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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1913-08-08 · 32 (8.8.1913) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
30 (1913)
Issue
32 (8.8.1913)
Date
1913-08-08
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Dr. Blochs Wochenschrift. Seite 571 "Nr. 33 Barons Alerander Hatvany-Deutsch, des Herrn Berthold Herzmann, des edelmütigen Wohltäters des Vereines Dr. Jakob Singer, wie auch des gewesenen Ausschußmitgliedes Frau I. S. Oppenheim und des fünfunddreißig Jahre hindurch im Dienste des Vereines gestandenen verdienstvollen Sekretärs Gabriel Forrai gedacht, deren Andenken im Protokoll verewigt wird. Dem Rechenschaftsberichte entnehmen wir folgende Daten: Im abgelaufenen Verwaltungsjahre wurden an momentanen Unterstützungen 25.929.20 Kronen, an regelmäßigen monatlichen Unterstützungen 49.409 Kronen, an vierteljährlichen Wohnungszinsbeiträgen 9703 Kronen, an Heiratsausstattungsbeiträgen 825 Kronen'und an Zinsen aus verschiedenen zu bestimmten Zwecken errichteten Stiftungen 4437.90 Kronen, zusammen also 90.304.10 Kronen an Bargeld verteilt. Im Mädchenwaisenhause des Vereines wurden 90 gänzlich verwaiste und in dessen Halbwaisenasyl 60 Mädchen erzogen: die Ausgaben für beide Anstalten, sowie für die teils eitern, teils bei ihren Angehörigen untergebrachten 20 Mädchen, insgesamt demnach für 170 Waisenmädchen, betrugen 111.634.26 Kronen. In der Volksküche des Vereines speisten vom 1. April v. I. bis zum 31. März d. I, 149.337 Personen ohne Unterschied der Konfession, und hievon 3862 Personen, zum größten Teil arme Studierende, umsonst: außerdem in der Zeit vom 15. Dezember v. I. bis zum 15. März d. I. 3926 arme Schulkinder, darunter 800 Kinder umsonst. Die Verwaltungskosten der Volksküche betrugen 48.623.04 Kronen. Im Alice v. Weiß-Wöchnerinnenheim des Vereines haben im abgelaufenen Jahre 803 Personen um Aufnahme angesucht, von denen 589 in der Anstalt entbunden wurden: die Niederkunft der übrigen war erst in einem späteren Zeitpunkte zu erwarten. Von den im Heim gepflegten Wöchnerinnen waren 406 Israelitinnen und 183 anderer Konfession. Die Ausgaben für dieses Institut beliefen sich auf 42.964.10 Kronen. Die Gesamtausgaben für sämtliche Verwaltungszweige der humanitären Wirksamkeit des Vereines beliefen sich also auf 297.680.18 Kronen, denen nur Einnahmen im Betrage von 248.002.33 Kronen gegenüberstehen. Das Verwaltungsdefizit von 49.877.85 Kronen wurde vom Vereinsvermögen abgeschrieben. Hierauf wurde der im abgelaufenen Jahre eingeflossenen zahlreichen Stiftungen, sowie der Legate und Spenden Erwähnung getan, von denen besonders das Legat des verewigten Dr. Jakob Singer hervorzuheben ist, aus dem einst den einzelnen Instituten des Vereines ungefähr 180.000 Kronen anheimfallen werden. Die im abgelaufenen Jahre eingeflossenen Legale und Spenden haben es ermöglicht, daß das Vereinsvermögen nach Deckung des bedeutenden Verwaltungsdefizits sich dennoch wieder um 78.501.44 Kronen erhöht hat. Der Bericht wurde zur Kenntnis genommen, dem Ausschüsse für das abgelaufene Verwaltungsjahr das Absolutorium erteilt und sowohl der Präsidentin als auch den Vizepräsidentinnen, den Vorsteherinnen, den Ausschußmilgliedern und dem Chefärzte des Wöchnerinnenheims für ihr rastloses Wirken und auch der Presse für ihre werktätige Unterstützung der beste Dank ausgesprochen. Den Mitgliedern der Revisionskommission Alerander Fleischl, Verthold v. Goldberger, Stefan Popper und Adolf v. Ullmann wurde Dank votiert: dieselben Mitglieder wurden wieder zu Bilanz- und Rechnungsrevisoren gewählt. Diese Kommission wurde mit dem neuen Mitglieds Manfred Weiß ergänzt. Budapest. (Isr. Frauenverein im 5. Bezirke.) Der Verein hielt am 13. April seine