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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1913-08-08 · 32 (8.8.1913) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
30 (1913)
Issue
32 (8.8.1913)
Date
1913-08-08
Page
– (sequence 13)
Language
German
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sss* Nr. 32 Dr. Bkochs Wochenschrift. Seite 577 gerechter geworden. Man erkennt an, daß die chassidische Richtung, (die Bezeichnung Sekte ist ein U n d i n g, da der Chassidismus strikte auf t a l in u d i s e h e m Boden steht und nur dem Mystizismus größeren oder geringeren Einfluß auf manches Gehet und manche religiöse Uebung einräumt), an aufrichtiger tiefinniger Frömmigkeit, an Aufopferung und Selbstverleugnung nicht übertroffen wird und auch dem enragiertesten Antichassid Hochachtung abringt. Der Lädier, dessen überragende Bedeutung und wechselvolle Schicksale Teitelbaum in vollendeter Weise schildert, war der Begründer der Cliabad-Richtung einer Brüderschaft, die nahezu durchaus aus intelligenten Menschen bestand und noch besteht und nur selten unbewußte Mitläufer zählte. Deren ganzes Leben und Denken sollte nur von den höchsten metaphysischen und ethischen Gesichtspunkten gelenkt werden, was schon ihr Name andeutet : Oh a B a I), Oh oehmor, Weisheit, B inoh, Vernunft, D eoh, Erkenntnis. Der Raw war auch in den exakten Wissenschaften wohl bewandert. In dem zweiten Bande entwickelt Teitelbaum die Ansichten des Raw über Gott und Welt und Thauro und über alle die. schwierigsten Probleme der Religionsphilosophie. Er vergleicht selbe oft mit fremden philosophischen Ansichten. Das Buch ist mit einem riesigen Aufwand von Belesenheit und Kenntnis der Materie gearbeitet. Dies veranlaßt den Autor vielfach zu Ausführungen, die mit dem eigentlichen Thema nichts zu tun haben und das Werk über Gebühr ausdehnen. Trotzdem ist die Lektüre desselben jedem bestens zu empfehlen, der in das Wesen des Chassidismus und das Leben der Chassidim eindringen will. In dem „Lädier“ findet er einen Mann von ungewöhnlicher geistiger Begabung und sittlicher Größe, dessen Beispiel uns beinahe für den Chassidismus gewinnen könnte. W. P. Gustav Frey tag, Bilder von der Entstehung des Deutschen Reichs. Herausgegeben von Wilhelm Rudeck; 1915 Seiten, geh. in eleg. Original-Leinenband, Mk. 6.—. Verlag von Walther Fiedler, Leipzig. Gustav Freytags „Bilder aus der deutschen Vergangenheit“, die bis 1813 heraufreichen, sind volkstümlich geworden. Gewissermaßen zum Abschluß gebracht und gekrönt werden sie durch die soeben erschienenen „Bilder von der Entstehung des Deutschen Reiches“, die in noch höherem Maße verdienen, überall gelesen und geliebt zu werden. Auch dieser neue Gustav Freytag ist nicht etwa eine gelehrte Geschichte; es sind Bilder, ebenso wie seine „Bilder aus der deutschen Vergangenheit“. Wo diese letzteren aufhören, mit 1813, genau da knüpfen die Bilder von der Entstehung des Deutschen Reiches an und führen bis zum Sedan feste 1871. Farbenreicher und lebendiger ist das 19. Jahrhundert dem Deutschen nie dargestellt worden. Alle Vorzüge der Freytagschen Darstellungsgabe sind hier vereint; die novellenartige Behandlung einzelner bedeutsamer Lebensschicksale, der grandiose Humor, die Anschaulichkeit der Bilder, die Wärme der Empfindung, das