Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 30 (1913)
- Issue
- 24 (13.6.1913)
- Date
- 1913-06-13
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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Nr. 24 Sette 441 Dr. Bkochs Wochenschrift. der sozialen Fragen der Hauptgegenstand aller Staaten und deren Vertretungskörper bildet, besonders Anspruch aus tatkräftige Förderung der Bestrebungen des „Vereines der jüdischen Portiere und Hausbesorger" erheben darf. Dr. M. L. Verzeichnis getaufter jüdischer Kurärzle. In Karlsbad: Die Herren Dr. Ludwig Ritter von Aldor, Dr. Gustav Aranyi, Dr. Adolf Eh arm atz, Dr. Franz Fokschaner, Dr. Edgar Ganz, Dr. Emil Goldscheider, Dr. Hugo Guth, Dr. Stefan Ke len, Dr. Rudolf Ko lisch, Dr. Alexander Komaromy, Dr. Friedrich Kraus, Dr. Arnold Lorand, Dr. Heinrich Munk, Dr. Gustav Töpfer, Dr. Leo Zupnik. Herr Dr. Eugen Frank ist konfessionslos und hat seine Kinder taufen lassen. Herr Dr. Desiderius Sipos ist konfessionslos. In Marionbad: Dr. Emil Loewy, Dr. Leo Martens, Zahnarzt, Dr. Iulius Schuetz. In Ebonfee: Dr. Nobel. In Bad Ischl: Kais. Rat Dr. H erzka. Dr.Stefan Isidor Stein, Inhaber der mechanotherapeutischen Anstalt (im Winter in Abbazia). In Baden bei Wien: Dr. Wilhelm A l t m a n n. In Meran: Dr. Binder, Besitzer des Sanatoriums Stefanie, Meran-Obermais. Dr. Träger, Zahnarzt. In Franzensbad: Dr. Josef Steinbach. Dr. Gustav Egger, Dr. Nikolaus Cuker, Dr. Johann Robert Heller, Dr. Tadeusz Kon. Dr. Bruno Fellner, Sohn des in Franzensbad praktizierenden kais. Rates Dr. L. Fellner. In Bad NauWim: Die iSöhne des Herrn Professors Dr. Isidor G r ö d e l: Dr. med. Theo G r ö d e l, Dr. med. Franz Grödel, Prof. Dr. Schott. In Kolbörg: Medizinalrat Dr. Behrend. Dr. Margulies, Dr. Fabian. Austritte aus dem Judentum. Yom 1. Juni bis inklusive 7. Juni 1913. Charipper Fritzi, Private, geb. 29. Oktober 1876 in Wien, XVIII., Bastiengasse 50. Chrummer Leo, Kaufmann, geb. 1. Februar 1880 in Odessa, I., Kohlmarkt 18. Deutsch Frieda, geb. 27. August 1891 in Misslitz, II., Kronprinz Rudolfs trasse 28. Grün, geb. Lazar Friederike, geb. 10. Oktober 1887 in Wien, II., , Pazmanitengasse 7. Holzer Gustav, k. k. Rechnungsassistent, geb. 25. März 1890 in Wien, II., Yereinsgasse 25. Krupa Antonia, Private, geb. 31 Februar 1877 in Szdekow (Mähren), II., Wolfgang Schmälzlgasse 14. Lewafd Henriette, Private, geb. 8. August le94 in Wien, XIX., Hohe Warte 44. Rosenbaum Emma, geb. Neuer, geb. 15. September 1876 in Aspern a. d. D., XIV., Märzstrasse 60. Sacho Irene, Private, geb. 17. März 1883 in Göding, II., Untere Donaustrasse 49. Schönfeld Elisabeth, Köchin, 17. Jänner 1876 in Szelocze (Ungarn), V., Jahngasse 19. Simkiovicz Kurt, Bankbeamter, geb. 1. Februar 1889 in Gnesen, VII., Schottenfeldgasse 35. Zirner Fanni, geb. Sisula, geb. 7. Mai 1872 in Mokelno (Mähren), I., Nibelungengasse 15. * * * Bodenbach. Oskar Schatteiesz, Beamter in Bodenbach, geboren am 5. September 1888 in Neusatz (Ungarn), hat den Austritt aus der israel. Religionsgesellschaft angezeigt und wird sich, laut Zuschrift der k. k. Bezirkshauptmannschaft Tetschen Nr. c0168 vom 4. Juni 1. J., der röm. kathol. Kirche anschliessen David Lörventhal. Am 2. Juni 1913 um Vi12 Uhr mittags starb nach längerer Rrankheit in Wien in einem Sanatorium Herr David Löwenthal, gewesener Hotelbesitzer in Marienbad. Seine Schlichtheit, Einfachheit und Bescheidenheit hat ihn nie in die weite Oeffentlichkeit geführt. Dennoch war er Tausenden und Abertausenden von Juden bekannt, denn er war Inhaber des Hotels