Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 30 (1913)
- Issue
- 18 (2.5.1913)
- Date
- 1913-05-02
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite Dr. Blochs Wochenschrift. Nr. 18 nehmer Ballestrin zugekommeue Anteil am Reinerträge über K 2000 im Jahre 1912 betragen. Wir können ruhig anuehmen, daß der wirkliche Reinertrag mindestkus das Fünffache gewesen ist und es ist wirklich nicht eiuzusehen, warum die Gemeinde sich einen Betrieb nicht zunutze machen soll, der solche ffnanzielle Ergebnisse erwarten läßt. Ich habe früher angeführt, daß das Ausgaben-Budget naturgemäß, ich möchte sagen automatisch, eine Steigerung »rfahren wird. Es dürfte von Interesse sein, zu erfahren, in welchem Umfange sich die Gebarung in den letzten 10 Jahren geändert hat. Im Jahre 1902 betrugen die Gesamteinnahmen ..K 2,200.436.89 im Jahre 1912 . , 3,496 963.85 so daß die Einnahmen in diesen 10 Jahren um K 1,476.426.96 gewachsen sind. Die Gesamtausgaben betrugen im Jahre 1912.K 3,307.012.03 im Jahre 1902 . „ 2,001.542.— sind also um.K 135.470.U3 g'stregen. Das Wohltätigkeitsbudget ist in diesen 10 Jahren von rund K 179.000 auf rund K 327.000 g<stiegen. Die Zuschüsse im Kapitel Unterrichtswesen weisen K 96.000, im Kapitel Kultus wesen K 240.000 aus. Im Abschnitte E weisen die Steuereinnahmen bloß Ueberschüsse von K 206.000 aus. Dieses Anwachsen ist entschieden ein Memento, das wir im Auge behalten müssen und wie ich hoffen will, auch werden. Indem ich meinen Dank dem Bureau, insbesondere den Herren Ruff und Schäfer ausspreche, schließe ich, indem ich die Annahme des Rechnungsausweises beantrage. (Lebh. Beifall.) Kultusvertreter Herr Salo Cohn gibt dem Bedauern der Versammlung Ausdruck, daß Kollege Herr Dr. Leopold Kohn durch Unwohlsein verhindert ist, sein Referat mündlich zu erstatten, und spricht den Wunsch und die zuversichtliche Hoffnung aus, daß dem ausgezeichneten Referenten sein Gesundheitszustand es bald ermöglichen werde, an den Arbeiten des Vorstandes persönlich Anteil zu nehmen. Nach einer eingehenden Würdigung aller Partien des Rechnungsabschlußes in längeren Ausführungen des Kultusvertreters Dr. Markus Spitzer ergreifen nacheinander das Wort die Vorstandsmitglieder kais. Rat Ionas Weil, Salomon B r o d, Dr. Heinrich Schreiber. Dr. Gustav Kohn und Oberingenieur Stricker. Letzterer stellt den Antrag: In Anbetracht des Umstandes, daß sich das Unwesen des Hazard- und Turfspieles auch in gewissen Kreisen des jüdischen Mittelstandes und besonders in jugendlichen Kreisen leider unverhältnismäßig stark bemerkbar macht, legt es der Kultusvorstand den Herren Rabbinern und Religionslehrern nahe, beim Unterrichte, bei der Abhaltung von Predigten und bei sonst gegebenen Anlässen diesem Gegenstände gebührende Beachtung zu schenken. Insbesondere werden die genannten Herren Funktionäre ersucht, die Jugend vor dem Spiellaster durch Warnung und Belehrung zu bewahren. Bei der hierauf vorgenommenen Abstimmung wird der Rechnungsabschluß genehmigt, der Antrag Stricker zum Beschluß erhoben. Der Präsident Dr. Alfred Stern spricht dem Referenten für seine mühevolle Arbeit den Dank der Versammlung.aus. Ebenso dem Damenkomitee, insbesondere der ausgezeichneten Präsidentin Frau Ida Diamant für deren Tätigkeit. Dr. Leopold Stern, Sekretariatsabteilungsleiter, referiert über den vom Verbände der türkischen Israel liten (Sephardim) zur staatsbehördlichen Genehmigung vorgelegten Entwurf des Statutes dieses Verbandes. Dieser