Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 30 (1913)
- Issue
- 38 (19.9.1913)
- Date
- 1913-09-19
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Rr. 38 Dr. Blochs Wochenschrift Sette 687 garischen Juden diese Gerechtigkeit zu würdigen und zu danken wissen. Nur in einem Lande, in welchem die Juden als vollständig gleichberechtigte Bürger betrachtet und behandelt werden, können sie dem Vaterlande so treu sein und für dasselbe so heldenmütig und aufopfernd kämpfen, wie Ihr es in diesem Kriege getan habt. Aber Euer Heldenmut kann auch als Protest dienen gegen jene Lügen und Verleumdungen, welche in der letzten Zeit über Bulgarien in der europäischen Presse verbreitet wurden und die Europa glauben machen wollen, daß die Bulgaren ein wildes und barbarisches Volk sind." Die Rede des Großrabbiners hat begreiflicherweise auf sämtliche Anwesende einen mächtigen Eindruck geübt, die gesamte bulgarische Presse hat sie wörtlich abgedruckt und die bulgarische Telegraphenagentur hat sich ihrer bedient, um in Europa die Beschuldigungen gegen Bulgarien zu entkräften. Ernennung eines Juden zum amerikanischen Botschafter in Konstantmop el. Zum Botschafter der Vereinigten Staaten in Konstantinopel ist Mr. Henry Morganthau ernannt worden. Damit ist die diplomatische Vertretung Amerikas bei der Pforte zum zweitenmal einem Juden anvertraut worden. Bekanntlich gehört auch Mr. Oscar Straus, der vor einigen Jahren das gleiche Amt bekleidete, dem Judentum an. Mr. Morganthau ist 1857 in Deutschland geboren und wanderte in seiner Kindheit nach Amerika aus, wo er später an der City and Columbia Aniversity zum Dr. jur. promovierte. Nach Beendigung seiner Studien wandte er sich dem kaufmännischen Berufe zu. Er war zuerst Mitinhaber der bekannten Firma Lachmann. Morganthau .und Goldsand, sodann Direktor eines großen Bankinstituts in Newyork. Mr. Morganthau, der auf verschiedenen Gebieten des öffentlichen Lebens hervorragend tätig ist, bekundete auch für jüdische Dinge stets warmherziges Interesse. Er ist Präsident der Newyorker Free Synagoge und gehört dem Direktorium des jüdischen Mount Sinai-Hospitals an. Die türkische Regierung und der neue amerikanische Botschafter. Anläßlich der Ernennung Henry Morganthaus zum amerikanischen Botschafter in Konstantinopel hat ein hoher Beamter des türkischen Auswärtigen Amtes sich einem Journalisten gegenüber über diese Ernennung rückhaltlos sehr sympathisch geäußert. Er sagte u. a.: Die hohe Pforte hat diese Ernennung mit um so größerem Vergnügen zur Kenntnis genommen, als Morganthau Jude ist und er daher nicht nur als Vertreter seiner Regierung, sondern auch als Jude ein Freund der Türkei ist. Aus diesem Grunde hat die Pforte dem Washingtoner Kabinett ihre Zustimmung zu dieser Ernennung umgehend telegraphisch zukommen lassen. Vermischtes. Gratulationen anläßlich des - Festes zugunsten der Chewra-Kadischa. Einem seit Jahren eingebürgerten Brauche folgend, laden wir unsere p. t. Leser ein, Neujahrsgratulationen durch eine Anzeige in der „Oesterreichifchen Wochenschrift" an Stelle der direkten Gratulationen per Post erstatten zu wollen. Auf diese Weise verbindet der Gratulant mit der Erfüllung einer Formalität gleichzeitig die Förderung einer unserer ältesten und würdigsten jüdischen Anstalten. Die Einschaltung solcher Anzeigen erfolgt in der dem Roschhaschanah-Feste vorangehenden Nummer unseres Blattes vom 28. September l. I. gegen Einsendung einer Spende von mindestens Kr. 4.