Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 30 (1913)
- Issue
- 26 (27.6.1913)
- Date
- 1913-06-27
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Seite 476 Dr. Vlochs Wochenschrift Nr. 26 laus II. hat seinen Fleiß und seine Pflichttreue mit einer Auszeichnung belohnt. Iablonki ist ein frommer Jude, der jeden Samstag in den Tempel geht, und es zeugt für seine Beliebtheit, daß er schon seit vielen Jahren an den jüdischen Festtagen vom Dienste befreit ist. Die vom Warschauer Polizeitorps veranstaltete Jubiläumsfeier fand im Kasernenhofe der Polizeidirektion statt. In Anwesenheit der Mannschaft, der Polizeiinspektoren und Polizeibeamten hielt der Oberpolizeimerster die Begrüßungsrede, in welcher er Iablonki den übrigen Kameraden als Muster für treue Dienste hinstellte und dem Jubilar ein wertvolles Ehrengeschenk des Polizeikorps überreichte. Zum Andenken an diese Jubelfeier verfügte der Oberpolizeimeister, daß die ganze Festgesellschaft sich photographieren lasse und das Bild zum Andenken an die Feier im Mannschaftszimmer aufgehängt werde. Landankauf in Teras für rumänische Juden. Der von der Jto ausgegangene Gedanke, in Teras Juden aus Rußland anzusiedeln, ihnen dort Arbeitsgelegenheit zu beschaffen und überhaupt den jüdischen Emigrationsstrom von den überfüllten Einwanderungszentren ab- und nach den westlichen Staaten, hauptsächlich aber Galveston nach Teras hinzulenken, findet immer mehr Anerkennung und Nachahmung der interessierten jüdischen Kreise von Amerika. So wird uns aus Philadelphia — einer Stadt, in welcher gleichfalls sich eine Ueberfüllung fühlbar macht — berichtet, daß dort unter dem Vorsitze des Direktors jüdischer Wohlfahrtseinrichtungen Hermann Lob eine Beratung einflußreicher Männer stattgefunden hat, in welcher beschlossen wurde, die hervorragenden jüdischen Persönlichkeiten Amerikas dafür zu interessieren, daß in- Teras zur Ansiedlung bedrückter und verfolgter rumänischer Juden Landflächen angekauft werden. Der Bürgermeister von Philadelphia, Blankenburg. drückte in einer Zuschrift an die Konferenz seine Zustimmung zu dieser Aktion aus. An der Konferenz beteiligte sich namens der in Amerika lebenden rumänischen Juden der Präsident des Verbandes der rumänischen Juden in Philadelphia Dr. M. I. Velber, der die Versicherung geben zu können glaubte, daß die in Amerika lebenden rumänischen Jude«, von denen viele es bereits zu Wohlstand gebracht haben, alles aufbieten werden, um diese Idee in die Tat umzusetzen. Von der jüdischen Abteilung der Newyorker Bibliothek. Aus dem letzten Jahresberichte der Newyorker öffentlichen Bibliothek ist zu ersehen, daß die seit einigen Jahren bestehende eigene Abteilung für Hebraica und Judaica heute schon über 20.000 Bände zählt. Diese Abteilung, die in einem besonderen großen Saale untergebracht ist, ist in drei Klassen geteilt und zwar die biographische, in die Abteilung für Nachschlagswerke und eine Abteilung für Zeitschriften. 1021 Bände behandeln die schöne Literatur in hebräischer und moderner Sprache, 1100 Bände enthalten Piddish-Literatur und 696 streng genommene Wissenschaft und Kunst, während 522 Bände Aufklärungen über jüdische Fragen, Antisemitismus, Zionismus und Jtoismus bieten. Diese jüdische Bibliothek enthält auch eine hübsche Anzahl alter Bibeldrucke und Manuskripte. Eine Beratung über jüdische Tagesfragen in Amerika- Im Atlantic-Eity fand vor kurzem ein Delegiertentag aller jüdischen Organisationen von Amerika und Kanada statt, welche sich mit allgemeinen jüdischen Fragen befassen. Die Delegierten unternahmen eine Exkursion in jene berühmte Judenstadt Woodbine, in welcher sich auch die Baron Hirsch'sche landwirtschaftliche Hochschule befindet und wo sämtliche städtischen Funktionäre Juden sind. Den wichtigsten Punkt der Tagesordnung bildete nach Rückkehr aus Woodbine die Frage der religiösen Erziehung