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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1913-05-02 · 18 (2.5.1913) · page 4

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
30 (1913)
Issue
18 (2.5.1913)
Date
1913-05-02
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 320 Wochenschrift. Nr. 18 Dr. Vlochs Die politische Rede des bulgarischen Kommend arrtLN in der Synagoge. Aus Sofia Wird berichtet: Die Juden der Stadt Strumtza, die bekanntlich von den Bulgaren besetzt Wurde, haben gleich nach Beginn des Balkankciegos die Stadt verlassen und sich nach Saloniki geflüchtet, da sie Ausschreitungen seitens der einziehenden, siegreichen- Truppen befürchten. Der bulgarische Kommandant der Stadt begab sich nun dieser Tage in die Synagoge und richtete an die zu einer Beratung zusamm!enberufenerr, neuen Zustände in der Stadt unsicher fühlen und hierzu in der Stadt verbliebenen Juden die 'Frage, welchem Umstande die auffällige Abwanderung der Juden Zuzuschreiben sei. Die Juden antworteten, daß si,; sich durch die um so mehr Berechtigung zu haben glauben, als gleich nach Einzug der Bulgaren Maßregeln getroffen wurden. die sich fast ausschließlich gegen d'e Juden richten. So sei z. B. der Wochentagsmarkt ohne Rücksicht auf die Juden, die bekanntlich die Träger des Handels in der Stadt sind, auf den Samstag verlegt worden. Der Kommandant richtete nun an die versammelten Juden eine längere Ansprache, in welcher er sie nach jeder Richtung hin beruhigte und sich verpflichtete, unverzüglich an den bulgarischen Minister des Innern wegen Rückverlegung des Wochenmarktes auf einen Wochentag zu wenden, und versicherte, die jüdisch; Bevölkerung gegen jeden feindseligen Versuch mit den energischesten Mitteln in Schutz zu nehmen. Diese Intervention des Kommandanten hatte denn auch zur Folge, daß mehrere Juden, die sich mit ihrem Vermögen geflüchtet hatten, wieder zurückgekehrt sind. Die Indem in Südafrika. Aus London wird berichtet, daß in der Stadt Koffyfontein, im Freistaate Orange, der Jude Markus Bofman zum Bürgermeister erwählt wurde. Außer ihn sitzt noch ein Jude Bernhard Rubin in dem aus sieben Mitgliedern bestehenden Stadtrate. Dies ist um so bedeutungsvoller, als es in der Stadt im ganzen elf jüdische Wähler gibt. Durch die Wahl der beiden genannten Herren wollte die Bevölkerung jene großen Verdienste honorieren, Welche sich die Juden um die Entwicklung der Stadt erworben haben. JüdM auf Jamaica. In Kingston Wurde dieser Tage das Jamaica-Memorial, ein herrlicher Glockenturm, feierlich e'ngeweiht. Der Erzbischof von Westindien, der die Einweihung in Gegenwart eines 2000köpfigen Festpublikums vornahm, sagte in seiner Festrede u. a.. daß es besonders freudig zu begrüßen fei, daß die Büste des verstorbenen Königs Eduard an diesem Turm, der dem Andenken des Königs geweiht sei, ein Geschenk des jüdischen Vokabeln von Kingston, des Großkaufmannes Eugen Finzi, ist. Er halte es für feine Pflicht, bei diesem feierlichen Anlasse der Wahrheit gemäß zu erklären, daß die Juden auf der Insel Jamaica nicht nur einer der wichtigsten Faktoren in der Förderung des kulturellen und wirtschaftlichen Wohlstandes sind, sondern auch als Bürger sich stets loyal der britischen Krone gegenüber erwiesen haben. Die Keterligrrrrg der Inden am Kerrschen Welthandel im Altertum. . (Fortsetzung aus Nr. 3.) Kehren wir nun zu unserem Thema zurück. Gleichwie aus den angeführten Beispielen klar hervorgeht, daß die palästinensischen alten Hebräer bei Entlehnung mancher das Digamma enthaltender Worte in ältester Zät hiefür ein Waw 0) fetzten, läßt sich bei kritischer Prüfung des Materiales auch mit Sicherheit konstatieren, daß die im Norden lebenden Hebräer diesen Laut mit einem Weth (2) wiedergegeben haben. Diese Annahme verdichtet sich zu voller Gewißheit, wenn m?.