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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1913-07-04 · 27 (4.7.1913) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
30 (1913)
Issue
27 (4.7.1913)
Date
1913-07-04
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Sette 497 Dr. Bkochs Wochenschrift. JU. 27 nüge bekannt ist. An verschiedenen Orten bestehen bereits öffentliche Sammlungen von Kultusgeräten, Münzen, .Handschriften und interessanten Drucken. Was aber das Erfordernis einer wissenschaftlichen Bearbeitung aller dieser Dinge ist, die archivalische Kenntnis, d. h. die sachgemäße Notierung und Vergleichung, fehlt noch vollkommen. Was von den jüdischen Kunstaltertümern zu sagen und zu beklagen ist, gilt auch von der Kenntnis der jüdischen Künstler unserer Zeit. Der häufig gemachte Einspruch), daß die Juden als Künstler nur mäßig begabt und nichts Ursprüngliches zu leisten imstande seien, ist durch das tatsächliche Material bereits als irrtümlich nachgewiesen. -- Herr Karl Schwarz, Mitarbeiter der illustrierten Monatsschrift „Ost und West“, hat es sich zur besonderen Aufgabe gemacht, die jüdischen Kunstdenkmäler und die Werke der jüdischen Künstler zu studieren, und hat auf Grund des von ihm bereits seit Jahren gesammelten Materials ein jüdisches Kunstarchiv gegründet, dessen Zweck es ist, alle einschlägigen Dokumente und Nachrichten (auch photographisches Material) an einer Zentralstelle zu sammeln und zu erschließen. Das Jüdische Kunstarchiv steht in Verbindung mit dem Gesamtarchiv der deutschen Juden zu Berlin N 24, Oranienburgerstraße 28. Durch! diese Verbindung mit einem öffentlich anerkannten Institut ist die ordnungsgemäße Verwaltung und die Sicherstellung des Materials für alle Zeiten gewährleistet. Das Archiv enthält auch eine Lichtbilderzentrale, die für Vorträge über jüdische Kunst und jüdische Künstler geeignetes Material beschaffen will. Das Jüdische Kunstarchiv wendet sich in einem Aufruf an alle Kreise, in erster Linie an unsere jüdischen Künstler, mit der Bitte um Ueberlassung recht zahlreichen Materials. Da das gemeinnützige Unternehmen, das eine Lücke in den bestehenden Institutionen ausfüllt, nur durch das Entgegenkommen der Künstler und Kunstfreunde seine idealen Ziele erreichen kann, so seien auch die Leser dieses Blattes darauf hingewiesen. Nähere Auskunft über das jüdische Kunstarchiv, sowie die Statuten, sind durch das Gesamtarchiv der deutschen Juden zu erhalten. Der Orient. Unter diesem! Titel veranstaltet die „Allgemeine Jüdische Kolonisations-Organisation“ (A. J. K. O.) in Berlin die Herausgabe eines eigenen Publikationsorgans. Die Zeitschrift will dazu beitragen, darzutun, was der Orient für die Juden und was die Juden für den Orient werden können. Die vorliegende Nummer für den Monat Juni enthält — unter den Rubriken „Die jüdische Kolonisation“, „Die Juden und die Orient-Kolonisation“, „Wirtschaftliche Erschließung des Orients“ und „Kommerzieller Levante-Eührer“ — verschiedene Aufsätze, die ein interessantes und wissenswertes Tatsachenmaterial über die wirtschaftliche und sozialpolitische Entwicklung des Orients bringen. Besondere Berücksichtigung findet in diesen Berichten, der Aufgabe der A. J. K. O. entsprechend, das jüdische Kolonisationswerk; das Blatt ist denn auch in erster Linie für die Mitglieder der A. J. K. O. bestimmt,, denen es unentgeltlich zugestellt wird. Außerdem soll „Der Orient“ an allen bedeutenden Plätzen der Levante, vornehmlich in den jüdischen Kolonien Palästinas, Verbreitung finden. Die Sagen der Juden. Gesammelt und bearbeitet von Micha Josef bin Gorion. Von der Urzeit. Preis: Geheftet Mk. 6.—, gebunden Mk. 7.50. Literarische Anstalt Kütten u. Loening, Verlagsbuchhandlung Frankfurt a. M. Ein ausgezeichnetes Buch, der erste Teil eines großen Werkes, auf welches alle Freunde der jüdischen Literatur aufmerksam - gemacht werden sollen. Der vorliegende erste Band — das ganze Werk ist auf sechs Bände berechnet (Preis 6 Mk.) — behandelt die Sagen der Urzeit jund knüpfen an die ersten Kapitel der Genesis an. Aus der Fülle des jüdischen Schrifttums hat der Verfasser die Sagen und Mythen zusammengestellt, welche sich um die Kosmogonie ranken und geben Zeugnis von der unerschöpflichen Phantasie des jüdischen Volkstums. Es ist ein förmliches Quellenwerk zur jüdischen Mythologie. Wir hören aus diesem Buch von Mächten und Wesen, Winden und Wassern, Lichtern und "Tieren phantastischer Art, die unseres Volkes Kindersinn erdacht. Vom Vogel Milham und dem Wildochsen, von dem großen Rad und von Leviathan, dem König der Fische, an dessen