Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 30 (1913)
- Issue
- 18 (2.5.1913)
- Date
- 1913-05-02
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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Nr. 1s Dr. Vlochs Wochenschrift. Seite 331 Kunst und Kiteralur. Live Hermann Strock-Ausstellung. Der Kunstsalon Hugo Heller (Bauernmarkt) stellt jetzt neben den Malereien eines spiritistischen Mediums im Trance und einigen landschaftlichen Niedlichkeiten B o li d y 8. eines jungen in Paris lebenden Wieners, eine Auswahl Struckscher Radierungen aus. Tai ne nennt einmal Lina i' d o da Vinci den weiblichsten unter den Künstlern. Dieses Verwiegen des weiblichen Charakters bringt man damit in Verbindung, daß Dinar'<To Linkshänder war. Und mit frappanter Konsequenz ließ sich die gleiche physiologische Eigenart bei Holbein und noch vielen anderen Malern erweisen. Auch aus zahlreichen Meisterwerken der Plastik von Lysipps Schaber bis auf Canovas Faustkämpfer, ja bis zum Berliner Bismarck-Denkmal, in denen durchwegs die Linke agieit schloß man auf die gleiche Besonderheit ihrer Schöpfer, Dies vorausgesandt, um die gute Gesellschaft zu markieren, in die wir S t r u c k-einreihen, wenn wir auch ihn als weiblichen Künstler empfinden wollen. Mit Feminismus im landläufigen Sinne hat das nichts zu tun. Jeder Zug dieses Meisters der Radierung zeigt eine Weichheit in Technik und Zeichnung, überwindet derart das Materielle, daß man vollständig vergißt, wie hier eine spitze Nadel Strich für Strich diese Linien.hat ritzen müssen. Und' eine Fruchtbarkeit, die uns zeigt, daß der frühgereifte Lorbeer diesen Künstler nicht hat sich verliegen lassen. An seinen wunderbaren TI e r z I - Kopf reiht sich würdig sein I b s e n. Man erinnert sich der „Jugend“-Nummer, die ein glänzendes Porträt des Dichters brachte. Ein Kopf an sich wie zum Malen geschaffen. Aber in der dunklen Tönung bei Struck wirkt er geradezu faszinierend. Man kann den Blick nicht davon wenden. Und wie meisterhaft ist das Träumerische in Gerhard Haupt man ns Augen getroffen, oder das Jüdisch-Innige in Israels! Ein wenig zu hart und kalt, will es uns dünken, blickt uns hingegen sein Bebel an. Es sind eben mehr die Geister künstlerischen Sinnens und verhaltener Rede, die Struck liegen, als die Männer der Tat und des tönenden-Wortes. Mit Dank verzeichnen wir eine Reihe Judenporträts, wie Brainin, Schalom Asch u. a., und unter den Landschaften und Städtebildern (u. a. Venedig, London) die Szenen aus Palästine: Rubels Grab, eine Gegend bei Jaffa, besonders eine Palmenpartie aus Rischen Le Zion, vor allem aber Jerusalem- Ansichten, die eine wie hingehaucht, wie ein Traum aus ferner Vergangenheit und ein Hoffnungsdämmern in die Zukunft. Es ist echt weibliche Hingebung an den Gegenstand in allen diesen Meisterproben. Vielleicht zu viel verschwindet der Künstler hinter dem Werk, zu viel für praktische Reflexionen. Struck ist nicht wie andere Typus geworden. Da kam vor einiger Zeit aus Amerika ein Büchlein „Jews in Art“. Wir finden darin Israels, Hiram (wahrhaftig!), M o s 1 e r, Ben d e in a n n, Dili e n, L i e b e rinann und Ezekiel. Echt amerikanisch, nicht wahr? Immerhin fehlt S t r u c k. Aber wenn vielleicht weniger ihm, seiner Kunst kommt sie zugute, diese feine, ausgeglichene Unpersönlichkeit. Seine „Judenköpfe“ sind auf dem Wege, wie die „Rabbiner" Rembrandts, allgemeiner geistiger Besitz zu werden. Und mehr, als diese beste Popularität, kann kein Ehrgeiz erstreben. G. Die Freistatt. Altjüdische Revue. Jahrgang 1013, Nr. 1. Erstarkung der westlichen Jiidisehkeit. —" Ludwig Strauß: April-Heft. Herausgeber: Julius Kaufmann, Eschweiler. Inhalt: Zum Programm der Freistatt. — F. M. Kaufmann: Die Ein Dokument der Assimilation. — Naehum Goldmann: Judaismus und nationales Judentum. — Jacob Leszczinski: Das jüdische ökonomische Leben. — Benzion Rubstein: Jüdische Innenkolonisation in Galizien. — Arnold Zweig: Die Krähe, Novelle. — Jiddische Dichtung. — Glossen. — Verlag der.