und Restaurants „Walhalla" in Marienbad, welches mit seiner sehr guten koscheren Rüche und sehr guten Getränken einen beliebten Firpunkt für das jüdische Publikum in Marienbad bildet und das von seinem Sohne, Herrn Rarl Löwenthal, seit mehreren Jahren in gleicher strenger Weise geführt wird. Das ist es aber nicht, was ich von ihm hervorkehren will. Seine Persönlichkeit als solche ist es, die es mir angetan hat. Ein Mann eigener Rraft im besten Sinne des Wortes, hat er es bei strenger Beobachtung der Religionsvorschriften zu hoher Achtung und grohem Ansehen gebracht. Er war in seinem Familienleben ein Muster, ein zärtlicher Vater, ein braver Gatte. Gegenüber Dritten war er von Natur aus von einer herzlichen, natürlichen Liebenswürdigkeit, für alt und jung hatte er stets ein freundliches Wort. Und Wohltun, und zwar in der Stille, war ihm Herzensbedürfnis,- er konnte wohl mit Stolz von sich sagen, dag kein Bedürftiger ohne Gabe, kein Hungernder oder Dürstender je ohne Speise und Trank von seiner Schwelle gegangen sei. Die israelitische Rultusgemeinde in Marienbad bezeugte ihm ihre Hochschätzung dadurch, datz sie ihn mehrmals zu der höchsten Ehrenstelle, die sie zu vergeben hatte, zum Amte des Rultusgemeindevorstehers in Marienbad, berief. Als solcher war er in uneigennützigster Weise und bei den damals so schwierigen Verhältnissen selbst mit Aufopferung seiner Gesundheit tätig. Unter seine Amtstätigkeit fällt das Inkrafttreten des Rultusgemeindegesetzes, vom Jahre 1890 und die Ausarbeitung der neuen Statuten im Sinne dieses Gesetzes. Bald glückte es ihm, die von der k. k. Bezirkshauptmannschaft eingesetzte Rommission zur schnellen, fruchtbaren Arbeit zu veranlassen und die Statuten, die grötztenteils seine Arbeit waren, der Behörde vorzulegen, die sohin die Genehmigung der hohen k. k. Statthalterei fanden. Die Würde des Rultusgemeindevorstehers ist in vielen Rultusgemeinden ein dornenvolles Amt; in einem Weltkurorte um so mehr, wenn die Gemeinde erst in Entwicklung sich befindet, weil hier aus viele Umstände Rücksicht zu nehmen ist, welche das Interesse des jüdischen Rurpublikums, das ja den verschiedensten Staaten und Richtungen angehört, mit sich bringt, und weil die Mitglieder der Rultusgemeinde selbst den verschiedensten Richtungen angehörten. Solchen Aufregungen fühlte sich David Löwenthal, welcher immer etwas kränklich war, auf die Dauer nicht gewachsen. Er resignierte also auf das Amt; sein Nachfolger wurde sein Freund und Gesinnungsgenosse, der Arzt und Menschenfreund MUDr. Moritz Lang sel. Angedenkens. Seit dem Jahre 1893 war David Löwenthal Mitglied des israelitischen Humanitätsvereines Bnai Brith in Pilsen; er war es nicht nur dem Namen nach. Er war in Wort und Tat ein Bnai Brith. Datz David Löwrnthal auch im Rreise der christlichen Bevölkerung Marienbads sehr angesehen und beliebt war, will ich hier besonders hervorheben. Es zeigt dies, datz man bei Wahrung feines religiösen Standpunktes sich trotzdem der Zuneigung Andersgläubiger erfreuen kann. Mit Stolz können wir auf ihn Hinweisen sind kann die Marienbader israelitische Rultusgemeinde sagen: „Er war einer unserer Besten." Mit Trauer im Herzen: „Trotz seines hohen Alters ist er zu bald von uns geschieden." Am 5. Juni 1913 wurde er unter zahlreicher Teilnahme von Rurgästen der christlichen und jüdischen Bevölkerung auf dem Marienbader israelitischen Friedhofe zur ewigen Ruhe bestattet. Mir aber, einem seiner späteren Amtsnachfolger, war es eine Herzenspflicht, des Dahingeschiedenen zu gedenken. War er mir ja