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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1913-05-09 · 19 (9.5.1913) · page 9

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
30 (1913)
Issue
19 (9.5.1913)
Date
1913-05-09
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 19 Sette 341 Dr. Blochs Wochenschrift. deshalb fast sämtliche Lokalitäten des Nordostens, wie wir sehen werden, mit ihren aramäischen oder hebräischen Namen. Auch sind die ersten, ältesten griechischen Götternamen,2) Chasdim soviel wie der von pb bewohnte Landstrich. Dieser Ausdruck dürfte von Hebräern und Syrern für Lukhi geschaffen und gebraucht worden sein. Jerem. 47, 2 spricht von den Chasdim und gibt ganz genau ihren Sitz an: jiaxö v»v n:n Sie zogen in der Zeit der ältesten Völkerwanderung vom Kaukasus den oberen Euphrat entlang nach dem später nach ihnen benannten Syrien (s. w. u. unter Syrien) und westwärts nach Griechenland rc., dort unter dem Namen Pelasgier, Lakonier rc. bekannt. Der geistige Einfluß dieser Aramäer währte aber nach jeder Richtung hin in Griechenland noch lange, bis spät in die historische Zeit hinein, wovon die ältesten griechischen Dichtungen vollauf Zeugnis ablegen. Die Denkmäler der ostastatischen Völker, wie Assyrer und Babylonier, die von anderen Völkern nur in politischer Beziehung sprechen, erwähnen dieses alte Chaldervolk erst in späterer Zeit, als sie bei Ausdehnung ihrer Macht nach Norden und Westen mit den Chaldern kriegerisch zusammenstießen. Daß diese biblischen Chasdim die Leueosyrer, Aramäer oder Chaldäer vom Osten des Schwarzen Meeres hergekommen sind, läßt sich ohneweiters Nachweisen. Syncellus (Chronog. p. 28) zitiert die Ansicht des chaldäischen Historikers Berosus, daß die Chaldäer nicht aus Baty'onien stammen, sondern aus einer anderen Gegend, welche Behauptung in einem Beweise Opperts Unterstützung findet. Oppert legte nämlich in der Akademie der Inschriften in Paris eine Keilschrift vor, welche das Vorhandensein königlicher chaldäischer Dynastien vor mehr als 6400 Jahren bezeugt. Die Sprache bildet die Formen durch Silbenanietzungen, woraus er schließt, daß sie Kimmerier gewesen sind (Rahm. Literaturblatt 1884, Nr. 19) die Richtigkeit der Meinung Opperts erhellt aus Jeremias 5, 15, wo die Chalder: 'v fJVK »73 ein mächtiges, uraltes Volk genannt werden. Die späteren griechischen und römischen Schriftsteller, die die Chalder wegen ihres späteren Aufenthaltes in Babylonien als Babhloner bezeichnen, haben damit einen Wirrwar angestiftet, so daß man sie mit letzteren verwechselte. Der Name Chaldäa dürfte einfach das aramäische 7*nb>3 sein. In Num. 23, 5 wird der aram. Landstrich am oberen Euphrat, der Sitz der Chaldäer im Norden nmns genannt, weil die dort lebenden Chaldäer sich selt ältester Zeit mit Astrologie,Traum und Zukunftsdeutung befaßten, und in der ältesten Zeit die Wahrsager sich des Bechers, aram. '1^2, als Spiels bedienten, um daraus die Zukunft zu verkünden. Nach dieser ihrer Beschäftigung wurden die nordischen Aramäer 'Kl*» benannt. Die älteste Form der Wahrsagckunst heißt deshalb auch im Hebräischen DDp, da dieses Wort im Aramäischen auch Becher bedeutet. Als Beweis biefür. daß das Chasdim der Bibel ein Teil der 'Kai1? des pontisch-colchischen Gebietes pi^n und Chaldäa genannt, ist, kann das Zitat aus MegostheneS bei JostphuS Alt X, 11, 1 dienen: Nebuchadnezar eroberte neben Jberia „einen Teil Lydias", welche Begebenheit Berosus mit den Worten, daß Neb. das Prinzipat über Chaldäa übernommen hatte, mitteilt; die Bibel aber nennt die aus dieser von Neb, annektierten Gegend kommenden Hilfstruppen „Das Heer der Chasdim". Die damals lebenden Propheten machen stets einen Unterschied zwischen Chasdim und Babylonien. Ebenso nennen die älteren griechischen Schriftsteller nur das pontisch-colchische Gebiet Chaldäa. So Xenophon (An. IV, 3, 4; V, 5, 9; VII, 8, 14), der dieses nördliche Gebiet auf seinem Zuge passierte, und nur den Bewohnern des Paryadresgebietes, den Mosynekm und Chalybern. diesen Namen beilegt; desgleichen sagt Herodot VII, 63 „Syrien mit Einschluß der Chaldäer" und Strabo, aus Pontus (Amasia) gebürtig, erklärt XII, 1 ausdrücklich, daß dort Leueosyrer wohnten uid die Chalyber früher Chaldäer hießen, aus welch ersterer Benennung er die Bildung der letzteren erklären will. Auch die talmudische Literatur nimmt dar in der Bibel als Hilfstruppen Nebuch. erwähnte „Heer der Chasdrm". als Anwohner des Tbermodongebietes (Jeb. 17, Jerus. Than. IV; Ber. Rab. C. 56 rc.). wie sie auch „Ur Chasdim" als Nordsophene und Umgebung erk ärt. In diesem Sinne nennt das Buch Judith V, 6 die Juden Abkömmlinge der Chaldäer. Der den Worten Jesaias 