Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 30 (1913)
- Issue
- 20 (16.5.1913)
- Date
- 1913-05-16
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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Nr. 20 Dr. Wochs Wochenschrift. Sette 369 I i it 8 c n, Württemberg: Benj. Oberndörfer 6. Dieburg: Kaufmann Lach 3.51. Frankfurt am Main: Anonym durch „Israelit" M. 30, M.S. 10, Louis Kahn 20, F. M. II. 23.50, Frau Schwab durch H. Leuchtmann 20, Leo Wreschner 20. Göding: Rabb. Dr. M. Lazarus Sammlung 30, Frau R. Lazarus 10. Hamburg: Arnold Cohn 6. Hanau: Anonym 35.25, N. N. 5. Hördheim: Lehrer Wertheim 3.51. Hohensalza: Rabbiner Dr. Wiesel Samlung Frau Dr. Tietz 20. Jchenhausen: Oberlehrer I. Brader 10. Kippenheim: S.D. Wertheimer II. 11.75. Königsberg i. P.: Efraim Aron M. 30 (und viertelj. M. 15 zunächst für 1 Jahr). Karlsruhe: Ungenannt 11.75. Linsenthal: S. Schönstadt 6. Neunkirchen: Sig.Jaul 2. Nikolsburg: D.Fuitsches Sammlung des Herrn Rabbiners 25.—, Oestrich Alex. Rosenthal 3 51. Rees: Sammlung Gebr. Levisohn 5.86. R e t t i n g e n: Juda Rottubild 10 Mark. Salzburg: Daniel Bonyhädy 50. Ternitz: Lazar Mayer 2. T h ü n g e n: anonym 6. T i e f e n o r t: M. L. Lewenstein 6. Vegesack: Sig. Wolf 5. Z o l y o m: R. V. Armin Neufeld Kindersammlung 17.88. Zürich: Max Mannes 10. Holland: Ploni 8, Almoni 12. Diese Spendenverzeichnisse umfassen nur die Beträge, die bei mir eingegangen sind. Indem ich den geschätzten Spendern wärmstens danke, bitte ich die geehrten Leser dieses Blattes, sich dem edlen Werke zu gesellen, acht plötzlich verwaisten Kindern einer hervorragenden Rabbinerfamilie durch Beiträge zu einer würdigen Erziehung und Existenz zu verhelfen. Wien, 5. Jjar 5673 (12. Mai 1913). Rabbiner S. Fürst (Schiffschul). II., Große Schiffgaffe 8. Austritts ans dem Judentum. Vom 4. Mai bis inkl. 31. Mai 1913. Ehrmann Jnlins, Sattler, geb. 6. Dezember 1882 in Dobesie, XX., Rafaelgasse 28. Eisdfer Moritz Ludwig, Kabarettier, I., Bäckerstrasse 6. Falndi Therese, geb. 2. August 1886, XIX., Heiligenstädterstrasse 27. Feigel Marie, geb. 25. April 1869, Wien, XVII., Nattergasse 16. Grossmann Rosa, geb. 18. September 1889 in Kratouchin, III., Rennweg 18. Heitler Anna, geb. 28. Mai 1882 in Wien, II., Taborstrasse 81. Kohn Bertha, geb. 24. Jänner 1895, Wien, VI., Brückengasse 16. Korten Angela, früher Kohn, Opernsängerin, geb. 14. August 1886 in Wien—Klagenfurt. LibOW Ohaim Zudik, Kaufmann, 6. September 1865 in Bratzlow, II., Kleine Stadtgutgasse 4. Nenmann Ernst, Edler v. Heilwart, geb. 2. Dezember 1885 in Wien, VIII., Alserstrasse 21. Nenmann Hans, Edler v. Heilwart, Bankbeamter, geb. 24. Dezember 1881 in Wien, VIII., Alserstrasse 21. Pollatschek Helene, geb. 8. Mai 1894 in Wien, VII., Bernardgasse 37. Scbnek Jnlins, Seidenfärber, geb. 14. August 1868 in Wien, XX., Forsthausgasse 20. Schnlz Leopold, Mechanikergehilfe, geb. 8. Februar 1895 in Wien, II., Ausstellungsstrasse 15. Wolfsohn Jnlins, Buchhalter, geb. 3. Oktober 1885 in Brassö, II., Praterstrasse 41. ZIabings (Todesfall.) Am 5. d. M. wurde der Stadtarzt Herr Dr. Wilhelm Goldsteiu, der nahezu 40 Jahre seine Praxis ausgeübt hat, zu Grabe getragen. Herr Rabbiner Dr. K. Nürnberger aus Jamnitz widmete dem Verblichenen einen ehrenden Nachruf, Herr Kantor A. Wetstein rezitierte die rituellen Gesänge in ergreifender Weise. Sowohl die Stadtgemeinde als auch die christliche Bevölkerung erwiesen dem Verstorbenen durch ihre Anwesenheit bei der Trauerfeier die letzte Ehre. Tod zweier jüdischer Aviatiker. Abrahmowicz und Donez find in einem Tage umgekommen. Beide waren Juden. Abrahmowicz war der Enkel des bekannten hebräischen Schriftstellers Mendele Mocher Seforim und Donez, richtig Salomo Lurje, war aus Slanim in Rußland. Feuilleton. Gin verschollener Mrrrrderrnann. Am 