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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1913-07-11 · 28 (11.7.1913) · page 3

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
30 (1913)
Issue
28 (11.7.1913)
Date
1913-07-11
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 38 Dr. Blochs Wochenschrift. Seite 503 General, der für Rußland die zentralasiatischen Provinzen eroberte, ein Iude von Geburt. In England, Italien. Frankreich dienen eine Unmenge Inden: sie geben zu keiner Klage Anlaß. Gebt dem Iuden Rechte: ihr könnt ihnen alsdann noch mehr Pflichten auferlegen. Betretet den Weg des Rechts und der Gerechtigkeit: das ist der Weg, ein starkes und mächtiges Rußland, eine starke und mächtige Armee zu schaffen." (Langanhaltender Beifall.) So weit der christliche Dumaabgeordnete Roditschew. Einige der ausgezeichneten Soldaten, deren Namen in den militärischen Annalen Frankreichs verzeichnet stehen, waren Iuden oder jüdischer Abstammung — die Marschälle Soult, Ney, Massena und andere. Ney hatte sich den Namen Je brave des braves“ und Massena denjenigen des „enfant de la victoire“ erworben. Titel, die sie wohl verdienten. Auch in Frankreich liefern heute die Iuden verhältnismäßig eine größere Anzahl von Angehörigen zur Armee, als die Christen. Während der Dreyfus-Affäre ereignete sich in Paris folgender Vorfall: Eine Menge von Antisemiten hielt eine Versammlung unter freiem Himmel ab, als sie einen General und einen Oberst gewahr wurde, die auf sie zukamen. „Vive l’armee!“ schreien und die beiden Offiziere erfassen, auf die Schultern heben und im Triumph bis ans Ende der Allee tragen, war schnell geschehen. Doch plötzlich wurde der General von einigen Antisemiten erkannt, es war der General Liebermann. Er und der Oberst waren Iuden. Statt des „Vive l’armee“ ertönte sofort: ,,A bas les Jaifs!*‘ In Italien ist einer der beliebtesten Heerführer, der General Ottolenghi, jüdischer Herkunft, und die italienische Armee besitzt außerdem viele andere Iuden, welche dem Vaterlande vorzügliche Dienste geleistet haben. In Deutschland haben 5417 Kombattanten an dem Kriege von 1870/71 teilgenommen, von denen bekanntlich ein recht beträchtlicher Prozentsatz mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet wurde. Die deutschen Juden erfüllen ihre militärischen Pflichten mit derselben biederen und loyalen Treue und Hingebung, welche den Geist des ganzen deutschen Volkes charakterisiert. In Oesterreich- Ungarn dienen verhältnismäßig zweimal soviel Iuden als Christen im Heere. Auch in der Flotte, obgleich sie klein ist, dienen viele Israeliten. Der Sultan Abdul Hamid hat den Ausspruch getan, „daß er auf alle seine jüdischen Untertanen in Kriegszeilen bestimmt rechnen könne". Als der Krieg mit Griechenland April 1897 ausbrach, stellten sich aus allen Teilen der Türkei Juden freiwillig dem Heere, genau wie es 1877 im Kriege gegen Rußland der Fall war. Bei Domokos stand nur eine aus Iuden gebildete größere Abteilung den griechischen und italienischen „Freiwilligen" gegenüber. Letztere wurden geschlagen. Nach Beendigung des Krieges wurden 42 Iuden vom Sultan mit der nur spärlich verliehenen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. Die Iuden sind stets mit Achtung, ja sogar mit Gunst und Gewogenheit von den Türken behandelt worden, hauptsächlich auch ihrer Bereitwilligkeit wegen, ihre Dienste bei Kriegszeiten dem Sultan anzubieten: sonst sind sie, da nur Mohammedaner zur Armee genommen werden, von der Wehrpflicht befreit. In den Vereinigten Staaten von Amerika wurde während des Krieges mit Spanien die gleiche Opferwilligkeit und Hingebung bewiesen. Der erste Freiwillige, welcher sich meldete, war ein Jude, und der erste Amerikaner, welcher