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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1913-06-20 · 25 (20.6.1913) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
30 (1913)
Issue
25 (20.6.1913)
Date
1913-06-20
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 460 Dr. BLochs Wochenschrift. Nr. 2b furchtbaren Nervenchoks handelt, den Nathan Strauß erlitt, als er seinerzeit in Rom die Nachricht von der „Titanic"-Katastrophe erhielt, bei welcher, wie erinnerlich^ sein Bruder Isidor Strauß und dessen Frau einen so ttagischen Tod gefunden Haben. Lchrer- und SchMerstreik m einer Talmud-Thora. Infolge von Meinungsverschiedenheiten zwischen Lehrern und Kuratorium der großen Talmud-Thoraschule in Philadelphia sind die Lehrer der genannten Anstalt vor kurzem in den Streik getreten. Die 700 Schüler dieser großen Anstalt schlossen sich ihren Lehrern an, und so mußte die Schule wahrend 10 Tagen geschlossen bleiben. Wie berichtet wird, sah sich das Kuratorium g^wungen, den Forderungen der Lehrer nachzugeben, und so hat denn der Unterricht in der Talmud-Thoraschule von Philadelphia wieder fortgesetzt werden können. Gemeinnützige Gesellschaft zur Errichtung jüdischer Arbetterwohnungen in Paris. Mit Mcksicht auf die fast unhaltbar gewordenen hygienischen Zustände in der von armen jüdischen Arbeiterfamilien bewohnten Straßen der vierten Acondissements in Paris hat sich eine Gesellschaft gebildet, welche den Zweck hat, den jüdischen Arbeitern gesunde, billige Wohnungen zu errichten. Dem Vorstande dieser Gesellschaft gehören die angesehensten jüdischrn Persönlichkeiten von Paris an, was für die Gemeinnützigkeit und Selbstlosigkeit der Gesellschaft spricht. Dem Kuratorium gehören Emil Deutsch de la Meurthe als Präsident, Renee Dreyfus als Vizepräsident und Verwalter, und George Leven als Schriftführer an. Ferner befinden sich im engeren Ausschuß die Damen Josephe Hirsch und Baronin David Leonino, ferner die Herren Richard Bloch, Roger Levylier, Emile Meyerson, Salomon Reinach und Camille Rodrigües-Ely an. Die Gesellschaft hat bereits zur Durchführung ihrer Aufgabe emen entsprechend großen Baugrund erworben und wird unverzüglich an die Errichtung der Arbeiterhäuser schreiten. Ein Zwischenfall auf der Petersburger Automobil- Ausstellung. Aus Petersburg wird uns von verläßlicher Seite gemeldet: Am 29. Mai wurde der Petersburger Automobilausstellung der Besuch einiger Mitglieder des kaiserlichen Hauses und anderer hoch angestellter Persönlichkeiten angemeldet. Gleichzeitig mit dieser Meldung langte eine Verfügung des Polizeipräsidenten ein, daß die 19 jüdischen Teilnehimer an der Ausstellung sich über höheren Wunsch während des Besuches der hohen Persönlichkeiten vom Ausstellungsgebiete fernzuhälten Haben. Die französischen Teilnehmer der Ausstellung haben von dieser Verfügung mit Entrüstung erfahren und gegen dieselbe energisch protestiert. Da der Protest ohne Erfolg blieb, hat ein großer Teil der französischen Aussteller Petersburg ostentativ verlassen. Der ganze Vorfall hat auf alle Interessenten einen tiefen Eindruck geübt. Es liegt eine Art Nemesis darin, daß bei dem tags vorher veranstalteten Automobilrennen der Jude Heller als erster siegte und den ersten Preis gewann.___ Zwischen zwei Feuern. ~ Die Behörden von Turkestan haben abermals die Verfolgung der Juden in diesem Lande mit der größten Rücksichtslosigkeit in Szene gesetzt. Vor einigen Tagen erhielten abermals 110 jüdische Familien den strengen Befehl, Turkestan zu verlassen und nach Buchara zurückzukehren. Die Lage dieser Juden ist eine um so schrecklichere, als wieder andererseits der' Chan (Vizekönig) von Buchara den Befehl erließ, daß sämtliche Juden, welche in den ersten Jahren des russischen Reaimes Buchara verlassen haben, als ihres buch arischen Bürgerrechtes verlustig anzusehen