der jüdischen Jugend in Amerika. Der bekannte Führer des amerikanischen Reformjudentums, Simon Wolf, plädierte in einem ausführlichen Referate für die vollständige Amerikanisierung. Ihm trat der Schriftführer der United Charities, Bernhard Richards, entgegen, indem er den Reformern vorhielt, daß sie bisher in Amerika nichts für die Erhaltung des Judentums getan haben, was nur deshalb kein so großes Unglück sei, weil die Erfahrung gelehrt habe, daß das Reformjudentum in Amerika keinen bedeutenden Boden habe. In diesem Sinne sprachen sich auch die meisten übrigen Redner aus. Besonders eindrucksvoll waren die Ausführungen des Direktors der United Charities, Maurice Waldman, der unter allgemeinem Beifall sagte: „Es gibt zwei Sorten Antisemiten, Christen, die behaupten, daß die Juden keine schwere Arbeit leisten wollen, und eine gewisse Sorte von Juden, die behaupten, daß die Juden für eine Selbstverwaltung unfähig seien. Beide Kategorien würden sicherlich eines Besseren belehrt werden, wenn sie sich der Mühe unterzögen, das echtjüdische Städtchen Woodbine mit seiner durchaus jüdischen Verwaltung kennen zu lernen. Auch der amerikanische Kongreß sollte, ehe er über Gesetze wegen Einschränkung der Einwanderung verhandelt, oder gar zum Beschluß erhebt, eine Kommission nach Woodbine entsenden, um dort zu sehen, wieviel Amerika den Einwanderen zu danken hat, wenn ihnen die Möglichkeit geboten wird, sich vollständig frei zu entwickeln, ohne ihre religiöse und nationale Eigenart zu verleugnen. - Die Delegiertenversammlung beschäftigte sich auch mit den türkischen Juden in Amerika, deren Zahl in dem letzten Jahre durch Zuwanderung stark angewachsen ist und bereits beginnt, ein Problem zu werden. Ebenso eingehend wurde auch die Frage der verlassenen jüdischen Frau, Aguna, besprochen, die eine der beklagenswertesten Schattenseiten der jüdischen Massenwanderung bildet. Vermischtes. Kranzablösungsfpende« zugunsten der Chewra-Kadischa in Wien I.. Seitenstettengasse 4 für arne kranke Glaubensgenossen. Anläßlich des Ablebens, des sel. Dr. Heinrich Fleischmann: A. Scheyer Kr. 3.—, Mar Fleischmann, Pilsen 10.—, Carl Beck, Pilsen 10.—. Zusammen Kr. 23.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Emanuel Taussig: Professor Ehrmann Kr. 20.—, Dr. Alois RuLieka 20.—, Wilhelm Stöckler 20.—, Neunkirchner Druckfabrik A.-G. 40.—, Dr. Julius Glaser 20.—, Markus Fischer und Frau 10.—, Ilona Taussig 30.—, Valerie Fuchs 15.—, Bianca Weißberg 15.—, Leon Adrijan und Frau 15.—, Wilhelm und Regie Taussig 15.—, Gottfried und Mizzi Taussig 15.—, Julius Stern 20.—, Salo und Betti Stern 15.—, Amalie Basch und Kinder 15.—, Mizzi und Otto Keiner 20.—, Moriz und Eusti Kohn 15.—, Otto und Lisl Taussig 15.—, Dr. Gustav Langstein und Familie 15.—, Siegfried Karpeles 10.—, Sigmund und Jda Singer 10.—, Dr. Alexander Holländer 15.—, Aladar Holländer 15.—, Oskar und Olly Pfeiffer, Triest 10.—, Paul Stern 10.—, Carl Breuer 10.—, Babette Holländer 10.—. Zusammen Kr. 440.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Adolf Pichler: Die Beamtenschaft des Bankhauses Pichler u. Schuck Kr. 70.—, Ignaz Ehrlich und Frau 20.—, Lajos Kriser40.—, H. Freistad tl 20.—, Julius Stern 100.—, Mar Stern 50.—, Dr. Camill und Berta Krauß 20.—, Emma und Stefan 30.—, Nelly und Dr. Alfred Stern 30.—, Carl und Albert Steiner 20.—, Mar Simon 20.—, Salo und Camilla Cohn 30.—, Sigmund Löwy 20.—, W. Anninger 30.—, Prof. Dr. Jacques Pollak 20.—, Dr. Josef Stern 20.—, Eugen und Nathan Berlin 30.—, Dr. Ludwig Gelber und Frau 20.—, Dr. Josef Eelbert und Frau 20.—, Mar und Flora Duschinsky 20.—, Dr. Oskar Eroag 20.—, Ella Md Paul Schick 10.—, Robert Groag 20.—, Jacques und Theresie Baß 20.—, Victor und Mathilde Popper 20.—, Rudolf Pichler 50.—, Julius und Hermine Bauer 20.—, Ernestine und Martha Hirsch 30.—, Isidor Kanitz 20.—, Georg Khuner 20.—, Arnold