Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 30 (1913)
- Issue
- 19 (9.5.1913)
- Date
- 1913-05-09
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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Nr 19 Dr. Blochs Wochenschrift Sette 345 Anläßlich des Ablebens des sel. Richard Mahler: Kanzleirat Otto Witrorvsky Kr. 20.— I. Vierer, Wien, 10.—, C. Eiftert, London, 10.—, A. Krininsky 5.—, Karl Fröhlich 10.—. Zusammen Kr. 55.—. Anläßlich des Mlebens des sel. Josef Singer: (Leopold Bratmann Kr. 10.—, Ignaz Sinaiberger 3.—, Hermann Schweinburg 3.—, Josef Ehrenfeld 5.—, Josef Spitzer 10.—. Zusammen Kr. 31.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Joses M. Flaschner: Wilhelm Scheibl Kr. 20.—, Dr. M. Pinel 10.—. Zusammen Kr. 30.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Charlotte Karczag: N. N. Kr. 10.—, Juli 3.—. Zusammen Kr. 13.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Karl Mayer: Familie Leopold Mayer Kr. 20—, Familie Heinrich Mayer 20.—, Familie Jacques Schönmann 10.—, E. Schall 10—, Josef Beer 10.—. Zusammen Kr. 70.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Jakob Freund: Familie Alois Lemberger Kr. 60.—. Anlählich des Ablebens des sel. Dr. Moriz Hirschseld: Otto und Erna Kantor Kr. 30.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Karl Fürst: Fritz Fürst Kr. 10.—, L. Leipen 10.—, E. Leipen 10.—, Gisela Leipen 10.—, Friedrich Hirsch 10.—. Zusammen Kr. 50.—. Wien. (Gast-Predigt.) Herr Rabbiner Dr. Salowon Funk aus Boskowitz wird im Leopoldstädter Temp.l am Samstag den 10. M. beim Morgen-Gottesdienste eine Gast- Predigt halten. Direktor S. Fischer gestorben. Nach längerer Krankheit ist Mittwoch den 7. d. M. der Direktor des Wiener Bankvereines Herr S. Fischer gestorben. Direktor Fischer spielte in der hiesigen Bankwelt eine hervorragende Rolle. Er begann seine Carriere bei der Wechselstuben- Aktiengesellschaft „Merkur", von wo er zum Bankverein kam. Hier wußte er sich dank seiner Umsichtigkeit und seiner Tüchtigkeit alsbald eine bedeutende Position zu schaffen und dem Institute große Dienste zu leisten. Bezeichnend für die Rolle, die Direktor Fischer beim Wiener Bankverein spielte, ist folgende Mitteilung, die uns seitens der Direktion des genannten Institutes zugesendet wird: .Nach längerer Krankheit verschied heute nachmittags Herr S. Fischer, stellvertretender Direktor unseres Institutes. Der Verblichene wurde im Jahre 1892 in unsere Direktion berufen, in welcher er sich durch seine unermüdliche Tätigkeit die größten Verdienste um den Ausbau und das Wachstum unseres Institutes erworben hat. Seinem bedeutenden Organisationstalente ist es insbesonders zu danken, daß der ausgebreitete Apparat des Institutes vollkommen einwandfrei funktioniert; auch die eingehende Kontrolle sämtlicher Zweiganstalten wurde durch ihn eingerichtet und überwacht. Direktor Fischer war überdies mit unserer Vertretung in verschiedenen Jndustriegesellschaften betraut. Durch sein Hinscheiden wurde uns ein schwer zu ersetzender Mitarbeiter entrissen. Seine ersprießliche Tätigkeit und seine ausgezeichneten Charaktereigenschaften sichern ihm in unserem Kreise ein immerwährendes, ehrendes Gedenken." Direktor Fischer war ein treuer Jude, hat dem Judentum stets große Anhänglichkeit bewährt, die jüdische Gemeinde verliert in ihm eines der ausgezeichnetsten Mitglieder. Auszeichnungen. Die kaiserliche „Wiener Zeitung" vom 4. d. M. verlautbart die Ernennung des Oberfinanzrates der Finanzlandesdirektion Siegfried Ger st mann zum k. k. Hofrat und Direktor des k. k. Zentraltax- und Gebührenbemessungs-Amtes. Diese Allerhöchste Auszeichnung wird in jüdischen Kreisen mit umso lebhafterer Befriedigung ausgenommen werden, als Hofrat Direktor Gerstmann sich stets als Jude bekannt und aus seiner treuen Anhänglichkeit an sein Volk kein Hehl gemacht hat. In der vom „Jüdischen Studenten-Unterstützungsverein" zum 50 jährigen Vereinsbestande herausgegebenen Denkschrift finden wir folgendes Autogramm aus seiner Feder: „Wer das, was mit ihm geboren wurde, verläßt, um sich den Kampf des Lebens zu erleichtern oder sonst einen Vorteil zu erringen, ist ebenso verächtlich wie derjenige, der etwa seinen Vater oder seine Mutter