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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1913-04-25 · 17 (25.4.1913) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
30 (1913)
Issue
17 (25.4.1913)
Date
1913-04-25
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 303 Dr. Blochs Wochenschrift 11t. 17 wozu die Schaffung von Kursen mit der bewährten Methode Iwrith be Iwrith erforderlich ist. Den mächtigen Eindruck des Vortrages bekundeten die mit wahrem Jubel aufgenommenen Dankesworte, die Herr Rabbiner Kramer namens der Versammlung an den Vortragenden richtete und in welchem er sagte: Rur wer von so großer Liebe für Judentum und Palästina durchdrungen ist, der vermag das Palästinajudentum so zu schildern und so zu sehen, wie der Vortragende dies getan. Und nur wer von der unlösbaren Einheit von Palästina und Judentum durchdrungen ist, dem ist Palästinajudentum das Ideal, dessen Verwirklichung wir mit unserem besten Können anstreben müssen. Nach dem Vortrage versammelte sich eine große Anzahl der Teilnehmer. Damen und Herren, in der Restauration Pinkas zu einem gemütlichen Abendessen, in dessen Verlaufe gehaltvolle Toaste gewechselt wurden. Herr Dr. Grunwald leitete von der Bezeichnung Erez Iisroels als „Erez Zewi" in geistvoller 'Form die Folgerung ab, daß alle Schattierungen des Judentums in gemeinsamer, friedlicher Tätigkeit für Palästina arbeiten müssen, und sagte dem Misrachi seine kräftigste Unterstützung zu. Austerlitz. Die Sistierung des K u l tu saa h »v er fahr rn s in Ezernowitz. Der Präses der Ezernowitzer Kultusgemrinde hat von der Landesregierung in der Bukowina eine kräftige Lektion bekommen. Im Laufe der nächsten Monate sollen nämlich sechzehn von dreißig Kultusratsmitgliedern neu gewählt werden. Nach dem Statut der Ezernowitzer Kultusgemeinde soll -der Präses die Wählerlisten behufs etwaiger Reklamation 14 Tage lang ausliegen lassen und dies durch öffentlichen Anschlag und durchs Kundmachung in den Synagogen den Wählern bekannLgeben. Statt dessen wurde das eingAeitete Wahlverfahren wie ein tiefes Geheimnis gewährt. Außer dem Kul-> tusrate und den Beamten wußte kein Mensch in Czernowitz, daß eine Wählerliste zur Einsicht auflag und daß Kultuswahlen bevorstehen. Die wenigen Leute, denen dies bekannt wurde, kamen in die Kultusstube, uml behufs Reklamation einige Namen abzuschreiben; das wurde ihnen vom diensthabenden Beamten im Namen des Präses verwehrt. Darauf überreichten diese Herren eine Beschwerde an den Landespräsidenten Grafen von Meran, und diese hatte den gewünschten Erfolg. Erst wurde Dr. Straucher dazu verhalten, jenen Wählern, die sich Abschriften von den Wählerlisten machen wollten, keine Hindernisse in den Weg zu legen,' dann aber erfolgte die große Sensation der Ezernowitzer in der abgelaufenen Woche: das ganze Wahlverfähren wurde s i st i e r t. Der Erlaß der Landesregierung hat folgenden Wortlaut: „lieber Ihre an die k. k. Landesregierung bezw. an den Stadtmagistrat gerichtete Beschwerde in obiger Angelegenheit werden Sie hiermit verständigt, daß der Stadtmagistrat als politische Behörde 1. Instanz nach durchgeführten Erhebungen im Grund des § 30 des Ges. vom 21. März 1890, R.-G.