auf dem Felde der Ehre fiel, war ein Iude. Es muß bemerkt werden, daß die amerikanischen Generäle über den Mangel an Drill und Disziplin sehr beunruhigt waren, der den Tausenden von Freiwilligen leider anhaftete. Nur die kleine reguläre Armee war imstande, sofort ins Feld zu rücken. Von den jüdischen Freiwilligen jedoch wurde sogleich ein Regiment Kavallerie und ein Regiment Infanterie gebildet, und zwar von solchen Leuten, die in Rußland und Deutschland gedient und eine vortreffliche soldatische Schulung erhalten hatten. Die meisten von ihnen befanden sich in eigenem Besitz und ausreichender Vermögenslage, als ihr Adoptivvaterland ihre guten Dienste begehrte. Der Oberst (später Präsident) Roosevelt hat in Ausdrücken höchsten Lobes von den Iuden gesprochen, die in seinem Regiment „Rauhe Reiter" standen. Er erwähnt namentlich einen jüdischen Sergeanten, der ihm bei einem Gefecht das Leben gerettet hatte, aber leider bei dieser Gelegenheit getötet wurde. Mehrere hundert Iuden befanden sich unter dem Besatzungskorps auf den Philippinen, wo sie sich in vielen Gefechten und Scharmützeln brav benommen haben. Britische Iuden haben nicht in geringer Zahl an dem Kriege gegen die Buren teilgenommen. Sie waren in nicht weniger als fünfundzwanzig Regimentern (die Hochländer und die Garden mit eingeschlossen) vertreten. In einem Berichte des Oberst Harris, der die Kimberley Rifles befehligte, heißt es: „Die in meinem Regiment befindlichen Iuden sind, in ihrem Kern und Wesen militärisch veranlagt, sie sind gehorsam und tapfer. Ihre Schlauheit und Gewandtheit macht sie zu Führern und Patrouillen sehr geeignet. In dem Feldzuge an der indisch-afghanischen Grenze sind zwei jüdische Offiziere gefallen, deren Mut gerühmt ward. Von der jüdischen Gemeinde in Bombay werden viele junge Leute Soldaten und ein starker Teil von ihnen avanciert zu Offizieren." Und wir müssen ferner erwähnen, daß das mächtigste Bergvolk Afghanistans an der Nordwestgrenze von Britisch-Indien, die Afridis. welche über 6002 waffenfähige Männer ins Feld stellen, mit Stolz ihre Abstammung von den Hebräern rühmen, eine Abstammung, die nicht nur durch ihre streng markierten jüdischen Gesichtszüge, sondern auch durch andere Zeugnisse und Augenscheinlichkeiten bewiesen ist. Die stämmigen, handfesten jüdischen Bergbewohner von Daghestan und Kaukasien machen die Waffenhandhabung zu ihrer Hauptbeschäftigung und sind so gefürchtet von ihren Feinden, daß diese sie gern in Ruhe lassen, und es mag noch gesagt werden, daß ein Stamm von Iuden unter dem ungestüm kämpfenden Volke des Atlasgebirges die herrschende Rasse bildet. Alles bisher Gesagte gibt nur eine schwache, aber allgemeine Idee von dem Anteil, den die Iuden jetzt tu der Welt als Kämpfer und Krieger nehmen: aber wäre es unsere Aufgabe, ihre Laufbahn von den Tagen ihres Gesetzgebers Moses an zu schildern, so würde sich die Tatsache ergeben, daß sie niemals und in keinem Zeitalter sich unwürdig gezeigt haben ihres großen Kriegers und Helden, des König David. Antisernilenmatzchen aus dem „Kyrischeu Waisenhaus" in Jerusalem. Bekanntlich haben Antisemiten und konsequente Rassenarier mit historischen und exegetischen Finten und Kunststücken den Stifter des Christentums aus dem Judentum hinauseskamotiert und ihn zum unverfälschten Germanen gestempelt. Den freigelassenen Platz wird jetzt aber nach dem an der letzijährigen Weihnacht zum erstenmal gemachten und von den Gebr. Theod. und Ludw. Schneller in ihrem „Syrischen protestantischen Waisenhaus" in Jerusalem gleich in die Praxis umgesetzten Vorschlag der eine „jüdische Fratze tragende Knecht Ruprecht" künftighin einnehmen. Aus einem von Vikar

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