Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 30 (1913)
- Issue
- 25 (20.6.1913)
- Date
- 1913-06-20
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3020846-3022035-3022061--22241-3047376- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 25 Dr. Blochs Wochenschrift. £>tv.( 461 Bitte an edle Menschenfreunde für eine Schwerkranke. Eine seit zwei Jahren in Spitalpflege befindliche, sehr arme Frau, die hier gänzlich fremd ist, könnte nach Aussage des behandelnden Professors tun: gerettet werden, wenn sie in einem Seehospiz Aufnahme fände. Wir wenden uns deshalb an die öffentliche Mildtätigkeit, damit der Bedauernswerten die nötigen Mittel zugewendet werden. Gütige Spenden nimmt unsere Administration entgegen. Von Leopold Blau, II., Aspernbrückeng. 5 10 Rx., S. R. namens der Spielgesellschaft XIX., Dittesgasse, 30 Rx., L. R., Baden 5 Rx. Wien. (Verein zur Unterstützung jüdischer Kleingewerbetreibender, Wien, II., Malzgasse 1.) In der Montag den 9. d. M. in M. Guths Saallokalitäten stattgefundenen ordentlichen Generalversammlung widmete der Vorsitzende Herr Obmann Saul Klausner vor allem den im abgelaufenen Vereinsjahre dahingeschiedenen Mitgliedern und Gönnern des Vereines warme Worte des Gedenkens, welche zum Zeichen der Trauer von der Versammlung stehend angehört wurden. Der Vorsitzende berichtete hierauf über eine in allerjüngster Zeit erflossene Entscheidung des Kultusvorstandes, nach welcher dem Vereine die Zustimmung für die Erhaltung und den Betrieb eines ständigen Bethauses erteilt wird. Dem Kultusvorstande wird hiefür unter lebhaftem Beifall der Versammlung der Dank votiert. Herr Schriftführer F. Golds arb erstattete den Rechenschaftsbericht über das Vereinsjahr 1912, der von der Generalversammlung beifälligst ausgenommen wurde, worauf dem Vorstände über Antrag der Revisoren einstimmig das Absolutorium erteilt wurde. Die Anträge der Vereins leitun g betreffend die Einschreibegebühren, Monatsbeiträgc, Kranken- Unterstützungen, Witwenabfertigungen rc. werden unverändert, gleich den in der vorjährigen Generalversammlung gefaßten Beschlüssen, ohne Debatte angenommen. Nach vollzogener Neuwahl des Vereinsvorstandes wurde die Versammlung geschloffen. Wien. (Sefer-Thora-Einweihung.) Im Bethause des Vereines zur Unterstützung jüdischer Kleingewerbetreibender, II., Malzgaffe 1, fand Sonntag, den 8. d. M. unter zahlreicher Beteiligung die Einweihung eines neuen Sefer-Thora statt. Se. Ehrwürden Herr Rabbiner M. L. Goldstein hielt die Festrede, die auf die Zuhörer den nachhaltigsten Eindruck machte. Die kantorale Funktion versah in ausgezeichneter Weise Herr Oberkantor Mayer Schorr samt Chor. . Trauer-Andacht für Hermann Beck f. A. Za einer imposanten Trauet knndgebung gestaltete sich die feierliche Trauerandacht, welche der Vorstand des Josefstädter Tempelvereines am 29. v. M. zu Ehren seines unvergeßlichen Präses Herrn Hermann Beck s. A. veranstaltete. Der schwarz-dekorierte Tempi in der Neudeggergasse war bis auf das letzte Plätzchen gefüllt. Außer der Familie des Verstorbenen waren nicht nur Vertreter der Wiener Kultusgemeinde und unzähligerjüdische Wohlfahrtsvereine erschienen, sondern die ganze Josefstädter Judengemeinde hatte sich eingefunden, um dadurch der tiefen Trauer, welche seit dem Heimgänge dieses