Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 30 (1913)
- Issue
- 31 (1.8.1913)
- Date
- 1913-08-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3020846-3022035-3022067--22344-3047485- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Sette 558 Dr. Blochs Wochenschrift. Nr. 31 Wien. Am Mittwoch den 16. d. M. verschied hier im 74. Lebensjahre Frau Nanette Eugelsrath aus Agram und wurde in Baden neben ihrem 23 Jahre früher verstorbenen Gatten Herrn Josef Eugelsrath. dem Gründer der gleichnamigen Juwelier ficma, beerdigt. Nach dem Tode ihres Mannes hatte sie selbst das Geschäft übernommen, vergrößert und dann ihren ,Söhnen in Agram, Fiume, Abbazia und Wien übergeben. Die Verblichene — eine Frau, gleich ausgezeichnet durch Herzensgüte wie durch Geistesgaben — verstand es, ihre Kinder-- schar qanz in der altangestammten Frömmigkeit zu erziehen und hatte das Glück, sie alle versorgt und im Besitze achtbarer Lebensstellungen zu sehen. Am Grabe hielt Herr Rabbiner W. Reich, Baden, eine dem Freundesherzen entsprungene Rede und gab eine lebenswahre Charaktcrist k dieses echt jüdischen Biederweibes. Wien. Der gewesene Wiener Kantor Leo Edelmann teilt uns mit, daß er am 1. August d. I. in Wien, VIII., Josefstädterstraße 30, im Vereine mit dem Musikpädagogen Niswiszky, einen Klaviersalon mit Klavieranstalt eröffnet und bittet seine früheren Freunde, sich bei Bedarf vertrauensvoll an ihn zu wenden. Austritte aus dem Judentum. Vom 20. Juli bis inklusive 25. Juli 1913. Frischmann Emanuel, Schneidergehilfe, geh. 15. Jänner 1881 zu Wilhelmsburg, N.-Ö., XVI., Ottakringerstraße 61 Gefall Fritz, geb. 15. Februar 1909, Wien Hausner Adolf, Friseur, geb. 10. Jänner 1874 zu Nagyatöd, Ungarn, 11., Rueppgasse 38 Hantier Eduard, Agent, geb. 24. Juli 1869 zu Nedwiedilz, Mähren, XVI., Thaliastrasse 88 Neumann Richard, Ingenieur, geb. 27. März 1885 zu Wien, XV., Sechsbauserslraße 4 Pollitzer Adolf, Kaufmann, geb. 6. Juli 1872 zu Baja, Ungarn, 1., Lothringerstraße 14 Pollatschek Rosa, Verkäuferin, geb. 23. Jänner 1887 zu Srlin, Böhmen, X., Kolumbusgasse 94 Schifmann Benjamin, Agent, geb. 3. Dezember 1878 zu Odessa, Rußland, II., Kleine Sperlgasse (Hotel Guth) Weiner Rosa, Verkäuferin, geb. 3. Oktober 1885 zu Klosterneuburg, 11., Schiffamtsgasse 10 Zubok Josef, Jurist, geb. 9. März 1886 zu Radomysl, Rußland, 11., Kleine Stadtgutgasse (Hotel Moskau) * Im letzten Ausweis lautet der Vorname richtig „Adolf“ nicht Eduard Frankfurt. Ferienheim jüdischer Schulkinder. (Weihe des neuen Gebäudes in Oftrawitz.) Sonntag den. 13. Juli fand die religiöse Weihe des neuerbauten schmucken Ferienheimes für jüdische Schulkinder in Ostrawitz statt. lleber Einladung des vollzählig erschienenen Ausschusses des Vereines „Jüdische Volksschule“ in Mähr.-Ostrau, des Erbauers des neuen Heimes, war ein zahlreiches Publikum erschienen, um Zeuge des bedeutungsvollen Momentes der Eröffnung des neuen Ferienheimes für die armen jüdischen Schulkinder des Ostrauer Jndustriebezirkes zu sein. Zu der Feier hatten sich auch Herr Bürgermeister Dr. Gustav Fiedler, die fast vollzählige Vertretung der isr. Kultusgemeinde in Mähr.-Ostrau mit ihrem Präses Herrn Dr. Alois Hilf an der Spitze, weiters der Leiter des Mähr.-Oftrauer deutschen Ferienheimes in Alt- Hammer, Herr Oberlehrer Stikar, Vertreter der Bethausvereine, viele Förderer des Ferienheimes, sowie zahlreiche Sommergäste aus Ostrawitz, eingefunden. Der den Bau ausführunde Baunreister, Herr Hans Pohl in Fridek, übergab zunächst die Schlüssel des Hauses dem Obmann des Vereines, Herrn Dr. Ernst Straßmann, indem er hiebei in schlichten, zu Herzen gehenden Worten die besten Wünsche für die Zukunft des Heimes zum Ausdrucke brachte. Herr Dr. Straßmann dankte zunächst dem Verfasser des Bauprojektes, Herrn Architekten Felir Neumann, und dessen bei der Feier anwesenden Vertreter und Mitarbeiter, Herrn Architekten Adolf Dockal, sowie der bauausführenden Firma für die in ,jeder Beziehung gediegene und zweckentsprechende Ausführung des prächtigen Werkes. Er gab sodann einen kurzen Ueberblick über die Bestrebungen des von ihm geleiteten Vereines zur Schaffung von Ferienkolonien für jüdische Schulkinder des Ostrauer Bezirkes, dankte hiebei allen jenen Faktoren, welche sowohl den Betrieb des Ferienheimes, als auch die Errichtung einer dauernden Heimstätte für diese Ferienkolonien ermöglichten und gedachte besonders der warmen Unterstützung durch die Stadtgemeinde Mähr.- Ostrau und der Mähr.