ü einige dieselbe entschieden bestätigende Stellen aus dem unzweifelhaft im Narben entstandenen Buche Hiob anführt nnd gleichzeitig noch andere, in gleichfalls dortselbst verfaßten Schriften vorkommende ähnliche Stellen vergleichend heranzieht. Leider macht aber der heutige desolate Stand der Geschichte und Bibelkritik cs uns unmöglich, gleich direkt auf das Ziel unserer Beweisführung loszusteuern, da vorerst überhaupt nachgewiesen werden muß, daß das Buch Hiob im Norden entstanden ist. Wir wollen daher zunächst wenigstens mit einigen knappen Strichen den Nachweis hiefür zu erbringen trachten. Diese Feststellungen dürften umsomehr von Jntertsse sein, als sie zugleich einen Gradmesser für den Knlturzustand der im hohen Altertume im hohen Norden lebenden Hebräer bieten. Und fürwahr ein israelitisches Kultnrmilieu. das ein so hervorragendes Produkt, wie das Buch Hiob hervorbringen konnte, darf keineswegs gering angeschlagen werden. Ist dem allem aber so, dann wäre nicht allein für den Bestand eines Kontaktes zwischen Hebräern und Griechen ein eklatanter Beweis erbracht, cs müßten dann auch die auf den ersten Blick fast unglaublich klingenden Nachrichten, wie die oberwähnte des Hermippns, daß Pythagoras einige Doktrinen von Thrazischcu Juden akzeptierte, ebenso die versprengte, von Syncellus (Chronogr. eä Bonn I, 471) konservierte alte Notiz, Demokcitos selbst habe mit einer Hebräerin namens Maria gemeinsam geschrieben und andere ähnliche Relationen ans alter Znt, in einem anderen Lichte erscheinen und eine authentischere greisbare Gestalt aimehmen. N'cht minder aber dürsten diese Konstatierungen imstande sein, viel zu einem richtigen. Bilde von der Teilnahme jener Hebräer im Norden an der Entwickelung des Handels beitragen; denn wen» sie einmal schon in sehr alter Zeit ein solches Kulturniveau erreichten, können sie an einem solchen unmöglich in untergeordnetem Maß', gewissermaßen als Marodeure, leilgenommen haben, sondern vielmehr mit zielbewußten, weitsichtigen Unternehmungen als Bahnbrecher und Pioniere bei Erweiterung des Verkehres den Osten mit dem Westen zu verbinden. Die aufgedeckten Spuren aus grauester Zeit sprechen auch dafür, daß sie erfolgreich als Kauflente und Apostel der Gesittung gewirkt haben. Eine zuverlässige alte Tradition über die Entstehung des Buches Hiob, rejp. über dessen Verfasser, fehlt eigentlich. Nach den eigenen Angaben des Prrlog s zu diesem Buche spielen sich die darin geschilderten Bembmheiren in Uz ab, einem zwischen Nordkappadozien und Nordar.nenien gelegenen Landstrich dieses Namens. In der Vöikertafel (Gen. 10, 23) wird Uz als Nachkomme Arams angeführt; deshalb lcgt die Bibel dem erwähnten Landstrich diesen Namen bei, wie aus Threni 4, 21 hervorgeht (s. 0. II, 4, P’r N2ivi' dh« ra) da der alten Tradition zufolge dorthin, zu den Chaldern, die meisten Einwohner Jerusalems unter Neb..kadnezar exiliert worden siud. Demnach erklären auch alle alten Traditionen diese Namen richtig, indem sie dieselben mit 'am piep divergierend auch mit "»-iS und wiedergeben. All diese Erklärungen sind synonym und dienen als Bezeichnung der erwähnten Gegend an der oberen Tauruskette bis zum Schwarzen Meere (s. 0. II, 4). Dieser alten Ueberlieferung folgend, gibt auch der in Edessa (griech. Kallirrhoe) im VIII. Jahrhundert lebende Poetan Elieser Hakallir die Stelle "öt-q» ^hj -pon (Gittin 58 a, Ser. Hör. III) einer Großstadt von Romae (die talmudische Literatur nennt gleich allen Orientalen Kleinasien, resp. Byzanz, wie sich auch die Byzantiner selbst nennen, Roma (A. F. Pott Anti-Kaulen re. Lemgo 1862, p. 28) womit Trapezunt gemeint ist, mit Uz wieder. Dies stimmt auch in der Lokalität mit den anderen im Prolog enthaltenen geographischen Angaben. Saba (xzv) kan: von Nord-

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