Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 30 (1913)
- Issue
- 24 (13.6.1913)
- Date
- 1913-06-13
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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Sette 440 Dr. BÄchs Wochenschrift. Nr. u den, wenn sie in einem Seehvspiz Aufnahme fände. Mir wenden uns deshalb an die öffentliche Mildtätigkeit, damit der Bedauernswerten die nötigen Mittel zugewendet werden. Gütige Spenden nimmt unsere Administration entgegen. Von Herrn Moriz Abeles in Saaz 5 Kronen. Agnes Arnstein, Budweis 3 Kronen. Wien. (Goldene Hochzeit.) Am 4. d. M. feierte der Letter der Hilfsämter der Wiener israelitischen Kultusgemeinde, Herr Simon Horwitz mit seiner Gattin, Frau Sofie, geb. Jungherz, das Fest der goldenen Hochzeit. Welch großer Beliebtheit sich das Jubelpaar in den weitesten Kreisen erfreut, zeigt fich in der großen Zahl der Glückwünsche, die Herrn Amtsleiter Horwitz und seiner Gattin, die aus einer vornehmen Warschauer Familie entstammt, woselbst ihr Vater lange Jahre hindurch Präsident der Kultusgemeinde war, aus allen Kreisen zugekommen. Es gratulierten u. A.: Präsident Dr. Alfred Stern, Vizepräsident Dr. Gustav Kohv, Vorsteher Karl Lew berger, S. B r o d, k. k. Kommerzialrat Leopold Simon, erster Sekretär kais. Rat Dr. Lieben namens der Beamtenschaft der Wiener Kultusgemeinde,. Chewra-Vorsteher S. S i m o u, Baronin Charlotte Königswarter, Bethausvorsteher TheodorKohn, und Dr. M ü n z, Hofrat Dr. Julius Schlag, die Rabbiner Dr. Grün Wald, Dr. Rosenmann, Dr. Bach, Doktor Bauer, Professor Dr. Heinrich P o l l a k, Prof. Dr. M. Rosenf e l d, Prof. Dr.^ Adolf Weiß, Inspektor Prof. M. K a n i tz. Inspektor Julius Braun, Dr. Theodor Guttmann, Jur.- Dr. Bernhard Münz, Dr. Leo Halber stamm, Doktor Siegfried H a l b e r st a mm, kais. Rat Doktor Krüger, Dr. Bela R o s e n t h a l, Direktor Seligmann K o h n, Direktor M. L. K o r n st r e i ch e r, Direktor Max Fischer, Kaiser!. Rat Leopold Sachs von Sachsenhall, Wolf Pappen heim, Albert Mandelbaum u. v. A. Bon den Kollegen, Freunden und Verehrern erhielt das Jubelpaar finnige Ehrengeschenke und Blumengewinde. Der Bethausvorstand ehrte Herrn Horwitz durch eine Alijah während des Sabbath-Gottesd.ienstes in der Innern Stadt. Mediziualrat Dr. Emil Pius gestorben. Der in weitesten Kreisen bekannte Arzt Medizinalrat Dr. Emil Pins ist am 12. d. M. in seiner Villa, 13. Bezirk, Bernbrunngasfe Nr. 3, gestorben. Dr. Pins, der im Jahre 1845 in Lemberg geboren wurde, wurde 1872 in Wien promoviert. Er gehörte zu jenen Aerztev, welche das Gesamtgebiet der Medizin beherrschen. Er war vielsach auch schriftstellerisch tätig und veröffentlichte selbständige Publikationen sowie Aufsätze in Fach' Zeitschriften, so über die Wirkungen des Mineralmoores, über Skrofulöse, Ohrkrankheiten, Epelepfie usw. Er ordinierte hier im 1. Bezirk, Gonzagagaffe Nr. 1. Medizinalrat Dr. Emil Pins war einer der Gründer der „Oesterreichisch-Israelitischen Union" und hat dem Judentum sein ganzes Leben hindurch treue Anhäglichkeit bewahrt. Wie». (Meidling.) Von der Gattin eines angesehenen Meidlinger