verraten würde/' Hofrat G e r st m a n n ist bereits seit längerer Zeit Ritter des Ordens der Eisernen Krone III. Klaffe. Der durch seine publizistische Tätigkeit und seine Vorträge auf historischem Gebiete in weiten Kreisen rühmlich bekannte Professor an der Czernowrtzer Universität, Dr. Sigmund Herzberg-Frankel, ist in den letzten Tagen für sein erfolgreiches Wirken von Sr. Majestät dem Kaiser durch die Verleihung des Ordens der Eisernen Krone III. Klasse ausgezeichnet worden. Professor Herz b erg-Frankel ist der älteste Sohn des Ghettodichters Leo Herzberg -Frankel, des früheren Sekretärs der Brodyer Handelskammer, der trotz seiner 86 Jahre noch immer literarisch tätigi ist. Ein hervorragender Zögling des Wiener Jnftitutes für österreichische Geschichtsforschung unter Sektionschef Sickl, dem seinerzeit die Leitung dieses gleichartigen Institutes in Rom gegen Austritt aus denk Judentums vergeblich angeboten wurde, habilitierte er sich als Dozent der Geschichte in Wien, wurde nach kurzer Zeit unter dem Unterrichtsminister Gautsch außerordentlicher Professor, woraus seine Ernennung zum ordentlichen Professor an der Universität in Czernowitz erfolgte. Im' Jahre 1905 wurde Dr. Herzberg-Frankel zum Rektor gewählt, saß mittels der Virilstimme der Universität im Landtage der Bukowina, zu dessen tätigsten Mitgliedern er zählte. Ein fleißiger Mitarbeiter der Berliner Monumente Germania, bereiste Herzberg-Fränkel im Aufträge der deutschen Regierung die Rheinuniversitäten und Klöster, um die lückenhafte Kaisergeschichte des 13. Jahrhunderts zu ergänzen, und publizierte als Früchte seiner erfolgreichen Forschungen mehrere hervorragende Arbeiten, die in Eelehrtenkreisen viele Beachtung fanden und unvergängliche Monumente des Wiffens und Fleißes des Gelehrten bleiben. Wien. Der israelitische Wohltätigkeits- und Krankenunterstützungs-Verein „Mazmiach Jeschua", II., Leopoldsgaffe 29, hält am Sonntag, den 11. Mai 1913 um 3 Uhr nachmittags, im Sitzungssaale der Synagoge, II., Leopoldsgaffe 29, die ordentliche Generalversammlung ab. Kantor Abraham Pekarrrik. Am Sonntag den 4. Mai ist vier Herr Abraham Pekarnik. der langjährige Kantor am Müllner-Tempel. nach kurzem Leiden im?5. Leben-jabre verschieden. Dienstag den 6. d. fand unter zahlreicher Beteiligung das Leichenbegängnis statt. Im Trauerhause hatten sich unter Führung des P äüdenten des Betbaus-Vereines Herrn Gottlieb Bettelheim der gesamt? Vorstand des Mnllner-Tempels. sowie zahlreiche Kantoren und Freunde des Verblichenen eingefunden. Der Präsident des Kantoren-Vereines Herr Oberkantor I. Bauer sprach warme Worte des Abschiedes. In der Zeremonienhalle versah Herr Kantor Smotritzky die Trauersunktion in würdiger und ergreifender Weis?, worauf Herr Rabbiner Dr. Gelbhaus die Verdienste des so jäh dakurigeschiedenen Schliach Zibburs würdigte. Herr Präsident Gottlieb Bettelheim dankte in bewegten Worten dem Dahingeschredenen für seine aufopfernde vieljährige Tätigkeit, worauf Herr Professor Nascher Worte des Abschiedes namens der zahlreichen Freunde sprach. Am Grabe rezttierte Herr Oberkantor Don Fuchs in formvollendeter traditioneller Weise das El mole rachamim. Der Obmann des Synagogensänger-Vereines Herr Salo Lemberger nahm sodann namens der vielen Sänger, die unter der Leitung des Verstorbenen gewirkt hatten, herzlichen Abschied. Mit der Absingung des Lebiavissi durch die Sänger der Wiener Tempel schloß die würdige Trauerfeier. Der Verstorbene hinterläßt eine Witwe und vier Kinder, denen aus diesem traurigen Anlaffe zahlreiche Beileidskundgebungen zukamen. Humanitärer Gefelligkeitsverein der Holkefchauer in Wien. Samstag den 3. Mai, 9 Uhr abends, wurde im 'Saale des Hotels Guth, Slefaniestraße 8, die Generalversammlung des nunmehr 4 Jahre bestehenden Geselligkeilsvereines der Holleschauer in Wien abgehalten. Mit einer festlichen Begrüßung der Gäste eröfsnete der Obmann, Herr Albert Low, diese Zusammenkunft, gedachte pietüts- und wehmutsvoll der im Laufe des Vereinsjahres Hingeschiedenen Mitglieder. Hierauf übernahm der Obmannstellver r.ter, f. k. BeKrksrichlcr Herr Dr. Friedrich Berg, den Vorsitz, ermahnte die Mitglieder zum festen Zusammenhalt und Interesse für die Sache zu hegen und zu pflegen.