Jahresgeneralversammlung ab. Nach einer Ansprache der Präsidentin Frau Moritz Eichbaum wurde der Jahresbericht, den Sekretär Dr. Heinrich Incze unterbreitete, entgegengenommen. Danach hat der Verein im vergangenen Jahre 247 Bittstellern zusammen 2876 Kronen an Unterstützungen ausgefolgt, vielen Armen wurde im Laufe des Winters Kohle gespendet, 106 Kinder wurden bekleidet. An spenden sind im letzten Jahre 686 Kronen eingelaufen. Das Vereinsvermögen beträgt 8000 Kronen. Ausschluß der Juden aus einem staatlichen Badeorte. Nicht etwa in Rußland oder Rumänien, sondern in dem liberalen Ungarn! Wie uns nämlich aus Budapest geschrieben wird, ist den Juden der Aufenthalt in dem Badeorte Rank-Füred, der unter Verwaltung des königlich-ungarischen Ackerbauministeriums steht, einfach verboten. Der Badeinspektor Gras Paul Haller hat den strengen Befehl erteilt, keinem einzigen Juden in dem Badeorte ein Zimmer zu vermieten. Dieser gräfliche Vertreter der königlich-ungarischen Regierung geht in seinem Iudenhasse so weit, daß er den Juden, die, als sie sich vom Badeorte selbst förmlich ausgeschlossen sahen, in der Nähe desselben in Bauernhäusern einmieteten und ein Privatbad benützten, selbst den Zutritt in das Gebiet des Badeortes durch eigens hiezu beorderte Gendarmerie verwehrt. Es muß allerdings zur Entschuldigung des Grafen Haller angeführt werden, daß es sich hier bloß um arme Kaftanjuden aus Marnaros und Galizien handelt, welche auch von den chauvinistischen Assimilanten in Ungarn in aller Form verfolgt werden, so daß Graf Haller sicherlich nicht daran dachte, antisemitisch zu handeln, wenn er etwas tat, was auch seine gleichgesinnten Juden in Ungarn zu tun pflegen. Ein Skandal bleibt die Angelegenheit immerhin, die jetzt Gegenstand einer Untersuchung seitens des Ministeriums bildet. Von dem ungarischen Ueberschwemmungsgebiete. Aus Klausenburg wird uns geschrieben: Das Gebiet, welches von der jüngsten Ueberschwemmungstatastrophe in Ungarn betroffen wurde, ist von Juden stark bewohnt. Es sind zumeist arbeitsame, jedoch nicht reiche Juden, welche von dem Unglück heimgesucht und vollständig ruiniert wurden. Unter den Verlusten, welche die Juden erlitten haben, werden hauptsächlich eine Anzahl kleinerer Synagogen beklagt, die vom Wasser weggeschwemmt wurden, und es gab herzzerreißende Szenen, als die Juden selbst um die geringe Habe gebracht, jammernd Zusehen mußten, wie die Fluten die heiligen Geräte und besonders die Siffre Thora davontrugen. Und es ist bezeichnend, für den Sinn dieser frommen Juden, daß sie hauptsächlich daraus ausgingen, um wenigstens die Thorarollen, die ihnen aus anderen Gemeinden zugeschwemmt kamen, herauszufischen, damit sie nicht etwa in ruchlose Hände geraten, die damit Mißbrauch treiben könnten. Alle diese herausgefischten Thorarollen haben sich als unbrauchbar erwiesen und werden vergraben werden. Durch diese Katastrophe sind sehr viele Juden nicht nur um ihren Privatbesitz gekommen, sondern auch alte kleinere Gemeinden vollständig ruiniert worden. Russisch-jüdische Emigranten. Eger, Ende Juli 1913. Zeitig am Morgen des 27. Juli wurde ich zum Herrn Kultusvorsteher Eduard Löwy gebeten, um mich mit russischen Auswanderern zu verständigen und deren Angaben zu prüfen. Es waren wohl kräftige Männer, aus deren Zügen man Zuversicht auf eine bessere Zukunft, allein auch Angst und Verschüchterung lesen konnte. Sie erzählten mir in russischer Sprache, daß sie mit mehreren Familien, die nicht den Nachweis zu erbringen vermochten, daß ihre Großeltern bereits dort ansässig waren, von der Regierung ausgewiesen wurden und sich — da sie nicht die Geldmittel zur Beschaffung von Auslandspässen besaßen — über die österreichische Grenze

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