Gemeindemitgliedes erhalten wir nachstehende Mitteilung: Mich drängt es, Ihnen auch von einer erfreulichen Erscheinung im jüdischen Gemeindeleben Mitteilung zu machen. Der Religionslehrer unseres Bezirkes, Herr Aron Schwertf i u g e r, hat sich in einer Weise die Liebe und Verehrung seiner Schüler und die Wertschätzung der Eltern errungen, wie es leider nur selten vorkommt. Nicht nur, daß der Religionsunterricht für die Schüler zur Lieblingsdisziplin wurde, verbringen die Kinder die meisten ihrer Ferialtage auf Ausflügen mü ihrem Lehrer, wo ihnen botanische Kenntnisse und die Liebe zur Natur beigebracht werden. Wir jüdischen Mütter find dem Herr« Lehrer aufrichtig dankbar, so daß ich mich bemüßigt fühle, Ihnen diese Tatsache zur Kenntnis zu bringen und Sie zu .bitten, dieser meiner Zuschrift Raum in Ihrem geschätzten Blatte zu geben. Hochachtungsvoll N. N. (Einsenderin ist der.Redaktion bekannt.) Wien. Samstag den 14. Juni .1913, halb 8 Uhr abends, findet im Restaurant «Tonello", II.. Lilienbrunngaffe 2, I. Stock, die General-Versammlung des «Wiener Jubiläums-Frauenverein zur Bekleidung und Unterstützung armer alter Frauen in Wien", II., Fischergaffe Nr. 1, statt. Tages-Ordnung: 1. Rechenschaftsbericht. 2. Kaffabericht. 3. Bericht der Revisoren. 4 Wahl des Vorstandes. 5. Anträge und Anfragen. Für den Vorstand: Hermine G erb er, Präsidentin; Berta Wein wurm, Vizepräsidentin; Marie Steiner, Erna P i o w a t i, Schriftführerinnen; Sophie N a t h a n f o h n, Dr. Adele B i x, Kaffierinnen. Wien. (Kantorenbestellung.) Der bekannte Kantor des Tempelvereines „Montefiore", Herr Jakob Rot, wurde auf Grund der abgehaltenen Probefunktion vom Vorstande des Brigitteuauer ifrael. Tempelvereines einhellig als Kantor für den Vereinstempel, XL., Kluckyzasse 11 berufen. Wien. (Sch ulprüfun g.) Die Prüfung an der Lese- und Bibelschule, Prater, Ausstellungsstraße 53, findet Sonntag, den 15. Juni, um 10 Uhr statt. Eltern und Gäste herzlichst willkommen. Wien. In der Nr. 21 der „Österreichischen Wochenschrift" war eine Notiz enthalten, deren Bedeutung und Inhalt wohl geeignet erscheinen, in den weitesten Kreisen Beachtung und Interesse zu finden; bringt ja diese unscheinbare Notiz die höchst Erfreuliche Tatsache zur Kenntnis der Oeffentlichkeit, daß der „Verein der jüdischen Portiere und Hausbesorger" trotz seines erst zwei- . einhalbjährigen Bestehens demnächst Gelegenheit haben wird, ein Jubiläum zu feiern, nämlich die Besetzung des 100. Postens durch eines seiner Mitglieder. Diese Notiz veranlaßte mich, mit dem rührigen Obmanne des Vereines; Herrn Karl Zerkowitz, in Verbindung zu treten und ihn zu ersuchen, mir mehrere Adressen zur Verfügung zu stellen, um mich von der Tätigkeit unserer Glaubensgenossen überzeugen zu können. Zu meiner besonderen Freude konnte ich wahrnehmen, daß in allen mir angegebenen Häusern im vornehmen I. Bezirk, nicht minder in der Leopoldstadt und auf dem Alsergrund, durchwegs Häuser, deren Parteien durch ihre Qualität Anspruch erheben dürfen, daß die Besorgung ihrer Stiegen, Lifts usw. tadellos funktioniere, die pedanteste