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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1913-07-18 · 29 (18.7.1913) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
30 (1913)
Issue
29 (18.7.1913)
Date
1913-07-18
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Sette 526 Dr. Blochs Wochenschrfft. Str. 29 wird! 3. Das Tier soll mit weichen nicht zu schmalen Riemen oder Stricken gebunden werden und mutz unmittelbar möglichst vermittels der Anwendung eines für diesen Zweck konstruierten Apparates auf eine weiche Unterlage umgeworfen werden. Das Umwerfen mutz schonend Vorgehen, so datz der Kops nicht am Boden anschlägt und dem Tiere kein Schaden zugefügt wird. 4. Der Halsschnitt soll sofort nach Umwerfung des Tieres und mit einem möglichst scharfen Messer ausgeführt werden. Den Kopf des Tieres soll man gestreckt hallen, bis der Tod eintritt." Schließung einer jüdischen Ackerbauschule. Das Konstantinopler Blatt „L’Aurore“ meldet i Die neben Smyrna gelegene jüdische Musterfarm und jüdische Ackerbauschule, welche seinerzeit von der .Tewisli Colonisation Association (3ca) aeqründet wurde, soll demnächst geschlossen werden. Ein Mitarbeiter der in Smyrna erscheinenden Zeitung „Messeret" begab sich zum Direktor der Anstalt, um die Ursache dieses Beschlusses zu erfahren. Der Direktor, Herr -Suckermann, gab die Meldung als wahr zu, und begründete den Entschlutz der Jca damit, datz die Schüler nach Absolvierung der Anstalt zum grötzten Teile sich dem kommerziellen Berufe zuwenden. während diejenigen, die auch nach Verlassen der Anstalt bei der Landwirtschaft geblieben sind, an den Fingern abzuzählen wären. Da die Jca auf solche Weise zur Ueberzeugung gelangt ist, datz diese Musterfarm, welche den Namen Or-Iehuda und die auf derselben befindlichen Ackerbauschule ihren eigentlichen Zweck nicht erfüllen, so bleibe für sie nichts anderes übrig, als die Konsequenzen hieraus zu ziehen. Direktor Suckermann sprach übrigens die Ueberzeugung aus. datz auch da^ Agrikulturinstitut in Djedeida. sowie die gleiche Anzahl in Jaffa und die Gewerbeschule von Jerusalem, von demselben Schicksal ereilt werden. Alle diese Institute werden in Kolonien umgewandelt werden. Die Auflassung von Or-Iehuda ist für den 14. Dezember d. I. beschlossen worden. Dr. Jochelmanns Klage über die Mißhandlung jüdischer Auswanderer. Aus Kiew wird uns geschrieben: Dr. Jochelmann, der Vizepräsident der Jto-Organisation und der unermüdliche Arbeiter für die Verbesserung der Lage seiner Glaubensbrüder, ist von einer grotzen ausländischen Reise heimqekehrt. Er erklärte es für seine Pflicht, die Oeffentlichkeit auf die unendlichen Leiden aufmerksam zu machen, welchen die jüdischen Auswanderer auf ihrem Leidenswege, hauptsächlich aber auf den deutschen Kontrollstalionen, ausgesetzt sind. Dr. Jochelmann führte den Nachweis, datz die jüdischen Auswanderer in den deutschen Konirollstationen oft den schamlosesten Mißhandlungen ausgesetzt sind, datz sie häufig ihres Geldes und ihrer Bagage beraubt werden, und datz die Fälle nicht selten sind, datz selbst Kinder von ihren Eltern losgerissen, für diese direkt in Verlust geraten. Die deutsche Polizei sowie die Beamten der Kontrollstationen bedienen sich des jüdischen Emigranten gegenüber einer unqualifizierbaren Sprache, und verschärfen auf diese Weise nur noch mehr die traurige Lage dieser Juden auf der Wanderung jenseits des grotzen Wassers. Dr. Jochelmann schlägt bezeichnenderweise vor, wegen dieser Angelegenheiten sich mit einem Memorandum an die russische Regierung zu wenden. Es ist fraglich, ob die russische Regierung, die sich um die im Anslande studierenden. russischen Studenten nicht kümmert, für die auswandernden Juden ein freundliches Wort haben wird. Vermischtes. Kranzablösungsspendeu zugunsten der Chewra-Kadischa in Wien I.. Seitenstettengaffe 4 für arme kranke Glaubeusgenoffen. Anläßlich des Ablebens der sel. Sofie Engel: Dr. H. K. und Frau 30 Kronen. Anläßlich des Ablebens des sel. Sigm. Blau: Jg. Sommer, Prag 10, die Beamten der Fa. Auspitz 25, zusammen 35 Kronen. Anläßlich des Ablebens des sel. Dr. Richard Taußig: Arnold Weishut 10, Edmund Beck 10, Friedrich Schiller 10, zusammen 30 Kronen. Anläßlich des Ablebens