Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 30 (1913)
- Issue
- 34 (22.8.1913)
- Date
- 1913-08-22
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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Seite 607 Nr. 34 Dr. Blochs Wochenschrift aLer gerade auch dieser Sache, trotzdem sie noch nicht fest verbürgt ist, schon im voraus Erwähnung geschehen, „aus daß, wenn dieH Zeit kommen wird, ihr daran gedenket, daß ich es euch gesagt Ä habe." (Joh. 16, 4.) gl Helmgens glaubt aber der Korrespondent nach einer anderen,^ erfreulicheren Version wegen seines schriftstellerischen Freimutes wenigstens seitens des nach den höchsten Idealen strebenden und nur durch die so schwer unter einen Hut zu bringenden Juden, Kirchen- und Tempelchristen um den schon winkenden Lorbeer und Preis in der Gestalt des bei der vor kurzem erst erfolgten Einweihung der „Kaiserin Viktoria-Oelberg-Stistung" gestifteten „Christusordens" betrogenen Herrn Ingenieur und Monteur L. Hoffman» in der angedeuteten gefährlichen Richtung absolut nichts fürchten zu müssen. Herr Monteur Hossmann, welcher ebenso wie vor einem halben Jahrhundert der preußische Hofprediger 28. Hoffmann, der Bruder des Gründers der Jerusalemer und palästinensischen TeMpelgesellschast, mit seiner kaiserlich nationalen Missionsbegeisterung in der größten Gefahr schwebte, das eine f seines Namens zu verlieren, soll nämlich, laut dem Korrespondenten weiterhin zu Ohren gekommener Informationen, aus Aerger über den nicht nur von den Juden, sondern auch von den eigenen christlich-kirchlichen Glaubensgenossen erlittenen Affront sich mit dem Gedanken tragen, der Kirche den Rücken zu kehren und aus „ungläubigen" Christen, Juden, Türken und anderen Heiden in der „heiligen Stadt" Jerusalem den ersten interkonfessionellen und internationalen Freiben k e r v e re i n zu gründen. Zu diesem raschen Front- und Gesinnungswechsel können wir nun unsererseits Herrn Hoffmann nur von ganzem Herzen bestens gratulieren und ihm unter Zusicherung unseres sympathischen Einverständnisses und unserer eventuellen tatkräftigen persönlichen Mithilfe nur ein frohes und ermunterndes „Glückauf" zurufen mit dem lebhaften Wunsche und der hoffentlich nicht täuschenden Hoffnung, daß es ihm auf dem nun betretenen Wege beschieden sein möge, größeren und bleibenderen Ruhm und allseitigere Zustimmung und Anerkennung zu ernten, als ihm dies bisher mit seinem uneigennützigen und opferwilligen, nicht einmal mit einem „Großbank", geschweige denn mit einem Orden oder einer „lobenden Auszeichnung" belohnten Wirken und Streben im Dienste der Kirche und des Nationalpatriotismus vergönnt geblieben ist. Jerusalem. . Philipp Kieferndorf. Vermischtes. Delegiertentag. der zionistischen Föderation „Misrachi" in Wien, Restaurant Huebncr IV., Alleegasse 8. Tagesordnung für Sonntag den 31. August 1913 (28. Aw 5673) und Montag den 1. September 1913 (29. Aw 5673), Beginn der Tagung 4 Uhr nachmittags. I. Sitzung: a) Eröffnungsrede — Dr. F r a n ck Begrüßungen Wahl des Präsidiums: b) Ber cht über die Tätigkeit während der Kongrcßperiode — Referent: Dr. Franck; c) Finanzbericht — Referent: Rechtsanwalt David; d) Generaldebatte. Montag den 1. September 1913, Beginn 10 Uhr vormittags. II. Sitzun g: e) Bericht über ^Palästina-Arbeit - Referent: Rabbiner F i s ch m a n n. Jaffa; f) Bericht über Tachkemoni — Referent: S. Wolfs. Antwerpen Debatte. Nachmittag III. Sitzung: g) Referat über Agitation und Propaganda — Referent: Redakteur Berlin; h) Organisation — Referent: Rechtsanwalt David Debatte; I) Wahlen; k) Diverses. * . * Vom 25, bis 88. August tagt in Wien. Beethovensaal, Stranchgasse Nr. 4, eine hebräische Konferenz, die von der „Organisation für hebräische Sprache und Kultur“ veranstaltet wird. Aus dem Tagesprogramm seien hier erwähnt die Vorträge der Herren I. Epstein, Ch. 9t Bjalik, Dr.. Schmarja Levin, Dr. Josef Klausner, David Frischmann, NahuM Sokolow u. a. Tie Eröffnungssitzung beginnt Montag den 85. August, 7 Uhr abds. Bei der großen Bedeutung und dem gewaltigen Umfang, den