Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 30 (1913)
- Issue
- 20 (16.5.1913)
- Date
- 1913-05-16
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3020846-3022035-3022056--22138-3047268- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr 20 Dr. Blochs Wochenschrift Seite 363 verschiedene Entwicklung der Grundelemente ihrer Kultur zurückzuführen sind. Das Wort Sists» in Numeri Kap. 16 bei Kohrah ist wie in Genes. 30, 35, ganz einfach und harmlos als Grube oder Grab zu nehmen und verträgt gar nicht eine Anspielung auf den Hades- Hingegen ist das Buch der Proverbien^) und viele Abschnitte der Psalmen, die den letzteren Begriff kennen oder in modifizierter Form vertreten, ganz entschieden auch im Norden entstanden und dokumentieren selbst auch in vielen anderen Beziehungen ihre Abhängigkeit vom Buche Hiob. Man begegnet wohl bei dem älteren Propheten Jesaias (im 8. Jahrhundert v. Ehr. 14, 9. 26, 14. 14, 19. 38, 18) Ausdrücken wie nnno und c\s'sn die einige Kenntnisse dieser nordischen Ansichten voraussetzeu; diese Aeußerungen sind aber stets von einer gerade das Gegenteil aussprechenden Korrektur oder ostentativer Protestation (26. 6; 14, 19) begleitet. Diese Ausdrücke scheint aber der Prophet Jesaias im Norden kennen gelernt zu haben, wenn die Tradition (Jerus. Synhedr. X, 2) eine historische Basis hat. daß er vor Manasse nach Eriza csthnS py) am oberen Euphrat zwischen Nordarmeuien und Pontus flüchten mußte. Diese Ueberlieferung dürfte sicherlich auch eine geschichtliche Grundlage haben, da viele seiner Prophetien sich ausschließlich an die Hebräer jener Gegend richten, wie wir anderwärts Nachweisen werden. Uebrigens dürfte Jesaias das Buch Hiob höchstwahrscheinlich gekannt haben (s. w. u.) Ezechiel 26, 20—21, spielt gleichfalls auf diese Ansichten an. So trifft mau auch Anklänge in Threni, 3, 6. worauf Jesaias 59, 10, Bezug nimmt und was wohl zeigt, daß auch er diese fremden Anschauungen bereits kennt. Zu dieser Zeit (600—500) war der Verkehr zwischen dem Norden und Palästina bereits ein stärkerer, so daß diese Ideen vom Norden her schon früh mittelst der dort entstandenen Schriften und später zufolge des regeren Verkehres leichter propagiert werden konnten, wodann sie in Palästina modifiziert und zumindest bekannt wurden, wenn sie nicht gar Eingang und Verbreitung fanden. S. Spinner. Wien. *) Obwohl h er nicht der Ort ist, sich in Untersuchuntren bezüglich der Provenienz des Buches „Sprüche Salomos" einzulaffen, wollen wir nichtsdestoweniger hiefüc einige Fingerzeige geben. Die Stellen 6, 19 ->-,'2 np^ nis pirna “pm pSn und 31, u nn*n nanb trän pmaa “imo weisen unzweifelhaft auf den Norden hin, da nur dort Hebräer einen so ausgedehnten, überseeischen Handel, wie hier angedeutet, trieben. Dies bestätigt auch Vers 21: nn’S1? vb> da nur im Norden von solchen starken Schneefällen die Rede fein kann Das hier 7, 16 (sonst in der Bibel nicht) vorkommende Wort pLU für Linnen erscheint auch bei Homer II. VII. 141, XVIII, 595, Ob. VII, 107 mit demselben Namen o&civyj; diese Leinwand dürfte aus Colchis stammen, welche Gegend südlich vom Kaukasus in der Bibel Mizraim und in den Keilschriften Misr genannt wird (s. 0. II. 3). Auch der aus Hyrcanien und Nordosten stammende Tiger (Aristoteles. Hist. nat. 8, 27, 8; Aelian 8,1; Plinius VIII, 25) der in der Bibel, weil im Altertum im Süden noch unbekannt, nicht erwähnt wird, kommt hier 30. 31 unter dem Namen *f?a, der mutige, starke (wie gricch. «Xxrsro?) König vor. In dieser Stelle, wo der Löwe V'h> (gleich Hiob 4. 11 und Homer Jl. X, 480 Xi? nach dem aram. n'h>) heißt, und wie von den Griechen zwischen dem männlichen Panther: üapSaXcg und dem weiblichen: HapSvjc; unterschieden wird, wird das Weibchen (im Lat. Variä) cnna -rn? und das Panthermännchen v'n genannt. 