Reinlichkeit vorherrscht, die Hausbesorger oder Portiere sowohl als ihre Familienmitglieder sich der ausgesuchtesten Höflichkeit befleißigen und alle Arbeiten und Wünsche der Besitzer und Wohnparteien zu deren vollsten Zufriedenheit erledigen. Die oftmals sehr schwierigen Aufzugsvorrichtungen, die diversen Systeme der Heizanlagen, die Instandhaltung des Inventars — kurz, allen an die Portiere gestellten Anforderungen wird getreulich entsprochen. Dieses Zeugnis ist nach zweifacher Richtung hin von bemerkenswertem Belange: einmal, da es die offenkundige Widerlegung des alten, nunmehr wohl für immer abgetanen Vorurteils erbracht hat, daß Juden für derlei Arbeiten nicht tauglich und geeignet seien, und ferner — und dieses Moment ist vielleicht von noch größerer Wichtigkeit und Tragweite — daß die Hauseigentümer und Inspektoren sich überzeugen konnten, daß sie durch die Anstellung von Glaubensgenossen nicht nur eine gute Akquisition gemacht, sondern auch erreicht haben, daß sie sicher sind, nicht verkappte, mit einem Janusgesichte ihnen stets freundlich entgegenkommende, in ihrem Rücken jedoch ihnen die schärfste Kralle des antisemitischen Feindes zeigenden Hausbesorgern Verdienst und Nahrung geben zu müssen, welch letztere es oftmals bei jüdischen Hausbesitzern und Administratoren mit ihren Pflichten auch nicht eben vollständig ernst nehmen. Durch die zwangsweise Absolvierung einer Fachschule, in welcher alle Gegenstände gelehrt werden, die den Beruf eines Hausbesorgers und Portiers zu einem solchen stempeln, ist es ermöglicht, patz die jüdischen Portiere mit allen Agenden vertraut und auf ihre oftmals sehr verantwortungsvollen Pflichten aufmerksam gemacht werden, Pflichten, die, wie die Tatsachen ergeben, bisher stets zur vollsten Zufriedenheit ihrer Herrschaften ausgefallen find und hoffentlich auch weiterhin sich derart erfüllen werden. In Wien zumal ist es der Tätigkeit und Rührigkeit des Vereines gelungen, eine große Zahl jüdischer Hausbesitzer in die angenehme Lage zu setzen, die Bestätigung dieser höchst erfreulichen Tatsache konstatieren zu können; hoffentlich wird keine Störung in diesem Bemühen eintreten, und auch die Provinzen, die .ja'gleichfalls in der angenehmen Lage 'sich befinden, viele jüdische Hausherren zu ihren Mitgliedern zu zählen, namentlich in den bedeutenderen Orten, werden hoffentlich die Residenz sich zum Beispiel nehmen und alle freiwerdenden Posten mit Juden besetzen, ebenso mögen auch die Vorsteher der Synagogen, der bestehenden sowohl als auch der alljährlich neu hinzukommenden, sich erinnern, daß ihre Glaubensbrüder zu berücksichtigen seien. Wie ich mit lebhafter Freude wahrnehme, besteht die Pflicht, die Mitglieder des Vereines auch mit der Gartenpflege und Gartenkultur vertraut zu machen, um diese Stellen gleichfalls den jüdischen Hausbesorgern und Portieren zu erschließen. Jedenfalls sind die schönen Erfolge, die der. junge, rührige Verein bislang zu verzeichnen hat, geeignet, demselben ein günstiges Prognostikon für die Zukunft zu stellen, welches Bemühen wohl in unseren Tagen, in welchen allgemein die Lösung