22. August 1912 war im „Neues Pefter Journal" folgende Notiz: Ein verschollener „Wundermann". Vor 30 bis 40 Jahren produzierte sich Rabbi Hirsch Dänemark in ganz Europa: besonderes Aufsehen erregten sein phänomenales Gedächtnis und sein scharfes Auge. Dieser „Wundermann" erschien vor Fürstlichkeiten und den höchsten Würdenträgern, unter anderen auch vor Franz Deäk, um seine Künste zu zeigen. Dieser Mann ist plötzlich verschollen. Markus Dänemark in Roznau (Mähren) ersucht nun jeden, der etwas von ihm weih, es ihm mitzuteilen. Rabbi Hirsch Dänemark — der anno 1858 verstorbene M. G. Saphir nannte ihn Rabbi Hirsch Norwegen*) — war nicht in jenem Sinne Wunderrabbi, in welchem es seine Zeitgenossen: weiland Halberstamm in Neusandec, Friedmann pöre in Sadagura und bei uns Amschel Jungreis in Csenger. ferner der 1912 in Sadagura verstorbene Friedmann fis waren. Rabbiner H. D. erteilte keine Ratschläge mantischen Gepräges: stellte niemandem dessen Horoscop: spendete niemandem „Kmea" genannte Amulette, Quittlein. Lulaw-Palmenringe als Cholera-Präservative: verteilte keine fertilitätfördernde Pulverchen und betrieb keine Gesundbeterei. Warum nun nannte man Dänemark dennoch einen Wunderrabbi? Weil er einer war: wohl nicht im Genre obenerwähnter Rabbiner, wje solche in Rußland und Rumänien unzählige zu finden und in den böhmischen Bädern ein gleichzeitig anwesendes Dutzend nicht selten anzutrefsen find: er war anderer Art. Er leistete Wunder auf mnemotechnischem Gebiete. Während der 40 er Jahre des vorigen Jahrhunderts produzierte er sich vor Kaiser-Mnig Ferdinand, vor Zar Nikolai I., vor Louis Philipp, vor Victoria und. wie er sich dessen rühmte, vor allen Monarchen Europas, indem er die ihm vorgelesenen Namenslisten mehrerer Compagnien oder Eskadronen Militär oder auch mehrerer blassen oder Jahrgänge von Schülern nach deren Verlesung auswendig rezitierte und dann von rückwärts repetierte. Eine Leistung, welche umso verblüffender wirkte, als die verschiisdentlichen Namen hie deutsch, ungarisch, slavisch, italienisch, da russisch, dort französisch, englisch, ja vor Sultan Abdul Medschid türkisch lauteten. Bei Rothschilds und der Haute finance der europäischen Metropolen rezitierte er die ihm vorgelesenen, mehr als hundert Posten enthaltenden Börsenkursbögen ebenfalls vor- und rückwärts, womit er die Rezitierrrng der Militär- und Schullisten insoferne übrrtraf. als er hier auch Zahlen zu beherrschen hatte. Talmudisten imponierte er vornehmlich dadurch, datz er ihnen promptest mitteilte, auf welchem der 3345 Blätter 6600 Seiten des Talmud ein ihm vorgesagter Satz vorkomme, welcher der 12.936 Paragraphr des Schulchan Aruch dies oder jenes anordne, refp. verbiete. Ihr Staunen steigerte er, indem er, wenn man vor ihm irgend welch' eine Stelle des Talmud mit einer Stecknadel so weit als möglich durchstach, jenes Wort vorhersagte, wohin die Nadel mehr nicht hingelangte. In Miskolcz, wo er sich während des 5lrimkrieges produzierte, geriet Dänemark in Schwulitäten, weil er am Samstage mit der Stecknadel hantierte. Für diese seine Talmudversiertheil — in Rußland ist es auch heute noch keine Seltenheit — nannte man Dänemark einen „Schaß-Polaken". Auch vor Franz Denk produzierte Dänemark seine Künste, was in den 60 er Jahren des vorigen Säculums geschehen sein mag. während Maurus Jokai diesen Wundermann, „sich mit dessen vornehmer Bekanntschaft brüstend", in verschiedenen seiner Schriftwerke häufig erwähnte. Der Einsender dieser Mitteilung hatte vor mehr als 50 Jahren Gelegenheit, einer Produktion Dänemarks, der damals das Aussehen eines Mannes in den Vierzigern bot, beizuwohnen. Heute wäre Dänemark näher zu hundert als zu neunzig Jahren, er ist jedoch *) Eine satyrische Anspielung: Dänemark—Norwegen; ferner Hier schnorr wegen.