Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 30 (1913)
- Issue
- 20 (16.5.1913)
- Date
- 1913-05-16
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 864 Dr. Blochs Wochenschrift. Nr. 20 Kadücha und die Cooptierung der Frau Malvine Hel lev-Oliven zum Vorstandsmitglied e des isr. Frauenwohltätigkeits-Vereines in Wien wird genehmigend zur Kenntnis genommen. Angelegenheiten der Unterrichts- Kommission. Im Rahmen der Reformvorschläge des verstorbenen Vertreters Dr. Maximilian Steine!r war die Einführung eines separaten Iugendgottesdienstes für die Schüler der 2, eventuell der 4 obersten Klassen der Mittelschulen vorgesehen. Die llnterrichtskommission hat sich eingehend mit dieser Frage befahl und es beantragt das Vertreterkollegium, konform dem Vorschläge der Kommission, daß noch in diesem Schuljahre versuchsweise an einem Samstage im Stadt- oder Leopoldstädter Tempel ein Iugendgottesdienst, speziell für die Mittelschüler der Oberklassen, abgehalten werde. Zu dem Gegenstände sprechen die Herren Kultusvorsteher Dr. Markus Spitzer, Hoffmann, Dr. Jakob Engel, S. B r o d, Professor Ehrmann. Nach einem Schlußwort des Obmannes der Unterrichtskommission, Vizepräsidenten Dr. Gustav K o h n, wird der Antrag des Vertreter-Kollegiums angenommen. In Anwesenheit der Delegierten der Bezirkskommissionen hat die Unterrichtskommffsion beschlossen, es seien die Bezirkskommissionen zu ersuchen, je 2 ihrer Mitglieder zum Besuche des Iugendgottesdienstes in den zuständigen Bethäusern zu delegieren. Aufgabe dieser Delegierten soll es sein, ohne mit den beim Gottesdienste beschäftigten Lehrern Auseinandersetzungen zu pflegen, dem Kultusvorstande über ihre Wahrnehmungen Bericht zu erstatten. Die Delegierten der Bezirkskommissionen haben diesen Beschlußantrag der UnterrichtskomMission mit besonderer Befriedigung ausgenommen und die Erklärung abgegeben, daß sich die Mitglieder der Bezirkskommissionen gerne in den Dienst der Sache stellen werden. Das Vertreter-Kollegium hat dem Beschlüsse der Unterrichtskommission zugestimmt und es beschließt das Plenum, denselben zu genehmigen. Im Sinne eines früheren Beschlusses wird die Einführung der elektrischen Beleuchtung im Ottakringer Tempel beschlossen und der hiefür erforderliche Kredit bewilligt. Der Bureaubericht über die eingelangten Zahlungsaufträge der Finanzbehörden, betreffend das Gebührenäquivalent von dem Vermögen der Kultusgemeinde und der in ihrer Verwaltung befindlichen Stiftungen, Widmungen und Fonde für das 7. Dezennium (1911—1920) wird zur Kenntnis genommen. Für die in dieser überaus komplizierten und schwierigen Materie durchgeführten Arbeiten, welche für den juristischen Teil von dem Sekretariats-Abteilungsleiter Dr. Leopold Stern und für den finanziellen Teil von dem Buchhaltungsbeamten Max Spitzer besorgt wurden, wird die Anerkennung ausgesprochen. Der Vertrag mit der Leichenlransport-Unlernehmung Andreas Engel jun. wird bis Ende Dezember 1913 unter den bisherigen Bedingungen verlängert. Bei der hierauf vorgenommenen Wahl zweier Mitglieder .in das Vertreter-Kollegium erscheinen gewählt die Herren Adolf Schramek und Kommerzialrat Leopold Simon. Zum ständigen Obmann der Schiedsgerichte der Kultusgemeinde wird Herr Dr. Gustav Lan g stein gewählt. Nach Erledigung von Personalien wird die Sitzung um 97i Uhr geschlossen. OesterreiMsches Seehospiz. Am 5. Mai d. I. fand in den Räumen des israelitischen Humanitätsvereines „Wien" die vierte ordentliche Generalversammlung des „Oesterreichischen Seehvspiz" statt. Sie wurde von der geschäftsführenden Vizepräsidentin Frau Sofie Grünfeld eröffnet und nach Konstatierung, daß die vorgeschriebenen Formen für die Einberufung eingehalten worden sind, wurde der Delegierte der nieder österreichischen Statthalterei, Landessanitätsreferent, Statthaltereirat Dr. Carl Ritter von Helly, auf das Herzlichste von der Vorsitzenden begrüßt. Andererseits wurden auch die Entsendeten der verschiedenen Wohltätigkeitsanstalten, sowie die Repräsentanten der Presse aufrichtig willkommen geheißen. Hierauf gelangte der Bericht über die vom Vereine entwickelte Tätigkeit im Jahre 1912 durch den Schriftführer Dr. Julius Graf zur Verlesung, aus welchem die schöne Entwickelung, welche der Verein auch im Vorjahre genommen hat, ersichtliche wurde. Zahlreich und bedeutend waren die Zuwendungen, welche dem Vereine von seiten wohlwollender und edeldenkender Gönner gemacht worden sind. Die Zahl der Mitglieder belief sich am Schlüsse des Betriebsjahres auf 676 und der Betrag der jährlichen Mitgli'sderbeiträge erhöhte sich auf 4521 Kronen. Der Verein konnte den ihm obliegenden statutarischen Verpflichtungen zur Pflege kranker israelitischer Kinder an der See vollkommen entsprechen und war in der Lage, 50 Kinder in der Zeit vom 20. Juni bis 29. August zu verpflegen, ihnen den Gebrauch der Meerbäder in Grado zu ermöglichen und einem großen Teil dieser Pfleglinge das hohe Gut der Gesundheit wiederzugeben. Die -Kurerfolge waren im abgelaufenen Jahre recht günstige, allein die Hoffnung des Kuratoriums, daß das „Oesterreichische Seehospiz" bald darangehen könnte, seine Pfleglinge in einem in Grado zu errichtenden eigenen Heime unterzubringen, hat sich im verflossenen Jahre wesentlich verringert. Die Bewilligung zum Baue dieses Heimes war vom Bürgermeister der Stadt Grado bereits erteilt gewesen und wurde nachher vom Gemeinderate der Stadt und auf Einschreiten einiger weniger Gemeindemitglieder zurückgezogen, angeblich, weil durch die Errichtung eines Erholungsheimes des „Oesterreichischen SeehospWs", die wirtschaftlichen Verhältnisse des Kurortes bedroht erscheinen. . Gegen diese willkürliche Verfügung der Gemeindebehörde wurde wohl beim Landesausschuß in Görz Einspruch erhoben und die llngiltigkeitserklärung der Entziehung der Baubewilligung vom „Oesterr. Seehospiz" gefordert. Allein, wie imMer die Entscheidung der Behörde ausfallen mag, feststehend ist, daß durch die Verfügung der Gemeinde Grado dem „Oesterr. Seehospiz" wesentliche Schädigungen und Nachteile erwachsen sind. Nach Erstattung des Tätigkeitsberichtes las Herr Zentraldirektor Heinrich Glücksthal den Kassenbericht vor, welcher von der Generalversammlung genehmigend zur Kenntnis genommen wurde. Nebst dem Vertreter der Statthalterei, Herrn Statthaltereirat Dr. Carl Ritter von. Helly, welcher mit freundlichen Worten die Vereinsiatigkeit würdigte, nahmen noch Universitätsprofessor Dr. S.Ehr m ann, Rabb. Dr. Rosen m>a n n und Dr. M. Löwy, letzterer namens der Zentralstelle für das jüdische Armenwesen, das Wort. Unter den Anwesenden bemerkte man noch die Präsidentin des „Bundes Oesterreicher Frauenvereine". Frau Marianne H a i n i f ch, Herrn Generalstabsarzt i. R. Dr. Zuckermann, Herrn Dr. Isidor Singer, Herausgeber der „Zeit". Herrn kais. Rat Ignaz Wilhelm, Herrn Dr. I. S. Bloch, Herausgeber der „Oesterr.