Flossen die Welt aufgehängt ist. Und der Grundstein dieser Welt ist der Tempel zu Jerusalem; vor allen andern Ländern ist das heilige Land erschaffen worden, das der Herr selber tränkt, die ganze übrige Welt tränkt er durch einen Boten. Und für sein Volk Israel sorgte der Herr schon bei der Schöpfung: er vereinbart mit den Wassern, daß sie den Durchzug der aus Aegypten Ziehenden gestatten müssen; und in der Dämmerung des sechsten Tages, knapp vor Vollendung der Schöpfung, macht der Herr noch schnell alle die Dinge von singulärer Beschaffenheit, die später in der jüdischen Geschichte eine Rolle spielen sollten: die Sprache der Eselin Bileams, das Manna, den Mosesstab, das Maul der Erde, welches Koraeli und seine Rotte verschlingen sollte! Auch sinnreiche Parabeln und Gleichnisse voll hoher sittlicher Lebensauffassung hat Bin Gorion aufgenommen, die das Buch wertvoll ergänzen. Es ist eine Fundgrube für jüdische Volkskunde und ein Ehrenzeugnis für die unermüdliche Schöpferkraft der jüdischen Volksnatur. Leopold Stein, Akiba und seine Zeit. Berlin 1913. Louis Lamm. M. 1.80. Das Büchlein behandelt einen Gegenstand, der so oft in Vorträgen und Aufsätzen behandelt worden ist, daß man längst hätte darauf aufmerksam werden müssen, daß hier eine erschöpfende Bearbeitung für das Volk, vor allem die Jugend, mehr als irgend sonst geboten sei. In dem Verfasser hat das Thema den berufenen Meister gefunden. Das Buch gehört nicht nur in jede öffentliche jüdische Bibliothek', es sollte in keinem jüdischen Hause fehlen. Jung-Juda. Illustrierte Zeitschrift für unsere Jugend. XIV. Jahrgang Nr. iS. Prag, den 17. Juni 1913 (22. Sivan 5673). Inhalt: Lud. Aug. Frankl: Wanderung ins Exil. — Ben Jehuda. — A. M. Tendlau: Die drei Brüder (Schluß). — Gottlieb König: Fahnentreue. — M. Scherlag: Sei hilfreich. — Lehrer und Schüler des hebräischen Gymnasiums in Palästina. (Illustration.) — Die Büchse des Vereines Nichum Awelim in Eisenstadt. (Mit Illustration.) — Dr. Werner: Auf Wanderschaft. — Abraham Ihn Esra. — Osias Deutsch: Lehrer und Schüler. — Guck in die Welt. — Uebersetzungs-Aufgabe. — Rätsel. — Frage und Antwort. — Redaktion und Administration: Prag, II., Stefansgasse 629. Kriefkaste«. 8. S. in Feldkirch. In Berlin Hat sich tatsä blich, wie Sie richtig v rrommen Haben, ein „Bund der Konfessionslosen* gegründet. Was man unter „konfessionslos* zu verstehen hat, brauchen wir Ihnen a cht zu erklären. Man ist wieder unter sich, ohne sich erkennen zu geben. Man wird an die amüsante Anekdote des jüdischen Kandidaten erinnert, der sich einem Anstaltsdirekior vorstellt. Nach Aufnahme der Gneralien fragt der Petent schüchtern: „Wird, Herr Direktor, meine jüdische Zugehörigkeit kein Hindernis sein?'' Worauf der Direktor beruhigend erwidert: „O, das macht nichts, ich bin ja auch konfessionslos." Antisemit. Es bedrückt Sie, daß das aufrechte „Deutsche Volksblatt" das mit dem Herzblut germanischer Tugenden geschrieben wird, in der Festspielaffaire Breslaus so blamable dumm sich gezeigt hat und finden es ungeheuerlich, erst einen himmelhoch jauchzenden begeisterten Bericht zu bringen und zwei Tage darauf in der gröbsten Weise über Gerbart Hauptmann herzufallen. Herr Dr. Funder, besser in der hoben Politik, als in der Literatur bewandert, erhielt ein anonynes Schreiben, in welchem ihm mitgeteilt wurde, hinter dem Pseudonym Gerhart Hauptmann verberge sich der bekannte Literat Gedalja Hochem. Da wußte er sofort, was er zu tun hat. Adolf Bartels hat ein Buch gegen ihn in Vorbereitung. Ernst Freudmaun in K. Nicht der Prospekt allein ist es, aus dem man den Antisemitismus einzelner Kurorte und Sommerfrischen feststellen kann. Oft kommt man erst nach einem längeren Aufenthalt auf judenfeindliche Stimmungen. Besonders gegen Ende der Saison werden die Einheimischen wieder legere in ihren Aeufferungen. Es ist daher Pflicht eines jeden Juden von derartigen Beobachtungen Mitteilung zu machen und die „Oesterreichische Wochenschrift" hat nie versäumt, in ihren Spalten auf solche Vorfälle hinzuweisen. I. Gin O. Ein Schreiben, wie das von Ihnen erwähnte, ist uns nicht zugekommen. K. F. in L. Unser Herausgeber ist dermalen verreist. Ihre Einsendung muß bis zu seiner Rückkehr Zurückbleiben. Zur gefälligen Beachtnng! Wir ersuchen unsere gesckätzien Abonnenten am rechtzeitige Einsendung der lausenden Mbonnemenlsgebühr, damit die Zusendung des Blattes keine Unterbrechung erleide. Zur Einsendung der Betrage wolle man lrck des in -der letzten Nummer beigelegten PosteHaqscheines bedienen. Die Administration.

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