„Freistatt: Eschweiler. Redaktion: Berlin-Steglitz, Miquelstraße 10. Kriefkasten. Fr., Sie haben recht. Bei Raiserling heißt es, wie Sie richtig bemerken, „Akiba Eger (Güns), geb. 8. November 1761 zu Eisenstadt". Ihr früheres Schreiben ist uns nicht zugekommen. Dr. H. Schr. Ihren Artikel: „Juden im Preßburger Eemeinderat", müssen wir dankend ablehnen. Außerdem sind Sie im Irrtum. Dr. Robert Hirschfe 1 d ist kein Preßburger Eemeinderat, sondern Wiener Schriftsteller; kein „altgläubiger Jude", sondern ein „neugläubiger Christ", den das gesinnungstüchtige Organ des Pius-Vereines zum „kenntnisreichsten und geistvollsten Kritiker" e!e t. Tit; er lei (tzgu rn des „ "> ofe or B.rl'.har i" sich zugeseltr darf nicht verwundern; er und jeiue Schicksals- und Gesinnungsgenossen sind in den prächtigen Figuren der Judenstämmlinge in Schnitzlers Lustspiel gar zu naturgetreu konterfeit. Er hielt ihnen einen Spiegel vor, und das Bild mißfällt den Herren. Wer kann es ihnen verdenken. Ständiger Leser. Uns ist keine Anzeige zugekommen. „Schlepplräger". Die „innere Zensur", die seinem „Eemüte die Teilnahme an diesem Werke verbietet", ist im Grunde nur der alte gelbe Fleck, den seine Großväter sichtbar nach außen und er im Innern unsichtbar trägt; dieser verborgene gelbe Fleck drängt die mit ihm Behafteten, sich dem Feinde als „Ausnahms- Jude' auzudadeeu. Danksagung. Für die liebenswürdigen Glückwünsche, die uns anlässlich der Bar-Mizwah unseres ältesten Sohnes überaus zahlreich, von Korporationen und Freunden zugekommen sind, bitten wir auf diesem Wege unseren besten Dank entgegenr.ehmen zu wollen. W i e n, April 1913. Rabbiner Dr. M. Rosenmann und Frau. KONKURS. In der Israel. Kultusgemeinde Graz gelangt die Stelle eines Religionslehrers der in den der Grazer Kultusgemeinde zugewiesenen Ortschaften den Religionsunterricht zu versehen haben wird, vom Beginn des nächsten Schuljahres ab, zur Besetzung. Bewerber, welche .das dreißigste Lebensjahr nicht überschritten haben, mögen ihre mit einem ausführlichen curriculum vitae, Zeugnisabschriften und Photographie ordentlich belegten Gesuche bis 1. Juni a. c. an den gefertigten Vorstand richten. Gehalt und Reisediäten nach Uebereinkommen. Reisespesen werden nur dem Akzeptierten vergütet. Graz, im April 1913. Israelitische Kultusgemeinde Graz. Der Sekretär: Dr. Lemberger. Der Präses: Simon Rendi. KONKURS. Bei der israelitischen Kultusgemeinde in Pohrlitz, Mähren, gelangt mit 1. September 1913 die Stelle eines Babbiners und Predigers zur Besetzung. Bewerber, welche den gesetzlichen Bestimmungen entsprechen, den Doktortitel besitzen und befähigt sind, den Religionsunterricht an den Volks- und Bürgerschulen zu erteilen, wollen ihre gehörig instruierten Gesuche bis spätestens 15. Mai 1913 an den Kultus Vorstand einbringen. Gehalt K 1500.— nebst den Emolumenten, ferner aus Stiftungen K 1500.—, ausserdem ein Wohnungspauschale von K 400.— und Erträgnisse der Matrikenführung. Reisespesen werden nur dem Akzeptierten vergütet. Pohrlitz, am 16. April 1913. Der Kultusvorsteher: Hermann Schnabl Zu einem leidenden Herrn in Baden wird ein anständiger Diener, nicht unter 35 Jahren, der nachweisbar in ähnlicher Stellung war, gfesuclit. Persönliche Vorstellung mit Offerte beim „Verein für unentgeltlichen Arbeitsnachweis, II., Taborstraße 59“, zwischen 9 — 11 Uhr vormittags. G. Stroh* ii. filzhüte, tippröt* u. SchleierbutformeD Niederlage. WIEN II., JriaSClUld) KarmeHtergasae 6 En gros-Abteilung: 1. Stock Detail-Abteilung: Parterre Poitiparkana-Kaats Nr. 808651 SeirdaOet 1173