geschichtlich geschulte Urteil. Jede Zeile macht es lebendig, daß der Verfasser der größte publizistische Vorkämpfer eines neuen Deutschen Reiches war, und sich seine mannhaftesten Gefühle an diese seine Lebensarbeit bängten. Soeben erschienen: Das Jerusalemer und palästinensische Kunstgewerbe. Eine systematisch geordnete Kamen- und Preisliste seiner Haupterzeugnisse, herausgegeben von Phil. Kieferndorf, Prediger a. D., Dozent in Jerusalem. Selbstverlag des Herausgebers. Preis 40 Heller. Bei Bestellungen Vergütung des Betrages. Das mit beschreibendem Text und Illustrationen versehene Heft gibt eine den gegenwärtigen Fabrikationsverhältnissen möglichst entsprechende, sehr reichhaltige, mannigfaltige und interessante Liste der verschiedenen, sowohl hinsichtlich ihrer Materialbeschaffenheit, als ihrer technischkünstlerischen Ausführung äußerst soliden und gediegenen, reich- und geschmackvollen Erzeugnisse des modernen, hochentwickelten und kräftig blühenden Jerusalemer und palästinensischen Kunstgewerbes. Aus dem vielseitigen Inhalte des Katalogs seien hier nur die nachstehenden Rubriken namhaft gemacht und hervorgehoben: Arbeiten in Olivenholz-, toten Meersteinen-, Perlmutter-, Metall-, Kupfer- (Treibarbeit), Gold- und Silberfiligran-, Elfenbeinschnitzerei, Batik; orientalische, türkische und arabische Möbel; Seiden-, Leinen- und Baumwollwaren. Palästina-, Perser- und Smyrnateppiche, Spitzen; Antiquitäten, Miniaturmodelle in Holz, Stein und Tuch von Jerusalemer und palästinensischen antiken, archäologischen und modernen Gebäuden, Monumenten, Funden und Volkstrachten; Palästina-Photographien, Litographien, wie Kunstmalerei und Bildhauerarbeiten; evangelische, katholische und jüdische Kultusgegenstände nach palästinensischen und orientalischen Originalentwürfen etc. etc. Ein Anhang bringt außerdem eine recht verführerische Zusammenstellung von Palästina-Südfrüchten und -Konserven, Zuckerdelikatessen. Honig, Oel und alkoholfreien Weinen. Wer also mit Erwerbung des einen oder anderen der auch für die bescheidenste Börse noch erschwinglichen, wie den verwöhntesten Geschmack befriedigenden, für jeden Stand und Beruf, jedes Alter und Geschlecht passenden, für jeden Stand und Beruf, jedes Alter und Geschlecht passenden, jedem Haus, Zimmer und Salon zur Zierde gereichenden Gebrauchs-, Luxus- und Geschenksgegenstände des Katalogs sich selbst,, oder seinen Angehörigen, Freunden und Bekannten eine dauernde Freude machen, und gleichzeitig mit seiner Bestellung in Jerusalem noch ein gutes und verdienstvolles Werk tun will, der schreibe um Zusendung desselben sofort an die oben angegebene Adresse. Pastoren, Schuldirektoren, Kirchen-, Schul-, Universität-«-, Akademie- und Museumsverwaltungen seien noch ganz speziell darauf aufmerksam gemacht, daß ihnen hier eine außerordentlich günstige Gelegenheit geboten ist, im Interesse der Wissenschaft sowohl, als der allgemeinen Volksbildung, Jugend- und Volkserziehung, das Lehr- und Anschauungsmaterial ihrer Sammlungen über den biblischen Religions- und Geschichtsunterricht, sowie die allgemeine Palästinakunde auf eine äußerst vorteilhafte und empfehlenswerte Weise durch die verschiedenen Modelle des modernen Jerusalemer und palästinensischen Kunstgewerbes bedeutend zu bereichern. Herford R. T., Das pharisäis