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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1913-05-09 · 19 (9.5.1913) · page 8

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
30 (1913)
Issue
19 (9.5.1913)
Date
1913-05-09
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Sette 340 Dr. Bwchs Wochenschrift. Nr. 19 zeichnetet Richtung hin bedenklich erscheinen. Die nn Rahmen dieses Vorschlages gedachte Kontrolle würde zweifellos schädliche Einflüsse von dem unstreitig freiheitlichen Geist unserer Schulgesetze fernhalten, Kränkungen im Schulleben und häuslichen Kreise verhüten, jede Giftpflanze aus dem Garten der Jugend ausjäten und so um Ellern und Schüler sich verdient machen. Me Beteiligung der Inden am Kerrschen Welthandel im Altertnm. (Fortsetzung aus Nr. 18.) Bezeichnend für das Verhältnis dieser griechischen und hebräischen Dichtung zu einander, wie für die gemeinsame Provenienz beider, ist wohl die Schilderung des eigentlich mehr durch die Griechen bekannt gewordenen Hades. Wir müssen zum besseren Verständnis vorerst aber Folgendes vorausschicken. Wenn man bei objektiver Betrachtung dieser ältesten griechischen Dichtung sich nicht von den alten Scholiasten Homers oder von der neueren Literatur- und Geschichtsauffassung irreführen läßt, die in den altgriechischen Anschauungen lediglich indogermanische Elemente finden will, sondern seinen eigenen Wahrnehmungen folgt, so läßt sich nahezu außer Zweifel feststelleu. daß die Autoren dieser ältesten griechischen Schriftdenkmäler in ihren Anschauungen fast ganz unter dem Einflüsse eines aramäisch sprechenden Volkes standeu und manche derselben sogar erst durch Hebräischen Geist modifiziert annahmen. Mag diese Annahme auf den ersten Blick noch so paradox klingen, ist sie dennoch nicht weniger wahr, wie jeber Unbefangene zugeben muß, der sich auf den realen Boden der Geschichte, die keine Wunder kennt, stellt und die griechische Geistesentwickelung in den natürlichen Kausalnexus bringt. Diese ältesten griechischen Dichtungen Homers entstanden auf dem Boden Nord-Kleinasiens. Auf diesem Wege drang, wie dort zurückgelassene materielle und geistige Spuren erkennen lassen, die Kultur im Gefolge der sich allmählich Bahn brechenden Handelsbeziehungen nach Griechenland vom Nordosten, wo seit ältester Zeit Aramäer, Chalder oder nennen wir sie wie die Griechen Leukoshrer lebten. Nicht nur Herodot (II, 104) spricht von den „Syrern am Thermodon", sondern auch der älteste griechische Logograph Hekataios von Milet (im 6. Jahrhundert v. Chr.) kennt sie genau. (Hekat. Fragm. ed. Clausen, Berlin 1831, pg. 90,100.) Ebenso führt sie Hesiod (gegen 800 v. Chr.) in einem von Erathostenes angeführten, bei Strabo III, 7 erhaltenen, Verse (ed Casaub, p. 300) als Ligyer (AiAus) neben Aethiopen und Skythen an. (So wirv auch in der rabbinischen Literatur dieser Name oft wie in dem Buche der Jubiläen e. 8 p& geschrieben.) Selbst Homer führt dieselben mit dem aramäischen Namen ’Aptfioi, wie auch ’AAußet, gleich Leukosyrer (jp*? oder '82^) an.1) Homer erwähnt *) Die Leucosyrer sind ein Zweig des Volkes der Aramäer, Syrer, Chasdim oder Chaldäer, die zu einem Sprachstamme und einer, Familie gehören, deren Ursitz am Kaukasus lag. Die Meinungen in der darüber existierenden Literatur gehen nichtsdestoweniger über diese selbstverständlichen