Entwurf ist in zahlreichen Kommissionssitzungen des Kultusvorstandes, wie auch in Konferenzen mit dem Vorstände des Verbandes einer, eingehenden Beratung und mehrfachen Abländerung unterzogen worden. Entsprechend dem Anträge des Vertreterkollegiums wird die Vorlage des Verbandstatutes mit einer Reihe weiterer motivierter Abänderungsvorschläge des Kultusoorstandes an die Statthalterei beschlossen. Emig ranten-Fürsorge der Israelitischen Allianz zu Wien. Während der Monate März und April 1915 wurden von der Zentrale der Israelitischen Allianz zu Wien insgesamt 233 Emigranten, davon 196 russische und 35 rumänische. Weiterbefördert, und zwar 109 nachden Vereinigten Staaten, 42 nach Argentinien, 36 nach Canada, 2 nach England, 42 nach- Frankreich und 2 nach verschiedenen anderen Ländern. In ihre Heimat zurückbefördert wurden 24 Rückwanderer. Während des Aufenthaltes in Wien würden in den Monaten März und April für 42 Personen zusammen 195 Tage Logis und volle Verpflegung gezahlt und an 188 Personen insgesamt 751 Speisemarken ffür die israelitische Volksküche ausgegeben. Hermann Beck. Mittwoch den 30. April d. I. wurde unter außergewöhnlich starker Beteiligung der Präses des Tempelbauvereincs des VIII. Bezirkes, Herr Hermann Beck, k. k. Hoflieferant, zur ewigen Ruhe bestattet. Unter den Trauergästen befanden sich der Gesamtvorstand des Josefstädter Tempels, in Vertretung der israel. Kultusgemeinde Wien die Herren Präsident Dr. Alfred Stern» Landesschulrat Dr. Gustav Kohn, S. Brod, Salo Cohn, Sigm. Kanders, kais. Rat Jonas Weil, Dr. Markus Spitzer, S. Steiner, Em. Grünwald und Sekretär kaiserlicher Rat Doktor ' Liebeit, für den Tempel im V. Bezirk die Herren Franz Frankl und Ad. H o f m a n n und Frau, für den Tempel des VI. und VII. Bezirkes die Herren Dr. Jacob Engel und Jg. Klein, für den Temp.lverein „Beth Israel" Herr Jgn. Zolles, für den Tempel im IX. Bezirk Herr kais. Rat Jg. Wilhelm und Herr Bezirksrat Dr. S ch n e p p, für den Tempel im XIX. Bezirk Herr Rudolf Lion, für den Tempel im X. Bezirk Herr Johann L a m p e l, für den XIII. Bezirk Herr Jakob König, ferner Rabbiner Dr. Bach, Dr. Frankfurter, Dr. Mandl und Dr. Taglicht, Prof. E h r m a n n und Frau Gemahlin, Präsident des Tempelvereines „Am Bolkert" Kultüsvorsteher Adolf Schramek, Vertretung der Bezirkskommission II. Bezirk, Hofrat Dr. S ch l a g. Gustav Planer, Leopold W e i n w u r m, die Präsidentin des Frauenvereines im XXI.Bezirk FrauEmanuel Grünwald, für den Wiener Jubiläumsverein zur Bekleidung armer alter Frauen die Vorstandsdamen Frau Marie Steiner, Frau Piowatti, Frau Pisk, Frau Nathansohn und Frau F a n t o, ebenso der Vorstand der ist. Kultusgemeinde in Humpoletz die Herren Dr. Lederer und I. Sudler; die Herren Hostat Prof. Dr. Politzer, Oberstabsarzt Dr. Fischer, Dr. Julius Zappert, die Delegierten des Humanitätsvereines B'nai Brith „Eintracht", die Herren Dr. Wilhelm L ö w y, Jcques Karpeles, Dr. Boxer und Direktor Hecht, ebenso die Herren kais. Rat Dr. Krüger, Wilhem Freund, Mor. M e d a k, Dr. Medak, Dr. Josef S. Bloch, Direktor S. L ö w y, Julius Wolf, Leopold Hendl, Oskar Bukowitz, Gustav Pollak, Dr. D. Weiß, Kommerzialrat S. Rosenzweig, Leopold Gutmann, Ludwig Schwitzer, kais. Rat Paul L e m b e r g e r, der Vorstand des Rekonvaleszentenheim „Philanthropia", die Vorsteherinnen des Vereines Fraüenhort Frau Kopslein, Frau v. Doktor und Frau Klotilde Benedikt, Fabrikant S t r a k o s ch und Max S a m e k aus Brünn.