-Ostrauer israelitischen Kultusgemeinde. Er ersuchte hierauf Se. Ehrwürden Herrn Rabbiner Dr. Spira die religiöse Weihe des Hauses vorzunehmen und dasselbe zu eröffnen. Herr Dr. Spira nahm zunächst die religiöse Zeremonie vor und erörterte sodann in einer gediegenen Rede den hohen Wert der Ferienheime, welche in den armen Kindern die Liebe zur Natur, der herrlichen Schöpfung Gottes, aufs neue wecken und verliefen und daher von allen Faktoren, welche auf eine religiös-sittliche Erziehung der Jugend Wert legen, auf das tatkräftigste gefördert werden sollen. Süiit heißen Segenswünschen für die Zukunft des Hauses eröffnete er sodann die Pforte desselben. Die sich sodann anschließende Besichtigung des neuen Heimes erweckte bei alten Teilnehmern aufrichtige und tiefe Bewunderung, sowohl was die praktische, raumsparende Anlage, die zweckentsprechende Einrichtung, als auch die herrliche Lage des Hauses selbst und des Fcrienheimgrundstückes anlangt. Unter den Festgästen herrschte nur eine Stimme darüber, daß mit der Eröffnung des Hauses eine neue, äußerst gediegene Wohltätigkeitsanstalt für die jüdische Bevölkerung ins Leben gerufen wurde. Donnerstag den 17. Juli, Uhr vormittags, rückte die Knabenkolonie — 35 Schüler an der Zahl — in Oftrawitz ein, um als erste das Heim zu beziehen. Meran. Das „Genesungsheim" des Vereines „Asyl für mittellose kranke Israeliten, Meran" wird mit 1. Oktober 1913 für die Herbstsaison wieder eröffnet. Mittellose israelitische Bewerber wollen sich brieflich wegen der ausführlichen Aufnahmsbcdingungen an die Kanzlei des Vereines wenden, unter der Adresse: „Asyl für mittellose kraule Israeliten, Meran" (Tirol) und ihre Gesuche um Ausnahme möglichst bis Ende A u g u st einreichen. Lundenburg. (Schulfeier.) Aus Anlaß des erfolgten Jahresschlusses fand am 15. Juli 1. I. an der zweiklassigen deutschen Volksschule ein Schulfest statt, welches einen äußerst würdigen Verlaus nahm. Der geräumige Sitzungssaal erwies sich auch Heuer als viel zu klein, um die betreffenden Eltern und zahlreichen Gäste, unter denen sich Herr Bürgermeister Moriz Holländer, der Ortsschulrat der Jjraelitengemeinde, sowie die Vertretung der israelitischen Kultusgemeinde befanden, zu fassen. Die Kinder der ersten fünf Schuljahre brachten die Liederspiele: „Das blinde Eeigerlein" und „Der Schwalben Heimkehr" ausdrucksvoll zum Vortrage und ernteten reichen Beifall. Herr Jonas Gold, langjähriger Obmann des Ortsschulrates, sprach in rührender Weise im Namen der politischen Jsraelitengemeinde, sowie der Eltern der betreffenden Kinder dem Lehrkörper für die erzielten recht günstigen Unterrichtserfolge, sowie für das Zustandekommen der herrlichen Schulfeier den herzlichsten Dank aus. Oberlehrer I. Robitschrk hielt eine passende Ansprache an die Schuljugend und dankte den Korporationen für das stete Wohlwollen, welches sie der Schule entgegenbringen. Mit dem Absingen der Volkshymne schloß die Schulfeier. Breslau. H.rr Dr. Mil. Arnold Grünfeld, Schüler des jüdisch - th"ologischen Seminars zu Breslau, wurde zum Rabbiner der Synagogengemeinde Eger gewählt. Herr Doktor G r ü n f e l d wird sein neues Amt am 1. September d. I. antreten. Aus Venefizien für 100 ungarische und 100 österreichische Volksschullehrer. Zufolge persönlicher Fürsprache des Dr. Adolf Steinitz, Kreisarzt von Bur Szent Miklos, gewährt die humane Eleichenberger Kurdirektion in der Zeit vom 10. August bis zum 30. September je 100 ungarischen und je 100 österreichischen Volksschullehrern — ohne Unterschied der Konfession, Nationalität und Geschlecht - bei der Kur-, Bade- und Jnhalationstare je 30 Proz, Ermäßigung: in dem lieblichen und liebreizend schönen Gleichenberg mit seinem gottvoll milden Klima siehst Du, lieber Leser, viele Glaubensgenossen: da herrscht keine Intoleranz: wir haben da zwei sehr gute rituelle Restaurants; in Ungarn gibt's, so weit wir wissen, 32.000 Lehrer — darunter waren bis vor kurzer Zeit bei 5000 Lehrer unseres Glaubens —, unter diesen Lehrern dürften viele Lehrer mit Rachen- und Brustkatarrhen behaftet sein. Wir laden die leidenden Lehrer ein, von diesem namhaften und sehr beträchtlichen Benefiz Gebrauch zu machen. Auszeichnung des Konsistorialpräsidenten von Konstantinopel. Wie aus Paris berichtet wird, wurde der Präsident des israelitischen Konsistoriums in Konstantinopel, Moise Dalmedico Vey zum Offizier der Akademie ernannt. Dalmedico, der erster Dragoman und Sekretär im Finanzministerium ist, hat mehrere pädagogische Werke in türkischer und französischer Sprache geschrieben, für welche ihm die französische Regierung die erwähnte Auszeichnung verliehen.