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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1913-05-02 · 18 (2.5.1913) · page 6

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
30 (1913)
Issue
18 (2.5.1913)
Date
1913-05-02
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 322 Dr. Blochs Wochenschrift Nr. 18 (welche Gegend Gen. 2, 12, mit 212 Aethiopien bezeichnet, s. 0. II, 2 und umschreibt, wie sie auch Herodot VII, 70, im Gegensätze zu denen des Westens nennt), gegangen ist. Noch deutlicher wird die Lage des erwähnten Aufenthaltsortes gekennzeichnet in Od. V, 282 ff, wo erzählt wird: Als Poseidon vom Laude der Aethiopen kam und von den Solymer Bergen (2sXöp.kov opewv) Odysseus die Wogen befahrend erblickte, da erzürnte er rc. Den Scholiasten bereitete die Erklärung dieser Stelle Schwierigkeiten, weil sie eben zufolge ihrer Unkenntnis der von Homer hier genannten aramäischen und hebräischen geographischen Namen keinen Zusammenhang zwischen den Aethiopen, den Solymer Bergen und dem sich aus der Darstellung ergebenden Schauplatz d.r' meisten Irrfahrten des Odysseus in der sogenannten „Westgegeud" (Homer nennt sie wie Bibel und Talmud im Pontus Eurinus wie in Aia (Kolchis) rc. ahnten. Aethiopien ist die in der Bibel (ibid) genau beschriebene Gegend der aramäischen Saken (verbrannt ausseheuden s. 0. II, 2) oder die von Herodot genannten Skythen im Nordosten (Herodot VII, 64); desgleichen geht aus der talmudischen Literatur klar hervor, daß der Gebirgsstock der Tauruskette bis zum Schwarzen Meere seit ältester Zeit “van KöbiD (s. w. u.) genannt wurde und ist der von Homer gebrauchte Ausdruck „Solymer Berge" nur eine wörtliche Uebersetzung dieser hebräischen Benennung. Demnach finden die Schwierigkeiten leicht ihre Lösung und ist der Sinn ein klarer. Homer führt eben die Namen dieser erwähnten Orte und Gegenden in ihrer aramäischen und hebräischen Urform an, wie sie ihm aus dem lebendigen Verkehre mit Aramäern und Hebräern geläufig waren. (Nebenbei dürfte auch die von Josephus sAnt. Ap. 1,22] aus einem griechischen Autor namens Cherilus (gegen 480 v. Ehr] zitierte, aber von ihm hinsichtlich der Lokalität mißverstandene Stelle, die auf die Bevölkerung der Solymer Berge bezug hat, für unser Thema von nicht geringem Interesse sein, da aus ihr hervorgeht, daß die dort lebende Bevölkerung aus hebräisch sprechenden Juden bestand, welche Annahme des Josephus auch Eusebius sPraep. IX, 9] bestätigt.) Demnach stimmen alle auf dem Schauplatze der Ereignisse iu beiden Dichtungen gemachten Angaben in allen Details fast vollkommen überein, so daß nicht mehr von bloßen Analogien die Rede sein kann, sondern eine direkte Entlehnung angenommen werden muß. Endlich machen wir noch auf einen in die Augen springenden sehr charakteristischen Parallelismus in beiden Werken aufmerksam, indem iu Od. XIII, 129, eine Zahl von sieben Rindern und ebensoviel Schafen (Widdern) wie in Hiob 42, 8, erwähnt erscheint. Wir haben bereits oben nachgewiesen, daß Hiob für den Delphin oder Thunfisch als „Begleiter" der Schiffe den diesen Sinn wiedergebenden Ausdruck jm? gebraucht, wofür sich im Griechischen Ho[i7uXo5 findet, das nur als eine wörtliche Uebersetzung des ersteren erscheint. Desgleichen erwähnten wir die von Hiob gebrauchte Bezeichnung '"e für Nordwind, wofür im Griechischen das gleichlautende Wort Boreas (Lope«? s. 0. II, 5) diente. Wir wollen nun noch einige weitere, noch frappantere Analogien aus Hiob und Homer als Beweise heranziehen, die dartun, daß beide iu ein und derselben Gegend und in einem Milieu lebten und deshalb gewiß auch vieles aus derselben gemeinsamen Quelle geschöpft haben müssen. Es läßt sich aber zuweilen au manchen Konturen dieser von den Griechen aus Aramäa im Norden gemachten Entlehnungen noch erkennen, was seitens der dortigen Hebräer im Wege der Vermittlung und was zuweilen auch als deren geistiges Eigentum zu ihnen gekommen wa«-, welche Feststellungen manche Aufschlüsse über das