die hebräische Beß wegung in den letzten Jahren gewonnen hat, und bei dem ß Umstande, daß hervorragende Gelehrte und Schriftsteller aus l der ganzen Welt an ihr teilnehmen, werden viele Gäste ' erwartet, die mit Interesse sehen wollen, wie die hebräisch interessierte Welt in der klassischen Sprache des jüdischen Volkes die Kulturprobleme erörtert, die für die jüdische Nation von Bedeutung sind. Wien. (Auszeichnung des Chefarztstellvertreters derRettungsgesellschaft.) Der Kaiser hat dem Chefarztstellverter der Wiener Freiwilligen Rettungsgesellschaft Dr. Ignaz L a m b e r g das Ritterkreuz des Franz Josef-Ordens verliehen. Der Wiener Pazifist A. H. Fried — Ehrendoktor der Universität Leyden. Aus Haag wird telegraphiert: Aus Anlatz der Eröffnung des Friedenspalastes wird die Universität Leyden dem Professor Renault (Paris), dem Wiener Pazifisten Fried und dem nordamerikanischen Staatssekretär Root in feierlicher Sitzung am 27. d. das Ehrendoktorat der Universität Leyden verleihen. — Der Wiener Schriftsteller Alfred H. Fried, der im Jahre 1911 den Nobelpreis erhielt, ist neben Baronin Suttner einer der eifrigsten Propagandisten der Friedensidee in Oesterreich. Fried ist Wiener von Geburt und steht im 49. Lebensjahre. Er ist der Verfasser zahlreicher pazifistischer Publikationen und Herausgeber der „Friedenswarle". Konferenz der jüdischen Verkagsgesellschaft. Anfangs September findet in Wien eine „Konferenz der Jüdischen Verkagsgesellschaft" statt, und wird Ort und Zeit noch rechtzeitig bekannt gegeben werden. Diejenigen Personen, die gewillt sind, an der Konferenz teilzunehmen, wollen ihre Adresse an das vorbereitende Komitee zu Händen des Herrn Redakteurs Max Hickk; Brünn, Adlergasse, richten. Wien-Floridsdorf. (4 0 jähriges Jubiläum D r. I. König.) Am 11. d. M. beging Dr. I. König sein 40jähriges Jubiläum als Arzt und Bahnarzt der österreichischen Staatsbahnent Aus diesem Anlasse kamen ihm von nah und fern zahlreiche Glückwünsche von seiten seiner Verehrer zu. Schon am Vortage, am 10., langte an den Jubilar eine Glückwunschdepesche ein, die von den beiden Präsidenten der Wiener Kultusgemeinde, Dr. S, Stern und Dr. G. Kohn, sowie vom kais. Rat Dr. Lieben, unterzeichnet war und in der Dr. König als gewesener verdienstvoller Präsident der früher bestandenen Fkoridsdorser Kultusgemeinde in anerkennenden Worten gefeiert wurde. Am gleichen Tage erschien auch bei Dr. I. König eine Deputation bestehend aus den Mitgliedern der Bezirkskommission und des Tempelvorstandes, sowie aus den Vorständen der hiesigen Wohltätigkeilsvereine, in deren Namen Herr Rabbiner Dr. Rofenmann, Kultusvorsteher Em> Erünwald, Obmannstellvertreter E. Dukes, ihre herzlichen Glückwünsche zum Ausdruck brachten. Hnter den erschienenen Gratulanten waren die Herren Mor. Schwarz, Dr. S. Ruß, I. Glaser, S. Czuczka, Ad. Reininger, zu sehen. Ferner waren noch viele andere Deputationen und telegraphische Glückwünsche eingetroffen, die alle von der Beliebtheit und Hochschätzung, die dem derzeitigen Obmann des Bezirks- und Tempelvorstandes, Herrn Dr. I. König, dargebracht wurden, Zeugnis ablegten. G. D. Austritte aus dem Judentum» Vom 10.-August bis inklusive 16. August 1913. Ballner Frieda, Verkäuferin, geb. 14. März 1888, Wien, XX., Wallensteinstrasse 23 Bnnzl Emma, Private, geb. 12. Juni 1877, Wien, I., Opernring 1 Fiedler Olga Katharina, geb. 26. März 1895, Wien, IX., Clusiusgasse 6 Fleischmann Adolf, geb. 2. Dezember 1889, Prag, III., Hetzgasse 22 Fnchs Moriz, Kassier, geb. 2. Oktober 1858, Wien, XVI., Degengasse 16 Grünwald Karoline, Näherin, geb. 26. März 1895, Wien, II., Nordbahnstrasse 22 Hirsch Melanie, geb. 9. Dezember 1869, Neusatz, I,, Wallfischgasse 15 Kalmann Frieda, geb. 16. März 1892, Wien, II., Arnetzhofergasse 7 Zuckerlfest in Sawanyülüt (Sauerbrunn). Das vom Mädchen- und Frauenverein „Krankenbesuch (Bikur Chaulim)", I., Seitenstettengasse Nr. 4,. am 10. d. M. in Sawanyüküt (Sauerbrunn) veranstaltete Zuckerlfest nahm einen glänzenden Verlauf, und das finanzielle Ergebnis dieser Veranstaltung