Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 30 (1913)
- Issue
- 23 (6.6.1913)
- Date
- 1913-06-06
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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4tr. 23 Dr. Bwchs Wochenschrift. satte 4SI Austritte aus dem Judentum. Voui 25. Mai bis inklusive 31. Mai 1913. Aetzl Max, Privat-Beamter, geb.' 3. Mai 1888, Wien, XVIII., Wäbringerstraße 182. Fischl Ilona, Private, geb. 16. Jänner 1880, Wien, I., Seilerstätte 15. Friedman Valerie geb. Schulz, geb. 10. April 1869, Wien, VII., Kaiserstraße 47. Hirsch geb. Sachs Marie Isabella, Kaufmannsgattin, IX., Beethovengasse 8. Karossik Semjon, Privat, geb. 8. Oktober 1872, Charkow, IX., Georg Siglgasse 5. Klimont geb. Burger Anna, geb. 4. Dezember 1881, Wien, VII., Kaiserstraße 47. Pollak Leopold recte Wolf, Handelsagent, geb. 8. Februar 1869, Wilhelmsburg N.-Oe., VII., Neubaugasse 5. Rotenstein geb. Jopus Jenta Anna, geb. 2. Jänner 1871, Odessa, IX., Währingerstraße 16. Sachs Mizzi, geb. 23. Dezember 1891, Wien, IX., Beethovengasse 6. Weiss Anna, Verkäuferin, geb. 14. August 1889, Bozdalovic, II., Piliersdorfgasse 5. Vermählung. Fräulein Leonie Kronfeld aus Agram hat sich mit Herrn Fritz B r e i n e r aus Lovrana-Abbazka vermählt. Eibenfchitz. Dienstag den 29. Mai wurde die Gründerin und Protektorin des isr. Frauenvereines in Eibenfchitz, Frau Johanna Brauner in Brunnzur letzten Ruhestätte gebettet. Die Heimgegangene war eine große Wohltäterin, hat alljährlich dem Frauenverein größere Geldsendungen zugesendet und allmonatlich Unterstützungen für die Ortsarmen gespendet. S'e hatte ein edles Herz und war stets bereit, Not zu lindern und den Armen zu helfen. Am Begräbnistage ^wurden größere Summen an die Ortsarmen verteilt und im Testament hat sie unseren Frauenverein mit einer Stiftung bedacht. Die edle Frau hat sich in unserer Mitte ein ehrendes Denkmal errichtet und ihr Andenken wird in spätesten Jahren noch Segen verbreiten. Cilli Goldmann Präsidentin des isr. Frauenvereines in Eibenschitz. Tabor. Der Präsident des kk. Kreisgerichtes in Tabor, Herr Höfrät P e s ch ek, ließ es 'sich nicht nehmen, trotz seines hohen Alters, anläßlich der Versetzung in den Ruhestand bei unserem Rabbiner Sr. Ehrwürden Dr. Nathan Weißlovie eine Abschiedsvisite zu machen. Vor etwa 6 Jahren, als Hofrat Peschek seinen hiesigen Posten antrat, stellte er sich ebenfalls dem Rabbiner vor. In normalen Zeiten hätte dies allerdings nicht verzeichnet werden müssen, aber im 20. Jahrhundert, das vom Schlamme des Antisemitismus so arg besudelt ist, ist es denn doch erfreulich, wenn hohe Staatsbeamte einen Rabbiner mit ihrem Besuche beehren. Seipitif. Aus Anlaß des Jahrzeittages des ersten Ehrenmitgliedes der hiesigen Kultusgemeinde, des verblichenen Herrn David Ritter von Gutmann, welcher ein großer Gönner und edler Wohltäter seiner Vaterstadt war, veranstaltete der Kutusvorstand in Leipnik am Mittwoch den 4. Juni im schwarz drapierten Tempel eine solenne Trauerfeier. Prag. Der Aegyptologe und Papyrusforscher Doktor Nathaniel Reich, ein Sohn des Herrn Rabbiner Dr. Reich in Baden, hat sich an der deutschen Universität in Prag für Aegyptologie