Verhältnis der beiden Dichtungen zu einander bieten können. Hiob (9, 9; 38, 31—32) kennt nur die primitive ältere griechische Sphäre von vier Sternbildern, wie Homer (Jl. XVIII, 486—88, Od. V, 272—4) nämlich na*2, bei Homer Pffjaden; ^'02 bei Homer Orion; dann nmo oder p-n mn (Synonyma weil das altsemitische zoliroii auch Süden heißt) womit gewiß die südliche Sterngruppe des großen Bären, bei Homer Arktos, gemeint ist, da vor zirka 2800 Jahren bei der allmählichen Veränderung des Sternenhimmels für den Betrachter noch die südliche Gruppe („Kammern") dieses Sternbildes Polarstern war, endlich vp bei Homer die Hyadeu. Erst ungefähr gegen 600 v. Ehr. dürfte der griechische Tierkreis von der Dodekameria der Chaldäer sowie die Namen der einzelnen Sternbilder desselben entlehnt worden sein. (Humboldt nach Letronne, Kosmos, II, p. 197.) Hervorgehoben zu werden verdient, daß Homer in der älteren Ilias den Orion das Eigenschaftswort affsvo? „stark" beilegt-; dieselbe Bedeutung hat auch dessen hebräische Bezeichnung ^2, die sich schon bei den ältesten israelitischen Propheten Amos (5, 8, gegen 820- 800 v. Ehr.) findet, aber in der Parallelstelle der jüngeren Odyssee nicht vorkommt. Desgleichen findet sich auch nur hier in der Ilias der Namen TaBeg (die später versuchte Etymologie von uL'.v oder 0$ ist sicherlich falsch) wovon der Singular Tag wie bei Hiob w und iv'p lautet, während in der Odyssee in der obzitierten Stelle dafür der Bootes erwähnt wird. (38, 3-1—2). Angaben bezüglich dieser erwähnten Sternbilder : „Knüpfst Du die Wonnen an Kima" an den Frühlingsaufgang der Plejaden (10. Mai) rc. oder „bewirkst Du den Aufgang des Polarsternes zur rechten Zeit" bezeugen, daß er im Norden lebte. Derartige Regeln finden sich auch bei Hesiod, (gegen 800 v. Ehr.) in Opera, et dies 384 rc. für den Feldbau, ebenso wie die Beobachtung des heliakalischen Aufganges des Polarsternes (der den nördlicheren Völkern seit ältester Zeit in der Schiffahrt als Leitstern diente) in einem bestimmten Termine nach dem Wintersolstitium (ibidem V, 564). In der Bibel kommen die Namen der hier erwähnten Konstellationen der Hyaden und des Arktos sonst nicht vor. <g. Spinne r, W i e n. (Fortsetzung folgt.) Korrespondenzen. Aus der öffentlichen Plenarsitzung des israelitischen Kultusvorstandes von Mittwoch, den 30. April 1913. unter dem Vorsitze des Präsidenten Dr. Alfred Stirn. Der Präsident eröffnet die Sitzung, konstatiert die Beschlutzfähigkeil und widmet vor Eingang in die Tagesordnung, dem verstorbenen Tempelvereinsobmann Herrn, Beck Worte des Gedenkens, würdigt das Wirkm des Verstorbenen als Gründer des Tempels Neudeggecgasse und seine humanitären Bestrebungen. Die Versammlung ehrt das Andenken Hermann Becks durch Erheben von den Sitzen. Im Einlaufe bkfindcn sich: Dankschreiben des Ministers für Kultus und Unterricht Dr. Mox Ritter Hufsarek von Heinlein für die Glückwünsche des Vorstandes anläßlich der Verleihung des Ordens der Eisernen Krone I. Klasse. Dankschreiben des Herrn Josef Popper (Lynkeus) für die Glückwünsche des Vorstandes anläßlich seines 75. Geburtstages. Dankschreiben des Herrn Vizepräsidenten k. k. Hofrat Doktor Benjamin R a p p a p 0 r t für die Glückwünsche des Vorstandes zu seinem 70. Geburtstage. Dankschreiben des Herrn Vorstehers Architekt I. Gärtner für die Teilnahme anläßlich des Ablebens seiner Mutter der Frau Rosa Gärtner s. A. Dankschreiben der Frau Rosa S t einer für die Teilnahme de- Vorstandes anläßlich des Ablebens ihres Gatten, des Herrn Vertreters Dr. Maximilian Steiner s. A. Dankschreiben des Herrn Emanuel Kohn anläßlich seiner Ernennung zum Bethausvorstande. Erinnerungs-Plakette der Internationalen Hygiene-Ausstellung Dresden. Erlaß der k k. n.-ö. Statthaltcrei betreffend die Genehmigung der Ergänzung des Kultusgemeinde-Statutes durch Aufnahme einer neuen Bestimmung über die Versorgungsgenüsse der Angestellten der israelitischen Kultusgemeinde.

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