23.13 gewaltsam unterlegte Sinn, als wäre Chasdim ein junges Volk von gestern, ergibt sich nach richtiger Auffassung dieser Prophetie von selbst als Nonsens. Jesaias wendet sich mit dieser an 212 d. h. Pontus im Norden (s. 0.) beginnend mit den Worten ii'2v “ntr »2 ni'3X ib’bn K72ö „Klaget ihr Tharschichschiffe, ihr seid eurer Heimatshäfen beraubt worden rc. Alsdann ruft er:!,Tn vb Dj?n nt!! B'ntv2 pK jn „Das ist ja (altes) Chalderland l! Das jetzt hier ansäßige Volk (die Griechen besiedelten 780 v. Chr. Sinope und andere Hafenplätze) war ja vorher hier nicht!" rc. (s. hierüber ausführlich Art. niat) Entfällt diese Krücke, dann entbehrt die ganze künstliche Formel von einer sogenannten „jungen Chalderzeit". die in einer aufgetürmten Literatur angewendet wird, um alte biblische Schriften weit jünger, als sie sind, zu machen, jeder Basis und ist nichts weiter, als eine leere inhaltslose Phrase. -) so z. B. ist der Name Zeus zweifellos von dem aramäischen m Gesetz, Ordnung entstanden. Herodot Ü, 53—3 erzählt, daß die Pelasger noch keine Namen für die Götter hatten, sondern sie schlechthin Götter (freos von {j-ecvac setzen, ordnen) nannten, da sie alles geordnet hätten. Tacitus nennt noch, gewiß nach älteren Quellen, den Gott der Sinoper „Jupiter (griech. Zeus) Dis", welchen Eustathius deren Entstehung und Einführung ungefähr auf Homers Zeit zurückgeführt wird (Herod II, 63), aramäischen Ursprunges. Nur die poetische und künstlerische Ausschmückung dieser rudimentären aramäischen Elemente und die mythologische Hülle dieser Theogonie ist griechisches Eigentum; diese erstreckt sich nicht bloß auf Götter und Naturkräfte, sondern auch aus geographische Begriffe, wie Erebos, Kirke, Hades, Persephone rc. sind in göttliche Wesen umgestaltet worden, wie überhaupt die Adjkktiva „heiligt und „göttlich" bei Homer nur mehr poetische Redewendungen sind, die auch dem Meere, den Flüssen und Hirten beigelegt werden. S. Spinner, Wien. (Fortsetzung folgt.) Korrespondenzen. BrockenfamMlimg für jüdische Arme. Die Damen, die sich infolge unseres Aufrufes für obgenannte Wohlfahrtseinrichtung interessieren.. entfalten eine rege Tätigkeit: sie werben Mitglieder, suchen Stimmung für die bei uns geplante, in anderen Großstädten seit Jahren segensreich wirkende Institution zu machen: auch Frau Oberrabbiner Dr. Güdemann, Frau Mathilde von Gutmann nehmen an den Bestrebungen der Komitee-Damen teil. — Die erste Sitzung fand dieser Tage im Sitzungssaal der Kultusgemeinde statt. Die Einberuferin der Versammlung, Frau Ida Barber. war durch Krankheit am Erscheinen verhindert: Frau D. Bischofswerder eröffnete die Sitzung mit Dankest» orten an die Anwesenden, die ihre Bereitwilligkeit, der guten Sache zu dienen, kund gegeben. 'Frau Landesgerichtsrat Barber übernahm alsdann den Vorsitz. Der Antrag, eine Akademie zugunsten der Brockensammlung zu gründen, wurde abgelehnt: dagegen verpflichteten sich die anwesenden Damen, eifrig Mitglieder zu werben: Gründer werden diejenigen sein, die dem Verein 50 Kronen zahlen. Mitgliedskarten a 2 Kronen sollen an all diejenigen verschickt werden, die sich für soziale Fürsorge seither betätigt haben. In der demnächst stattsindenden Versammlung werden die Statuten des Vereines beraten werden. Im Interesse der guten Sache wäre zu wünschen, daß edle Menschen dem neu zu gründenden VeceM ihre werktätige Unterstützung angedeihen lassen. -Zuschriften an Frau Ida Barber, XIX., Döbling, Hauptstraße 4. Verein der Sabbathfreunde „Schomre Schabbos". Wien. Am Sonntag, den 27. April, fand rm! Turnsaale der „Talmud-Thora"-Schule die diesjährige Generalversammlung statt. Dem vorliegenden Rechenschaftsberichte ist zu entnehmen. daß die Mitgliederzahl des Vereines sich erfreulicherweise alljährlich steigert und daß auch die Leistungen des Vereines sich in auf steigend er Linie bewegen. Im Jahre 1912 wurden von 350 Stellenals Zsv<; Sivottm-njs bezeichnet. Im Aeolischen erscheint noch die Nominativform Asus für Zeus, welcher Stamm in den anderen Casus aller ührigen Dialekte Ata; rc. beibehalten wurde. Das Daleth wurde in den meisten aramäischen Worten auch von Homer wie Sam ausgesprochen, deshalb wurde m auch Zeus geschrieben. Homer Jl. 1,1*8 und öfters, nennt Zeus Aufseher der ■ö’ep.'orss und läßt ihn in Gesellschaft der anderen Himmlischen nach dem Kaukasus, in seine aramäische Heimat, zum Besuche der dort wohnenden Aethiopen zum Mahle gehen, wo er längere Zeit Aufenthalt nimmt. (Jl. I, 483.) Was hätten die Götter denn sonst am Kaukasus zu suchen, wenn sie nicht d ort zu Hause wären? Uebrigens nennt selbst Homer Jl. XVI, 233 auch Zeus den „gelasgischen".

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