habilitiert. Der junge Forscher zählt zu den besten Kennern des Demotischen, einer besonders schwierigen Abart der hieroglyphischen Kursive, und ist ein Schüler der Professoren Reinisch und Krall in Wien, des Freiherrn v. Biffing in München und Gciffiths in Oxford. Dozent Dr. Reich hat im Aufträge der Akademie der Wissenschaften im Äritish Museum und in der bayrischen Hof- und Staatsbibliothek in München wissenschaftliche Arbeiten ausgeführt. Diese Dozentur ist die erste für Aegyptologie in Prag. Prag (Böhmen). Der „Verein zur Beschaffung von Passahbedürfnissen", der einzige hier und der es seinen Mitgliedern ermöglicht, ihren Bedarf an streng rituell bereiteten Mazzos durch Einzahlung von kleinen, Wöchentlichen Beträgen zu decken, hielt am 25. v. M. unter dem Vorsitz des Obmannes Joachim Stern, seine ordentliche Generalversammlung ab. Der verlesene Kassa- und Geschäftsbericht, sowie der Revisionsbericht wurden von den Anwesenden mit Befriedigung entgegengenommen. Die statutengemäß aus dem Vorstände scheidenden Mitglieder: Rechts, Schneider und Rosen,eld wurden mit Stimmeneinhelligkeit wiedergewühlt. Ebenso wurden die Herren Dewidels, Salom. Knina und Dr. N. L. Kohner als Revisoren einstimmig Wiedergewählt. Als Obmann des Vereines verblieb Joach. Stern, als Obmannstelloertreler und Kassier Gabriel Lieben, als Rechnungsführer Hugo Eckstein und als Schriftführer Ignaz Kornführer. Wsetin. Am 1. Juni wurde Herr Julius Klein, Direktor der A.-E. Möbelfabrik Jakob und Josef Kohn in Wsetin, zu Grabe getragen. Die Trauerrede hielt Herr Prof. Dr. I. Rabbinowicz aus M.-Weißkirchen in deutscher und tschechischer Sprache. Die Trauergesänge sangen die Kantoren Herr Leop. Blan aus Wsetin und Herr P. Kabatschnig mit dem vorzüglichen Chore aus Wall.- Meseritsch in würdiger Weise. Mit den rührenden Worten der Anerkennung von seiten der Aktien-Gesellschaft, Herrn Julius Kohn, an seinen Jugendgenossen, schloß die so seltene Trauerkundgebung. L. B. W. Nikolsburg. Dem Verein Nikolsburger Israelitisches Versorgungshaus sind weiters folgende Beträge übermittelt worden: Emil Schweinburg» Newyork 1000.—, Biellitz, Wien 20.—, Lampk, Wien 20.—, Adolf Wellisch, Wien 10.—, Do. A. Pollak, Wien 70.—, I. Karpeles, Wien 6.—, L. Karpeles, Wien 6.—, Kramer Jakob, Wien 20.—, E. Bauer, Wien 6.—, Sigmund Nissel, Wien 26.—, Moritz Glogau, Wien 6.—, Adolf Böhm, Wien 25.—, I. B. Böhm, Wien 25—, Bernhard Bachrach, Wien 10.—, Do. Fischer» Kromau 10.—, Samuel Pisk, Gänserndorf 20.—, Isidor Knöpfmacher, Wien 10.—, Philipp Frankfurter, Wien 20.—, Moritz Schwarz, Wien 5.—, Mar Oesterreicher, Budapest 25.—. — Allen den hochherzigen Spendern sagt herzlichen Dank die Leitung des Vereins. Vagujhely. (Realschul-Jubiläum.) Sonntag am 25. Mai beging die hiesige israelitische Realschule in solenner Weise die 50. Jahreswende ihres Bestehens. Es erschienen zu der Jubiläumsfeier aus Budapest, Preßburg und Neutra Abordnungen der Unterrichts- und Komitatsdehörde, die Repräsentanz der hiesigen Stadtgemeinde und der Geistlichkeit mit dem tit. Bischof Gras Adolf Pongratz an der Spitze; ferner trafen viele ehemalige Zöglinge und Professoren der jubilierenden Schule hier