Fakten derart auseinander, daß die unzähligen Hypothesen mehr verwirren als orientieren können. Da wir in diesem Artikel den Namen Leucosyrer, Aramäer, Chasdim und Chalder mehrmals begegnen, versuchen wir kurz die oben ausgesprochene Ansicht zu beweisen, dbk (gewiß von di „Höhe" mit k prosth. vor zwei Konsonanten, weil von Kaukasus stammend), war mehr Kollektivname für alle diese Gruppen, die auch nach ihrer Hautfarbe eingeteilt und benannt wurden. Strabo XII, 2 bemerkt, die Alten hätten — da die Syrer jenseits des Taurus eine etwas verbrannte Hautfarbe haben — die um den Pontus wohnenden etwas hellfarbigeren Leucosyrer genannt. Plin. VI, 19 bestätigt auch ausdrücklich, daß die Alten, die den Persern nördlich angrenzenden Sacen, Aramäer nannten. Der Talmud (Ber. 58 und Bech. 45) zählt sie nach ihrer geographischen Lage der Reihe nach jp^T “lim ppi „schwarz, rötlich und dunkelfarbig" auf. Die Sacen heißen bei den Griechen Aethiopen, in der Bibel D'Vö; ‘nn*3 rötlich ist soviel wie ohk <Docvt£ und jp'1? erklärt der Talmud (Git. 66- Nefir 31): kot «mpb xttib xösik d. h. eine Mischung von schwarS und weiß ergibt eine dunkelweiße (graue) Farbe. Die Aethiopen lebten im Osten und Norden des Kaukasus, die dunkelrötlichen in der Mitte und südlich dieses Gebirgsstockes und die Lukhi westlich desselben oder an den südlichen, östlichen und nördlichen Ufern des Schwarzen Meeres. Homer Jl II, 782 kennt den Gesamtnamen „Arimor", die, wie er sich poetisch ausdrückt, im Lande Typhoeus (r&m; Meg. 25 übersetzt auch Moloch mit Kni'D^K) wohnen, gedenkt aber auch der Einwohner des Nordostens des Kaukasus (Od. I, 23 und öfters) mit dem Namen Aethiopen, dann der der Westseite, nämlich im colchisch-pontischen Gebiet lebenden mit ’AXußes ('KB^n oder *821^) hellfarbige, endlich des um den Eingänge zum Cimmerius Bosporus liegenden Landstriches mit Aeuxas (das griechische Wort dürfte das aram. Lukhi wiedergeben, denn schneeweiß heißt aX<pog). Diese Lukhi, die unter diesem Namen im egyptischen Papyrus von Salier (campagnes de Sesostris) und in den alten griechischen Sagen als Lakoni erscheinen, spielen in hohem Altertum bei ihrer Wanderung nach Westen und Süden in der Völkergeschichte eine Rolle. Rab (Synh. 106) überliefert eine uralte für die Erklärung dieser sonst dunklen Stelle sehr wichtige Tradition, daß mit B'L (Numeri 24, 24) diese p'b gemeint seien (s. w. u. darüber ausführlich), wie sie der Talmud auch sonst nennt. Man findet auch bei Eusebius (Evang. Präp IX, 41, abgekürzt auch bei Josephus Ctr. Ap. I, 22) ein Excerpt aus Megasthenes „Jndica" bezüglich dieser »KBl1?, wonach Nebuchadnezar die Lhbier (diese sind nämlich die „Chasdim" der Bibel) und Jberiaer (Atßuyjv %at IßEpwjv) besiegte und einen Teil derselben „rechts des Pontus", d. h. in Norv-Kleinasien (Strabo XII. 1) anstedelte. Desgleichen dürfte der Dynastienamen der Könige des Bosporanischen Reiches, am Cimmerius Bosporus, Leuconiden, wie der Name der dort verehrten Göttin Leucothea (Strabo XI, 1) (deren berühmter Tempel bei Dioscurias am Pontus der Sage nach noch von Phrhxos gegründet wurde) von diesem Landstriche herrühren. In diesem Sinne wird auch in der Bibel der Ausdruck KBD (aram. für HB'», grau) im Zusammenhang mit viB wie d'KBövwd nnv als Bezeichnung der am nordöstlichen Gestade des Schwarzen Meeres wohnenden Bevölkerung