-Bl. Nr. 750 das angefochtene Wahlvorbereilungsverfahren wegen erhobener wesentlicher Mängel als nichtig zu erklären und gleichzeitig an den Vorstand der ho. israel. Kultusgemeinde die Anordnung zu erlassen befunden hat, ein die einschlägigen statutarischen Bestimmungen genau berücksichtigendes neues Wahlvorbereitungsverfahren einzuleiten." Das wirkte. Jetzt sind die Kundmachungen betr. die bevorstehenden Kultusratswahlen in allen Straßen plakatiert. Die Ezernowitzer reiben sich die Augen bei dem unerhörten Anblick: seit mehr als einem Jahrzehnt waren die Wahlvorbereitungen in tiefstes Dunkel gehüllt, - jetzt sind sie in das volle Licht der Öffentlichkeit gerückt. Das ist immerhin etwas. Aber bei dieser Gelegenheit drängt sich naturgemäß die Frage auf : Da der Präses der Ezernowitzer Kultusgemeinde alle die Jahre über beim Wahlverfahren genau vorging, wie er jetzt vorgehen wollte, also ungesetzlich, gegen Geist und Wortlaut des Statuts, sind 'folgerichtig die letzten Kultuswahlen ungiltig; mit welchem Rechte bekleiden er und die anderen Kultusräte ihr Amt? Czernowitz. (Mißtrauen gegendieVerwaltung der Kultusgemeinde.) Das Vertrauen in die Verwaltung der Kultusgemeinde unter Dr. Straucher scheint in jüdischen Kreisen allmählich abzunehmen. Hiesige Blätter konstatieren die Tatsache, daß gerade in den letzten Jahren hervorragende Wohltäter und Stifter die Kultusgemeinde von der Verwaltung von Stiftungen ausdrückl ch ausgeschlossen haben. So haben die Herren Josef B a r b e r, Salomon Schäfer und Moses Schlefer die Verwaltung ihrer Stiftungen besonderen Kuratorien übertragen und die Kultusgemeinde von der Verwaltung der von ihnen errichteten Stiftungen ausgeschlossen oder ihr den allergeringsten Einfluß eingeräumt. In der jüngsten Zeit haben ferner das Ehepaar Markus und Anna K i s l i n g e r und das Ehepaar Leon und Emilie Brück namhafte Stiftungen errichtet und die Kultusgemeinde gleichfalls von der Verwaltung ausgeschlossen. Griechisch? Hetze gegen die Juden. Aus Saloniki wird uns berichtet: Während die griechische Presse von Athen und Saloniki vorläufig noch wenigstens den Schein ihrer Unparteilichkeit den Juden gegenüber zu wahren sucht, setzt sich die griechische Presse von Konstantinopel darüber hinweg und führt eine systematische Hetze gegen die Juden. Der in Konstantinopel erscheinende „Proodos", der in letzter Zeit sowohl in Saloniki, als auch in Griechenland, sowie in den von Griechenland besetzten türkischen Gebieten auffallend stark verbreitet wird, tischt seinen Lesern unausgesetzt die Mar auf, daß der Mörder König Georg von Griechenlands, Skinas, trotz der aus taktischen Gründen verbreiteten gegenteiligen Behauptung, jüdischer Abstammung sei. Das genannte Blatt verwickelt sich hiebei in ein großes und kompliziertes Lügengewebe, um die Behauptung, daß Skinas nichts anderes als Aschkinas bedeute, plausibel zu machen. Die Griechen werden ausgefordert, dessen eingedenk zu sein und den Juden diesen Königsmord zu vergelten. Von derselben Gesinnung zeugt auch das Vorgehen der Griechen von Tschechme, die, trotzdem das kürzlich ausgetauchte Ritualmordmärchen gleich am anderen Tage die beruhigendste Aufklärung gesunden hat, den aus diesem Anlasse proklamierten Boykott gegen die Juden in verschärftem Maße aufrecht erhalten, unbekümmert um die Mahnungen des Metropoliten. Die jüdischen SoBatm der griechischen Armee. So wie in den übrigen Bakkanstäaten und in der Türkei, so haben sich auch die jüdischen Soldaten in der griechischen Armee während des Valkankrieges durch besonderen Heldenmut und beispielgebenden Patriotismus ausgezeichnet. Die griechischen Zeitungen registrieren zahlreiche Fälle, in denen der Sieg gerade dem Heldenmut jüdischer Soldaten zu danken war. So wird besonders ein jüdischer Soldat von Larissa namens Asarie Atun hervorgehoben, der das Lager von Ehimarra vor einem nächtlichen Ueberfall gerettet hat. Ein anderer Jude Alhanati aus Larissa, der in Kawalla in der Türkei ein Geschäft besaß, gab sein Geschäft auf und Ham freiwillig nach Haufe und meldete sich in den Krieg. Er hatte sich bei der Schlacht von Bizam, dem schrecklichsten Kampfe, den die griechische Armee durchgemacht hatte,, durch besondere Tapferkeit ausgezeichnet.

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