des sel. Philipp Bauer: O. B., Landstraße 20, Felir Str., Lisztstraße 50, Josef Woolmann 20, Josef Möller 5, Hugo Heller 10, Moritz Pick 20, Earl Kohn 5, Josef Wertheimer 10, Siegfried .Wertheimer 10, zusammen 150 Kronen. Anläßlich des Ablebens des sel. Karl Körmendi: Johann Macher 5, Bernhard und Elsa Schwarz 20, Lina Körmendi 50, Friedrich Jelenko 30, Julius Jelenko 20, Henriette Jelenko 10, Moriz Jelenko 10, Julius Figdor & Sohn 20, Emil Storch 10, Michael Weisz 10, Leopold Pick 10, Hermann Körmendi 10, zusammen 205 Kronen. Anläßlich des Ablebens der sel. Katharina Weiß: Hans Löwin 40, Dr. Adolf und Grete Hecht 20, kais. Rat I. Eifert und Frau 20, Wilhelm Eifert und Frau 50, Familie Moritz Schütz 20, Salo und Camilla Cohn 40, Netty und Moritz Frankl 15, Adelheid Stein 30, Dr. Emanuel Weiß 20, Anonym 20, zusammen 275 Kronen. Anläßlich des Ablebens der sel. Hilda Rosenzweig: Moritz Zweig 50, Jacques Kantor 20, kais. Rat Alexander Rosenzweig 100, Dr. Haßberg 20, kais. Rat Dr. Tennenbaum 20, zusammen 230 Kronen. Anläßlich des Ablebens des sel. Moritz Schnitzer: Alfred Broczyner 20 Kronen. - Anläßlich des Ablebens der sel. Anna Grabkowicz: Dr. Karl Mosauer 10, Egon Weltsch 10, Dr. Armin Pleßner 10, zusammen 30 Kronen. Anläßlich des Ablebens der sel. Sofie Engel: Arnold Löw- Beer, Brünn 100, Frau Löw-Beer, Brünn 20, August Löw- Beer, Brünn 20, Walter Löw-Beer, Brünn 20, Alice Wengraf 10, Aler. und Helene Czinner 5, zusammen 175 Kronen. Anläßlich des Ablebens des sel. Sigmund Goldberger: Richard und Hedw. Kind 10, Ernst Reitler 10, Adolf Mandl jr. 20, Ludwig Kolliner 10, zusammen 50 Kronen. Anläßlich des Ablebens des sel. Harry Arthur Witzinger: .Alfred Pick 25, Marcell Bünesy 25, Dr. Oskar Bönesy 25, zusammen 75 Kronen. Wien. (Kaiserlicher Rat Karl Engländer.) Von der Zeremonienhalle der israelitischen Abteilung des Zentralfriedhofes aus fand am 11. d. M., vormittags um 11 Ikhr, das Leichenbegängnis des am 7. d. in Bad Ischl verstorbenen Vizepräsidenten des Vereines reisender Kaufleute, kaiserlichen Rat Karl Engländer, statt. Außer der Witwe Frau Emma Engländer, dem Sohne Dr. Paul Engländer und der Tochter, der Gattin des Reichsratsabgeordneten Hofrat Kuranda, sowie der übrigen Familienmitglieder halten sich auch überaus zahlreiche Vertreter der finanziellen und kaufmännischen Kreise der Residenz sowie der humanitären Vereine eingefunden, denen der nun Entschlafene ein so unermüdlicher, unvergleichlich wohlwollender Förderer gewesen war. Kaiserlicher Rat Wilhelm Neuber war mit vielen Zensoren und Direktoren der Niederösterreichischen Eskomptegesellschaft in deren Eigenschaft, sowie auch als Direktor der Ersten österreichischen Sparkasse mit dem Generalsekretär Doktor C. Wallner des Kredit- Vereines dieses Institutes, dessen Zensorenkörper der Verstorbene durch 25 Jahre angehörte, erschienen. Ferner waren unter den Trauergästen zu sehen: Der Präsident des Vereines Reisender Kaufleute, kaiserlicher Rat Artur Lemberger, mit vielen Mitgliedern des Zentraloorstandes und dem Direktor Siegmund Körnei; dann Ilniversitätsprofessor Dr. Leopold Königstein, der Vizepräsident der Börse für landwirtschaftliche Produkte kaiserlicher Rat I. Weil, die kaiserlichen Räte K. Prager und Mislap, die Mitglieder des Kultusvorstandes Dr. Arthur Kuranda, Karl Lemberger und S. Steiner, der Sekretär der Baron Hirsch-Stiftung Dr. Schorstein, der leitende Obmann des Waisenhauses des Vereines Reisender Kaufleute Beneditt Knina mit einer Abordnung der Zöglinge der Anstalt, die Aerzte Dr. Karl Popper und Dr. Ullmann, ferner der Chemiker Doktor Glätzner, der Großindustrielle Maximilian Paul Schiss, Buchdruckereidirektor Emanuel Wilhelm, sowie Vertreter der österreichischen Eskomptegesellschaft usw. Nach dem Vortrage der Trauergesänge durch den Oberkantor Morgenstern mit Chor hielt Rabbiner Dr. Grunwald die Trauerrede. Kaiserlicher Rat Artur Lemberger nahm sodann von dem Dahingeschiedenen namens des Vereines Reisender Kaufleute, Professor Dr. Königstein namens der Baron Hirsch-Stiftung und Chemiker Dr. Glätzner namens des humanitären Vereines „Wahrheit" Abschied. Hieraus wurde die Leiche im eigenen Grabe beigesetzt.

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