5) Diese Stelle in Jer. Synhedrion X ist wegen eines unverständlichen Wortspieles sehr dunkel. Das kann als sicher gelten, d ß hier mit Kn#*? p-ij; die Gegend von Eriza, am oberen Euphrat, gemeint ist, welcher Name auch in der Mischna Keth. XVI, 9 vorkommt: ans ^n, wo Trajan bei seinem Einfall nach Armenien mit seinen Legionen den Euphrat überschritt und unter den Juden ein Blutbad anrichtete. Ein solcher Orts- oder Landesstrichname kommt auch in einer assyrischen Beamtenliste neben Armenien erwähnt vor. Zeitschrift d. D. M.. Gesellsch. 1869. Korrespondenzen. Aus der Plenarsitzung des Vorstandes der isr. Kultusgemeinde Wim ain 7. Mai 1913. Unter dem Vorsitze des Präsidenten Dr. Alfred Stern. 2m Einlaufe befinden sich! Ein Dankschreiben des Ministers für Kultus und Unterricht Dr. Max H u s f a r e k Ritter vou H e i n l e i n für die Teilnahme des Borstandes anläßlich des Ablebens seines Schwiegervaters: ferner ein Dankschreiben des Herrn Dr. Theodor Reisch, Kurators der evangelischen Gemeinde A B. für die Kondolenz des Vorstandes anläßlich des Ablebens seines Sohnes, weiland des Herrn Ministerial-Vizesekretärs Dr. Theodor Reisch zun.: weiters befindet sich im Einlaufe eine Zuschrift der k. k. Statthalterei ia Sesterreich vb der Enns betreffend die zufolge Einschreitens des Kultusvorstandes erfolgte Richtigstellung einer Konkursausschreibung bezüglich der Besetzung einer Beschautierarztensstelle, nach der Richtung, daß entgegen der ursprünglichen Kundmachung, nebst anderen Nachweisen die Beibringung des Tauf- oder Geburtsscheines gefordert wird. Bon Herrn Julius Frankl, Ges. m. b. H., Zinsen der „Julius Frankl Berwaudten-Stiftung ... X 4 210.— An Spenden sind eingelaufen: Bon Herrn D. Bischowsky, Petersburg, anläßlich des Ablebens seines sei. Bakers des Herrn Viktor Bischowsky: für das Spital.K 100.— „ die Versorgungsanstalt . . . „ 100.— „ den Präsidialfond.„ 100.— ,, die Chewra-Kadischa . ... „ 150.— „ Armen-Aiistalt.„ 100.— „ den Verein „Einheit" . . 100.— „ „ ., „Tomech-Ewjonim" ,, 50.— „ „ „Verein zur Unterstützung armer kranker Israeliten" . . „ lOO.— . „ 800.— „ „ Dr. Leo Kris, zur Errichtung eurer „Jakob und Thea Kris-Wohitätigkcits-Stiftung, X 500.— Nominale." „ „ Alfred Adelberg, für arme kranke Kinder, bezlv. für das neu zu errichtende Kinderspital .. 650.— „ einem Anonymus durch die Armen-Anstalt .zur Unterstützung blinder oder von Blindheit bedrohter unglücklicher Menschen".„ 20.— „ T. G. für Arme.. 5.— Entnahme der S a m melbüchse im Gemeinde-Tempel Stadt: Für die Chewra-Kadischa . ■ .... X 198.06 „ den Waisenverein.„ 501.75 „ den Frauenverein.„11644 „ die Allianz. 60.40 „ Arme in Jerusalem ... 82.17 „ den Wöchnerinn. »verband . . . „ 16.90 „ die Armenanstalt.. „ 198.62 „ einen armen kranken Blinden . . „ 20.— . „ l. 194.94 Entnahme der S a m m e l b ü ch s e n dem Z e n t r a l s r i e d h 0 f: Für den Waisenverein. a u 1 597.92 Vom Vorstandsmitglied Herrn Moriz Edler von Kuffner an läßt, des Jahrzeittages seines sel. Vaters X 280.— anläßlich der Peffachfeiertage zur Verteilung an Arme des XVI./XV11. Bezirkes „ 400. — .„ 680.— Die Kultusvorsteher Dr. Ehrlich und Stricker urgieren die Erledigung ihres Antrages betreffend die Aenderung des Paragraph 12 der Geschäftsordnung und die ehebaldige Konstituierung der Statutenkommission. Präsident Dr. Alfred Stern verweist in ferner Antwort daraus, daß die Statutenkommission längst konstituiert sei, indem seinerzeit bei Einsetzung der Kommissionen der Beschluß gefaßt wurde, daß die früheren Obmänner und Obmann-Stellvertreter ihr Mandat weiter behalten, insolange, als die Kommission nicht eine andere Wahl trifft. Es fei nunmehr Sache des Obmannes, bezw. des Obmann-Stellvertreters der Statutenkommiffion, wegen Einberufung derselben die Verfügungen zu treffen. Die Cooptierung der Herren Jacques Karpeles und Philipp K oh n zu Vorstandsmitgliedern der Chewra-