—, zu Gunsten der Chewra-Kadischa Wien. Letzter Termin zur Einsendung solcher Anzeigen 23. September 1913. Wien. Vom Bureau des XI. Zionistenkongresses erhielt Herr Oberkantor Don Fuchs nachstehendes Dankschreiben: Wien, am 8. September 1913. Wohlgeboren Herrn Don Fuchs, Wien, I., Postgafse 16. Sehr geehrter Herr Oberkantor! Wir gestatten uns, Ihnen für Ihren eindrucksvollen Gesang am Grabe Herzls unseren ergebenen Dank auszusprechen. Die ergreifende Stimmung der Feier verdanken wir in erster Reihe Ihrem freundlichen Mitwirken. Ihr „LI mole rachamim“ wird allen Kongreßteilnehmern unvergeßlich fein! Mit dem Ausdrucke unseres nochmaligen Dankes zeichnen wir mit vorzüglicher Hochachtung Bureau des XI. Zionistenkongresses m. p. Wiener Brockensammlung für jüdische Arme. Mit Erlaß der hohen k. k. n.-ö. Statthalterei vom 13. Mai 1913, Z. IV.—2089 wurde das Statut obigen Vereines genehmigt. Die konstituierende Vereinsversammlung wird Dienstag den 23. September d. I. um 7 Uhr abends im Sitzungsfaale der israelitischen Kultusgemeinde I., Seitenstettengafse 4, stattfinden und beehren fich die Gefertigten, alle Gönner dieses wohltätigen Vereines hiezu höflichst einzuladeu. Dr. Robert G l e s i n g e r, Hof- und Gerichtsadvokat; Jda B a r b e r, Schriftstellerin; Sal. Bauer; Josef Grob, Kantor; D. P o l l a k; Sigmund L ö w y, Oberlehrer i. P. Wien. Im israelitischen Tempel- und Schulverein Wien, VI., Stumpergasse 42, wird Sonntag den 21. September d. I., 6 Uhr abends, Herr Rabbiner Moritz F l e s ch im Bereinsbethause seine Antrittsrede halten. Wien. Am Dienstag den 23. September l. I. findet im Saale des Jüdischen Schulvereines Favoriten, X., Hasengasse 7, d e r II. Vortragsabend statt. Beginn 8 llhr abends. Thema: „Wir jüdischen Turner nach dem Xl. Zionistenkongreß." Referent: Herr med. Adolf Taglicht Eintritt frei. Gaste willkommen! Wien. Samstag den 13. d. M. beging das Ehepaar Albert und Karoline Pollak. Wien, XIX., in vollster Rüstigkeit das Fest der goldenen Hochzeit. Aus diesem Anlasse fand im Tempel des XIX. Bezirkes ein feierlicher Gottesdienst statt, bei welchenr der Vereins- Prediger Herr Professor Dr. Arnold Frankfurter an das Jubelpaar eine wirkungsvolle Ansprache richtete. Nach dem Gottesdienste wurden die Jubilare namens der Stadt Wien vom Herrn Bezirksrat Stumpf, namens der Israelitischen Kultusgemeinde und des Tempelvereines für den XIX. Bezirk vom Herrn Obmann Dr. Max Obersohn und naniens des Döblinger Jüdischen Frauenvereines von dessen Präsidentin Frau Sidouie Kahn unter Ueberreichung der Ehrengeschenke in herzlichen Ansprachen beglückwünscht. Aaitritte aas dem Judentum. Vom 7. September bis inklusive 13. September 1913. Freund Marianne, geb. 4. Februar 1911 zu Schönwald, zur röm. kath. Kirche. Freund Paula, Arztensgattin, geb. 15. Juni 1879 zu Schidrowitz, Mähren, derzeit in Schönwald, zur röm. kath. Kirche. Freue,d Wilhelm, geb. 16. Juli 1907 zu Wien, derzeit in Schönwald, zur röm. kath, Kirche. Friedland Hans, Ingenieur, geb. 19. März 1887 zu Wien, II, Stefaniestrasse 2. Hecht Else Rosalie, Privat, geb. 17. Oktober 1880, Wien, VIII., Kochgasse 7. Hutter Wilhelmine, geb. 12. Jänner 1892 zu Wien. Kauffler Felix Dr., Chemiker in der Cbiorfabrik Brückl, Kärnten, geb. 4. August 1878 zu Wien, zur evangel. Kirche. Kominik Frieda geh Guttmann, Private, geboren 23. Mai 1873 zu Debrezin, Ungarn, III., Parkgasse 3. Koväcs (früher Kohn) Adolf Ephraim, Bürsten- und Pinsel-Erzeuger, geb. 24. Dezemzer 1876 zu Vieszka, Döbl. Hauptstr. 33. Strakosch Hermance Hermine, geb. 1878 zu Wien, zur evangel. Kirche. Volkowiski Nikolaus, Journalist, geb. 6. August 1881 zu Kowna, Hotel »Erzherzog Karl«, Kärntnerstrasse. Winterstein Philipp Dr., k. u. k. Generalstabsarzt i. P., geb. 17. Dez, 1837 zu Chwalla, Böhmen, IV., Starhemberggasse 7.