gebraucht, wie der Talmud Nid. 23 d’KIBD dunkelweiß und D"6TW, schwarz einander entgegensetzt. Die Völkertafel Genesis X, 7 führt auch kbd als Nachkommen von Cusch in der Nähe von Chawila (Colchis an. Nach all dem läßt sich der bis nun unerklärte Sinn des Wortes D'TZQ auch leicht ermitteln. Im Altertum hat es im Hebräischen spezifische Bezeichnungen nur für gewisse einfache Farben wie schwarz, weiß, nicht -aber für die sich aus Grundfarben ergebenden Mischungen wie „dunkelweiß" gegeben, darum mußte man zu deren Bezeichnung zu einer Analogie (wie für blau V'v-in |T3 rc.) greifen. Das aram. Wort pp1? dunkelfarbige d. i. dunkelweiß (grau) konnte daher im Hebräischen nur mit einer vergleichenden Bezeichnung wie teb „dunkelweiß w i e Kalkstein", wiedergegeben werden. Man findet dasselbe Analogon t®3 in der ältesten Zeit auch bei Phöniziern oder Syrern angewendet. Homer Jl. XI, 25 rc. kennt das dunkelweiße Zinn (bei den Römern plumbum album im Gegensätze zum schwarzen (Blei) Plin. 34. 47) unter dem Namen xocauizspog (das die bXX auch für das biblische Bedil geben); die philologische Forschung ist darüber einig, daß dies ein zu den Griechen mit dem Metall selbst von den Phöniziern oder Syrern gekommener Name ist. Sicherlich wurde auch hier zur Bezeichnung dieses dunkelweißen (grauen) Zinnes der Komparativbegriff tdb wie Kalkstein angewendet und im mündlichen Verkehre bildete sich daraus Kassiteros. Dieses Wort dürfte deshalb auch für die von den jpb in Verkehr gebrachte Silbermünze nöwp (welches treu nach dem gesprochenen Worte Kasita in Genes. 33,19 transskribiert ist; übrigens hat auch Ber. Rab. 66 für Thermodon die Lesart a’ötPp) gebraucht sein. Die Hebräer bedienten sich eben bei Wiedergabe des alten Wortes Jp'? des Wortes ön»3, das bei den Semiten für dunkelweiß (grau) seit ältester Zeit im Gebrauche war. Auch unter *rp, synonym mit TW (Tp und tj, Kalkstein) dürfte in der Bibel diese Gegend der Lukhi verstanden sein, die Amos 9, 7 als Ursprungsland der Aramäer angibt; dorthin wurde ein Teil der in Syrien angesiedelten Aramäer zurück deportiert (II, Chr. 16, 9; Amos 1, 5), die Jes. 22, 6 unter diesen Namen erwähnt. Baruch 1, 4 identifiziert auch TD mit Tp, indem er den in Nordiophene entspringenden Fluß Cyrus (Tp) TD nennt, welches Wort der griechische Vertent sinnlos mit wiedergibt. Auch die für das pontisch-colchische Gebiet der Lukhi gebrauchte Bezeichnung ji;*?n wurde möglicherweise deshalb angewendet, da sie im Aramäischen auch noch die Nebenbedeutung von grau hat. wpBb&an in Lev. 21, 20 gibt Pseudojonathan nämlich mit kddikb «nrn snpön pi^nn wieder, d. i. eine Trübung des Auges durch schwarzweiße oder graue Färbung desselben, welche Erklärung aus der korrumpierten Stelle des Sifra Emor C. II 13—14 (die wie Mischna Bechor 7, 6 nach dieser Targunstelle zu emendieren wäre) jb*?b TNVi TNwB D335 p1? herrührt. Demnach bedeutet pbn wie pp1? eine Mischung von schwarz und weiß, d. i. grau, was auch mit TßB synonym ist; man findet aber auch im Griechischen das Wort als Bezeichnung für den dunkelweißen (grauen) Kalkstein. Chasdim ist also ursprünglich kein Eigenname eines Landes, sondern drückt vielmehr nur eine Eigenschaft des im Westen des Kaukasus wohnenden dunkelweißfarbigen Volksteiles der Aramäer aus; demnach heißt Erez

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