemalt. Daran stoßt der Speisesaal mit vier in die Boiserie eingelassenen Bildern von Vanloo, symbolisch die Musik, die Malerei, die Architektur und die Bildhauerkunst darstellend, im Aufträge der Marquise de Pompadour für ihr Schloß Bellevue gemalt. Von diesen sogenannten Sommersalons, deren Parkett mit japanischen Matten bespannt ist, führen die Glastüren auf die große, von blühenden Rododendren eingefaßte Terrasse, über die man in den wundervollen Garten gelangt, in welchem Baron Nathaniel seine schönen Feste und wöchentlichen Tennispartien gegeben, die unvergeßlich bleiben und bei welcher Gelegenheit Fürstin von Metternich-Sandor gewöhnlich die Honneurs gemacht hat. Vom Vestibül gelangt man über eine mit herrlichen Gobelins geschmückte Marmortreppe in den ersten Stock auf einen Vorplatz mit einem schönen Louis XVI.-Schreibtisch und eine hohe Louis XV.-Standuhr aus Rosenholz, reich mit Bronzen verziert, aus dem Besitze des Marquis Santa Cruz in Madrid. Links führt eine Türe in das große Appartement, welches mit einer -Louis XIV.- Galerie und einem Salon im selben Stil beginnt, darin zwei Bronzegruppen von Pigalle, eine Marmorstatuette der Diana von Houdon, eine runde Wanduhr mit dem Wappen des Fürsten Pignatelli und vier Gobelin- Panneaur nach Audran, 18. Jahrhundert, zieren die mit rotem Damast bespannten Wände. Interessant ist ein Miniaturgemälde Kaiserin Maria Theresia und Franz I. im Kreise ihrer Familie darstellend, nach dem in Schönbrunn befindlichen Original. Daran schließt der Regencesalon in braungoldener Boiserie und carmoisinroten Brokat gehalten, die Wände schmücken die Porträts der Prinzessin Sophie von Hannover von Lawrenze, das der Lady Hamilton und der Mrs. Pringle von Romney, das große Porträt des Grafen von Zinzendorf von Rigaud, des Prinzen Wilhelm von Oranien zu Pferd mit Suite von Metzu, August des Starken, Königs von Polen, von Largilwre, der Eleonora Gwynn von Peter Lely. Ein großes Landschastsbild von Wynants ziert die Wand ober dem Flügel, daran reihen sich die Porträts einer Prinzessin von Oranien von Weenir, des Erzherzogs Leopold von Teniers, Rebekka am Brunnen von Tiepolo und zwei Ansichten von Venedig von Guardi. Den Platz vor dem monumentalen Fenster nimmt ein großer Regence Schreibtisch aus Amaranthholz mit reichen Bronzeornamenten von Cressent ein, darauf unter vielen kostbaren Nippes eine Mappe aus rotem Leder mit dem Monogramm König Ludwig XIII. von Frankreich: diesen Tisch erhielt in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts Mademoiselle de Mortemart zu ihrer Verlobung mit dem Fürsten Velgiojoso. Zu beiden Seiten zwei Münzenschränke mit kleinen Laden im gleichen Stil mit Bronzen von Cressent. Die Lieee de remslanoe ist ein wundervoller Eckschrank Louis XV. aus Satin- und Königsholz in Marqueterie mit reichen Bronzeverzierungen und einem etagereförmigen Aufsatz, welcher eine Uhr trägt, von Dubvis. Dieser Schrank stammt aus dem Besitze des Grafen Branicki, Hetman des Königreiches Polen in Warschau, und repräsentiert heute einen unschätzbaren Wert. Vor dem Kamin ein kleiner Louis XVI.-Schreibtisch aus Rosenholz in Marqueterie mit reichen Bronzen von Denizot, welchen Königin Marie Antoinette ihrer Schwester Erzherzogin Marianne geschenkt hat, ein historisches Stück, welches immer große Bewunderung hervorgerufen hat: neben der Eingangstüre die schöne Marmorbüste der Mademoiselle Duthö von Houdon, Ende des 18. Jahrhunderts. Aus diesem Salon tritt man durch eine Glastüre in den großen durch zwei Stockwerke reichenden Renaissancesaal, ein imposanter Raum, welcher die herrlichsten Schätze der Renaissance und des „Cinquecentobeherbergt, auch mit Recht „Museum" genannt, gleichzeitig bietet er aber durch die um den monumentalen Kamin gruppierten bequemen Möbel einen traulichen Aufenthalt nach den großen Diners. Die Wände sind mit spanischen Ledertapeten, altem venezianischen roten Brokat und herrlichen Gobelins aus der Zeit bekleidet hier hängen die Porträts des holländischen Gesandten Anton Coopal von Rembrandt, des Bischofs Altobellus Averoldus von Francia, der Marchesa Brigida Grimaldi von van Dyck, der Elisabeth von Valois, Gemahlin Philipp II. von Spanien von Antonio Moro, die Miniaturporträts der Königin Maria Stuart und des Kurfürsten Georg I. von Sachsen auf Holz gemalt. Ein monumentales Ziborium, welches ungefähr die Mitte des Saales einnimmt, aus weißem Marmor von Desiderio da Settiguano ist besonders interessant, es hat die Form eines achteckigen Tempels und stammt aus der Kirche S. Pier Maggiore in Florenz. Eine Büste in weißem Marmor von Donatello ist von größter Schönheit. Da es unmöglich ist, die große Zahl der hier