wahrhaft edlen Präses in ihrem Bezirke herrscht, Ausdruck zu verleihen. Eingeleitet wurde die Trauerandacht mit dem Mincha-Gebet. welches Herr Kantor Grob mit Chor und Orgel in weihevoller Weise vortrug, worauf Herr Oberkantor Neumann Ps. 49 in tiefer Andacht rezitierte. Se. Ehrwürden Herr Rabviner Dr. Bauer hielt dann einen sehr warmen Hesped, m welchem er die Verdienste des Verstorbenen um dem Josefstädter Tempelverein würdigte. Seine Worte kamen von tiefem Herzen und gingen auch zum Herzen. Mit einem Schlußgebet, beendete Herr Kantor Grob die imposante Trauerandacht. Kaiser!. Rat Ed. Glaser. Sonntag um 3/4ll Uhr vormittags wurde auf der israelitischen Abteilung des Zentralsriedhofes die Leiche des Direktors der Kuffnerschen Aktiengesellschaft, kaiserlichen Rates Eduard Glaser beigesetzt. In der Zeremonienhalle hatten sich eingefunden: die Witwe Frau Rosa Glaser mit den Kindern und den übrigen Familienangehörigen, dann: Universitätsprofessor Dr. Leopold Königstein, Bankdirektor Kur, Kultusvorstand Calo Cohn, Gemeinderat Dr Hein, käis. Rat Sachs Edler v. Sachsenstamm, die Chefs der Firma Kuffner mit den Beamten des Betriebes, der Direktor des Taubstummeninstitutes Weber, Bankier Hugo Tugendhat, kais. Rat Duschnitz, Notar Julius Bermann, die Advokaten Dr. Elias, Dr. Josef und Dr. Ludwig Gelber, Dr. Josef Jerusalem, Dr. Gustav Langstein, Dr. Knöpflmacher, Dr. Leopold Pollak, die Aerzte Dr. Barer und Dr. Mar Eisenstädter, viele Mitglieder der humanitären B'ne Brith- Dereine „Wien" und „Eintracht", sowie zahlreiche industrielle Vereine, Abordnungen des Industrie- und Eisenbahnrates rc. Nachdem Erster Kantor Kaufmann die rituellen Trauergesänge angestimmt hatte, hielten Nachrufe: Rabbiner Dr. Bach, dann für das Taubstummeninstitut Direktor Weber, Dr. Eisenstädter für den Humanitären Verein „Wien" und Prof. Dr. Künigstein für den Verein zur Pflege kranker Brustleidender auf dem Lande. Dann erfolgte die Beisetzung. Medizinalrat Dr. Pins. Sonntag 11 Uhr vormittags fand die Leichenfeier für den Medizinalrat Dr. Emil Pins statt. In der Zeremonienhalle hatten sich außer der trauernden Familie und zahlreichen Vertretern der medizinischen Welt viele Mitglieder des hohen Adels, die dem Verblichenen als tüchtigen und gewissenhaften Hausarzt eine dankbare Erinnerung bewahrten, eingefunden. Es waren zu sehen: Kammervorsteher Oberstleutnant August Prinz Lobkomitz und Prinzessin Loblowitz, der Gardeleutnant der Ersten Arcierenleibgarde EM. Georg Graf Wallis, Kanzleidirektor Hoffekretär Mar Freiherr v. Lütgendorff und Baronin Lütgendorff, Hofrat Prof. Dr. Pollitzer, die Professoren Dr. K. A. Herzfeld und Frankl Ritter v. Hochwart, Oberstabsarzt Prof. Dr. Pick, die Professoren Dr. Swchs, Dr. Nobel, Dr. Leopold Königstein und Dr. Sternberg, Dozent Dr. Heinrich Neumann, die Dozenten Dr. Bum, Dr. Eisenschütz und Dr. Weil, Geheimer Justizrat und Regierungsrat Dr. Bachrach, kais. Rat Dr. Lieben, königl. Rat Albert Mittler, Berlagsbuchhändler Eisenstein rc. Nach dem Vortrage der Trauergesänge vom Ersten Kantor Schleifer trat Oberrabbiner Dr. Güdemann an das Kopfende des Sarges und widmete dem Andenken des Toten Worte warmer Anerkennung, indem er hervorhob, daß Dr. Pins, wo er als Arzt am Krankenbett erschien, immer zugleich auch als teilnehmender