c, li e J u d e n t u m. Uebers. von R. P e r 1 e s. Leipzig 1913. Gustav E n g e 1, Mk. 3.50. Was auch immer zum Lobe dieses einzig dastehenden Buches gesagt werden kann, es reicht nicht an die Würdigung, die der unbefangene Leser ihm aus innerster Ueberzeugung wird zuteil werden lassen. Jeder Jude muß diese Vorträge eines tief frommen Christen (Pastors!) lesen, der sieh in 30jährigem Studium in das Wesen der Pharisäer vertieft hat. Alle die trefflichen Monographien, die in jüngster Zeit von jüdischen Autoren dem Gegenstände gewidmet worden sind, erhalten hier eine notwendige Ergänzung durch einen Kritiker, der vom entgegengesetzten Boden ausgeht und zu Ergebnissen gelangt, die jedes jüdische Herz mit Stolz mul Freude erfüllen müssen. Eine bessere Apologie des talmudischen Judentums ist kaum denkbar. Wer dieses Buch gelesen hat, wird nicht mehr „aus Ueberzeugung“ dem Judentum den Rücken kehren. y. Nord und Süd. Als Schweizer Sondernummer, mit dem Bildnis des Schweizer Bundespräsidenten Müller an der Spitze, erscheint das Augustheft von „Nord und Süd“ (Herausgeber und Chefredakteur: Professor Dr. Ludwig S t e i Berlin W., Lützuwoufor 5a. —■ Verlag: Schlesische Burhdruekerei, Kunst- und Verlagsanstalt v. S. Schottlaeuder, A.-G.. Breslau. — Preis pro Quartal (5 M.). Der frühere Präsident des schweizerischen Bundesgerichts Dr. -loh. Winkler gibt einen Ueherblick über die „Grumlziige der schweizerischen Verfassung“, wie sie durch die Totalrevision vom Jahre 1874 ausgestaltet worden ist. —• Die den Kantonen Uri, Glarus, Obwalden, Nidwalden und den beiden Appenzell eigentümlichen „Landsgemeinden“, die Versammlung des gesamten stimmfähigen Volkes, werden von Landamniaun Eduard Blumer in Schwanden (Glarus) behandelt. — Den ungünstigen Vorstellungen, die vielfach über das „schweizerische Milizheer“ herrschen, tritt 01>erstleutnant Feldmann (Bern) entgegen. — Als ein besonderer Ruhm für die Schweiz muß es gelten, daß ihre Bundesstadt Bern zum Sitz der 4 ältesten, wichtigsten „internationalen Bureaus“ gewählt worden ist, und zwar des internationalen Bureaus der Telegraphen-Uuion, des Weltpostvereins, für gewerbliches, literarisches und künstlerisches Eigentum und des Zentralamts für internationalen Eisenbahntransport. Alt-Bundesrat Doktor Emil Frey, Direktor des internationalen Bureaus der Te!egraphen-Union in Bern, verfolgt die Entwicklung dieser 4 Bureaus. — Auch das internationale Friedensbureau hat in Bern seinen Sitz, und der Direktor desselben, Nationalrat Dr. Albert Go bat, verbreitet sich im Anschluß daran über di' „inJTiiat'ona'ea Friedensbestrebungen“. Jung-Jiida. Illustrierte Zeitschrift für unsere Jugend. XIV. Jahrgang. Nr. 15. Prag, den 1. August 1913. (27. 1hamuz 5C>73.) Inhalt: Thomas Morre: Gefallen ist dein Thron. — Ben Jehnda: Zum 9. Ab. — Dr. Hans Gideon: Jüdischer Humor. — Josef Hart: Ferien (Fortsetzung). — El. Lädier: Davids Harfe. —■ Zerrissene Thorarollen (Illustr.). — Ida Böck: Wieso die Eltern das Stehlen lernten. — Doktor Otto Gotthilf: Wunderbare Selbsthilfe unseres Körpers gegen Krankheit und Tod. — Die Balkanjuden (Schluß). — Uebersetzungs-Aufgabe. — Guck in die Welt. — Rätsel. —- Frage und Antwort. — Redaktion und Administration: Prag, II., Stefansgasse (>'29.

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