ein. Die Feier wurde inauguriert mit einem Festgottesdienste in dem prächtig dekorierten, festlich beleuchteten Tempel, welcher von einem zahlreichen Auditorium aus allen Gesellschaftsklassen beider Konfessionen bis auf das letzte Plätzchen voll gefüllt war. Oberkantor Adolf Widder erekkutierte mit dem aus den Realschülern gebildeten großen Chor die einschlägigen Gebete und zum Schlüsse die. ungarische Königshymne. Den Glanzpunkt der Feier aber bildete die hieraus folgende gehaltvolle, formvollendete ungarische Festrede des Oberrabbiners Dr. Philipp Rosenberg, welche allgemein als eine oratorische Meisterleistung anerkannt wurde, zu welcher der eloquente Redner vielseitig beglückwünscht wurde. Zum Schlüsse sprach Se. Ehrwürden vor der geöffneten Lade ein weihevolles Gebet für den König, das Vaterland, die Obrigkeit und alle Gönner des Institutes. Zur Fortsetzung der Feier begaben sich nun alle Anwesenden in den Turnsaal der Realschule, wo Stadtrichter Sandor Neubauer die Eröffnungsrede hielt, und Gemeindepräses Dr. B. Sonnenfeld eine Begrüßungsansprache an die Notabilitüten und sonstigen Festgäste richtete. Ferner hielten Reden Oberstudiendirektor Albrecht, Vizegespan Gyürly, Abgeordneter Markhot, Direktrize der Mädchenbürgerschule Judith Goldberger und Volksschuldirektor Brüll. Die Festrede hielt Professor Dr. Ignaz Kovars, worauf Direktor Julius Möszaros in einem Vortrage einen erschöpfenden Rückblick aus die Entstehung und Geschichte der Realschule entwarf, und den verewigten Oberrabbiner Josef Weisse als Gründer derselben ein ehrendes Gedenken widmete. Nach der erhebenden Feier folgte ein Bankett zu 170 Gedecken. Hermann Fuchs. Cstlkathurn. Sonntag den 25. Mai l. I. wurde in unserer Stadt die sterbliche Hülle des 51 Jahre als Seelsorger verdienstvoll wirkenden Oberrabbiners weil. Jakob Schwarz zu Grabe getragen. Es war ein ergreifender und gleichzeitig erhebender Anblick, die rührenden Kundgebungen wahrer Verehrung, aufrichtigster Liebe und innigsten Mitgefühls seitens der Mitglieder der Kultusgemeinde und beinahe sämtlicher Nachbargemeinden wahrzunehmen. Am Tage der Beerdigung trafen die Deputationen der Kultusgemeinden Eyör, Großkanizsa. Perlak, Warasdin, Also- L e n d v a ic. in Csükathurn ein, um der Familie des in Israel ob seiner Gelehrsamkeit, Charakterstärke und Friedensliebe hochgeachteten verewigten Seelsorgers das Mitgefühl und die Teilnahme dieser Gemeinden zu verdolmetschen. Die Trauerfeierlichkeit war in ihrer schlichten Einfachheit geradezu imposant und tief ergreifend. Die sterbliche Hülle des „treuen Hirten" wurde von den Mitgliedern des Vorstandes und der Chewra Kadischa in den schwarzdrapierten Tempel getragen und dort vor der Vundeslade postiert. Nach einem vom Schluchzen der ganzen Gemeinde unterbrochenen Trauergesange des Oberkantors Leopold Kratz bestieg Herr Oberrabbiner Dr. Eduard Neumann aus Großkanizsa die schwarzumflorte Kanzel, um in einer tief ergreifenden, hohen Gedankenslug wiederspiegelnden Rede die Verdienste des Verstorbenen als Seelsorger, Charaktermenschen, Familienvater und Förderer des Friedens zu würdigen. Die Rede erschütterte die Zuhörerschaft, in welcher sich die