Mensch und guter Freund anwesend war. Dr. Güdemann charakterisierte dann noch eingehend die glänzenden Eigenschaften des Toten. Sodann sprach Dozent Dr. Bum für die vielen Freunde und Kollegen, indem er schmerzlichen Abschied nahm und Pins einen letzten Gruß ins Grab nachries. Wien. Unter zahlreicher Beteiligung von Verwandten und Freunden fand am Sonntag die Beerdigung des Herrn A. Frank, Beamten der Länderbank, statt, der ein Alter von 53 Jahren erreichte. Nach weihevollem Vortrage des Hazzur-Gebetes durch 1. Kantor Jurberger mit Chor hielt Rabbiner Dr. Grunwald den ergreifenden Nachruf, in welchem er die Vorzüge und ideale Gesinnung des Verblichenen würdigte, der als ein guter Sohn, aber auch als treuer Oheim bei den früh verwaisten Kindern seiner Schwester sich bewährte, denen er gleichsam ein zweiter Vater war. Er ruhe in Frieden. —n. Wien. (’U ortrag.) Dec Verein der Sabathfreunde veranstaltet rm Einvernehmen mit den israelitischen Tempelvereinen des III. Bezirkes einen Vortragsabend, der Donnerstag den 26. d. M. um 8 llhr abends im Cafö Dreadnought. Wien, III., Dampfschiffstraße 20, bei der Franzens brück-', stattfindet. Als Vortragender fungiert der Rabbiner Se. Ehrwürden Hermann Schenk Der Vortrag beginnt pünktlich um 8 Uhr abends und ist allgemein zugänglich. Karten für den Vortrag bet dem Verein der Sabathfreunde, Wien, II., Kleine Sch ffgaffe 10. der den Tempelvereinen III , Untere Viaduktgaffe 13, III., Obere Viaduktgaffe 12 und III., Erdbergstraße 11. Wien-(Fü--fhaus). Einen schweren Verlust erlitt unsere Gemeinde durch das plötzliche Hinscheiden des Herrn Isidor Gehlbard, eines ihrer frömmsten und um das Vereinsleben verdientesten Mitglieder. Von der außergewöhnlichen Beliebtheit des Verstorbenen legte das imposante Leichenbegängnis Zeugnis ab, sowie die zahlreichen von wahrer Freundschaft und Verehrung eingegebenen Gedenkreden, von denen außer ver des Herrn Rabbiners Dr. Grunwald insbesondere die des Herrn Redakteurs Herzog zu erwähnen ist. Des Frühvollendeten bleibt ein ehrenvolles Andenk-n! Wien. (Schlußprüfung.) Ein wahres Freudenfest bildete die Schlußprüfung an der „Lese- und Bibelschule" des Vereines „Tefilath Jeschurun" im Prater, welche Sonntag den 15. Juni stattfand. Unter den zahlreichen Gästen bemerkte man den Vorstand des Tempelvereines mit dem Obmanne Herrn Altmann, den Obmann der Schulsektion Herrn M. L. Bondy, die Vorsteher Herren Goldenberg, Fant! und Stark. Ferner erschienen die Herren Inspektoren Prof. M. Kanitz und I. Braun, die Religionslehrer L. Weiß und Schulz, Herr W. Pappenhenn u. v. a. Obwohl diese Schule erst zwei Jahre besteht, weist sie eine Schülerzahl von über 800 Kindern auf. Unter der tüchtigen Leitung der unermüdlichen Religionslehrer, Markus Pick und B. Benedikt haben die Schüler und Schülerinnen in vorzüglichster Weise das Lehrziel erreicht. Am Schlüsse hielt Herr I. Braun als Bibelschulinspektor und Delegierter des Vorstandes der israelitischen Kultusgemeinde eilte in herzlichen Worten gekleidete Ansprache an die Kinder, in welcher er sie zum weiteren Besuch und fleißigen Lernen anspornte. Auch zollte er den Lehrern und dem Vorstande der Bibelschule Dank und Anerkennung. Herr Schulinspeklor Pros. M. Kamtz fteute sich über den zahlreichen Besuch der Schülerinnen und wies den