und danach zu behandeln seien. Besonders unerträglich aber ist die Lage der sogenannten „Tschala", das sind die bucharischen Marannen, die seinerzeit noch in Buchara den mohammedanischen Glauben annahmen. Als nun die Bucharei unter russisches Regime gelangte, wandelten Me Mitglieder der Tschala-Gruppe nach Turkestan aus, wo sie zum Judentum zurückkehrten. Nun werden auch diese aus Turkestan nach Buchara zurückgeschickt, wo ihrer aber nach dem Landesgesetze wegen Verleugnung des einmal angenommenen mohammedanischen Glaubens Me Todesstrafe harrt. Diesen wird nichts anderes übrig bleiben, als auszuwandern. Die jüdischen Dumadeputterten und das russische Budget. Anläßlich der Budgetberatungen in der russischen Reichsduma haben die jüdischen Deputierten der Duma, welche sich als demokratisch-jüdischer Klub vereinigt haben, folgenden in der Duma vorzubringenden Beschluß gefaßt: „Mit Rücksicht darauf, daß die gedrückte Lage und die Rechtlosigkeit der Juden, dieses Erbe aus früheren Zeiten, nicht nur keine Aenderung zum Guten erfahren hat, sondern' im Gegenteil auf allen Gebieten des Staatslebens noch vertieft und verschärft wurden, mit Rücksicht ferner darauf, daß die Juden, welche hem Staate gegenüber alle ihnen auferlegten Pflichten genau so erfüllt, wie die übrigen Völkerschaften djes Landes, noch gezwungen werden, mit ihren Mitteln und ihren Kräften diese Politik, deren Hauptziel di,e Verfolgung der Juden ist, zu unterstützen und zu fordern, beschließt die demokratisch-jüdische Gruppe, ihren Dumadeputierten zur Pflicht zu machen, gegen die Bewilligung des Budgets auszutreten, üm auf diese Weise ihrer Erbitterung über die schreckliche Plage der Juden in Rußlands hie ihresgleichen, in keinem anderen Lande der Welt hat, Ausdruck zu verleihen. Vermischtes. Kranzablösungsspenden zugnusteu der Chewra-Kadischa in Wien I., Seitenstettengasse 4 für arme kranke Glaubensgenossen. Anläßlich des Ablebens der sel. Mathilde Osser: Ruzieka &r. 5.—, Dr. Friedrich Hecht 40.^-, Dr. Franke 20.—, I. Glas 10.—, Familie Eckstein 10.—, Olga und Julius Markstein 10.—, Familie Buchsbaum-Rosenzweig 10.—. Zusammen Kr. 105.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Betti Löw: Emanuel Rulein (Budapest) 10, M. Strauß 10, Alfred Löw, (Budapest) 10, Albert Löw 10, Leopold Winter 10, Fritzi Dicky Porges 10, zusammen 60 Kronen. Anläßlich des Ablebens der sel. Katharina K a n t o r: Dr. K. 30, M. Robitschek und Frau 20, Ludwig Kantor 20, Familie Sadler 10, Familie Jakobi 10, Sam. Hoch 10, Sigmund Schick 10, zusammen 110 Kronen. Anläßlich des Ablebens des sel. Adolf Freund: Paula Freund 50, Karl Freund 50, Dr. Emil Freund 50, Julius Freund 50, Ludwig Dörfler 10, Dr. Moritz Hellmann 20, Dr. Elias Münz 10, Jacques Feitler 40, Professor Dr. S. Feitler 10, zusammen 290 Kronen. Anläßlich des Ablebens der sel. Ernestine Löwinger: Sigmund Beck Kr. 10.—, Franz Löwinger 10.—, Jakob Löwinger 2.—, Emil Stern 10.—, Gustav Lustig 5.—. Zusammen Kr. 37.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Frieda Camhi: Herr und Frau Isaak Mayer, Rustschuk Kr. 40.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Regine Koritschoner: Robert Koritschoner Kr. 50.—, Dr. Moritz und Marie Koritschoner 50.—, Dr. S. M. Singer 50.—. Zusammen Kr. 150.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Sigmund Steiner: Albert Steiner Kr. 20.—, Carl Steiner 20.—, Dr. Camill Kraus und Frau 20.—, Mar Stern 20.—, Dr. Jerome Stern 20.—, Julius Stern 20.—, Adolf Pichler 20.—, Jenny Hutter 20.—, Alfred und Therese Sachs 20.—, Dr. Josef Stern 20.—, kais. Rat H. Freistadtl 20.—, Dr. Alfred und Stella Stern 20.—, Salo und Camilla Cohn 30.—. Zusammen Kr. 270.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Sofie Weinberger: Karl Springer, Brünn Kr. 10.—.

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